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Nur ein Drittel der Arbeitslosen zu Umzug bereit

Dieses Thema im Forum "Politik" wurde erstellt von Gag Halfrunt, 29. März 2005.

  1. Gag Halfrunt

    Gag Halfrunt Lexikon

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    AW: Nur ein Drittel der Arbeitslosen zu Umzug bereit

    Damit hast Du allerdings Recht. Allerdings grübel ich gerade, womit die Politik diesen Trend aufhalten soll.
    Es gibt ja diverse Versuche, durch Zuschüsse und andere Erleichterungen, Großkonzerne in die "Pampa" zu locken. Aber ich denke mal, dass das Grundproblem darin besteht, dass für bestimmte Berufsgruppen mittlerweile einfach ein zu geringer Bedarf besteht.
    Ein Bürokaufmann kann praktisch in jedem Unternehmen arbeiten. Ein Metallbauer (um dabei zu bleiben) ist jedoch auf Industrie festgelegt.
    Nein, ich glaube auch nicht, dass das Problem nur bei den Arbeitssuchenden liegt. Das wurde ja schon angesprochen: Gekürzte Pendlerpauschale auf der einen Seite, aber geforderte Mobilität auf der anderen.
    Es ist nur ein Beispiel, aber ich glaube nicht, dass es wirklich ein Einzelfall ist. Insbesondere in der ehemaligen DDR sind ja sehr viele Industriebetriebe geschlossen worden. Die Gründe kennt jeder.
    Jetzt stehen plötzlich auf der grünen Wiese hundert Industriearbeiter ohne Job da. Was sollen die machen? Warten, bis da wieder eine neue Fabrik aufmacht?
    Ich denke, das ist so das Problem.
    Ich habe keine Zahlen darüber, aber ich meine es so einzuschätzen, dass sich in Ostdeutschland das die Gewerbebetriebe weg von Industrie und hin zur Dienstleistung entwickelt haben.
    Bei uns im Westen war das ja ein langsamer Prozess. Aber mit der Grenzöffnung waren schlagartig andere Bedingen, die zum Teil ziemlich maroden Fabriken im Osten obsolet. Wohin mit all den Arbeitern aus der Vollbeschäftigungszeit?

    Ein Teil konnte/könnte sicher anderswo einen neuen Job finden. Und der Rest muss sich vollständig umorientieren, was ja auch sehr viele getan haben. Die vielen S-Bahn-Fahrer mit sächsischem Dialekt bei uns in Frankfurt sind ja das beste Beispiel dafür ;)

    Danke für den Link. Das ist in der Tat sehr aufschlussreich. Ich hab damals auch einige Zeit gebraucht, um mich in meiner neuen Umgebung einleben zu können. Leicht ist mir das auch nicht gefallen. Mein privates soziales Engagement hat mir aber so manche Türe aufgestoßen.
    Ich bin übrigens damals gemeinsam mit meiner (damaligen) Freundin umgezogen. Sie hat dann (nach mir) auch im frankfurter Raum einen Job gefunden. Wären wir beide in unserer Heimat geblieben, wären wir heute "glückliche Sozialhilfeempfänger"...

    Ein ehemaliger Kollege von damals ist mit seiner gesamten Familie Richtung Hannover gezogen -- auch nicht leicht, aber es geht. Jetzt haben er und seine Frau auch wieder Arbeit.

    Umziehen ist kein Allheilmittel. Man stürzt regelrecht ins kalte Wasser. Besonders schlimm ist es, wenn man dann eine Bauchlandung hinlegt. Aber ich sehe es einfach so: Die Chancen, in einem Ballungsraum einen Job zu bekommen, stehen in jedem Fall höher als in der Pampa. Also auch wenn man nach dem Umzug wieder ohne Job dastehen sollte, hat man bessere Karten als vorher.

    Gag
     
  2. Lechuk

    Lechuk Institution

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    AW: Nur ein Drittel der Arbeitslosen zu Umzug bereit

    Na dann können wir ja um den Osten rum einen Zaun machen mitein paar kleinen Türen und dann kriegt jder der will ne Parzelle und das andere wird dann UNESCO Weltnaturerbe und schon sind alle beschäftigt weil sie den Weg in den Westen wählten.Oder doch nicht so?Du greifst da einige wenige erfolgreiche Beispiele raus und der Westen kriegt es dabei noch nicht mal auf die Rolle seine eigenen 2 Millionen arbeitslosen wieder in Lohn & Brot zu bringen.
    Warum sind denn die noch nicht in der Nähe von Frankfurt in ner Pansion und schuppern für Euch als Putze oder Donutholer?
    Der Osten soll flexibel sein, soll umziehen können, Wohnwagen wäre nett und dynamisch soller sein.
    Warum nicht Deine eigenen Landsleute als gutes Beispiel voraus schicken? Die waren nu mal schon in den achtzigern arbeitslos und gammelten nur rum, anstatt mobilität und Engagment zu zeigen.



    nee nee nee
    so ist das nicht gut Du
    Na da habe ich aber Glück, das ich in der Pampa in einem Ballungsraum wohne.
     
    Zuletzt bearbeitet: 30. März 2005
  3. Gag Halfrunt

    Gag Halfrunt Lexikon

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    AW: Nur ein Drittel der Arbeitslosen zu Umzug bereit

    @Lechuck: Du hast mich falsch verstanden. Ich wollte das Problem mit der in bestimmten Landstrichen wegfallenden "Arbeitsgrundlage" aufzeigen und nicht die "Ossis" als mobilitätsfaul und die "Wessis" als "Sieger" darstellen. Das bestimmt nicht.

    Es gibt ja überall immer wieder Situationen, dass ein Betrieb schließt und viel Fachkräfte arbeitslos werden, die an dem Ort dann keine Arbeit mehr finden. Im Osten ist das jedoch aufgrund des Industriesterbens nach der Grenzöffnung ein Massenproblem. Also die weggefallenen Betriebe!
    Dasselbe Problem haben wir doch auch im Ruhrgebiet mit all den stillgelegten Zechen. Da nützt dann auch keine Mobilität mehr -- es gibt keine Bergwerke mehr. Und dass man die Kumpel in russische Bergwerke schickt, kann ja auch nicht die Lösung sein.

    Wenn die Weide abgegrast ist, woanders das Gras aber noch sprießt, muss die Herde weiterziehen. Wenn man wartet, bis da neues Gras gewachsen ist, wird die Hälfte verhungert sein. :(

    Gag
     
    Zuletzt bearbeitet: 30. März 2005
  4. h2d

    h2d Guest

    AW: Nur ein Drittel der Arbeitslosen zu Umzug bereit

    In der Tat ist dies ein schwieriges Problem, diese Hilfen können aber nur im Spielraum einer Landesregierung erfolgen, da umfangreichere Rahmenbedingungen des Bundes fehlen. Vielleicht liege ich da aber auch falsch. Dieses Problem über einen Solidaritätszuschlag zu lösen hat sich in der Praxis nur als ein bedingt taugliches Mittel herausgestellt, da es sich dabei um ein Umverteilungsmechanismus handelt bei dem das Geld durch bürokratische Mühlen gedreht wird. Rainer Barzel hat auf Phoenix in der Sendung "Im Dialog" neulich etwas sehr interessantes sinngemäß gesagt: "Es werden Milliarden von Euro in die neuen Bundesländer transferiert und man erntet dafür steigende Arbeitslosigkeit. Ich fordere die heute aktiven Politiker auf, die Köpfe zusammenzustecken und das Problem zu lösen." Eine Strukturverbesserung könnte z.B. durch eine zeitlich begrenzte Absenkung von Steuern, vielleicht sogar der Mehrwertsteuer, für bestimmte Regionen erfolgen. Ob dadurch EU-Recht tangiert wird überschaue ich im Moment nicht. Ich befürchte allerdings, das die gesamte Problematik mittlerweile eine derartige Komplexität erreicht hat, das Einzelmaßnahmen nicht mehr helfen. Das zeigen auch die Diskussionen hier im Forum, welches Thema man auch nimmt, es läßt sich kaum isoliert darüber diskutieren.

    Zu der wirtschaftlichen Problematik gesellt sich auch noch ein mentales Problem. Außenstehende Beobachter spötteln ja schon wenn sie sagen: "Die Deutschen gehören psychologisch auf die Couch". Viele Menschen glauben eben nicht mehr an den Erfolg dieser einzelnen Maßnahmen, weil sie in ihrer Realität etwas anderes erleben. Ich kann gut nachvollziehen, das einige das Risiko scheuen durch einen Umzug einen neuen Arbeitsplatz anzunehmen und dabei quasi bei Null anzufangen, wenn es darum geht sich ein neues gesellschaftliches Umfeld aufzubauen. Allerdings, und da gebe ich Dir Recht, liegt in der Arbeitslosigkeit auch eine Chance, vielleicht etwas zu machen, was man schon immer mal machen wollte. Ich unterstelle mal einfach, das jeder neben seinem gelernten Beruf auch andere Fähigkeiten und Talente besitzt. Man muß sich halt nur mal Gedanken darüber machen, das setzt allerdings auch eine gewisse Mobilität im Denken voraus.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 30. März 2005
  5. Lechuk

    Lechuk Institution

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    AW: Nur ein Drittel der Arbeitslosen zu Umzug bereit

    So habe ich es auch eigentlich nicht verstanden.Es sollte aber trotzdessen nicht immer versucht werden,von allen seiten übrigens,den Osten zu entbürgern.
    Nach Möglichkeit auch noch ins Ausland zu verbringen mit über Steuern finazierte Busfahrten.Was soll das bringen? Da stellen wir uns doch mal vor das die dann im Ausland einen Wert erbringen, einen wirtschaftlichen, dadurch hier aber nichts rechenbares erbracht wird, auch kommen diese Leute wohl nicht wieder zurück,
    was die Bevölkerung weiter altern lassen wird und die Binnennachfrage weiter absenkt.
    Jeder der geht ist an sich einer zuviel!! Man sollte an sich mal endlich die Birne anmachen und endlich den einzelnen als das betrachten was er ist, ein wichtiges Bindeglied in der Gesellschaft.
    Das Geld ist vergänglich und an sich tot, ohne ein Volk kann auch Kapital nicht leben. Wenn das Volk weggeht, kann auch das Kapital allein nichts bewirken.
    Ich weiß nicht wie ich es ausdrücken soll, nur so wie es derzeit läuft, das alle nur der Kohle hinterher rennen sollen, kann es nicht sein.
    Eine globalisierte Völkerwanderung und das Volk muß nur blöd gehalten werden mit immer wieder neuen Schlagzeilen, dann klappt das auch mit den hohen Aktienkursen.
    nicht wahr? ;)
     
  6. amsp2

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    AW: Nur ein Drittel der Arbeitslosen zu Umzug bereit

    Mobilität funktioniert nur unter der Bedingung das es nur wenig Mobilität gibt, insofern ist die ganze Diskussion überflüssig. Die große Masse der Menschen will im Grunde auch in ihrer Heimat bleiben. Was im übrigen auch vollkommen in Ordnung ist.

    Man kann bestimmte Regionen nicht entvölkern. Es bleibt eben nichts anderes übrig als steuernd einzugreifen, auch wenn es gerade nicht in Mode ist. [Ist nur eben ein globales Problem. Kein rein Deutsches.]

    Ich glaube kaum das die Bayern glücklich wären, wenn alle aus Ostdeutschland jetzt dort Arbeit suchen würden. ;-) Das andere Extrem wäre übrigens das massive Abwerben von Fachkräften aus dem Ausland.
     
  7. Don Pasquale

    Don Pasquale Senior Member

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    AW: Nur ein Drittel der Arbeitslosen zu Umzug bereit

    Das sehe ich nicht, auch wenn Du es noch so oft wiederholst.

    Es hat in der Geschichte der BRD immer wieder Bundesländer gegeben, die in Ihrer Infrastruktur aufholen mussten, bzw. einen Strukturwandel durchmachen.
    Das war ganz früher Bayern ( ja, da staunt man) und im den letzten 20 Jahren NRW.

    Auch wenn die Situation in den neuen Bundesländern eine etwas andere war und ist - Rechtsunsicherheit bei Eigentumsverhältnissen anfang der 90er beispielsweise und nun die verstärkte Konkurrenz durch die Osteuropäischen Länder - so ist sie eben nicht neu nur anders.

    Die Politik hat m.E. bereits mit der Einheit versagt. Die Chance aus der DDR eine eigene Wirtschaftsform zu geben beispielsweise mit weniger Regulierung und einem eigenen Lohnniveau. Aber das war damals nicht populär.

    Hier hat die Politik in der Tat keine Antworten, also bleibt einem n ichts anderes übrig als entweder selbst in die Politik zu gehen oder sich woanders Arbeit zu suchen. Das gilt für alle Europäer.


    Ciao
    Don Pasquale