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Bericht über die Grundverschlüsselung 2006 in DF02/06

Dieses Thema im Forum "DIGITAL FERNSEHEN - Die Zeitschrift" wurde erstellt von Kalle_Wirsch, 27. Dezember 2005.

  1. Kalle_Wirsch

    Kalle_Wirsch Senior Member

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    DF02/06 berichtet, dass hinter den Kulissen bereits die Einführung der Grundverschlüsselung noch 2006 erwogen wird. Die Darstellung suggeriert, dass dies schon alles schon beschlossen und geplant ist. Da wäre ich allerdings sehr vorsichtig. Ich kann mir zwar vorstellen, dass verschiedene Sendergruppen sich mit dem Thema beschäftigen und Szenarien diskutieren, wie die Grundverschlüsselung und damit die Etablierung neuer Pay-TV-Angebote am besten eingeführt wird. Das Szenario „Grundverschlüsselung 2006“ ist aus meiner Sicht allerdings eines dieser Extrem-Szenarien die später als Treppenwitz enden.

    Die Frage ist: Wie kriegt man schnell 1 Mio. Abonnenten dazu 5 Euro extra hinzublättern um RTL digital, Pro Sieben Digital oder Sat1 digital zu schauen. Unter dieser kritischen Masse wäre es ein Flop und ein finanzielles Debakel. Mit bloßen Ankündigungen schafft man das sicher nicht. Mit einer Kannibalisierung der jetzigen Vollprogramme (zugkräftige Inhalte ins Pay-TV) riskiert man nur, dass sich die Konkurrenz inklusive der öffentlich-rechtlichen die Hände reibt. Mit neuen nicht etablierten interaktiven „Formaten“ wäre es eine Lachnummer. Hinzu kommt, dass die Kunden bei einer Verschlüsselung ja einfach zu DVB-T wechseln können oder gar wieder den analogen Sat-Receiver rausholen können. Das kann man nach dem jetzigen Stand der „Digitalisierung“ ja auch nicht mal so einfach abschalten ohne dass Millionen analoge-Sat-Seher oder digitale Free-TV-Sat-ler sich einfach eine DVB-T-Box kaufen. Auf gut deutsch für dieses Szenario ist der Zug längst abgefahren, es sei denn man erfindet das Killer-Format das alle Deutschen sehen wollen.

    Und so ein Killer-Format ist natürlich die Bundesliga. Die Bundesliga 06/07 könnte man bei einem Start der Grundverschlüsselung im Juni 06 und mit kurzer 8-wöchiger Simulcast-Phase noch rechtzeitig gut vermarkten. Und das noch im Jahr der WM im eigenen Lande. Die Kabelanbieter die diese Rechte jetzt halten können diese ja eh nicht alleine flächendeckend vermarkten und außerdem sind genau diese, die das größte Interesse an der Grundverschlüsselung haben, da ihnen zur Zeit die Kunden scharenweise weglaufen in Richtung der Free-To-Air Geschäftsmodelle bei Sat und DVB-T wo die Kunden keine Transportgebühren zahlen. Was liegt für die Kabelanbieter also näher als die ungeliebte Sat-Signal-Transporteure und die TV-Sender mit diesen Rechten zu ködern. Schließlich käme es ja allen zu Gute, wenn der Kunde endlich mal den Transport dieser Signale blechen würde, noch ein paar Euro für Extra-Content drauflegen würde, damit er auch einsieht das er einen Mehrwert bekommt und dann noch 10 Euro oben drauflegen würde damit alle in der Branche noch ein bisschen mehr Gewinn machen´. So was heißt dann Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland.

    Zu dumm, dass in Deutschland die Geiz leider geil ist. Zu dumm dass es eine mehr als komfortable Grundversorgung der öffentlich-rechtlichen Sender gibt. Und zu dumm das DVB-T ein ernster konkurrent ist und wohl kaum verschlüsselt wird. Denn hier zählt auch nicht das Scheinargument „Hollywood-Rechte“ wären ja so viel teurer wenn man die in ganz Europa free-to-air sendet.
    Mein Fazit lautet daher: Für eine Grundverschlüsselung ist es viel zu spät, das wäre 2001 vielleicht gegangen, heute kann es nur noch ein Flop werden. Im Gedanken kann man das Szenario ja mal durchspielen. Man kann sogar mal ein paar Berater anheuern die für 200.000,-€ in einer Studie dieses Szenario genauer untersuchen, aber wer das jetzt ernsthaft umsetzen will wird 100-prozentig zum „Consulting-Victim“.
     
  2. giovanni11

    giovanni11 Gold Member

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    AW: Bericht über die Grundverschlüsselung 2006 in DF02/06

    Ergänzend kommt hinzu, dass die Free-TV-Rechte der Bundesliga zum Glück bei der ARD liegen und dort keine Verschlüsselung in Frage kommt. Ferner fehlt z.B. von RTL (die ja wohl verschlüsseln wollen und im digitalen Kabel-TV verschlüsseln werden) noch die Antwort aussteht, wie sichergestellt werden soll, dass der Receivermarkt frei bleibt bzw., bezogen auf Kabel-TV, frei wird (die Verschlüsselung müsste also demzufolge auf jeden Fall bei CiCam-Receivern nutzbar sein) und wie RTL im Ausland empfangbar bleiben soll (bezogen auf die Satellit-Übertragung).

    Letztendlich entwickelt sich RTL zum Pay-TV-Sender. Denn immerhin muss man monatlich extra Geld löhnen, um im Kabel-TV digitales Fernsehen sehen zu können (außer die unverschlüsselten ARD/ZDF-Sender, die sind immer frei). Ob da dann RTL im Grundpaket dabei ist oder nicht, ist irrelevant, extra Gebühr ist eine extra Gebühr und somit Pay-TV. Das der Zuschaueraufschrei nicht kommt, liegt m.E. nur daran, dass vielen dies noch gar nicht klar ist. Denn das analoge Signal bleibt ja frei...
     
  3. mischobo

    mischobo Lexikon

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    AW: Bericht über die Grundverschlüsselung 2006 in DF02/06

    ... DF begründet eine Verschlüsselung mit:
    • Ausgleich der zurückgehenden Werbeeinnahmen ...
    • Alle Zuschauer sollen Pay-TV-ready sein ...
    • Bessere Verhandlungsposition bei Hollywood-Studios ...
    • Zuschauer empfangen immer die richtige Regionalvariante (CH/A-Versionen) ...
    ... die Gründe mögen zwar zutreffen, aber sind meines Erachtens nicht die Hauptgründe. Die Hintergründe werden aber auf der nächsten Seite deutlich. Aus dem Artikel "RTL will Handy-TV verschlüsseln" geht meiner Meinung sehr deutlich hervor, warum es wirklich geht. Die Privaten sind der Ansicht, dass das duale Rundfunksystem gescheitert ist und das auf lange Sicht dadurch ihre Exitenz bedroht ist. Das duale System wurde geschaffen, damit die ÖR und die Privaten in einem fairen Wettbewerb stehen. Die ÖR finanzieren sich in erster Linie durch die GEZ, die Privaten mittels Werbeeinnahmen. Das ging auch jahrelang gut, weil mit der Werbung nur das Programm finanziert werden mußte. Doch dann begann die Digitalisierung des Rundfunks. Während es sich ARD und ZDF auf den neuen Plattform aus den Mittel der GEZ (die zwischenzeitlich wegen erhöhtem Finanzbedarf auch mal erhöht wurde) gemütlich machten, mußten die Privaten sehen wo sie bleiben. Um auf anderen Plattformen vertreten zu sein, brauchten sie zusätzliche Werbeeinnahmen. Bei DVB-S ging das noch, weil das noch in den "fetten Jahren" geschah. Dann kam DVB-C, wo die Privaten bis jetzt noch nicht dabei waren, dann kam DVB-T, wo die Privaten wenigstens teilweise einen Zuschuß aus den Mitteln der Landesmedienanstalten (was teilweise auch aus dem GEZ-Topf stammt) erhielten. Jedoch entschied vor kurzem die EU dass diese Art der Subventionierung unzulässig ist. Bei DVB-H/DMB entfacht jetzt ein Streit zwischen ÖR und Private, weil die ÖR dank "komfortabler" Finanzierung aus GEZ-Geldern den Wettbewerb wieder komplett für sich alleine beanspruchen und die Privaten, die keine öffentlichen Mittel erhalten, müssen sehen wo sie bleiben. Eine Finazierung wird nur mit Bezahldiensten möglich sein, die Mobilfunkanbieter sehen das ebenfalls so. Letztendlich wird wieder die EU entscheiden müssen.

    Das Umsteigsszenario könnte meiner Ansicht nach wie folgt aussehen:

    Die Programmveranstalter schließen mit einem oder mehreren Plattformbetreiber (möglich wären APS, T-Systems, Primacom und Technisat). Als Verschlüsselungssysteme kämen Nagravision (APS), Cryptoworks (Primacom, T-Systems) und/oder Conax (Technisat) in Frage.
    Meiner Meinung nach ist es wichtig, mindestens eine gemeinsame Plattform zu haben. APS dürfte da erste Wahl sein.

    Die APS übernimmt dann die komplette Sendeabwicklung und schnürt alle Privaten zu einem Basis Bouquet zusammen. Die Abonenntenverwaltung würde APS übernehmen, die dann gleichzeitig als Gebühreneinzugszentrale fungiert. Die eingenommen Gelder, werden dann nach Abzug eigener Kosten und Aufwendungen an die Programmveranstalter verteilt. Die Programmveranstalter berechnen den Zuschauern keine Gebühren.

    Natürlich brauchst dann auch ein schlüssiges Konzept, was die Verbreitung von Pay-TV-tauglichen Receiver angeht. Dafür ist das von DF skizzierte Konzept bestens geeignet. Das sieht vor, dass die Hersteller gegen eine Schutzgebühr von 5 € von Nagravision eine Smartcard erhalten, die diese den Receivern beilegen. Die Smartcard wäre für einen gewissen Zeitraum freigeschaltet. Der Endverbraucher kann mit seiner neuen Errungenschaft dann direkt loslegen. Damit die Programme dauerhaft freigeschaltet bleiben, muß sich der Zuschauer über eine Servicenummer bei APS registrieren. Nach der Registrierung erhält der Hersteller dann die 5 € Schutzgebühr für die Smartcard gesammelt zurück. Für die Nutzung optionaler Pay-TV-Programme muß der Zuschauer dann nur noch die Service-Rufnummer anrufen.

    Es stellt sich dann noch die Frage, wie die Verschlüsselung von Statten gehen soll. Meiner Meinung werden erstmal nur die interessantesten Programminhalte verschlüsselt, bis dann irgendwann alles verschlüsselt wird, evtl. bleiben CallIn-Sendungen und Teleshopping etc. weiterhin offen.

    Damit dieses Szenario funktioniert, darf es natürlich nur eine sehr kurze Simulcastphase geben. Auf die analogen Signale werden dann große Laufbänder aufgeschaltet, die auf die bevorstehende Abschaltung des analogen Signal hinweist. Die Verbreitung über DVB-T wird eingestellt. Evtl. Laufzeitverträge für DVB-T waren an Subventionen gebunden. Da durch den EU-Beschluß diese Subventionen nicht gezahlt werden dürfen, sind entsprechende Verträge nichtig.

    Logischerweise werden die Privaten dabei einige Zuschauer verlieren und die Werbeeinnahmen könnten kurzzeitig gringer werden, dafür spart man nach der Simulcastphase die Kosten für die analoge Verbreitung ein. Über kurz oder lang, wird das Stammpublikum wieder zurück zu den Privaten kommen.
    Ich meine, dass das Risiko für die Privaten überschaubar ist ...
     
  4. octavius

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    Hallo Mischobo, hallo Kalle Wirsch, lieber Giovanni, liebe Gemeinde!

    Das hatten wir doch alles schon mal. [​IMG]

    Solche Szenarien, wie Du sie hier skizzierst, funktionieren nur, wenn alle mitmachen.

    Kaum ein analoger Kabel-Kunde weiss, wie gross das Öffentlich-Rechtliche Digital-Angebot auf DVB-S ist:

    20 Fernseh-Programme und 65 Hörfunk-Programme.

    Da können BBC, ITV, France 2, RAI und die anderen Nachbarländer nicht mithalten. Nirgendwo auf der Welt gibt es soviel öffentlich-rechtliches Fernsehen wie bei uns.

    Jetzt ist die Frage: Was gucken die Menschen? Wie wichtig sind RTL und Sat-1?

    Wenn im Markt-Segment DVB-S die Privat-Sender verschlüsseln, dann halte ich folgende Entwicklung für wahrscheinlich:

    Viele Haushalte werden sich eine RTL-Smartcard pro Haushalt kaufen.

    Andere Familien werden sich der Verschlüsselung verweigern und mit dem Vorlieb nehmen, was umsonst kommt.

    ARD, ZDF, West 3, Hessen Fernsehen, SWR RP, Nord 3, MDR, Radio Berlin-Brandenburg, das Bayerische Fernsehen, Arte und 3-Sat sind schon mal elf Programme, die in jeder Fernsehzeitschrift aufgelistet sind. Tue Phoenix, Deutsche Welle, Bayern Alpha, ZDF-Info, ZDF-Doku, ZDF Theater, Eins Extra, Eins Festival und Eins Plus dabei. Das sind zwanzig Programme - Kika nicht mitgezählt.

    Und machen alle Privatsender bei der Grundverschlüsselung mit? Wie steht es um DeLuxe Music TV? Was macht ORF 2 Europe? Wie entscheidet sich "Das Vierte"?

    Ich kann mir durchaus vorstellen, dass es in einem Haus im Wohnzimmer ein Fernsehgerät mit CI-Modul und Karte gibt - aber das Zweitgerät im Schlafzimmer ist dann eben ein FTA-Receiver.

    Das bedeutet: Verschlüsselte Programme, die nur mit Smart Card zu empfangen sind, werden weniger gesehen.

    Wenn mehrere Menschen in einem Haus wohnen, dann gibt es eventuell einen Fernseher, wo man theoretisch Sat-1 oder Pro 7 gucken könnte.

    Wenn aber das Konzept mit der Verschlüsselung aufgeht, dann muss sich RTL an dieser Stelle der neuen Konkurrenz stellen: Nämlich dem digitalen Multiplex von Kabel Home.

    Über die Weihnachtsfeiertage hatte mir jemand eine Premiere Karte zugesteckt, auf der "Premiere Thema" freigeschaltet war.

    Ich muss sagen: Ich war beeindruckt. Der Sci Fi Channel hat sich echt gemausert. STAR TREK - Deep Space Nine im Block.

    Nicht schlecht. Wer will da noch RTL sehen?

    Das bedeutet: in einem Mehrfamilien-Haus könnte man theoretisch im Wohnzimmer die herkömmlichen Privat-Sender sehen. Wenn sich die Familie aber z.B. zu einem Premiere-Abo entschliesst, dann läuft in eben diesem Sat-Receiver fast nur noch Premiere.

    Konsequenz für RTL und Sat-1: Dort werden sie nicht gesehen.

    Aber zum Glück gibt es ja die Zweit- und Dritt-Geräte.

    Falls das Haus im DVB-T Bereich von Berlin, Rhein-/Ruhr, Frankfurt oder München liegt: Treffer für RTL. Da kann man über Sat ruhig verschlüsseln - sollen die Leute sich doch DVB-T als Zweitgerät holen!

    Was aber, wenn das Haus nicht im DVB-T Gerät liegt? Genau, dann steht da als Zweitgerät erstmal ein billiger Analog-Receiver. Treffer für RTL, denn analog gibt es RTL über Sat.

    Was aber, wenn der Analog-Receiver kaputt geht? Oder sich doch mehr Digital-Fernsehen durchsetzt? Wenn RTL über Sat verschlüsselt ist, dann wird auf diesen Zweit-Geräten künftig kein RTL mehr geguckt.

    Fertig. Aus. Finito. Es gibt genug Programme, die auf der DVB-S Plattform FTA laufen, und wenn es wirklich wichtig ist, RTL zu gucken, dann muss eben auf dem Haupt-Fernseher im Wohnzimmer der schöne Premiere-Spielfilm unterbrochen werden.

    Aber ist es noch wichtig, die Privat-Sender zu gucken? Oder kann man auf das blöde Programm mit Werbe-Unterbrechungen verzichten?

    König Kalle Wirsch schrieb:
    Die Bundesliga entspricht zwei bis vier Stunden pro Woche. Und das nicht mal jede Woche. Vorwiegend für Männer.

    Die Hälfte des Publikums ist weiblich. RTL und Sat-1 wollen jeden Tag vier bis fünf Stunden gesehen werden.

    Das Königreich Schweden hat acht Millionen Einwohner, zwei konkurriende Pay-TV Anbieter, drei grosse (landesweite) Privat-Sender, ein gutes DVB-T Angebot, jede Menge interessanter Spartensender auf Satellit und – im Gegensatz zu Deutschland - ein funktionierendes HDTV Angebot.

    Das Marktsegment DVB-S in Deutschland ist sicherlich grösser als der gesamte Fernseh-Markt in Schweden. Wenn in Schweden drei landesweite Privatsender gut leben können, dann kann auch das DVB-S Segment künftig eigene Privat-Sender haben.

    Wer hindert denn die Investoren von "Scandinavian Broadcasting Systems", den deutschen Fernseh-Markt mit eigenen FTA Programmen zu versorgen?

    Holland haben sie bereits erobert. [​IMG]

    Fakt ist doch folgendes: Die Manager von RTL haben irgendwelche Gutachten auf dem Tisch liegen, wo drin steht, dass die Grundverschlüsselung im DVB-S Segment finanziell Erfolg bringt.

    Ich behaupte mal, diese Gutachter haben weniger Ahnung von der Materie als Mischobo oder Gorcon.

    Ob die Grundverschlüsselung den TV-Sendern zusätzliche Erlöse bringt, oder ob der Verlust an technischer (und tatsächlicher) Reichweite die paar Euro Einnahmem wieder aufzehrt - das werden wir eventuell herausfinden.

    Eventuell werden wir das nicht herausfinden, weil ich die ganze Geschichte für einen Papiertiger halte. [​IMG]
    Und nach welchem Schlüssel wird das Geld verteilt? Was kriegt "das Vierte" vom Kuchen ab?
    Das würde jede Menge Unmut bringen. Viele Leute wollen weiter analog gucken.
    Warum? Über DVB-T kann man heute schon technisch mehr Haushalte erreichen, als in ganz Schweden Menschen leben. Wenn RTL seine DVB-T Frequenz zurückgeben würde, könnte die SBS oder NBC oder Universal oder Murdoch oder ein anderer Australier die Frequenz kaufen.

    In Amerika hiess es früher, eine terrestrische Frequenz sei eine Lizenz zum Geld drucken.

    Die Privaten wären schön blöd, in den grossen Metropolen aus DVB-T auszusteigen.

    Für wahrscheinlich halte ich, dass DVB-S / DVB-T Kombi-Geräte auf den Markt kommen. Dann kann man als Hausbesitzer der Satelliten-Gemeinschafts-Antenne das DVB-T Signal hinzufügen.

    Schon heute gibt es in einigen Teilen Nordrhein-Westfalens ein Fernseh-Programm, das kostenlos über DVB-T sendet und auf der DVB-S Plattform verschlüsselt ist. Wer dieses TV-Programm unbedingt über Satellit gucken will, kann das tun - aber es ist unverschämt teuer.

    13 Euro im Monat kostet das billigste Abonnement, wo das kostenlose DVB-T Programm drin enthalten ist.

    Ähnliche Szenarien erwarte ich in Zukunft auch in Deutschland im Wettbewerb DVB-S / DVB-T, falls RTL das mit der Verschlüsselung über Satellit wirklich durchzieht.

    In Nordrhein-Westfalen gibt es bereits drartig viele DVB-T Kunden, dass sich die Privat-Sender einen Ausstieg gar nicht leisten können.

    Man kann das drehen und wenden, wie man will. Von diesem Szenario profitieren am ehesten die Kabel-Monopolisten, weil die dadurch neue Kunden kriegen.

    Ich für meinen Teil würde mir sicherlich eine RTL-Karte holen - aber ich würde signifikant weniger RTL gucken als bisher. Die RTL-Karte würde ich nur bei ganz grossen Fernseh-Highlights einsetzen - für's Tagesgeschäft hätte RTL mich als Zuschauer verloren.

    Wenn das viele so machen wie ich, dann sind RTL & Co bald pleite. [​IMG]

    Wer verschlüsselt, wird nicht gesehen.
     
  5. Indymal

    Indymal Talk-König

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    AW: Bericht über die Grundverschlüsselung 2006 in DF02/06

    Meiner Meinung nach dürfte dies im Moment nicht wirklich klappen. In Deutschland sind bisher nur 30% aller Satanlagen dazu in der Lage die digitalen Programme zu empfangen.
    Und gerade in größeren Wohnkomplexen kann man solche Anlagen nicht mal kurz von heute auf morgen alle umstellen.

    Ganz zu schweigen von den Kabelhaushalten, wo gerade mal in jedem zehnten Haushalt ein digitaler Receiver steht.

    Ich glaube auch nicht, daß die Deutschen nach Wegfall der Analogübertragungen einiger Privatsender plötzlich so investitionsfreudig werden und in Scharen auf Digital umrüsten.
    Viele werden dafür auch erst einmal sparen müssen.

    Deswegen halte ich von einer schnellen Abschaltung der analogen Übertragungen nicht so viel. Sinnvoller fände ich es, wenn man über die digitale Version exklusive Inhalte empfangen kann, die man über die analoge Version nicht sehen kann.
    Z.B. könnte man digital einen Spielfilm zeigen, während analog nur eine Wiederholung von irgendetwas gezeigt wird, mit der Einblendung, daß man den Film nur digital empfangen kann.

    Bei DVB-T könnte man außerdem statt abzuschalten auch einfach verschlüsseln. Dann bräuchten Leute, die DVB-T nutzen lediglich einen neuen Receiver.

    Wobei auch die Frage wäre, wie man bei einer harten Umstellung von analog auf digital die Nachfrage an digitalen CI-Receivern, LNBs, Multischaltern usw. decken will.

    Gruß Indymal
     
  6. Kalle_Wirsch

    Kalle_Wirsch Senior Member

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    AW: Bericht über die Grundverschlüsselung 2006 in DF02/06

    Jo ich alte mal fest:
    • Keiner glaubt an den kurzfristigen Erfolg einer Grundverschlüsselung. Aus meiner Sicht ist diese Chance 2001 vertan worden.
    • Die nächste Chance gibt es mit HDTV und einer langen Simulcast-Phase in der ausschließlich HDTV verschlüsselt wird.
    • Alle anderen Szenarien dienen blos verschiedenen Interessensverbänden die Kunden und die Politik langfristig umzuerziehen und sich an den Pay-TV-Gedanken zu gewöhnen.
      Bzw. den ÖR in die Suppe zu spucken.
     
  7. mischobo

    mischobo Lexikon

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    AW: Re: Bericht über die Grundverschlüsselung 2006 in DF02/06

    ... nein, es müssen nicht alle mitmachen, auf der Zuschauerseite muß nur der Großteil der Zuschauer mitmachen. Und dieser Anteil wird mit Sicherheit nur als kleine Minderheit hier im Forum vertreten sein. Frag' mal due Satzuaschauer, warum sie sich eine Schüssel gekauft haben, statt weiterhin über Antenne zu empfangen. Von den meisten wirst Du zu hören bekommen, weil man damit RTL, Sat.1 usw.. Was glaubst Du wie viele Haushalte es gibt, wo die Senderliste noch auf Werkseinstellung steht, bzw. wo außer bei der Installation noch nie ein Senderdurchlauf durchgeführt wohne. Im Grunde genommen interessiert die nicht die Unmenge an Sender, die man über Sat empfangen kann und schon gar die Masse an fremdsprachigen Programmen die zur Verfügung stehen. Der Großteil der Satgucker sieht fast ausschliesslich die Programme der RTL Group und PSM. Selbst Programme haben es schwer, diese Zuschauer für sich zu gewinnen.
    Würde die Sendeabwicklung einheitlich über APS erfolgen, gäbe es auch für neue Programme Chancen, dass sie Zuschauer gewinnen.
    Und es gibt auch noch einen Grund, der für die Verschlüsselung aus Sicht der Programmanbieter spricht. ...
    ... und wie wird dieses Angebot finanziert ? Über die GEZ und die Privaten sehen darin einen Wettbewerbsvorteil für die ÖR. Deine AUssage bestätigt das denn jetzt auch ...
    ... wie hoch sind da die Zangsabgaben für diese Programme ?...
    ... so wichtig, dass man damals eine Satempfangsanlage gekauft hat, die seit dem unverändert ist, also analog und Programmbelegung vom Werk noch voreingestellt ...
    ... ich behaupte die Mehrzahl der Zuschauer...
    ... das sind die Zufalls-TV-Zuschauer und nicht wirklich an den Programmen von RTL Group und PSM interessiert sin. Mit der Verschlüsselung möchte man die Zuschauer erreichen, die die Programme auch wirklich interessieren. Die Programmanbieter wollen auch die Zielgruppe genauer spezifizieren, nicht mehr Zielgruppe 19 - 49, sondern Ziegruppen wie 19 -24, 25 - 34, 34 - 49. Das wirkt sich dann positiv auf die Werbeinnahmen aus, weil die Werbung effektiver wird ....
    ... mit einer Verschlüsselung wird natürlich auch eine Kampagne gestartet. Was bezahlt man für das Angebot ? Stolze 17,03 € im Monat. Und was wird man für die Privaten zahlen ?
     
  8. mischobo

    mischobo Lexikon

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    AW: Bericht über die Grundverschlüsselung 2006 in DF02/06

    ... hier in der Gegend gibt's auch so jemanden, der für 3 Monate freigeschaltet Smartcards verteilt ...
    ... diese Erfahrung haben schon einige Tividi und Kabel Digital Home Kunden gemacht. Warum wohl hat tividi seit anfang November 50.000 neue Abonennten. In nur 2 Monaten wurde die Anzahl der Digitalkunden locker um stolze 50 % erhöht. Wenn jetzt noch die Programmgruppen von RTL und PSM im Kabel starten, wird es noch einmal ein Boom geben. Im Sommer dann noch Bundesliga ...
    ... in 2006 könnte etwas passieren, was es seit Jahren nicht mehr gab: die Anzahl der neuen Kabelanschlüsse könnte sich, wenn auch nur minimalst, eröhen. Über Sat gibt es in Deutschland noch kein vergleichbares Angebot. Easy.tv kann da bei weitem nicht mithalten, ist allerdings mal ein Anfang, denn bisher war Pay-TV über Sat gleichbedeutend mit Premiere. Bei tivid kostet das Family Paket 6,90 € und kann sich durchaus mit Premiere Thema messen, was jedoch mit stolzen 22,90 € im Monat zu Buche schlägt (beides im 12-Monats-Abo). Eine gemeinsame Digitalplattform wird aber auch daran etwas ändern ...
    ... warum ? Auf dieser Karte wären die Privaten Free-TV-Programme automatisch freigeschaltet ...
    ... RTL und Sat.1 können mit dem gleichen Equipment gesehen werden, von daher sehe ich dieses Problem nicht. Ich habe auch schon ewig kein RTL und Sat.1 gesehen. Das liegt aber nur daran, weil ich fast nur noch digital schaue. Ich bin aber ein Gelegheitszuschauer richte meine Freizeit nicht nach dem Programmheft. Also wird der Receiver eingeschaltet und ein bischen gezappt, bis ich was ansprechendes gefunden hab. Da RTL und Sat.1 nunmal digital noch nicht im Kabel verfügbar sind, werden die von mir nicht mehr gesehen. Ich habe zwar noch meinen DVB-T-Receiver, aber da habe ich bei weitem nicht die Auswahl, wie bei tividi ...
    ... naja, im Kabel braucht's nur eine freigeschaltete Smartcard pro Receiver, bei verschlüsselt über Sat sieht es momentan so aus, dass man pro Karte mtl. zahlen muß. Wobei ich das nicht unbedingt als ein Vorteil des Kabel sehe, denn hier bezahlt man eh' schon mtl. Gebühren. In der Presse wird häufig von mtl. 3 Euro gesprochen. Bei ca. 15 € Kabelanschlussgebühr wäre Kabel erst bei mehr als 5 Karten im Vorteil. Der Vorteil im Kabel liegt ganz woanders: wenn kurzfristig verschlüsselt wird, denn werden die analogen Transponder sehr kurzfristig abgeschaltet, im Kabel bleibt zumindest RTL bis Ende 2009 weiterhin analog empfangbar. Und bei der analogen Übertragung kann ich so viele TV-Geräte anschliessen wie es die Hausverteilung zulässt. Ich könnte mir soagr vorstellen, dass die Privaten auch vermehrt mit den Kabelnetzbetreiber kooperieren werden. RTL und Kabel Deutschland haben wohl ein neues erfolgsversprechendes Geschäftsmodell entdeckt, womit der DtH-Empfang evtl. auch ein wenig vernachlässigt werden wird ...
    ... wenn verschlüsselt werden sollte, dann wird es DVB-T nur noch mit ÖR-Programmen geben. Es wird kaum jemanden geben, der sich für eine Plattform entscheidet, auf der nur die Programme der ÖR verfügabr sind. Ich meine natürlich mit DVB-T einen anderen Übertragunsweg komplett zu ersetzen.
    ...bevor der analoge Receiber kaputt geht, wird es keinen analogen Empfang der Privaten mehr geben. Über die Zweitgeräte ist dann eine Zeit lang nur noch das Angebot der ÖR verfügbar. Wenn die Privaten verschlüsseln und die analoge Sat-Verbreitung einstellen müssen sich die ÖR natürlich auch überlegen, ob es noch sind macht, die GEZ für die analoge Verbreitung zu verpulvern ...
    ... Aber ist es noch wichtig, die Privat-Sender zu gucken? Oder kann man auf das blöde Programm mit Werbe-Unterbrechungen verzichten? ...
    ... die Mehrheit der Zuschauer gibt sich mit den Programmen der Programmgruppen von RTL und PSM in der momentan Qualität zufrieden. Warum sollte man da irgendetwas daran ändern. Deutschland ist eh digitale Steinzeit. Alle analoge Programme auf Astra sind auf den deutschen Fernsehmarkt ausgerichtet. Die europäischen Nachbarn sind da viel weiter. Und warum ist das so ? Weil in den meisten Nachbarländer viele Interessante Programme verschlüsselten und damit die Anschaffung von neuen digitale Satreceiver erforderlich war. Hätten die Privaten frühzeitig verschlüsselt, sähe es heute auch in Sachen HDTV anders. Eine Verschlüsselung wäre aber ein Widerspruch gegenüber dem dualen Rundfunksystem. Heute sind die Privaten der Ansicht, dass dieses Modell gescheitert ist, also betreibt man jetzt Schadensbegrenzung und fängt jetzt erst mit der Verschlüsselung an. Wenn man nicht mehr an das Funktionieren des dualen Rundfunksystems glaubt, dann ist die einzige Möglichkeit für eine ertragreiche Zukunft die Verschlüsselung. Es wird ein Schnitt gemacht, der zwar erst einmal schmerzhaft sein dürfte, sich aber nach ein paar Jahren lohnen wird ...
    ... ein deutsches DVB-S Marktsegment gibt es nicht. Alle Programme werden auf 19,2° Ost verbreitet, also für ganz Europa. Erträge werden dagegen nur in Deutschland erwirtschaftet. Im Endeffekt zahlt die Zeche für die europaweite Verbreitung der deutsche Fernsehzuschauer ...
    ... wie Du richtig bemerktest: Investoren . Per Definition sind Investoren auf die Erwirtschaftung von Gewinnen aus. Wenn es in Deutschland eine funktionierende Pay-TV-Plattform gibt, dann werden die Investoren diese auch nutzen. Ich erinnere nochmal auf die Möglichkeit der vordefinierten Programmliste über die Plattform. Kunden dieser Plattform werden also automatisch in der Programmliste aufgeführt. Das bedeutet, der neue Programmanbieter ist sofort in den Programmlisten aller beteiligten Receiver. Würde sich ein Investor für den FtA-Empfang starkmachen, muß dieser erstmal eine millionenschwere Kampagne straten, damit die deutsche Satzuschauer mal ein Suchlauf starten
    ... das wird aber nicht nur ein Gutachten sein. Ich bin davon überzeugt, wenn die Privaten weiterhin gute Gewinne machen würden, gar nicht erst verschlüsseln. Auf lange Sicht ist das aber nicht mehr möglich. Also muß überlegt werden, womit man weniger Verlust macht. Und die Studien deuten wohl auf eine Beteiligung der Zuschauer hin. Man darf nicht vergessen, das wir uns am Anfang einer neuen Ära des deutschen TV-Marktes befinden. Die Starts diverser Spartenprogramme im digitalen Kabel ist erst der Anfang. Auch wenn es sich dabei um Pay-TV handelt, sind auch diese für die Werbenden Interessant. Ein Kukident-Werbung ist auf Gute-Laune-TV wohl besser aufgehoben, als auf dem Disney Channel. Anders 'rum sind die Werbegelder für Nutella besser in einem Kinderkanal angelegt als auf einem Senioren-Kanal ...

    ....
     
    Zuletzt bearbeitet: 30. Dezember 2005
  9. octavius

    octavius Board Ikone

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    Hallo Mischobo,

    hast Du Dir die neue Ausgabe der Zeitschrift "Digital Fernsehen" gekauft oder nicht?

    Wir sind hier im Forum "Aktuell" » "Digital Fernsehen - die Zeitschrift". [​IMG] [​IMG]

    Schau mal auf Seite 112: DVB-T setzt sich trotzdem durch.

    Mischobo schrieb:
    Sag mal, arbeitest Du eigentlichbei einer Kabel-Firma? [​IMG] [​IMG]
    Siehe dazu Seite 113 der Zeitschrift: "Trotzdem sind sich die Medienwächter sicher, dass die Privaten an Bord bleiben. Die Ballungsräume, vor allem hier in Nordrhein-Westfalen, sind sehr interessant. Darauf werden private Veranstalter nicht verzichten wollen."

    Mischobo schrieb:
    Wie meinst Du das? Über Satellit gibt es jede Menge frei empfangbare Fernseh-Programme, und wer mehr will, bestellt sich Pay-TV. Hier haben wir einerseits Premiere. Andererseits schauen viele ausländische Familien auch die entsprechenden Pakete ihrer Heimatländer.
    Wie gut kennst Du Easy TV? Ich finde Easy TV ausgesprochen blöde. Gibt es irgend jemanden, der das abonniert?
    Ach, und ich dachte immer, Premiere Thema kostet zehn Euro im Monat. Die weit überwältigende Mehrheit der Premiere Thema Kunden hat dieses Paket nämlich zusätzlich zu Film oder Sport bestellt. Kaum jemand hat Premiere Thema einzeln, und wenn, dann laufen vorläufig diese Verträge zu 15 Euro im Monat weiter.

    Dafür zahlt man als Sat-Kunde keine Kabel-Gebühr. Premiere Thema über Satellit zum alten Preis ist immer noch billiger als Tividi. Und ich kenne wirklich niemanden, der für Premiere Thema 22.90 Euro bezahlt. Das ist eine herausgesuchte Milchmädchenrechnung.
    Ich glaube, Du hast überhaupt nicht verstanden, was ich sagen will. Wenn es in Pay-TV Haushalten einen Receiver gibt, der RTL-tauglich ist, dann nützt das RTL gar nichts, weil dort in der Regel die höherrangigen Premium Channels laufen. RTL verliert auf dem Wohnzimmer-Fernseher massiv an Einschaltquote, wenn dort eine Premiere Smart Card drin steckt.

    Hast Du eigentlich Premiere oder nicht?

    Frag mal die Forums-Kollegen hierzulande, wie viel RTL die gucken, wenn Premiere Komplett zur Verfügung steht. [​IMG]

    Da aber ein Haushalt in der Regel nur eine Premiere Karte hat, ist der Zweitfernseher die Domäne des Privatfernsehens.

    Jedenfalls vorläufig noch. Mehr dazu siehe unten.

    Nö, ist sie nicht. [​IMG]

    Weil den Gute Laune Kanal nämlich niemand sieht. Die Einschalt-Quote dieser Spartenprogramme ist derartig verschwindend gering...

    Guck nach England: Was es da an Dutzenden und aber Dutzenden von Sparten-Programmen gibt. Die guckt kein Mensch. Die Leute gucken die fünf grossen Haupt-Sender - und DVB-T ist ein Riesen-Hit.

    www.freeview.co.uk
    Warum nicht?
    Aber natürlich gibt es das. Es sind diejenigen Fernseh-Haushalte, die geographisch in der Bundesrepublik Deutschland liegen und in erster Linie bzw. ausschliesslich über Satellit mit Digital-Receivern empfangen.
    Mischobo, manchmal denke ich, dass Du von der Sat-Welt nicht viel verstehst. Lies die Zeitschrift: dort steht klipp und klar, dass es Common Interface Module geben wird. Das heisst, es bleibt bei der riesigen Vielfalt an Receiver-Anbietern.

    Geh mal zu Saturn und guck, wie viele verschiedene Sat-Receiver es gibt. Und wieviele verschiedene Kabel-Receiver verkauft Saturn? Na also. [​IMG]

    Ich habe hier mehrere Satelliten-Receiver im Einsatz, und kein einziger aktualisiert automatisch seine deutschsprachige Programmliste. Auch meine Premiere-zertifizierte Receiver tun das nicht. Tut mir leid, aber das von Dir geschilderte Argument trifft in der Sache nicht zu.

    Im übrigen hast Du in Deinem Posting nichts vorgebracht, was mein Basis-Argument entkräften würde:

    Ein verschlüsseltes Satelliten-RTL hätte im Tagesdurchschnitt weniger Zuschauer als ein FTA-RTL.

    So einfach ist die Kalkulation:

    A) Es wird Verschlüsselungs-Verweigerer geben, die einfach nicht mitmachen. Wie hoch diese Quote ist, wissen wir nicht.

    B) Wenn nur eine Karte pro Haushalt bestellt wird, dann können folglich die Zweitgeräte und Drittgeräte kein Sat-RTL mehr empfangen. Wenn die Zweitgeräte und Drittgeräte technisch kein Sat-RTL wiedergeben können, kann in diesen Zimmern das Privat-Fernsehen nicht mehr geguckt werden.

    Also wird insgesamt weniger Privat-Fernsehen geguckt.

    Zu B: dieses Problem könnte man lösen, wenn man nur verschlüsselt, aber kein monatliches Entgelt fordert. In dem Moment, wo die Zweitkarte extra Geld kostet, werden sich viele Leute überlegen, ob man diesen Luxus wirklich braucht.

    C) In der Zeitschrift steht, dass die Verschlüsselung Geld kostet. Siehe Seite 17, mittlere Spalte, letzter Absatz. 1 Euro 50 Cent pro Monat pro Kunde - das sollen die Privat-Sender an APS zahlen.

    Aus diesem Grunde hat ITV mit der Verschlüsselung aufgehört. Weil man als Sender eine Menge Geld sparen kann, wenn man nicht verschlüsselt.
     
  10. mischobo

    mischobo Lexikon

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    AW: Re: Bericht über die Grundverschlüsselung 2006 in DF02/06

    Du hast wohl nur die Überschrift gelesen, denn weiter im Text heisst es
    und weiter heißt es
    das für und wider für die Aussagen von Herrn Doetz sei mal dahin gestellt, aber dieser Herr vertritt nunmal die Interessen der privaten Programmveranstalter, zumindest die von RTL und PSM und weiter im Text ist zu lesen
    ... das alles deutet nicht unbedingt darauf hin, dass die Priavten auch nur irgendeinen Funken Interesse an DVB-T haben. Aber DVB-T wird sich durchsetzen und zwar in dem Sinne, das die ÖR ihre bisherigen analoge Verbreitung auf DVB-T umstellen. Die Privaten haben kein Interesse an DVB-T sondern vielmehr an dem verwandten DVB-H...
    ... Nein ...
    ... das ist eine Vermutung der Herren der LfM-NRW und berücksichtigt keine wirtschafltichen Erwägungen der privaten Programmveranstalter...
    was ist daran blöde ? Primacom versucht hier halt eine neue Art des Fernsehempfangs und hat sich damit auf Neuland begeben.
    ... schau einfach mal in die Premiere-Rubrik in diesem Forum. Da berichtet der User Motorboy über eine unverschämte 53%ige Erhöhung von Premiere Start und dem Plus-Paket. User Motorboy berichtet folgendes
    ...
    ... es wird keine "RTL-tauglichen Receiver mehr geben und auch keine "Premiere-tauglichen" mehr. Nur noch APS-tauglich. Dabei werden die Receiver von der TESC zertifiziert, die je zu 25% Astra und APS und zu 50% Premiere gehört...
    ... nicht mehr, weil das Peis-/Leistungsverhältnis nicht mehr stimmt ...
    ... das waren die im Januar 1984 bei RTL auch. Gute Laune TV hat noch keine besonders große Reichweite. Trotzdem hat Gute Laune TV seine Zielgruppe, die auch umworben wird. Das ZDF hat das wohl auch festgestellt, warum sonst haben die vor kurzem eine Hitparade-Kultnacht veranstaltet ...
    ... aktuelle premierezertifizierte Receiver speichern die Premiere Programm auf in einem reservierten Bereich und die Programmreihenfolge der Premiere-Programme ist vorgegeben. Bei Veränderungen wird das von der Receiversoftware automatisch angepasst. Andere Programme die nicht über die Premiere Plattform verbreitet werden bleiben natürlich unberücksichtigt ...
    ... ich habe nicht das Gegenteil behauptet. RTL wird in der Übergangsphase natürlich Zuschauer und Werbegelder einbüßen ...
    ... nicht vergessen: Die meisten haben eigentlich nur in eine Satanlage installiert, damit sie die Programme RTL und PSM empfangen können. In einer Vielzahl von Haushalten wird man noch nicht mal Tele 5, geschweige denn Das Vierte finden, denn die Programme gingen erst nach der Installation der Sat-Empfangsanlage auf Sendung ...
    ... kurzzeitig wird das wohl so sein aber nicht auf längere Sicht ...
    ... die Programmveranstalter verlangen kein monatliches Entgeld von den Zuschauern, sondern über APS Astra ...
    ... klar kostet das Verschlüsseln Geld. Aber kennst Du die genauen Preise für die Lizenzen ? Die Briten hatten nicht in Nagravision verschlüsselt. Außerdem wechselte man auf eine Satelliten, der nicht die großen Ausleuchtzonen wie die ASTRA-Satelliten auf 19,2° Ost hat. ...
     

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