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Wie lange wird es noch UKW-Radio im Kabelnetz in NRW geben?

Dieses Thema im Forum "Analog-Ecke" wurde erstellt von Arcardy, 1. August 2020.

  1. Arcardy

    Arcardy Junior Member

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    Hallo, der Titel sagt eigentlich schon alles aus. Bei Vodafone West (ehem. Unitymedia) in NRW wird nach wie vor UKW über das Kabelnetz gesendet.
    Meine Oma empfängt dieses mit einem Technisat Digitradio 100. Der UKW Empfang über Antenne ist vor Ort leider sehr schlecht und DAB+ bekommt man höchstens mal für ein paar Sekunden rein, wenn man die Zimmerantenne in einem ganz bestimmten Winkel hält :LOL:
    Wie lange denkt ihr, sendet Vodafone West noch UKW im Kabelnetz in NRW? Meine Oma will WDR 4 hören! :cool:

    Falls es dann abgeschaltet wird, muss ich ihr wohl ein Technisat CableStar Radio kaufen. Schade, dass nicht über DAB+ im Kabelnetz als Alternative gesendet wird.

    Btw:
    Vor ein paar Jahren (als der Laden noch Unitymedia hieß) wollte ich mal den Frequenzplan haben. Leider hat man mir schriftlich mitgeteilt, dass man überhaupt kein UKW im Kabelnetz senden würde und davon nichts wüsste. :ROFLMAO:
     
  2. Radiowaves

    Radiowaves Gold Member

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    Ich befürchte, dass UKW da nicht mehr lange laufen wird. Die Deutshclandradios hat man mit neuem Einspeisevertrag auch nur wieder digital eingespeist. Die Niederländer hat man bereits in NRW rausgeworfen, soweit ich mich erinnere. Ein Datum habe ich nicht, aber die Tage von Kabel-UKW bei Vodafone West dürften gezählt sein.

    Das WDR-DAB-Angebot ist ja seit einigen Wochen ruiniert worden, weil man unbedingt 8 Regionalversionen von WDR 2 reinquetschen musste. WDR 4 hat nun nur noch 72 kbps (wie die Privaten im Bundesmux), aber eine fette Slideshow, so dass für Audio noch wneiger Darenrate bleibt. Nun, Oma wird es egal sein, ich gehe davon aus, dass sie die Feinheiten nicht mehr hören kann.

    Da das Digitradio 100 eine Antennenbuchse hat, kann man dann auch das Kabel nehmen, mit dem es derzeit an der Kabeldose hängt für UKW und da hinten dran eine DAB-Antenne anschließen und schauen, ob es dann besser geht. Oder erstmal mit der Zimmerantenne abgesetzt z.B. in der Nähe des Fensters experimentieren.

    DAB(+) ist für terrestrischen Empfang entwickelt und optimiert worden. Um gut (besser als UKW, das war das Ziel) mit den Widrigkeiten terrestrischen Empfangs umgehen zu können, ist eine robuste Signalübertragung implementiert worden, die mit Mehrwegeempfang, Schwund, Dopplereffekt (Empfang im fahrenden Auto) zurechtkommt. Der Preis dafür: die sogenannte "spektrale Effizienz" ist bei DAB gering. Also die übertragene Bitrate (kBit/s oder MBit/s je MHz Kanalbreite ist niedrig. Das ist so, wie wenn man einen Text für auch widrige bedingungen gut lesbar zu Papier bringt: man nimmt große Schrift - und bekommt weniger aufs Blatt.

    Ganz grob: ein DAB-Kanal ist 1/4 eines TV-Kanals im Band III breit (deshalb die Blöcke A bis D je Kanal), also 7/4 = 1,75 MHz. Da ist unten und oben etwas "Randstreifen" zum Nachbarkanal, real sind es 1,536 MHz Breite, in denen übertragen wird, weil bei DAB 1536 Einzelträger je Kanal in 1 kHz Abstand "zappeln" und die Daten übertragen. Blockiert werden aber 1,75 MHz Breite. In so einen Kanal passen im mittleren Fehlerschutz grob 1,2 MBit/s netto rein. Also hat man 1,2 MBit/s / 1,75 MHz = 0,68 MBit/s je MHz Bandbreite.

    Ein Kabelfernsehkanal (DVB-C) in der üblichen Modulationsart 256 QAM bringt es auf 51 MBit/s auf 8 MHz Breite, also auf 6,375 MBit/s je MHz Breite. Das ist das 9-fache von DAB!

    Nun kann man den Fehlerschutz von DAB+ in Schritten einstellen. Im Kabel liegen verglichen zum terrestrischen Empfang traumhafte Bedingungen vor, also könnte man den niedrigsten Fehlerschutz nehmen. Der bietet etwa die 1,5-fache Datenrate verglichen mit dem mittleren Fehlerschutz. Doch slebst damit wäre DVB-C in der Kabelübertragung mehr als 6 fach so effizient bei der Bandbreite. Selbst wenn man den Programmen die 3-fache Datenrate gäbe verglichen zu DAB+, bekäme man noch die doppelte Anzahl an Programmen auf die gleiche Bandbreite.

    DAB im Kabel ist also Verschwendung. Einziger Vorteil: die Empfangsgeräte sind zahlreich vorhanden, teils in hochwertige stereoanlagen eingebaut und "wie Radios" bedienbar - was ich den DVB-C-Kabelradioadaptern abspreche. Dafür klingen die um Lichtjahre besser als übliches schäbiges DAB+.
     
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  3. dj_ddt

    dj_ddt Silber Member

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    Was ist üblich? DAB+ ist moderner als DVB-Radio, da AAC genutzt wird, anstatt MP2! Ja, ich weiß, theoretisch ist AAC bei DVB auch möglich, aber in D nicht vorgesehen, deswegen können viele Geräte es nicht.
     
  4. Discone

    Discone Institution

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    Zuletzt bearbeitet: 2. August 2020
  5. Heilstrom

    Heilstrom Silber Member

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    Schon vor 20 Jahren wusste doch kaum einer, dass aus den Kabelfernsehbuchsen auch UKW-Radio rauskam. Und selbst wenn: Das kann heute keiner mehr anschließen, seitdem es Internet und WLAN gibt. Nächstes Jahr läuft Kabelradio dann in der Sendung: "Das war dann mal weg..."
     
  6. Gorcon

    Gorcon Kanzler

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    In der Regel war das ja auch nicht der Fall. (warum hatten denn so viele Probleme mit Sendern auf 113Mhz?!
    Internet gabs auch schon wo es noch UKW über Kabel gab. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.
     
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  7. RPSmusic

    RPSmusic Talk-König

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    Oma will WDR4 hören?
    Sie hat hoffentlich mitbekommen, dass WDR4 kein Schlagerradio mehr anbietet, sondern ein WDR2 der 1980er vom Programminhalt.
    Also eine moderne Oma vom Musikgeschmack. ;)
    Selbst über DAB+ bietet der WDR keine Schlagerwelle an.
     
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  8. EinNutzer

    EinNutzer Senior Member

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    Warum dreht sich bei manchen hier alles nur um die Effizienz bei gleichzeitiger Ablehnung der (Weiter-) Nutzung anderer (älterer) Standards?

    Wen juckt es, dass DAB+ nicht so effizient ist wie DVB-C? Gibt es ein so drängendes Kapazitätsproblem im Kabel?

    Soweit ich informiert bin, arbeiten die meisten Kabelanbieter auf DOCSIS 3.1 zu. Ferner werden die Frequenzen jenseits der 800 MHz angebort.

    Nichtsdestotrotz werden heute - trotz vollzogener Analogabschaltung der Fernsehkanäle und so mancher Optimierung bei DVB-C - noch immer Kapazitäten im Kabelnetz für Internet spärlich genutzt. Oder anders formuliert: Es gibt doch einige leere Frequenzen im Kabel. Andererseits werden Kapazitäten für Verkaufssender in HD und UHD verschwendet, die kaum natives hochauflösendes Material enthalten. Währenddessen werden so manche Sky- oder andere Sender nicht eingespeist. Und die Kabelsektoren werden noch immer gerne überbucht, anstatt weitere DOCSIS-Kanäle aufzuschalten.

    Klar, manche Leute hier im Forum wünschen sich mehr Upstream, da ist Radio heute wirklich im Weg. Aber das drängende Problem für die Allgemeinheit ist der Downstream. Der ist weder auf die Radiofrequenzen im Kabel angewiesen noch scheint es den Kabelanbietern drängend zu sein, mehr Downstreamfrequenzen aufzuschalten. Die Vermarktung der Maximalgeschwindigkeit wird auch nicht eingestellt, wenn rechnerisch absolut feststeht, dass es zu einer Überbuchung kommt. Die Überbuchungen werden auch nicht kurzfristig beseitigt.

    Andererseits gleichen sich digitales Fernsehen und Radio (DVB-C) im Kabel mehr und mehr der Quantität der Sateliten an. Qualität steht dagegen bei Vodafone/Kabeldeutschland bekanntermaßen nicht an oberster Stelle - es wird ungeniert herunterkodiert, was das Zeug hält.

    Ergo: Wozu also analoges Radio abschalten, wozu ineffizientere Verfahren wie DAB+ ablehnen?

    Gleiches Phänomen übrigens seinerseits mit der Analogabschaltung.

    Man soll sich extra neue Geräte kaufen, weil der alte Standard abgeschaltet wird? Und am Ende bleiben dennoch unbelegte Frequenzen? Alleine auf Astra sind derzeit mehr als zehn Transponder unbelegt. Wer weiß, wieviele Frequenzen in Vodafones und anderen Kabelnetzen noch immer ungenutzt sind.

    Wenn eine gewisse Masse an Kunden die Endgeräte zum Empfang von DAB+ besitzen, warum soll man ihnen nicht auch DAB+ über das Kabelnetz anbieten? Und vorallem: Warum soll man analoges Radio abschalten?

    Ich verstehe es nicht. Ich verstehe auch nicht, warum z.B. im Kabelnetz der Telekom keine analogen Radiosender angeboten werden. Dabei werden bei der Telekom weniger Frequenzen für DOCSIS angeboten, als es im Unitymedia-Netz, wo ich bis Januar war, damals angeboten wurde.

    Es gibt so gut wie keine vernünftigen DVB-C-Radiogeräte. Du schreibst es ja selbst:
    Umgekehrt steigt die Zahl der Empfänger für DAB+ immer weiter an. Und es ist nicht in allen Haushalten ein guter terrestrischer Empfang gegeben. Da kann DAB+ übers Kabelnetz also helfen, wie schon einst analoges Radio über die Kabeldose geholfen hat.

    Also: Wo ist das Problem?

    Wenn es nach mir ginge, würde ich sogar DSR wieder ins Kabel einspeisen. Einfach, damit alte Geräte weiter verwendet werden können.
     
    Zuletzt bearbeitet: 2. August 2020
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  9. Heilstrom

    Heilstrom Silber Member

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    Ich habe mich auch schon öfter gefragt, welcher Sender noch echte Schlager sendet, wenn die Generation aus den 40er Jahren unter der Erde liegt. Das von heute sind ja keine eigentlichen Schlager mehr.
     
  10. Radiowaves

    Radiowaves Gold Member

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    Üblich ist HE-AAC statt LC-AAC. Also kaputte, synthetisch erzeugte Höhen, die mit dem Grund- und Mitteltonbereich keine unhörbare Verbindung eingehen wollen, sondern oft wie "danebengestellt und nicht dazugehörend" klingen. Künstlich, kratzig, verklirrt, rauh, nervig.

    Üblich sind Audio-Bitraten im zweistelligen Bereich. Ein umfangreicher Hörtest innerhalb der EBU hatte schon 2009 gezeigt, dass selbst DAB+ mit 128 kbps Subchannel-Größe ohne Slideshow und LC-AAC-Audio (sind dann etwa 113 kBit/s, die übrigbleiben) etwas shclechter klingt als MPEG 1 Layer II mit 192 kbps Subchannel-Größe (von denen 190 kbps Audio übrig blieben).

    Dieser akustische Sondermüll ist eine Zumutung. Zur Not noch für unterwegs tauglich sind im BuMu die DRadio-Programme. Alles andere ist Schrott. Beim MDR ist alles außer MDR Klassik unanhörbar. Beim BR höre ich die Kollateralschäden bei den Programmen mit 96 kbps, während BR Heimat ok und BR Klassik exzellent ist. In die neue WDR-Konfiguration habe ich mal reingehört bei WDR 5 - eine bodenlose Frechheit, was einem da geboten wird.

    Ja, aber davon wirds klanglich nicht besser. 320 oder 256 kbps MPEG 1 Layer II sind um Lichtjahre besser als 70 oder 80 oder 90 kbps HE-AAC, sind auch besser als die ca. 120 kbps LC-AAC, die netto bei einem DAB+Programm mit 144 kbps brutto übrig bleiben. Um das Niveau von 320 kbps Layer II zu erreichen, muss man deutlich dreistellige LC-AAC-Bitraten auffahren. Da reichen nichtmal 192 kbps LC-AAC.

    Zum Glück bislang wohl in Deutshcland nichts. In der Schwiez macht das die UPC - in schäbigr Bitrate, lausiger Audioqualität, sinnlosen Parametern, viel ungenutztem Platz und auf Kanälen, die normale DAB-Radios nicht empfangen können. Da parallel DVB-C-Radio läuft in viel besserer Qualität, dürfte die Entscheidung jedem, der noch bis 3 zählen kann, leicht fallen.

    Das habe ich aber in meinem gesamten Umfeld, auch bei den nicht radio-affinen Leuten, anders erlebt. Vor allem dort, wo mit Wurfantenne nur schlechter Empfang war oder wenn jemand im MDR-geschädigten Gebiet wohnte und weder auf dessen Dudelfunk noch auf die privaten Dudler Lust hatte, im Kabel aber ein weitaus größeres Angebot vorfand, wurde das Wohnzimmerradio ans Kabel gehängt. Und wird es an meinem Heimatort immer noch.

    Die regulären DAB-Kanäle, die jeder DAB-Gerät empfangenm kann, liegen in einem Bereich, der auch der Ausweitung des Upstream-Frequenzbereichs von DOCSIS 3.1 zum Opfer fallen wird. Bei den neuen Dosen von Astro, die von PYUR zertifiziert sind, liegt der Band-III-Bereich schon gar nicht mehr am nun nur noch alleinigen Steckanschluss für TV an.

    Wer also UKW abschaltet, weil er DOCSIS 3.1 vollständig ausbaut, kann auch DAB+ nicht aufschalten. Wer DAB+ in höheren Kanälen aufschaltet (UPC Schweiz), wird kaum Nutzer haben, da nur spezielle DAB-Geräte damit klarkommen (und eben nicht die vorhandenen, teils in hochwertigen Anlagen verbauten) oder da ein Kanalumsetzer benötigt wird, der wieder viel Geld kostet.

    Einziger Vorteil von DAB im Kabel wäre, dass manche Kunden hochwertige, gut bedienbare Geräte dafür haben. Würde man im alten DAB-Standard aufschalten, könnte man die Palette der brauchbaren Geräte noch erweitern um jene, die seit Umstellung auf DAB+ im DAB-Bereich funktionslos sind und sich ihr Gnadenbrot noch als UKW-Tuner verdient haben. Dann man 8 Pakete klassisches DAb mit 8 bis 9 Programmen je Paket in hoher Bitrate aufgeschaltet wäre nett - geht aber auch nicht, wenn DOCSIS 3.1 ausgebaut werden soll und bietet immer noch weniger audioqualität als DVB-C mit 256 oder 320 kbps Layer II.

    Teils schlicht, weils verboten ist (Sachsen, Bayern, Bremen). Und da man keine regionalen Extrawürste brät (das könnte zu Ärger mit Kunden führen, die das eine oder das andere haben wollen / nicht haben wollen und dann anfangen, über Preise zu diskutieren), lässt man es einheitlich sein. Und spart damit je Netzbereich auch noch die Umsetzer IP -> UKW ein. DVB-C-Radio läuft nunmal mit den gleichen Edge-QAM-Umsetzern wie DVB-C-TV. Nur ein System zu haben, ist logistisch viel angenehmer.
     
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