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DVB-S über Kabel???

Dieses Thema im Forum "Digital TV über Kabel (DVB-C)" wurde erstellt von Jomiko, 6. Januar 2014.

  1. Jomiko

    Jomiko Senior Member

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    Hallo und guten Abend!
    Ich habe mir rein aus Neugier mal die Seite des regionalen Anbieters "Unser Ortsnetz" angeschaut und dabei etwas in meinen Augen erstaunliches gesehen:
    Anscheinend speißt dieser Anbieter seine TV-Kabelanschlüsse (welche via FTTH realisiert werden) sowohl mit DVB-C als auch mit DVB-S!?
    Das dort angebotene Gerät kann anscheinend beides verarbeiten. Man könne sowohl Kabelboxen als auch Sat-Receiver anschließen. Sowas habe ich noch nie gesehen.
    Hat jemand schon Erfahrungen mit so einem "Universalanschluss"?
    Auffällig ist, dass alle angebotenen Kanäle im Kabel horizontal polarisiert sind, was eigentlich auch nicht verwundert.
    Ist es eigentlich bei M-Net und NetCologne auch so, dass ein Glasfaserpaar für Internet und ein zweites für TV verlegt wird bzw. werden muss? Könnte man nicht auch beides über eine Doppelfaser übertragen? Die Kupferkoax kann das ja schließlich auch.

    Vielleicht kennt sich ja jemand näher aus
    Liebe Grüße
     
    Zuletzt bearbeitet: 6. Januar 2014
  2. raceroad

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    AW: DVB-S über Kabel???

    Wieso sollte es selbstverständlich sein ("nicht verwundert"), dass die angebotenen Sat-Programme alle mit horizontaler Polarisation gelistet sind?

    Im Bereich der Sat-Empfangsgeräte (Du wirst Dich doch bestimmt auf eine Senderliste beziehen.) sind die beiden Polarisationsrichtungen vertikal und horizontal nur noch ein virtuelles Unterscheidungsmerkmal: Das Kupferkabel kann mit hinnehmbaren Verlusten nicht das komplette Signal übertragen, also schalten teilnehmergesteuerte Satanlagen nur einen Teil auf das Kabel und nutzen als Unterscheidungsmerkmal die Polarisationsrichtung des Originalsignals, obwohl die Kupferübertragung technisch gar nicht nach Polarisationsrichtungen differenziert.

    Auch ohne sich die Eigenschaft zunutze zu machen, dass ein Glasfaserkabel prinzipiell ein Signal so übertragen kann, dass die Polarisationseigenschaften erhalten bleiben, kann ein Glasfaserkabel mit geringen Verlusten das komplette Signal eines Satelliten übertragen. Ein auf dem drahtlosen Übertragungsweg durch das Unterscheidungsmerkmal Polarisation doppelt genutzter Frequenzbereich wird auf einen doppelt so großen Frequenzbereich abgebildet (Signale mit ehemals unterschiedlicher Polarisation werden im Frequenzbereich gestapelt). Nach diesem Prinzip arbeiten optische LNBs. Nach dem Umsetzer Glasfaser > Kupferkabel taucht an den Sat-Empfangsgeräten wie an teilnehmergesteuerten konventionellen Anlagen wieder die Polarisationsrichtung als virtuelles Unterscheidungsmerkmal auf.

    Dieser regionale Anbieter geht einen anderen Weg: Für die Sat-Endgeräte wird eine kleinere Bandbreite belegt als bei optischen LNBs. Das nach dem Umsetzer bereitgestellte Signal entspricht dem einer nicht teilnehmergesteuerten Sat-Einkabelanlage, die sich aus dem Signal des Satelliten nur Teile herauspickt und so kombiniert, dass dieser zusammengestellte Mix komplett über ein Kupferkabel übertragen werden kann. Das erleichtert zwar einerseits die Hausverteilung des Satellitensignals und macht eine Unterscheidung horizontal / vertikal überflüssig, andererseits werden nach dieser Senderliste aber nur 26 der 120 Transponder von Astra 19,2° geboten. So wird z.B. von Sky lediglich ein Teil der Programme in das Netz des Anbieters eingespeist. Nur ist das - siehe optisches LNB - keine unausweichliche Folge der Glasfaserübertagung.
     
  3. Jomiko

    Jomiko Senior Member

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    AW: DVB-S über Kabel???

    Danke für die ausführliche Antwort. Ich dachte immer, dass die Polarisation mit 13 und 18 Volt was mit der Umschaltung am LNB zu tun hat.
    Aber könnte man dann nicht auch das (Zwischen-)Frequenzband unter 950 Mhz im Kupferdraht für Sat nutzen und so auch im Koax die Ebenen "stapeln"?
    Oder macht man das nicht weil es bei schlechter Schirmung in Konflikt mit UKW oder DVB-T treten könnte?
    Dieser Anbieter benötigt auch ein zweites Gf-Paar für TV, wäre also eine Doppelfaser nicht ausreichend um alles unterzubringen?
     
  4. raceroad

    raceroad Board Ikone

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    AW: DVB-S über Kabel???

    Diese Frage verstehe ich nicht [​IMG]. Ich kann mir aber kaum vorstellen, dass zwei Paare (Das wären ja vier Fasern ??) verwendet werden. Mit Glasfaserübertagung kenne ich mich nicht wirklich aus, weswegen das, was mir zu Deiner Frage einfällt, reichlich schwammig bleibt [​IMG] .

    Geht es Dir vielleicht darum, ob nicht schon eine Faser reichen würde? Eine Faser reicht in der Tat aus, um sowohl TV wie auch Datendienste (Internet samt VoIP) parallel zu übertragen. Die Kabelnetzbetreiber packen ihr Signal ja teilweise auch auf eine Glasfaser. Dabei moduliert das Signal, das sonst über Kupferkabel übertragen wird, die Helligkeit des Lichtsignals auf einer Singlemode-Glasfaser. Auch wenn die Inhalte teils digital sind, ist das eine analoge Übertragung.

    Spekulativ: Für reine Datendienste wird es effektivere, "digitale" Übertragungsverfahren geben ("Digital" in " ", denn streng genommen gibt es gar kein echt digitales Signal, wie auch z.B. eine Festplatte technisch betrachtet kein digitales Speichermedium ist.). Deshalb oder weil man die Datendienste nicht in den für die TV-Übertagung nötigen Übertragungsstandard packen muss, wird es für den Anbieter Sinn machen, zwei Fasern (eine für TV und eine für Datendienste) zu verwenden.


    Das stimmt ja auch. Mit 13 V wählt man an konventionell gesteuerten Anlagen die vom Satelliten vertikal ausgestrahlten Transponder aus, mit 18 V die horizontalen. Nur hat das nichts damit zu tun, dass beim Anbieter nur horizontale Sender gelistet sind (Besser als oben kann ich das nicht erklären), und für das LNB hätte man auch ein anderes Verfahren auswählen können:

    Die empfangenen Signale um 11000 MHz müssen für die Übertragung auf einem Kupferkabel eh zu niedrigeren Frequenzen hin verschoben werden. Man könnte sich die Schuhe auch mit der Beißzange anziehen, vertikale und horizontale Signale in Gruppen durch eine unterschiedliche Umsetzung zu niedrigeren Frequenzen trennen *), neu zusammensetzen und mit 13 V den einen Teil von vertikalen und horizontalen Transpondern anwählen, mit 18 V den anderen. 13/18 V ist ein technisches Umschaltkriterium, vertikal / horizontal ist es technisch betrachtet nicht, sondern nur virtuell. Denn die Übertragung über ein Antennenkabel kennt technisch keine Polarisation.

    *: Das hat man übrigens gemacht, um sich die Umschaltung vertikal / horizontal zu sparen, als es im für analoges Sat-TV vorgesehenen Frequenzband zwar vertikale und horizontale Transponder gab, aber noch nicht der komplette Frequenzbereich belegt war.


    Das könnte man. Polytron bietet dazu TST 1200 an. Aber erstens kollidiert die Nutzung des Frequenzbereichs < 950 MHz für Sat mit anderen Diensten, wie Du das selbst mit
    schon angedeutet hast. Setzt man TST 1200 ein, kann man über dasselbe Kabel kein DVB-T oder kein DAB mehr übertragen. Und zweitens reicht die Mitbenutzung des Frequenzbereiches < 950 MHz immer noch nicht aus, um ohne Umschaltung der Signale auf das komplette Programmangebot eines Satelliten zugreifen zu können. Die Satelliten senden im Ku-Band mit einer Bandbreite von etwa 2000 MHz, die durch den Trick mit der Polarisation doppelt genutzt wird. Man bräuchte für die komplette Übertragung somit eine nutzbare Bandbreite auf dem Kabel von über 4000 MHz und müsste selbst dann, wenn man den Bereich < 950 MHz für Sat verwenden würde, so hoch gehen. Ansatzweise macht man das zwar als Notlöser auf kurzen Strecken (Stacker / Destacker), es wäre aber keine Basis für Regelanwendungen. Gesteuerte Satananlage kommen nur deshalb mit einer maximalen Kabelübertragunsfrequenz von gut 2000 MHz aus, weil es außer dem Umschaltkriterium 13/18 V noch ein zweites gibt. Mit 0/22 kHz wird zwischen Tief- und Hochband unterschieden.
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. Januar 2014

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