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Blitzschutz: Verlegung des Ableiters

Dieses Thema im Forum "Digital TV über Satellit (DVB-S)" wurde erstellt von ikcim, 17. August 2021.

  1. ikcim

    ikcim Neuling

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    Hallo,

    bei der Dachsanierung habe ich oberhalb der SAT-Antenne auf dem First eine getrennte Fangstange montieren lassen. Unter den Ziegeln und außen an der Fassade entlang führt ein 8mm Kupferleiter nach unten und ist im Keller mit der HES verbunden. Nun steht die Sanierung der Fassade an und ich frage mich wie am besten mit dem Kupferleiter verfahren wird.

    Was mir als Lösung am besten gefallen würde:
    Verlegung des Leiters wie bisher auf dem Mauerwerk, allerdings umgeben von einem Installationsrohr. Bedeutet aber, dass das Rohr mit dem Leiter dann in der Dämmebene läge. In einer sinnvollen Höhe eine Revisionsklappe mit dem Übergang in einen Edelstahlleiter. Der Edelstahlleiter reicht ins Erdreich und ist dort mit einer neu zu erstellenden Vertikalerdung verbunden. Mein Gedanke wäre gewesen einen Vertikalerder auf Höhe der Ableitung der Fangstange zu platzieren und den anderen auf Höhe der HES. Es scheint aber so, dass die beiden Erder in 90°-Winkel zum Gebäude platziert sein sollten, richtig?
    Alternativ könnte der Edelstahlleiter innerhalb des Erdreichs zur HES führen.

    - Ist es sinnvoll den waagrechten Abschnitt knapp oberhalb des Erdreiches beizubehalten, oder sollte dieser Teil besser ins Erdreich verlegt werden?
    - Ist eine Verlegung innerhalb der Dämmebene unbedenklich (mit Rohr)? Oder sollte der Leiter doch besser auf der Dämmung verlegt werden?

    Hier noch zwei Bilder der aktuellen Situation:
    DSC01797
    DSC01798
     
  2. Discone

    Discone Institution

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    Eventuell kann dir da unser Erdungs-Spezialist Dipol normkonforme und aktuell gültige Hinweise geben.
    Die Montage vom Fangstangen-Erdungsleiter unter den Ziegeln könnte problematisch sein, wenn das Dachgeschoß genutzt wird und sich in der inneren Dachschräge auch noch andere Leitungen befinden (kein ausreichender Trennungsabstand zum Erdungsleiter möglich). Die meisten Blitzschutz-Fachfirmen befestigen den Erdungsleiter auf dem Dach und auch die Ableitung bis zum empfohlenen Hilfserderanschluss auf der Hauswand (dokumentierte Trennstelle für Überprüfungsmessungen in Erdnähe), eine Einbettung in die thermische Fassadenisolierung sollte aber mit demontierbarem Deckel an der Prüfverbindung auch zulässig sein.
    >
    Blitzschutz im WDV-System - Blitzableitermaterial

    Vermutlich muss der Erdungsleiter aber auch noch beim Übergang mit der metallenen Dachrinne fachgerecht verbunden werden, das ist im verfügbaren Bild nicht erkennbar.
     
    Zuletzt bearbeitet: 18. August 2021
  3. Dipol

    Dipol Wasserfall

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    Wenn mit 8 mm der reine Drahtdurchmesser gemeint ist, enspricht das 50 mm² Querschnitt und dafür gibt es auch normkonforme Verbinder an Fangstangen.

    Sollte damit jedoch ein 16 mm² Cu massiv oder mit 7 x mind. 1,7 mm Aderndurchmesser mehrdrähtiger Leiter gemeint sein, kenne ich keinen Verbinder, der für diesen Zweck nach Prüfnorm nach Klasse H für 100 kA blitzstromtragfähig zertifiziert ist. Feindrähtige Leiter sind im Blitzschutzbau nur mit industriell vakuumdicht verpressten Kabelschuhen zulässig.

    Entgegen häufig aufgestellter Schauermärchen wird 16 mm² Cu von Medianblitzen mit bei uns um 25 kA nur unwesentlich erwärmt und darf auch unter einem WDVS verlegt werden. Zur Blitzstromtragfähigkeit von Leitern siehe Tabelle D.3 der IEC 62305-1 oder hilfsweise DEHN Blitzplaner die Tabellen 2.5.1 und 5.2.2.1.

    Auch diese Verbindungen müssen alle Klasse H aufweisen und zwei Erder sind eine Fleißaufgabe.

    Tiefen- wie auch Oberflächenerder müssen mit 1 m Wandabstand und 0,5 m Mindesttiefe in gewachsenem Boden erdfühlig eingebaut sein. Ab 5 m erdfühliger Länge wäre ein 8 mm Kupferdraht oder eine NIRO-Verbindung, Werkstoffnummer 1.4571 (V4A), aus 10 mm Rund- oder einem Bandstahl mit diesen Maßen und Abständen als Erder normkonform und kein Tiefenerder nötig.

    Wie man sieht, liegt die Tücke im Detail. Wie @Discone hätte ich eine über den Dachplatten aufgeständerte Verlegung eines 8 mm Runddrahts, die Einbindung der Regenrinne und weitere Verlegung AUF dem neuen WDVS mit einer Trennstelle vorgezogen. Die Verlegung unter dem WDVS ist ohne Rohr einfacher, metallische Rohre gehören zudem an Erdungsleiter irgendwie mit angeklemmt.

    Bei Optimalschutz über getrennte Fangeinrichtung ist innen noch ein PA-Leiter aus mind. 2,5 mm² Cu (geschützte Verlegung) oder 4 mm² (ungeschützt) an die HES für den "mastnahen" PA der Kabelschirme und zum Anschluss des Antennenträgers erforderlich.

    Bitte noch Fotos vom Erdungsleiteranschluss an die Fangstange sowie der HES ohne Deckel nachreichen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 18. August 2021
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  4. ikcim

    ikcim Neuling

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    Danke für eure Antworten.

    Es handelt sich um 8mm Cu-Vollmaterial. Fangstangenhalter müsste der Dehn 123116 sein. Die Stange ist ebenfalls von Dehn und 1,5m lang. Der 8mm Leiter geht geradeaus runter bis zur Aussenkante der Fassade. Dort ist er mit dem Leiter, der an der Fassade entlang führt mit einer Dehn MV-Klemme (Cu) verbunden. Der Dachboden ist nicht ausgebaut und Trennungsabstände müssten eingehalten worden sein. Jedenfalls ist mir kein Bauteil bekannt, zu dem der Abstand zu gering sein könnte.

    Beim Rohr hatte ich an ein Kunststoffrohr gedacht, flexibel oder starr, nicht flammenausbreitend. Am Samstag kommt der Installateur und schaut sich die aktuelle Erdung an und misst nach. Da das Haus 1962 gebaut wurde könnte ich mir vorstellen, dass die Erdung nicht mehr ideal ist und würde deswegen in Kauf nehmen neue Erder setzen zu lassen. Meine Idee war, dann einen Erder auf Höhe der HES setzen zu lassen und einen auf Höhe des Ableiters der Fangstange. Ich habe mal versucht das in einem weiteren Bild zu skizzieren. Des Weiteren noch 2 Bilder von der Situation auf dem Dach. Ein Bild der HES muss ich noch machen.

    IMG-0926
    IMG-3134
    IMG-4668
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. August 2021
  5. Dipol

    Dipol Wasserfall

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    Ich grüble ja noch woher ich deine Anlage schon kenne. :)
    Jede vermeidbare Schnittstelle ist eine potenzielle Sollbruchstelle/Funkengenerator. Die muss zugänglich bleiben und wäre unter einem WSDV kritisch.

    Je weniger die Ableitung aufträgt, umso leichter ist auch das WDVS anzubringen.

    Undokumentierte Fundamenterder sind Blackboxen und dann machen Stützerder aus NIRO an der HES (auch durch den Kellerboden) oder unterhalb der Fangeinrichtung im Garten durchaus Sinn. In diesem Fall halte ich 2 Erder in dem gezeichneten Abstand für unnötigen Luxus und eine Messung des Erdausbreitungswiderstands des Fundamenterders für Kür, die bei Niederohmigkeit keine Rückschlüsse auf den Korrosionszustand und Blitzstromtragfähigkeit zulässt.

    Bei zwei Tiefenerdern wären formal je 1,5 m Mindestlänge + 0,5 m Kopfversenkung unter Grund im 2-fachem Abstand der Erderlängen oder besser der Eintreibtiefen normkonform. Bei größeren Erderlängen würden sich die Erder bereits gegenseitig nachteilig beeinflussen. Ich hätte einen Erder bevorzugt, der entweder an einer für Blitzschutzpotentialaugleich zertifizierten HES oder an einer Trennstelle der Ableitung (Beachte: Ableiter sind ÜSE) angeschlossen wird.
     
  6. ikcim

    ikcim Neuling

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    Aus einem anderen Forum, das zwischenzeitlich nicht mehr existiert ;-)

    Die Schnittstelle ist von oben zugänglich wenn man den richtigen Dachziegel gefunden und entfernt hat. Die Schnittstelle zum NIRO würde ich mit dem Kasten von Discone zugänglich gestalten.

    Wenn ich dich richtig verstehe würdest du nur einen Erder auf Höhe der HES ODER auf Höhe des Ableiters platzieren, richtig? Wie sähe dann die Verbindung zwischen HES und Ableiter aus, wenn der Erder
    a) bei der HES
    b) beim Ableiter
    sitzt?
     
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  7. Dipol

    Dipol Wasserfall

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    Bei blitzschutztechnischer Standardmontage über den Dachplatten wäre die Ableitung ungeschnitten durchgelaufen und die Dachrinne mit angeklemmt gewesen. Was ist wohl besser?

    Bei dem kurzen Abstand wären zwei den Fundamenterde stützende Tiefenerder nur dann angebracht, wenn die Bodenverhältnisse die Länge von Einzelerdern beschränken.

    Die Ableitung muss an der HES mit dem Fundamenterder und bei einem Stützerder auch an diesen blitzstromtragfähig angeschlossen sein. Mit einheitlich Kupferdraht ist die Auswahl von Klasse H-Verbindern größer als mit Materialwechsel auf NIRO.

    Um einen 50 mm² Cu an seinen Schmelzpunkt zu bringen wäre ein Direkteinschlag mit 902 kA nötig und der ist noch nicht vorgekommen. Zur jeweiligen Drahtart zertifizierte Klasse H-Verbinder zu finden ist schon schwieriger. Zum Einstieg mal selbst in den vorbildlich detaillierten Prüfprotokollen von DEHN nachsehen wie Klasse H durchgängig zu realisieren ist.

    Ohne das Bild der HES ist einstweilen erst mal Pause.
     
  8. ikcim

    ikcim Neuling

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    D.h. ich lasse die Konstruktion wie sie ist und lasse rechts im Bild bei der Ableitung noch einen Stützerder setzen. Da es nur einer ist, muss dieser 2,5m lang sein, richtig?

    Bilder der HES:
    IMG-5516
    IMG-5524
     
    Zuletzt bearbeitet: 22. August 2021
  9. Dipol

    Dipol Wasserfall

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    Dass bei den Erder-Mindestlängen von 1 x 2,5 m bzw. 2 x 1,5 m die Köpfe um 0,5 m versenkt werden müssen, wurde ebenso wie der Wandabstand von 1 m (wg. erdfühligem Einbau außerhalb aufgefüllter Arbeitsräume) schon erwähnt. Alternativ kann man Erdspieße auch für Leiteranschlüsse über Grund oder in einer Unterflur-Trennstelle wie beispielsweise DEHN 549 050 länger ausführen, womit die Trennstelle im WDVS entfallen könnte.

    Diese Schiene ist ohne Zugklemmen für schlankere Leiter nicht für Blitzschutzpotentialausgleich zertifiziert. Nach meiner unmaßgeblichen Einschätzung sind die stabilen äußeren Klemmen für den Bandstahl und einen Rundleiter ausreichend blitzstromtragfähig und eine Auswechslung nicht zwingend.

    EDIT: Tippfehler berichtigt

    Einen Draht aus Alu hätte man in der Wanddurchführung unbedingt isolieren müsssen oder einen sog. Erdungsfestpunkt einbauen müssen. Auch bei 8 mm Kupfer halte ich eine Isolierung im Wandbereich für sinnvoll.
     
    Zuletzt bearbeitet: 22. August 2021
  10. ikcim

    ikcim Neuling

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    Dann könnte ich aber den Meter Abstand zur Wand nicht einhalten, oder? Oder ich verstehe nicht wie das gemeint ist. Zu "Dehn 549 450" finde ich leider kein Produkt.

    Ich denke das lässt sich noch umsetzen, auch wenn sich der Ableiter nicht ganz einfach begradigen lassen wird.

    Spielt es beim Erder eine Rolle ob St/tZn oder NIRO und 20mm oder 25mm? Kann die Stange für die Erdeinführung 10mm Durchmesser haben oder müssen es 16mm sein?
     
    Zuletzt bearbeitet: 22. August 2021