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Satanlage richtig erden

Dieses Thema im Forum "Digital TV über Satellit (DVB-S)" wurde erstellt von sellerY, 31. Dezember 2008.

  1. Dipol

    Dipol Talk-König

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    Ein solches MUSS gab es noch nie und wie @Discone bereits geschrieben hat, wurde das Dogma des schleifenfreien PAs bei konventionell direkt geerdeten Dachantennen nach IEC 60728-11 bzw. nationaler DIN EN 60728-11 (VDE 0855-1) aufgehoben.

    Für Netzwerke war und ist außer der Reihe DIN VDE 0100 noch die DIN EN 50310 (VDE 0800-2-310):2017-02 zuständig, die schon bei Querschnittsvorgaben von Schutz- und Funktionspotenzialausgleichsleitern eine wesentlich härtere "Nuss" als die DIN EN 60728-11 darstellt. Da keine so großflächigen Schleifen wie bei erdungspflichtigen Dachantennen zwischen außen abgeführten Erdungsleitern einerseits und innen verlegten Leitungen anderseits entstehen können, bestand auch kein Grund für eine Forderung nach schleifenfreien PA.

    Es ist zwar nicht verboten die Rohre von Heizungs- Vor und Rücklauf, Kalt- und Warmwasser, die Zirkulationsleitungen oder auch Netzwerkschränke einzeln sternförmig in den Schutzpotenzialausgleich einzubeziehen, aber weder sinnvoll noch wirtschaftlich.
     
  2. Strobelification

    Strobelification Neuling

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    Ist folgende geplante Umsetzung in Ordnung bzw. VDE Konform?

    Schüssel mit Mast auf dem Dach ohne Blitzschutzanlage am Haus.

    Erdung:
    DEHN Schelle Mast -> Verlegung vom NYY-J 16mm2 unter Dachziegel -> Regenrinne (mit DEHN Regenrinnenhalter) -> erneuter Regenrinnenhalter 2m entfernt (Rinne als Leiter), 10mm Erdungsdraht V4A wird runtergeführt an Ringerder (verbunden mit Fundamenterder und dementsprechend verbunden mit der Potentialausgleichsschiene vom Haus (Keller))

    Potentialausgleich: 4mm² Kabel
    Dachsparrenhalterung (Mast) -> 4mm2 Kabel direkt runter an Multischalter im Keller -> Potentialausgleichsschiene Haus
     
  3. Dipol

    Dipol Talk-König

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    Antennenerdungen entsprechen IEC 60728-11 und sind damit auch mit DIN EN 60728-11 (VDE 0855-1) konform, wenn Leiter und Verbinder nach Klasse H = 100 kA blitzstromtragfähig sind. 16 mm² Cu kann - vorbehaltlich dafür ausgelegter Verbinder - selbst Monsterblitze > 200 kA ableiten.
    1. Erdungsleiter sind primär senkrecht abzuführen und horizontale Verschleifungen möglichst auf oder unter Erdniveau vorzunehmen.
    2. Unter blitzschutztechnischen Gesichtspunkten ist eine durchgehend senkrechte Erdungsleiterführung die bessere Variante.
    3. Dachrinnenklemmen sind fast alle nur für den Anschluss von Runddrähten mit 8 bis 10 mm Durchmesser ausgelegt. Einzige Ausnahme für 16 mm² Kupferdraht ein- oder mehrdrähtig ist die Klemme DEHN 540 120.
    4. Jede unnötige Schnittstelle ist eine zu viel und das Prüfprotokoll von DEHN weist die geforderte Blitzstromtragfähigkeit nach Klasse H mit 100 kA NICHT über Dachrinnen diverser Materialien aus. Daher sollte auch bei einer ungeteilten Dachrinne besser durchgeschleift werden.
    5. NIRO in V4A ist mit 10 mm Durchmesser im Erdreich als Ringerder und Anschlussfahnen erste Wahl und oberirdisch auch NIRO in V2A für Zweimetallverbinder üblich.
    6. Für Ableitungen ist 8 mm St/tZN, Alu oder Aluknetlegierung oder Kupfer üblicher und speziell tordierte Alu-Knetlegierung leichter zu verlegen.
    7. Wo nach der nur für Neubauten zuständigen DIN 18014 seit 2007-09 wegen erhöhtem Erdausbreitungswiderstand von Fundamenten oder Bodenplatten Ringerder gefordert sind, müssen ALLE Anschlussfahnen auch mit dem in bewehrten Bodenplatten geforderten Funktionspotenzialausgleichsleiter verbunden sein. Die Blitzschutznormenreihe IEC 62305 toleriert auch nur eine Verbindung.
    8. In den Beispielbildern der für Antennensicherheit maßgeblichen IEC 60728-11 wurde bislang nur Außenableitung an Stützerder dargestellt, die mit der HES verbunden sind. In der kommenden Ausgabe wird erstmals eine Erdung an eine Anschlussfahne abgebildet sein. Da diese Norm vielfach auf die Blitzschutznormen verweist, halte ich den Verstoß gegen DIN 18014 für tolerierbar.
    • Wie man in diesem nicht mehr überschaubaren Thread nachlesen kann, durfte der PA nach abgelösten Normausgaben früher AUSSCHLIESSLICH "schleifenfrei" an geerdeten Antennenträger angeschlossen werden.
    • Mittlerweile wird zusätzliche Vermaschung am Fußpunkt empfohlen aber zur Verhinderung brandauslösender Lichtbögen ist nach Blitzschutzzonenprinzip bei Antennendirekterdungen weiterhin ein PA der Kabelschirme möglichst nahe an der Gebäudeeinführung auszuführen.
    • Wenn man schon Rundleiter verwendet, sollte man die auch konsequent komplett vom Antennenträger - besser aber einer getrennten Fangeinrichtung - aufgeständert über Dach zu einer Trennstelle an der Wand und ab da mit 10 mm NIRO zum Ringerder verlegen. Bei an RR-Fallrohren angeschmiegten Rundleitern gehört noch deren Fußpunkt wie bei Ableitungen von Blitzschutzsystemen angeschlossen.
    • Der Mehraufwand einer getrennten Fangstange an der Antenne (= muss berechnet werden und ist Aufgabenbereich für eine qualifizierte Blitzschutzfachkraft) ist überschaubar.
    • Mit getrennter Fangeinrichtung wird der 4 mm² PA-Leiter logischerweise NUR mit der HES und NICHT mit dem Antennenträger verbunden.
     
    Zuletzt bearbeitet: 29. Oktober 2019
  4. Tom H

    Tom H Junior Member

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    Hallo,

    ich habe kürzlich hier nochmals seit längerer Abstinenz reingeschnuppert.

    Ich habe eine direkt geerdete Satantenne via 16 mm² CU. PA erfolgt mastnah und vor/nach Multischalter. Der 6 mm ² PA-Leiter ist ausschließlich mit dem Mast verbunden. Es gibt keine weitere Vermaschung.

    Die alte untaugliche Erdung via Kathrein Mastfuß habe ich mit der Dehn Antennenbandschelle 540103 ersetzt.

    Jetzt bitte ich um die Einschätzung der Fachleute, inwieweit der Ersatz der HES notwendig wäre. Die derzeitige hat eine eine Klemmvorrichtung, wie die Antennenbandschelle, mit einer 8er Schraube.


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  5. Dipol

    Dipol Talk-König

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    Formal hätte bei Erstellung ein PA-Leiterquerschnitt mit 4 mm² Cu ausgereicht, 6 mm² Querschnitt ist natürlich zulässig.
    DEHN 540 103 ist zur Aufnahme von einem 16 mm² Cu - mehrdrähtig und damit auch eindrähtig - nach Klasse H = 100 kA zertifiziert. :)

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    Das ist eine Günstig-PAS mit Polystyrol-Fußplatte. Dass Anschlussfahnen - wie im Deckel - noch als Erdungsleiter bezeichnet wurden, ist schon seeehr lange her.

    Die mittleren Klemmen sind zwar u. a. für 16 mm² Cu, aber nach aktuellen Kriterien nur für nicht blitzstromtragfähigen Niederspannungs-PA, die rechte zum Anschluss von feuerverzinkten Runddraht mit 8 bis 10 mm Durchmesser aber nicht für 16 mm² Cu konzipiert. Seit der Rückkehr der Normen für Antennensicherheit zu Blitzschutznormen, müssen die Verbinder für JEDE verwendete Drahtart nach Prüfnorm EN 62561-1 Klasse H = 100 kA zertifiziert sein.

    Die Beschreibung im Deckel bezieht sich noch auf nationale Normenoldies wie DIN VDE 0618-1:1989-08, DIN VDE 0185 und ebenso überholte alte DIN VDE 0855-1, die mit den aktuellen Anforderungen nach Prüfnorm EN 62561-1 inkompatibel sind. Auch bei leichter zu fixierendem Einzelmassivdraht ist es fraglich, ob wenigstens Blitzstromtragfähigkeit nach Klasse N = 50 kA vorliegt. Mit einem um die Schraube gebogenen 16 mm² Cu und evtl. zwei NIRO-Unterlagscheiben wäre die Blitzstromtragfähigkeit vermutlich höher gewesen.

    Der Austausch gegen eine aktuell normkonforme HES für Blitzschutzpotenzialausgleich mit Zugklemmen sollte nur an spannungsfrei geschalteten Anlagen durch eine Elektrofachkraft erfolgen. Die meisten Elis werden allerdings aus völliger Unkenntnis der Prüfnorm über ein Tauschansinnen mit Unverständnis reagieren.

    Die Drahtverlängerung mit der Durchführungsklemme gehört auch nachgebessert.


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    Auch hier die für Anschlussfahnen von Fundamenterdern normale Normwidrigkeit.

    Feuerverzinkter Stahl musste schon nach Uraltnormen an der Austrittsstelle isoliert sein. Tröstlich: Am Bandstahl ist kein Rost zu erkennen.
     
  6. Tom H

    Tom H Junior Member

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    Herzlichen Dank für diese wie immer ausführliche Antwort.

    Ist mir bekannt. Bei längeren Strecken - 23m bei mir vom Multischalter bis zum Mast - war der Tipp hier im Forum besser 6 mm² zu verwenden.

    Die HES wurde 1993 installiert.

    Die HES 563010 von Dehn, die Klasse H in der Kombination Rd 16 mm² Cu & Fl 30x3 St/tZn erreicht, ist bestellt. Ich habe zwei gelernte Elektriker im Familienkreis, da werde ich einen drum betteln.

    Was würdest du hierbei konkret tun?

    Liege ich richtig, dass die Kunsttoffisolierung beim feuerverzinkten Stahl nur dem Schutz vor Korrosion dienen sollte? Leider lässt sich dafür keiner mehr in Regress nehmen. Der (isolierte) feuerverzinkte Stahl hat sich an der Stelle ja eh schon wieder überholt. Zumindest ist mein Keller sehr trocken.
     
    Zuletzt bearbeitet: 5. November 2019
  7. Dipol

    Dipol Talk-König

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    1993 war die erste DIN 18014:1994-02 noch nicht in Kraft und die Vorgängernormenreihe der VDEW Richtlinien für das Einbetten von Fundamenterdern in Gebäudefundamente maßgeblich.

    Da ich noch keine einzige Anschlussfahne gesehen habe, die nach den Vorstellungen und Schnittbildern der Normengeber beider Normenreihen in 0,3o cm Höhe aus der Wand auszutritt, hatte ich diesen Fakt ausgespart. Zitat des damals aktuellen Normentextes, der sinngemäß auch in die DIN 18014 Folgenormen eingeflossen ist.
    Die traditionelle Soll-Länge von 1,5 m Länge ist m. E. Materialverschwendung, im Bereich des ÖVE hat man sich davon schon lange verabschiedet.
    Die DEHN 563 010 ist lt. Hersteller-Prüfbericht für die Verbindung zwischen einem feuerverzinkten Bandstahl und eindrähtigem 16 mm² Cu nach Klasse H geprüft.

    Auch Klemmen von Potentialausgleichsleitern gehören in einen Verteilerkasten und gegen eine stabilere Ausführung gäbe es auch keinen Protest. :)
     
    Zuletzt bearbeitet: 6. November 2019
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