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Sat-Empfang 1986

Dieses Thema im Forum "Analog-Ecke" wurde erstellt von Jomiko, 14. August 2013.

  1. Jomiko

    Jomiko Junior Member

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    Ich hoffe dass das Thema hier richtig platziert ist.
    Da ich mich sehr für Kabel- und Satempfang in den Anfangsjahren interessiere, habe ich mir dieses Video
    Kathrein Werbevideo Satellitenempfang 1986 - YouTube
    mit Begeisterung angesehen.
    Allerdings ist die Erklärung zur Technik recht widersprüchlich: bei 4:00 ist davon die Rede, dass der LNB zwei Zuleitungen zum Receiver UFD 08 benötigt. Bei 4:14 wird aber von einem Relais gesprochen, mit welchem man zwei Sat-Positionen auf eine Zuleitung schalten kann.
    Daher meine Frage:
    Benötigten die ersten Receiver (ca. 1986) tatsächlich zwei Koax-Leitungen für die unterschiedlichen Polarisationen Horizontal und Vertikal oder war das nur bei Einzelempfang ohne Multischalter nötig?
    Wurde die 13/18V-Umschaltung erst später eingeführt?

    Vielleicht kennt sich da jemand aus.
     
  2. Bernie Kosar

    Bernie Kosar Junior Member

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    88 cm Triax mit DiSEqC Motor
    Kathrein UFS 913
    AW: Sat-Empfang 1986

    Hallo Jomiko,
    meine erste Anlage (1988) "konnte" nur eine Polarisationsebene (vertikal).
    Ich glaube, in den Anfangsjahren nutzte man teilweise OMT-Weichen (Ortho Mode Transducer), um die Ebenen zu trennen. Entsprechend waren zwei Zuleitungen notwendig.
    Später gab es dann "ferritische" Polarizer, bei denen das LNB in eine 45° Zwischenposition gedreht werden musste, um beide Ebenen empfangen zu können. Ich glaube, die haben die Empfangsebene über ein Magnetfeld manipuliert. Damit reichte dann ein Koaxkabel, aber man musste noch ein mehradriges Steuerkabel für den Polarizer verlegen.
    Die 13/18V Umschaltung war dann der nächste Schritt.
    Ich hab' das aus der Erinnerung geschrieben. Nicht gleich Aufschreien, wenn es nicht 100% korrekt ist.
    BK
     
  3. Wolfgang R

    Wolfgang R Board Ikone

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    AW: Sat-Empfang 1986

    Da gab es um die Zeit herum verschienene Varianten!

    Zum einen gab es die Doppel-LNB (zumeist als Feedhorn-Variante), die ein getrenntes LNB für Horizontal (resp. links-zirkular) und Vertikal (resp. rechts-zirkular) hatten.

    Dafür gab es zwei Ableitungen, der Receiver hatte auch zwei Eingänge (x und y).

    Ob man das System mit diodenentkoppelten Sat-tauglichen Verteilern einfach mehrteilnehmerfähig machen konnte (theoretisch meiner Meinung nach möglich) - das kann ich nicht sagen. Hier kann vielleicht ein alter Hase wie unser KlausAmSee noch was dazu sagen :winken:

    So sah ein entsprechendes C-Band-LNC aus:

    [​IMG]


    Später und mit dem Aufkommen der Polarizer vereinfachte man die Sache ein wenig. Es war nur noch eine Koax-Ableitung mit Dauerspeißung des LNB mit 15 V notwendig, dafür aber extra Steuerleitungen.

    Es gab
    a) magnetischer Polarizer (2 Steuerleitungen)
    b) mechanischer Polarizer (3 Steuerleitungen)

    das waren dann Single-Anlagen, da sonst jeder Teilnehmer dem anderen das LNB weggedreht hätte.

    Mit dem Aufkommen von Kopernikus und dem spezial-LNB für Low- und Higband(heute ist sowas Standard als Universal-LNB) gabs dann statt der 15V-Dauerspeißung die 13/18V als Unterscheidung für Low/Highband. Polarisationswahl weiterhin über Polarizer.

    Ein Receiver aus der Zeit, welcher alle der bis hier gezeigten Möglichkeiten unterstützt wäre der Kathrein UFD08.

    Er kann
    - 15V Dauerspeißung (Schalter hinten)
    - Wahlweise 1 oder zwei Ableitungen (Schalter hinten)
    - Polarizer mechanisch oder magnetisch

    Bild ist riesig, daher ein Link: http://www.scheida.at/scheida/Satel...seum/D_Kathrein_UFD08_Grundig_STR200_rear.jpg


    Später gabs dann die sog. Marconi-LNBs, die vorwiegend für Astra genutzt wurden. Sie nutzten - wie heute noch - die 13/18V für die H- und V-Polarisation und die Steuerleitung entfiel zum ersten mal, es war wirklich nur noch eine Ableitung notwendig.

    Für Mehrteilnehmer-Empfang gab es Dual-LNBs mit Multischaltern, wie wir sie heute kennen (nur eben mit nur zwei LNB-Eingängen).

    Auch die ersten Einkabel-LNB kamen auf, die den H und den V Bereich so "einblendeten", dass alles interessante deutsche mit dabei war. Immer problematisch bei Umbelegungen und mit dem Start von 1C.

    Dann kam 22kHz, zunächst als Signal zur Umschaltung von zwei Sat-Positionen (VIVA auf Hotbird, RAI für unsere italienischen Freunde, ...), die ersten 22kHz-Relais bzw. Multischalter für 2-Satelliten-Empfang kamen auf.

    Später wurde dann das 22kHz zum Low-/Highband-Kriterium und von nun an brauchte man ein neues Signal zur Positionswahl.

    DiseqC 1.0 und das einfacher gestrickte Toneburst-Signal verbreitete sich langsam.

    Jetzt sind wir da, wo wir heute sind.

    Gruß,

    Wolfgang
     
    Zuletzt bearbeitet: 14. August 2013
  4. Jomiko

    Jomiko Junior Member

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    AW: Sat-Empfang 1986

    Also sind die beiden kleinen Klemmen links am UFD08 (0/3/6/9V) für die Steuersignale eines 15V Polarizers notwendig?
    Das Steuerrelais, was im Video vorgestellt wird, könnte demnach für die Umschaltung zweier Satelliten auf nur einer Polarisationsebene eingesetzt worden sein. Sprich: man hätte zwei Relais für zwei Satelliten benötigt, bzw. vier Leitungen auf zwei geschaltet.
     
  5. Wolfgang R

    Wolfgang R Board Ikone

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    AW: Sat-Empfang 1986

    1986 gings vermutlich um den gleichzeitigen Empfang von Intelsat 60°O und Eutelsat 13° Ost, da war noch nicht alles auf einer Position vereint.

    Intelsat: 3Sat, ARD 1Plus, BR3, WDR3, MusicBox, Pro7
    Eutelsat: RTL, Sat1, Teleclub, Sky One

    Irgendwann kam dann Kopernikus, welcher mit dem erforderlichen Spezial-LNB und den schwachen Halbtranspondern den Empfang nicht grade erleichterte, bis dann mit Astra die Sache endgültig viel einfacher wurde.

    Dann gabs da noch TV-Sat mit den Minispiegeln und dem Mini-Angebot - das noch in D2MAC...nicht wirklich eine Alternative.

    Wolfgang
     
  6. KlausAmSee

    KlausAmSee Talk-König

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    AW: Sat-Empfang 1986

    Im Prinzip steht schon alles richtig da.
    Ja man konnte "X" und "Y" mit Verteilern bzw. Abzweigern erweitern. Das ist nichts anderes als die Stammleitungen von kaskadierbaren Multischaltern, nur eben ohne Umschaltung. Die kam dann später hinzu. Es ging in der Vor-Astra-Zeit auch nur um die Verteilung der Direktstrahler (deswegen nicht "V" und "H") in Mehrteilnehmeranlagen, die anderen zitierten Satelliten waren nie für Direktempfang gedacht.
     
  7. RPSmusic

    RPSmusic Talk-König

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    AW: Sat-Empfang 1986

    Ich danke euch für die klasse Zusammenfassung. Da werden Erinnerungen wieder wach.
    Speziellen Dank an "die alten Hasen" Wolfgang und Klaus. :winken:
     
  8. Wolfgang R

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    AW: Sat-Empfang 1986

    Danke Klaus, dass du mein Wissen von damals bestätigst. Ist schon ziemlich lange her, die ganze Sache, da muss man ja erst mal überlegen, wie das damals war.

    Allerdings. Ich kann mich noch an den ersten Nachbarn erinnern, der sich einen riesigen Spiegel aufs Dach setzen ließ, um Intelsat und Eutelsat zu bekommen. Das volle Programm mit Schubstangenmotor, Steuerleitungen, und und und. Ich will nicht wissen, wie viel Tausende er da versenkt hat (von der Anlage einzig noch übrig ist der massive verzinkte Stahlmast, für den jetzigen 80er-Spiegel total überdimenstioniert).

    VHS-Aufnahmen aus der Zeit zeigen das katastrophale, von Fischchen beeinflusste Bild von RTLplus über 13°O. Für sowas hätte ich nie im Leben so viel Geld ausgegeben.

    Er war damals total glücklich, diese Programme zu empfangen, auch wenn das Bild enttäuschend schlecht war.

    Mit Kopernikus hatte er dann nochmals Geld in die Hand genommen und das LNB umbauen lassen, ein neuer Receiver wurde auch fällig. Ab dahin hatte er aber wirklich ein spitzen Bild, einzig bei ihm gingen die Halbtransponder wegen seiner riesigen Schüssel wirklich komplett rauschfrei, was nicht bei allen Nachbarn so war.

    Viele sind auch erst mit Astra auf den Sat-Zug aufgesprungen.

    Da hatte ich ganz schön viele der 10GHz-Uralt LNBs von diesen Astra-Pionier-Anlagen zu entsorgen, zumeist den ganzen Spiegel mit, da keine Standard-Aufnahme. Liefen tadellos seit den 1990er bis vor kurzem, würden es heute noch tun. Da sind auch viele Receiver-Klassiker in die Tonne gewandert, vielmals noch der erste von damals.

    Gruß,

    Wolfgang
     
  9. KlausAmSee

    KlausAmSee Talk-König

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    AW: Sat-Empfang 1986

    Gerne. Man merkt daran ganz schnell, wie alt man geworden ist...
    Das konnte ich mir nicht leisten. Es war nur eine 120er PFA. Der Polarmount (immerhin!) hatte nie einen Jack, statt dessen war da ein Flachstahl drin. Wenn ich auf einen anderen Satelliten wollte, wurde die Feststellschraube gelöst und der Stahl weitergeschoben.
    Ich habe mir "damals" zum Golfkrieg den 27,5° West reingeholt, da gabs CNN. War schon etwas Besonderes. Ich hatte noch günstig eine weitere 120er für Festmontage ergattert, da hab ich dann eine erste Mehrteilnehmeranlage und später Dual-Feed aufgebaut (zunächst mit selbstgebauter Halterung für das 2. Feed). Selbstverständlich war die Umschaltung der 4 Ebenen damals schon selbst gebaut.
    Tja wir im Norden hatten den Eindruck, dass für viele Deuschland bereits in Hamburg aufhört. Die Halbtransponder waren wirklich nicht toll.
    Ich müsste noch einige bei meinen Eltern rumstehen haben. Vielleicht sammle ich den ganzen Kram mal zusammen und mache ein paar Fotos.
     
  10. Wolfgang R

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    AW: Sat-Empfang 1986

    Hallo Klaus,

    geniale Konstruktion, dein "teilautomatischer" Polarmount :D

    Bei mir sind die analog-Receiver und die damit verbundene Technik (3/x-Multischalter, 22kHz-Generatoren, Lowband-LNBs ...) wirklich alle weg. Umzugsbedingt musste alles aus dem Keller raus. Da fing ich dann an zu misten und sogar meine erste Dbox I flog im original-Karton von DF1 raus.

    Analoge Telefonanlagen, Autoradios ohne RDS, C-Netz-Handys, Autotelefone C-Netz....eherlich gesagt vermiss ich nix davon und hätte es wohl auch nie wieder gebraucht.

    Ab und zu drin wühlen hat aber trotzdem Spaß gemacht. Daher sind Fotos von deinen angesammelten Receivern und besonders die zugehörige Technik von damals gerne gesehen! Nebenan im Radioforum wurden fleißig alte Kathrein, Hirschmann und Fuba-Kataloge gescannt, um die Antennenrelikte auf deutschen Dächern besser zuordnen zu können :)

    Jetzt im EFH habe ich wieder Platz für sowas und die Sammlung meiner alten DBP FeTAp wächst langsam aber heimlich schon wieder an...zuletzt mit originalverpackten Hör- und Sprechkapseln, Hörerschnüren - vom Telekom-Techniker mit großer Freude an mich übergeben, er zog ebenfalls um und seine Frau wollte das schon alles wegschmeißen!

    Ach, und die gesammelten Röhrenfernseher aus dem Bekannten- und Verwandtenkreis stapeln sich im Keller. Zum wegschmeißen zu schade, aber keiner will sie mehr.

    Ganz toll war eine Bekannte, die analog-Receiver einsammelte, um sie zusammen mit anderer alt-Elektronik nach Rumänien zu den armen Familien zu karren. Ich konnte sie nicht davon abbringen, jeglicher Versuch logischer Argumentation (keiner braucht die Dinger mehr, Deutschland war das letzte analoge Land in Europa) scheiterte.

    Kann doch gar nicht sein, die können sich digital doch gar nicht leisten, das muss noch analog sein da unten ;)

    Gruß,

    Wolfgang
     

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