1. Cookies optimieren die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklärst Du dich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Weitere Informationen
    Information ausblenden
  2. Willkommen im Forum von DIGITAL FERNSEHEN - dem führenden Portal für digitales Fernsehen, Medien und Entertainment. Wenn du hier neu bist, schau dich ruhig etwas um und melde dich an, um am Forengeschehen teilnehmen zu können.
    Information ausblenden

Schüssel auf dem Balkon und Blitzschutz

Dieses Thema im Forum "Digital TV über Satellit (DVB-S)" wurde erstellt von Tupfer, 20. August 2016.

  1. Tupfer

    Tupfer Neuling

    Registriert seit:
    20. August 2016
    Beiträge:
    3
    Zustimmungen:
    0
    Punkte für Erfolge:
    1
    Anzeige
    Hallo zusammen,

    ich würde gerne eine SAT-Schüssel auf dem Balkon montieren und bin mir nicht sicher, ob diese nun einen Blitzschutz haben muss, oder nicht. Der Mast könnte gut am Balkon-Geländer befestigt und die Schüssel dann in dem oval markierten Bereich positioniert werden.
    [​IMG]
    Befände sich die Schüssel dort noch in der Schutz-Zone bzw. könnte man hier auf einen Blitz-Schutz verzichten?
    Falls nicht...wäre es ausreichend, wenn man dann nur die Schüssel selbst schützt bzw. den Blitzableiter nur von der Schüssel aus bis zur Erde verlegt? Oder muss dann immer das ganze Haus geschützt werden?

    Viele Grüße
    Tupfer
     
  2. Dipol

    Dipol Talk-König

    Registriert seit:
    21. Oktober 2007
    Beiträge:
    6.389
    Zustimmungen:
    203
    Punkte für Erfolge:
    73
    Hallo und Willkommen im Forum!

    Das Abstandsmaß von > 2 m unterhalb der Dachrinne ist im EG eines Gebäudes mit 2 Vollgeschossen das kleinste Problem und wenn auch Antenne und Kabel max. 1,5 m Abstand zur Fassade einhalten, ist die als sicher bezeichnete Zone formal eingehalten.

    Nur ist das fiktive Sicherheit wenn über metallische Hausteile wie insbesondere Balkongeländer oder Regenfallrohre, die aus der geschützten Zone heraus ragen, Blitzströme zur Antenne eingekoppelt werden können.
    Nach der für Antennen maßgeblichen Norm müssen erdungspflichtige Antennen mit einem Erdungsleiter aus min. 16 mm² Cu, 25 m² oder 50 mm² Blitzableiterdraht geerdet und auch mit der Haupterdungsschiene blitzstromtragfähig verbunden werden. Erdungspflicht erfordert auch immer einen PA der Kabelschirme.

    Nach Blitzschutzkriterien wäre an den Erdungsleiter auch das Balkongeländer anzuklemmen. Ob das auch für das Fallrohr anzuraten ist, kommt auf die Höhe über Grund und den möglichen Trennungsabstand zur Antenne an.
     
    Zuletzt bearbeitet: 20. August 2016
  3. Tupfer

    Tupfer Neuling

    Registriert seit:
    20. August 2016
    Beiträge:
    3
    Zustimmungen:
    0
    Punkte für Erfolge:
    1
    Hallo Dipol,

    vielen Dank für Deine Hilfe.

    Die Balkone und damit auch die Geländer haben einen Abstand von etwas weniger als 1,5m zur Fassade, somit müsste der untere Balkon in dieser Hinsicht doch relativ gut geschützt sein. Wenn ich dich richtig verstehe, befinden sich die oberen 2 Meter vom Regenfallrohr jedoch außerhalb der Schutzzone und damit ist das ganze Fallrohr und auch alles leitfähige in dessen Nähe ein Risiko.
    Würde es denn helfen, wenn man Mast und Schüssel nicht direkt am leitenden Balkon-Geländer befestigt, sondern z.B. einen Mast im Boden vom Balkon festschraubt oder auf einem mobilen Balkon-Ständer mit einer Beton-Platte zum Reinlegen montiert? Dann müsste der Blitz theoretisch ja erst vom Fallrohr zum Geländer springen und dann von dort aus nochmal zum Mast bzw. zur SAT-Schüssel springen. Vielleicht ist meine Idee absoluter Unsinn und der Blitz lacht sich darüber kaputt, aber es wäre schon eine große finanzielle Erleichterung, wenn wir die Schüssel mit ein paar Tricks so auf dem Balkon befestigen könnten, dass wir den formaljuristisch korrekten Verzicht auf den Blitzschutz auch mit unserem Gewissen vereinbaren können.
    Oder bekommt man das Problem wegen dem leitenden Balkon-Geländer nirgendwo auf dem Balkon in den Griff, so lange das Geländer selbst nicht geerdet ist?

    LG,
    Tupfer
     
  4. Dipol

    Dipol Talk-König

    Registriert seit:
    21. Oktober 2007
    Beiträge:
    6.389
    Zustimmungen:
    203
    Punkte für Erfolge:
    73
    Bingo und Willkommen im Club der Blitzschutzbewussten!
    Im Gegensatz zu Blitzkugel- und Schutzwinkelverfahren sowie die Trennungsabstände hat noch kein Hochspannungslabor die heutige oder früher mit 3 m Abstand zur Dachrinne und max. 2 m Wandabstand definierte sichere Fassadenzone jemals empirisch untersucht. Nach den alten aus dem Hut gezauberten "Erfahrungswerten" ist das Geländer sicher, nach den aktuellen eher nicht.

    Einen Erder zu setzen dürfte einfacher sein als die blitzstromtragfähige Verbindung zur Haupterdungsschiene, zumal das alles Aufgaben für konzessionierte Elektrofachkräfte sind, egal wie kompetent die bezüglich Blitzschutz, Erdung und PA real sind. Mit einer Antenne an einem leitenden Bodenmast handelt man sich andere Probleme ein. Bedenkt man noch, dass auch bewehrte Balkonplatten Blitzströme einkoppeln können, läuft bei Balkonantennen jeglicher Blitzschutz ins Leere.

    Der einfachste Lösungsansatz wäre die Antennenbefestigung an einem nicht leitenden Balkonständer, der zur Rinne und dem Geländer ausreichen äquivalente Trennungsabstände einhält. Bei 3 m über Grund wären 0,3 m ausreichend. Für die Balkonnuntzung wäre eine Montage außen auf gleicher Höhe wie das Balkongeländer vorzusziehen, aber da wird wohl wie bei den meisten Antennen St. Florian mit in der Pflicht sein, denn eine Genehmigung auch nur einen nicht blitzstromtragfähigen 4 mm² Cu-Draht zur HES zu legen dürfte ein frommer Wunsch bleiben.
     

Diese Seite empfehlen