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Ost-Subventionen vernichten Arbeitsplätze im Westen

Dieses Thema im Forum "Politik" wurde erstellt von moonwalker5, 17. August 2007.

  1. moonwalker5

    moonwalker5 Junior Member

    Registriert seit:
    2. Januar 2007
    Beiträge:
    83
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    Von Anselm Waldermann

    Helle Aufregung im fränkischen Fürth: Der Autozulieferer Takata will sein Werk schließen - und mehr als hundert Arbeitsplätze ins sächsische Freiberg verlagern. Als Grund nennt das Unternehmen die staatlichen Beihilfen im Osten.
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    Hamburg - Die Entscheidung fiel vor wenigen Tagen, während der Ferien. Noch sind die meisten Mitarbeiter im Urlaub. Erst wenn sie zurückkommen, werden sie erfahren, dass sie ihren Job verlieren. "Es sollte so geräuschlos ablaufen wie möglich", sagt Anny Heike von der IG Metall in Fürth.

    Doch daraus wird wohl nichts. Denn das, was der japanische Autozulieferer Takata beschlossen hat, kommt einer politischen Bombe gleich. Das Unternehmen will sein Werk im fränkischen Fürth bis Ende 2008 schließen - und sämtliche 108 Arbeitsplätze ins sächsische Freiberg verlegen. Zur Begründung verweist das Unternehmen auf die besseren Fördermöglichkeiten, die es im Osten Deutschlands gibt.
    In dieser Deutlichkeit hat das bisher noch keiner gesagt. "Ich bin dem Unternehmen für seine Ehrlichkeit dankbar", sagt Fürths Oberbürgermeister Thomas Jung zu SPIEGEL ONLINE. Endlich werde publik, wie Arbeitsplätze aus den alten in die neuen Bundesländer abwandern.
    "Ich mache dem Unternehmen überhaupt keinen Vorwurf", sagt Jung. "Die verhalten sich völlig rational." Was ihn aber auf die Palme bringe, das sei die "irre Subventionspolitik".
    Insgesamt 13 Millionen Euro will Takata in Freiberg investieren, 30 Prozent der Summe trägt die öffentliche Hand. "Die haben gesagt: Entweder gibt es diesen Zuschuss auch in Bayern, oder wir sind weg", erklärt Jung. Doch die Stadt Fürth und der Freistaat Bayern konnten eine ähnliche Beihilfe nicht gewähren: Geltendes Bundes- und EU-Recht lässt derart hohe Investitionszuschüsse nur in Ostdeutschland zu.

    Im politischen Berlin dürfte der Fall für Wirbel sorgen. Zwar haben Firmen auch in der Vergangenheit Produktionsstätten von West nach Ost verlagert - wie beispielsweise Müller Milch. Doch noch nie hat ein Unternehmen derart offen gesagt, was der Grund ist. In der Auseinandersetzung um den Aufbau Ost wird Takata damit zum Kronzeugen derjenigen, die am Solidarpakt rütteln möchten.
    "Es ist doch pervers", schimpft Jung. "Über den Solidaritätszuschlag müssen die westdeutschen Arbeitnehmer den eigenen Arbeitsplatzverlust auch noch mitfinanzieren." Er sei sehr dafür, dass neue Arbeitsplätze entstehen. "Aber eine West-Ost-Verlagerung kann nicht die Lösung sein."
    Bei Takata selbst rudert man mittlerweile zurück. Die Investitionshilfe in Sachsen sei zwar "ein wichtiger Grund" für die Standortentscheidung gewesen, sagt ein Sprecher zu SPIEGEL ONLINE. "Aber es war nicht der alleinige Grund." Schon in den vergangenen Jahren habe man die Produktion in Fürth zurückfahren müssen. Das Werk, in dem Gas-Generatoren für Airbags hergestellt werden, sei so sehr in den roten Zahlen, dass man es "so oder so schließen muss".
    Entscheidend sei schließlich gewesen, dass der bisherige Joint-Venture-Partner in Fürth von einem Konkurrenten übernommen wurde. "Seitdem können wir hier nicht mehr investieren", sagt der Takata-Sprecher. Insofern sei Fürth ein besonderer Fall, anderen westdeutschen Standorten drohe ein ähnliches Schicksal "in keiner Weise".

    Offener Brief an den Wirtschaftsminister

    Oberbürgermeister Jung und Anny Heike von der IG Metall bleiben hingegen bei ihrer Version: Takata habe in früheren Gesprächen klipp und klar erklärt, dass man gern in Franken bleiben würde. Der entscheidende Punkt sei nur der staatliche Zuschuss.
    Immerhin will das Unternehmen seinen fränkischen Mitarbeitern nun vorschlagen, mit nach Sachsen zu ziehen. "Allen Mitarbeitern wird ein neuer Arbeitsplatz angeboten", teilt Takata mit.
    Bei der IG Metall stößt das auf wenig Gegenliebe. "Manager, die ungebunden sind, stellen sich das leicht vor", klagt Gewerkschafterin Heike. "Aber mit Ehefrau und Kindern und einem kleinen Häuschen - da zieht man nicht einfach um."
    Um den Verlust der 108 Arbeitsplätze in Fürth doch noch zu verhindern, hat Oberbürgermeister Jung nun einen offenen Brief an seinen Landsmann Michael Glos geschickt. Der Franke an der Spitze des Bundeswirtschaftsministeriums solle die "Steuersubventionen für Arbeitsplatzverlagerungen" stoppen.
    "Wenn der Bundesminister aus Sachsen wäre, hätte ich keine Hoffnung mehr", sagt Jung. "Aber er stammt aus Bayern, sogar aus Franken, da muss doch was passieren."
    Bisher hat Jung noch keine Antwort bekommen. Auf Nachfrage von SPIEGEL ONLINE wollte sich das Wirtschaftsministerium nicht zu dem Fall äußern.

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,500142,00.html



    Ein Fall, der einiges klarmacht. Ich werde mich dazu nicht äußern. Ich möchte hier nur die Frage aufwerfen, was diese 108 künftig Arbeitslosen für eine Perspektive haben. Wenn sie nicht nach Sachsen ziehen oder keine neue Stelle finden, dann droht langfristig Hartz IV. Kann es denn sein, dass man Hartz IV-Empfängern die Schuld dafür gibt, dass sie in so einer Situation sind?
     
  2. Berliner

    Berliner Lexikon

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    AW: Ost-Subventionen vernichten Arbeitsplätze im Westen

    Jeder hat ne Arbeitsplatzgarantie, wenn er umzieht. Wer sich nen Haus gebaut hat..Pech gehabt. Privates Lebensrisiko. Niemand wird dazu gezwungen. Wer es doch macht, muss eben auch mit den Risiken wie Unflexibilität leben. Es gibt nunmal keine Garantie mehr darauf, dass der Arbeitsplatz 50 Jahre vor der Haustüre ist
     
  3. Speedy

    Speedy Foren-Gott

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    AW: Ost-Subventionen vernichten Arbeitsplätze im Westen

    Ohne jetzt wieder das Harz4 Theme aufzugreifen, aber in dem Fall sind Subventionen mal wieder total sinnlos. Dadurch wird ja kein Arbeitsplatz geschaffen, sondern nur ein Betrieb verlagert.

    Eigentlich sollten Subventionen helfen, Arbeitsplätze zu schaffen.
     
  4. Agent75

    Agent75 Gold Member

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    AW: Ost-Subventionen vernichten Arbeitsplätze im Westen

    Das gabs doch schon mal

     
  5. Eike

    Eike von Repgow Mitarbeiter

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    AW: Ost-Subventionen vernichten Arbeitsplätze im Westen

    Alter Hut...
    Wollen wir doch erst mal aufzählen wieviele Arbietsplätze der Westen im Osten vernichtet hat.
     
  6. Muhhase

    Muhhase Senior Member

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    AW: Ost-Subventionen vernichten Arbeitsplätze im Westen

    Verlagerung von Unternehmen ist standart ob von Nord nach Süd oder von West nach Ost.
    Die Gründe können Hunderte sein hier isses eine Ost Subvention.
    Viel geheule um nix den nicht 1 Abreitsplatz wird abgebaut. Der Bericht ist daher völlig unseriös den was dort steht ist schlichtweg gelogen. Spiegel eben.

    Sein Job verliert dort niemand im Gegenteil die beschäftigten müssen sogar damit rechnen keine Abfindung zu bekommen wenn nicht bereit sind dem Unternehmen zu folgen. Allerdings wird die IG Metall das Werk schon zu Grunde streiken da brauchen sich die Arbeitnehmer keine sorgen machen^^

    Letztlich will auch keiner wissen wieviel Arbeitsplätze im Osten vernichtet wurden indem man Konkurenzunternehmen mit Staatlichen Zuschüssen aufgekauft hat nur um sie dann zu schliessen.

    Da müssten wohl Hunderte solcher Betriebe in den Osten abwandern bevor 1x Bremer Vulkan ausgeglichen wurde.
     
  7. LHB

    LHB Institution

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    AW: Ost-Subventionen vernichten Arbeitsplätze im Westen

    ach...und das findest du toll oder was ? du wählst bestimmt auch FDP. :rolleyes:
     
  8. Golphi

    Golphi Gold Member

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    AW: Ost-Subventionen vernichten Arbeitsplätze im Westen

    Ich hatte mich auch schon gewundert, dass keiner Krach geschlagen hat, nachdem die ersten paar Millionen Arbeitsplätze von West nach Ost verlagert wurden. Jetzt wird es endlich angepackt.


    Golphi
     
  9. Berliner

    Berliner Lexikon

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    AW: Ost-Subventionen vernichten Arbeitsplätze im Westen

    Nee. Ich hab aber einen gewissen Realitätssinn. Und nunmal kein Verständnis für das Rumgejammer, wenn der Arbeitsplatz plötzlich 500km weg ist. Dann zieht man hinterher. Hier gibt es sogar ne Arbeitsplatzgarantie. Wer aber gern das Werkstor fußläufig erreichen will und alles andere als Zumutung betrachtet...der muss nunmal Hartz IV abholen. Ich bin für Arbeit schon mehrmals aus strukturschwachen Gegenden weggezogen, andere die lieber bei Mutti bleiben kriegen jetzt ALGII, ich gutes Gehalt.
     
  10. Eike

    Eike von Repgow Mitarbeiter

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    AW: Ost-Subventionen vernichten Arbeitsplätze im Westen

    Millionen:eek: ??? Meinst Du Ferner Osten oder "neue Länder" mit Osten?


    Kleine "lustige" Geschichte:

    Bin am letzten Wochenende im Harz an der Rappbode-Talsperre gewesen.
    Dort gabs auch Wessis die sich lautstark gewundert haben wie man nach der Wende:D :D so schnell mit Westgeldern so ein Bauwerk bauen konnte...

    Ich habe die älteren Mitbürger aus dem Bundesland Bayern erst mal darauf aufmerksam gemacht das das Bauwerk eine DDR-Leistung war und 1959 abgeschlossen wurde.

    In einer Zeit des Embargos übrigens...

    Die Dummheit kombiniert mit Neidgefühlen sind wirklich nur nock lachhaft.
     

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