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Raucherentwöhnung

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von littlelupo, 30. Juli 2004.

  1. littlelupo

    littlelupo Guest

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    Ich habe da ein Problem, man kann es leider nicht mit dem Sendersuchlauf der Set-Top-Box lösen.

    Das Problem sieht so aus, daß eine mit mir eng verwandte Person (mein Vater) schon seit knapp 40 Jahren den HB-Zigaretten zuspricht. Die Werbung mit dem HB-Männchen muß wohl wirklich gut gewesen sein.

    Natürlich wissen wir alle, daß seine Lunge eh schon rabenschwarz ist. Rauchen fügt Ihnen und den Menschen in Ihrer Umgebung schwere Schäden zu, heißt es jetzt auf den Schachteln.

    Mit Genußrauchen hat das Ganze sicher nichts mehr zu tun. Wenn er morgens aufsteht, erst mal die Lunge aus dem Hals husten, so, als wenn er fast keine Luft mehr bekommt. Dann aber schnell die erste und zweite Zigarette rauchen, damit sich die eigenen Nerven beruhigen. So geht das dann den ganzen Tag diskret weiter. Ich schätze den Zigarettenkonsum auf etwa 1 1/2 Schachteln pro Tag. Da könnte man e Masse Geld sparen.

    Besonders schlimm ist es, wenn aus Versehen das nötige Kleingeld mal nicht im Haus ist, um ne neue Schachtel zu kaufen. Der länger er nicht raucht, desto nervöser wird er. Rauchen dient bei ihm auch gerne zur Streßbewältigung.

    Meine Frage ist, ob man einen so erfahrenen Raucher irgendwie noch argumentativ ("Tu doch was für Deine Gesundheit") zum Aufgeben bewegen kann. Was hilft? Schocktherapie Marke "Wir sehen uns jetzt mal einen netten Film an, wo so eine Raucherlunge im Detail gezeigt wird"? Oder vielleicht irgendwas in Richtung Nikotinpflaster?

    Fühlen sich irgendwelche "Betroffenen" angesprochen, die auch immer den Zigarettenautomaten mit ihrer Knete füttern?
     
  2. BlackWolf

    BlackWolf Wasserfall

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    8.158
    AW: Raucherentwöhnung

    Tja das mit dem Rauchen ist echt schlimm. Ich weiss auch gar nicht wieso, was bringt mir das? Man stinkt, es kostet Geld, man fühlt sich unwohl, hat doch nur Nachteile dadurch, das war für mich der beste Grund nie damit anzufangen. Auch wenn mein Umfeld (besonders krass früher in der Schule) zu 90% raucht.

    Und sojemand entwöhnen? Vergiss es. Wer sein Leben Lang raucht, kann mit 60 dann nicht mehr aufhören, da wär der Schaden größer als der Nutzen. Das ging wirklich nur noch mit Nikotinpflaster und schrittweises Absetzen.

    Eine Schluss-Punkt Schocktherapie hätte wohl fatale Folgen, da wäre Gereiztheit u.ä. noch das geringste.
     
  3. horud

    horud Lexikon

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    AW: Raucherentwöhnung

    Er kann das nur schaffen, wenn er es wirklich will. Also nicht diese Alibi-Vorsätze, das wirkt nicht.

    Ein Bekannter von uns hatte täglich zwei Packungen geraucht, mehrmals (halbherzig) versucht, aufzuhören, natürlich ohne Wirkung. Selbst als er einen Schlaganfall bekommen hatte, hörte er trotz Drängen des Arztes nicht auf. Schließlich erkrankte er unheilbar an Lungenkrebs. Vom Tag der Diagnose faßte er keinen Glimmstengel mehr an, obwohl es nun eh schon zu spät war und er hätte weiter rauchen können. Er hatte einfach keinen Drang mehr. Ein halbes Jahr später ist er gestorben, Gott sei Danke ohne groß gelitten zu haben (also ich meine jetzt kein Morphium, keine Maschinen etc. Er ist einfach erstickt).

    Was ich damit sagen will: Das ist eine reine Kopfsache. Der körperliche Entzug dauert nur ein paar Tage, aber wenn man es nicht wirklich will, hat es keinen Zweck.

    Übrigens: Im Laufe eines Raucherlebens wandert rund 1,5 Kilo Teer durch die Lunge. Erschreckend, nicht?
     
  4. foo

    foo Wasserfall

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    AW: Raucherentwöhnung

    Zja, ich bin auch Ex-Raucher (10 Jahre, 1-2 Schachteln/Tag) und nur ein Raucher kann verstehen, warum Dein Vater nervös wird, wenn er keine Zigaretten mehr hat, warum der erste Griff nach dem Aufstehen der Griff in die Schachtel ist.
    Um es kurz zu fassen: Ja, möglich ist das mit Sicherheit bei jedem, aber er muss den Willen von alleine aufbringen. Da kannst Du von aussen gar nichts erreichen. Dein Vater kennt mit Sicherheit alle schädlichen Wirkungen und weiß, dass er viel Geld in die eigene Gesundheitsschädigung steckt.
    Er macht es dennoch, aus dem Grund, weil er abhängig ist. Diese Abhängigkeit läßt sich schwer für jemanden nachvollziehen, der sie nicht auch selbst durchlebt und gespührt hat.
    Das einzige was Sinn macht ist moderne Methoden und Hilfsmittel ausfindig zu machen um Deinen Vater einen moderaten Weg des Ausstiegs aufzuzeigen.
    Ein Spaziergang wird das mit Sicherheit nicht. Mit Hilfsmitteln kann man gerade mal die physischen Abhängigkeitssymtome in den Griff bekommen, aber wesentlich anstrengender ist es die psychische Abhängigkeit zu bekämpfen.
    Mit dem Rauchen aufzuhören ist insbesondere bei Deinem Vater kein Prozess, der auf ein paar Wochen oder wenige Monate begrenzt ist. Er braucht mit Sicherheit mindestens 1 Jahr, bis er ohne Zigaretten "schmerzfrei" auskommt.
    Einfache Möglichkeiten sind Nikotinpflaster und Nikotinkaugummis. Es gibt auch spezielle Kliniken, die Medikamente gegen die physische Abhängigkeit spritzen.
    Wenn er den Willen hat, kannst Du ihn da unterstützen, aber solange er nicht oder nur halbherzig aufhören will, hast Du keine Chance.
     
  5. littlelupo

    littlelupo Guest

    AW: Raucherentwöhnung

    ganz kurz dazu: Ja, alles hat eben auch positive Seiten. In dem Fall habe ich in meinem Leben immer gute Argumente gehabt, warum ich nicht rauche, trinke oder sonst irgendwas. Also, alles was so Richtung Suchtverhalten geht, ist mir selber völlig unbekannt.

    Ich hab da noch ne andere Frage: Obwohl die Folgen des Rauchens doch allgemein bekannt sind, fangen viele Jugendliche gerne damit an. Ist das jetzt einfach nur cool oder wie muß ich mir das vorstellen?
     
  6. foo

    foo Wasserfall

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    AW: Raucherentwöhnung

    Das ist z.T. Dummheit (wie bei mir), Neugierde, Gruppenzwang, Coolness, erwachsen fühlen, Mädchen fangen gelegentlich an weil sie denken, sie können ihr Gewicht damit reduzieren, uvm. - da gibt es einige Gründe.
    Wenn Du Deine erste Zigarette rauchst, dann schmeckt sie scheußlich, aber Du fühlst Dich plötzlich irgendwie "anders". Das Nikotin braucht 7 Sekunden bis ins Gehirn und dann gibt es ein sanftes aber bestimmtes Stimulationsfeuerwerk. Dadurch wirst Du ruhiger, ausgeglichener, belastungsfähiger (vermeintlich) und Du fühlst Dich einfach irgendwie besser.
    Nach und nach gewöhnen sich Deine Lungen an den Rauch und Du kannst tiefer inhalieren und der Effekt im Gehirn wird immer stärker. Dein Körper gewöhnt sich rasch an die Nikotindosis und er will dieses Gefühl halten. Wenn er zu wenig Nikotin hat, dreht er den Spieß um: Du wirst hyper nervös (so wie vor einen schweren wichtigen Prüfung), nur weißt Du nicht, warum Du so nervös bist, Dein Pulsschlag wird schneller, Du wirst gereizt, Du bekommst ein flaues Gefühl in der Magengegend, Du bekommst kalten Schweiß und Schwindelgefühl. Ab dem Zeitpunkt bist Du körperlich abhängig und Du weißt, dass Du all diese Symptome innerhalb weniger Sekunden durch einen tiefen Zug an der Zigarette sofort in ein beruhigendes wohliges Gefühl umwandeln kannst.
    Aber auch die psychische Abhängigkeit spielt eine noch wesentlichere Rolle. Selbst wenn Du nach einiger Zeit Entwöhnung diese Entzugserscheinungen hinter Dir hast, wirst Du lange das Gefühl vermissen, in diese Ausgeglichenheit einzutauchen. Nach dem Essen eine entspannende Zigarette, nach einem kleinen Teilerfolg in der Arbeit die belohnende Zigarette, beim Autofahren im Stau die Zigarette, ... Es gibt viele Rituale, die sich Raucher im Laufe der Jahre angewöhnen und davon loszukommen ist sehr schwer.
    Du denkst, Du kannst nie mehr in Deinem Leben mit Genuß eine Tasse Kaffee trinken, weil da zwangsläufig eine Zigarette dazugehört und Du denkst Du kannst in der Kneipe kein Bierchen mehr in Gesellschaft trinken und Spaß dabei haben, weil da eine Zigarette dazugehört. Du denkst, Du kannst Deine Arbeit nicht mehr so gut wie vorher machen, weil Du nichtmehr diese Ruhe hast und bei Stress versagst. Es ist am Anfang fast unvorstellbar, dass man ohne Zigaretten auskommen kann.
    Aber all das geht - auch das weiß ich, und es macht nach längerer Zeit überhaupt nichts mehr aus, man vermisst nichts mehr und gewinnt bessere Gesundheit, seine Freiheit und kann das Geld für andere Dinge ausgeben.

    Ach ja, die Methode, die am besten besonders bei starken Rauchern hilft, ist die Schlußpunktmethode, d.h. man setzt sich ein gewisses Datum und von da ab raucht man keine Zigarette mehr. Begleitend empfehle ich Nikotinpflaster.
    Und selbst wenn es vorkommen sollte, dass man einmal rückfällig wird, so ist das noch kein Grund die Flinte ins Korn zu schmeissen. Es ist nicht die erste Zigarette sondern die zweite, die den Willen völlig zusammenbrechen läßt.

    Und abschließend möchte ich noch sagen: Einmal Raucher, immer Raucher.
    Das bekommt man nie aus seinem Körper heraus, man spürt nur keine Symptome und kein Verlangen mehr. Aber sobald ein starker Ex-Raucher auch nur eine Zigarette nach Jahren raucht ist es nur eine Frage von wenigen Tagen, bis er sich die erste Schachtel wieder kauft.

    So, jetzt können sich die potentiellen Raucher hier überlegen, ob sie wirklich damit anfangen wollen. Ach so, stimmt, ihr werdet nicht abhängig, ihr habt das unter Kontrolle, das kann euch gar nicht passieren - die paar Zigaretten am Wochenende in der Disko, davon passiert gar nichts... ;)
     
    Zuletzt bearbeitet: 31. Juli 2004
  7. JKOS

    JKOS Senior Member

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    AW: Raucherentwöhnung

    @Horud Sag mal, haben wir den gleichen Bekannten? Deine Geschichte hat mich an einen Kollegen mit genau der gleiche Krankengeschichte erinnert. Nach Entdeckung des Krebs, war er nach einem halben Jahr tot.

    @foo Toller Beitrag!!

    Es gibt aber auch viele positive Fälle. Mein Vater hat auch von jetzt auf gleich aufgehört. Ebenso mein Bruder und meine Schwägerin. Dass mit den jahrelangen Ritualen hat mein Bruder auch so an sich. Es passiert ihm oft, wenn er das Haus verlässt, kontrolliert er ob er die Schlüssel bei sich hat und seine Zigaretten. Er klopft kurz an seinen Hosen- und Hemdtaschen und geht dann beruhigt weg. Ich hätte es garnicht bemerkt aber er erzählte es selbst mal bei einer Diskussion ums Aufhören mit dem Rauchen.
     
  8. Heinz291

    Heinz291 Senior Member

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    AW: Raucherentwöhnung

    Wenn der Kopf es will, kann es funktionieren mit dem Aufhören. Aber wenn die jährlichen ärztlichen Untersuchungen o.k. sind und man lange wandern, joggen oder laufen kann, ohne Druck in der Brust oder Atemnot, dann ist es sehr schwer, vom Glimmstengel zu lassen. Man sieht dann dafür keinen Grund. Ich habe Jahrzehnte geraucht und dafür bezahlt. Wenn ich nocmal die Zeituhr zurückstellen könnte, würde ich als einzige Änderung nicht dem Rauchen anfangen. Aber gegenüber einem eingefleischten Raucher sind eigentlich alle Gegenargumente nutzlos.
     
  9. uli12us

    uli12us Platin Member

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    AW: Raucherentwöhnung

    Nicht nur das, auch soviel Nikotin um eine kleinere Grossstadt auszurotten. Ich weiss nicht ob das stimmt hab aber mal gehört dass das Nikotin einer einzigen Schachtel ausreicht um 5 Leute zu killen.

    Es kann sein dass ich mich irre, weil ich hab nie im Leben aktiv geraucht, das was ich passiv von meinen Eltern und später in der Arbeit mitbekommen habe langt aber auch so. Meiner Meinung nach betäubt insbesondere das Nikotin die Geschmackszellen, also kann der Genuss bei Kaffee. Tee oder dem Bier eigentlich gar nicht vorhanden sein. Praktisch so wie wenn du nen Schnupfen hast. Dann schmeckt auch alles gleich scheußlich.

    Gruss Uli
     
  10. foo

    foo Wasserfall

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    AW: Raucherentwöhnung

    Das ist nicht richtig. Nikotion betäubt in keinster Weise die Geschmacksnerven.
     

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