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HILFE: Bootloader gelöscht - was tun? (Nokia D-Box2)

Dieses Thema im Forum "d-box 1 und d-box 2" wurde erstellt von =CO=Windler, 13. Mai 2013.

  1. =CO=Windler

    =CO=Windler Neuling

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    Ich hatte auf dem Flohmarkt für 5EUR 2 Exemplare "D-Box 2" gekauft. Ich habe mit D-Boxen keine Erfahrung (bislang Technisat-User), doch beide scheinen defekt.

    Die 1. D-Box ist von SAGEM und bootet Neutrino, doch das LCD ist hinn und noch einigen Minuten wird das TV-Bild schwarz und lässt sich dann nur per Reboot aktivieren. Das LCD-Folienkabel habe ich per Fön+Schraubendrehergriff soweit nachgeklebt dass es was anzeigt (war vorher grüne Fläche), jedoch werden oft rechteckige Flächen nicht geupdatet, es macht vertikal Doppelbilder und zeigt beim Booten keine Debug-Info (schwarze Fläche). Vermutlich ist die Leitschicht irgendwo geknickt.

    Ich habe auch im Netzteil erfolglos einen verkohlt aussehenden 1k Widerstand gegen ein mechanisch größeres Exemplar ersetzt.

    GEFAHR!: Das SAGEM-Netzteil hat keinen Ableitwiderstand; der 100uF-Netzelko hält somit tagelang 380V. Ob Anfassen tödlich ist würde ich nicht ausprobieren (Röhrenradios haben ähnlich hohe Elkoladung, die sehr weh tut), doch er ist garantiert tödlich für jeden Mikrochip der damit in Kontakt kommt. Also die Ladung mit 2 Testkabeln durch den Lötkolben-Netzstecker als Shunt-Widerstand jagen um ihn zu entladen.

    Am seriellen Port (9600 baud) kriege ich per "DBox II - Bootmanager" die Linux-Konsole und kann auf /proc einige Status-Infos lesen. Dies fkt. auch ohne TV-Bild weiterhin. Ethernet habe ich noch nicht probiert (habe historischen PC mit Win98SE und FritzBox 2170 als Router; es war schwierig genug damit überhaupt DSL zu installieren). Als SAT-Modell ist die SAGEM für mich nutzlos, da ich sowieso nur per KabelTUUTland empfange.


    Die 2. D-Box ist eine Nokia und scheint 100% tot. Das LCD war auch hier grün =>(hier hitzefestes) Folienkabel mit Löko auf 350°C festgebügelt =>testweise in die SAGEM gesteckt fkt. es (sammt Debug-Anzeige, aber Kabel zu kurz für dortigen Einbau), doch in der Nokia bleibt es grundsätzlich monochrom dunkel. Sie macht auch am TV nur Schwarzbild, und außer dass bei Fernbedienung die grüne LED flackert, passiert absolut garnichts. Man kann sie nicht mal ausschalten. Da kein Chip kochend heiß ist, hat wohl niemand das LCD-Kabel schief eingesteckt (was bekanntlich den Nachbarpin mit 23V grillt). Daher vermute ich einen gelöschten Bootloader. Jemand hat 2 2pin-Jumper auf der Platine eingelötet, die wohl zur Schreibschutz-Aufhebung dienen, und beim Kurzschluss-Timing Mist gebaut.

    Am seriellen Port (9600 baud) spuckte sie anfangs eine Sequenz von etwa 10 Zufallszeichen, die sich alle 3s wiederholten. Nach jedem Netzkabel neu einstecken (Hardreset) war die Zeichenfolge anders. Beim Drücken auf Fernbedienung oder Pfeiltasten am Gerät kamen wenige Male längere Zeilen aus Zufallszeichen. Also habe ich Power+Aufwärts gedrückt um zu resetten, was nicht ging. Drückt man alle 3 Taster, resettet sie (Displaybeleuchtung geht kurz aus), was die einzige Reaktion ist. Nach mehrmaligem Power+Aufwärts macht sie am seriellen Port nun absolut garnichts mehr. (Nein, da sind und waren niemals irgendwelche Zahlen oder Meldungen im Display.) Ich vermute, dass ich den kaputten Bootloader dadurch komplett formatiert habe.


    - Kann ich den Bootloader ohne Auslöten neu aufspielen?

    Ich habe einen Eprommer (Willem Pro4 isp), der angeblich bestimmte ICs ohne Auslöten über einen seriellen "ISP port" flashen kann (habe ich noch nie gemacht). Sind die Flashroms der Nokia D-Box 2 dazu geeignet? Kann man evt. die SAGEM über ein Kabel mit Flash-Chips der Nokia verbinden um Starthilfe zu leisten und deren Bootloader aufzuspielen?

    Ich habe bloß eine primitive Lötstation mit Mini-Löko, mit dem man SMD-Bauteile >3pins nicht zerstörungsfrei heraus bekommt, und zum Eprommer hätte ich auch keine passende Fassung.

    Die Nokia taugt so nur als Briefbeschwerer (totaler Brick). Lohnt es sich, damit weiter Zeit zu verschwenden, oder sollte ich auf eBay ein heiles Exemplar kaufen?

    (Mein Hauptinteresse wäre, einen billigen Bildverbesserer (Colorprozessor) für historische Bildröhrenfernseher zu programmieren, der die durch Abnutzung krummen Farbkurven reifer Bildröhren per Lookup-Table (LUT) begradigt. Denn bei Bewegtbildwiedergabe ist die Röhre heutigen Flachis haushoch überlegen. Externe Farbprozessoren sind als Luxusbeamer-Zubehör leider rar und sauteuer; ungeliebte D-Boxen gibts hingegen massenhaft. Ist D-Box2-Hardware dafür geeignet?)

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  2. Gorcon

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    AW: HILFE: Bootloader gelöscht - was tun? (Nokia D-Box2)

    Tödlich war es bei mir noch nicht, ich stand da auch schon öfter unter Strom.
    Nein, das ist leider nicht möglich, das geht nur per JTAG, allerdings sind die entsprechenden Pins nicht zugänglich da diese zum Teil auf Layern liegen die innerhalb der Platine verlaufen. Der Steckplatz dafür wird vor dem Einbau der Platine abgebrochen (Sollbruchstelle).
     
  3. =CO=Windler

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    Ob das tödlich ist... Ich habe 6 Semester E-Technikstudium überlebt. Hochspannung ist da wohl das kleinere übel. ;) Ich bastle sonst an meinem Röhrenverstärker (Grundig 6199, komplett umgebaut), modifiziere Bildröhrenfernseher und besitze eine Mini-Teslaspule (HF-Heilapparat bzw. RFID-Vernichter). Sogar in Digicams mit Blitz findet man geladene Elkos sehr ähnlicher Größenordnung. Mich wundert nur dass die SAGEM keinen Ableitwiderstand hat. In meinen Videorekordern, Musikkeyboards, PCs und sogar CRT-Fernsehern fand ich bisher kein Schaltnetzteil ohne. Die Elkos sind alle nach ca. 3min leer. Nur Digicams sind manchmal ohne.


    - JTAG-Anschluss?

    Sind die Pins also unter der BGA-CPU versteckt und somit ohne Nanobot-Schwarm aus dem Jahr 2114 unerreichbar?

    Ich sammel Haushalts-Musikkeyboards (hauptsächlich 1980er..90er) und untersuche/ dokumentiere die Hardware (ROM-Dumps etc). Bei manchen DIL-ICs sind an der Schmalseite einige abgebrochene Pins erkennbar. Ist/war das der JTAG-Anschluss?


    - Lohnt es nicht, die kaputte Nokia D-Box 2 zu reaktivieren?

    (Auf eBay gibt es zwar viele günstige Exemplare, doch gelöschte Bootloader sind wirklich idiotisch - genau wie das in Samsung-Laptops durch Linux-Installation selbstzerstörende UEFI. Das ist dann wohl geplante Obsoleszenz.)


    - Taugt D-Box2-Hardware als Bildverbesserer?

    Laut FAQ kann die D-Box kein Analogvideo über Ethernet streamen, weil der MPEG-Encoder fehlt. Aber in wie weit kann die Hardware Videosignale annehmen und digital verändert wieder ausgeben? Mich interessiert insb., ob man die RGB-Farbkurven per Lookup Table präzise ändern kann um als Farbprozessor für Analogfernseher zu dienen.

    Am besten wäre jeweils nur 1 Zeile zwischenzuspeichern (1 wird empfangen und verarbeitet während 2. synchron dazu ausgegeben wird) um die Latenz minimal zu halten (damit Lightgun-Games etc. weiter fkt.). Evt. könnte man auch horizontale Schärfe, Konvergenz oder Linearität per Software verbessern, aber damit das gut aussieht (kein Moire etc.) bräuchte man wohl viel Rechenleistung und sehr hohe horizontale Auflösung.

    Ich will einen videophilen Bildverbesserer bauen, der möglichst wenig und nicht möglichst viel tut um den analogen Bildcharakter zu erhalten, denn digitale Verschlimmbesserer gibt es schon viel zu viele. Sachen wie Bewegungsanalyse oder Schneereduktion (die entfernt nämlich auch Regen...) sind zum k0tzen und kombinieren in späten 1990er CRT-Glotzen nur das schlimmste aus 2 Welten (grobpixelige Lochmaske + krümelndem Ruckelflachi-Look).

    Kann D-Box2-Hardware sowas, oder ist der Videosignalpfad (wg. lahmer CPU?) so fest verdrahtet dass man an Farbkurven etc. nicht machen kann?

    (Falls CPU-Leistung nicht reicht, wäre es auch ok wenn die Box dann nur noch als Bildverbesserer dient, also ohne DVB zu empfangen bloß Signale von einer SCART-Buchse modifiziert auf der anderen wieder ausgibt.)
     
    Zuletzt bearbeitet: 15. Mai 2013
  4. Gorcon

    Gorcon Kanzler

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    AW: HILFE: Bootloader gelöscht - was tun? (Nokia D-Box2)

    So ist es!
    Sie kann nur die Signale aus dem Datenstrom des Tuners oder per Netzwerk annehmen desweiteren per IDE Festplatteninterface.
    Analoge Signale kann sie überhaupt nicht verarbeiten.
    Mit sowas wäre die Hardware hoffnungslos überfordert!
    Nein das geht nicht Ein ankommendes Scartsignal kann nur direkt durchgeschleift werden.
     

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