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Über die Notwendigkeit von Schulden

Dieses Thema im Forum "Politik" wurde erstellt von Don Pasquale, 3. Mai 2007.

  1. Don Pasquale

    Don Pasquale Senior Member

    Registriert seit:
    9. November 2004
    Beiträge:
    155
    Ort:
    München
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    Ich bin der Ansicht, das ein Staat Schulden machen darf, manchmal
    sogar muss. Ich bin aber ebenfalls der Ansicht, dass der Kapitaldienst einen
    Staat handlungsunfähig machen kann.

    Zur Begriffsdefinition

    Aus Wikipedia:
    Die Staatsverschuldung bezeichnet die vom Staat akzeptierten Gesamtforderungen der kreditgebenden Gläubiger an den Staat. Beispielsweise in Deutschland die zusammengefassten Schulden von Bund, Länder, Kommunen, gesetzlicher Sozialversicherung und Sondervermögen. Die Staatsverschuldung wird dabei in der Regel netto betrachtet, das heißt die Verbindlichkeiten gegenüber Privaten werden um die Forderungen des Staates gegenüber Privaten vermindert.


    Staat (ausgewählte) Staatlicher Schuldenstand im Verhältnis
    zum nominalen BIP 2005
    (Schuldenstandsquote) Japan 161,9 % Italien 108,6 % Belgien 94,9 % Deutschland 67,9 % USA 66,6 % Österreich 64,3 % EU-25 64,1 % Schweiz 55,5 % Niederlande 54,0 % Schweden 50,6 % Spanien 44,2 % Großbritannien 43,1 %

    Sollte es neben der EU-Regelung (Stabilitätspakt) dass die Neuverschuldung eines Staates 3% nicht überseitgen darf nicht noch eine weitere Regelung geben?
     
  2. uli12us

    uli12us Platin Member

    Registriert seit:
    25. August 2003
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    2.741
    Ort:
    München
    AW: Über die Notwendigkeit von Schulden

    Da gibts doch auch noch was, nämlich dass die Neuverschuldung diese 3% übersteigen darf wenn damit Investitionen getätigt werden. Wobei das ein weites Feld ist und je nach Laune auch ganz anders ausgelegt werden kann.
    Meiner Meinung nach dürfte das ohnehin nicht sein, weil die Investitionen sind in einigen Jahren nichts mehr wert, die Schulden dafür sind aber immer noch da. Vergleichbar etwa mit jemand, der eine Urlaubsreise auf Pump macht. Nachdem er wieder daheim ist hat er bloss noch schöne Erinnerungen aber nen Haufen Schulden.
     
  3. Nelli22.08

    Nelli22.08 Lexikon

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    125 cm Gilbertini Stab HH120
    AW: Über die Notwendigkeit von Schulden

    Die Erinnerungen bleiben, die Schulden kann man los werden.
     
  4. Cord Simpson

    Cord Simpson Senior Member

    Registriert seit:
    26. Dezember 2004
    Beiträge:
    446
    AW: Über die Notwendigkeit von Schulden

    Hier sieht man mal wieder sehr deutlich, was das Problem an Diskussionen im Internet ist: Jeder meint, seine Meinung kund tun zu müssen. Egal, ob man überhaupt ein Mindestmaß an Verständnis für ein Thema aufbringt.

    Hier zum Beispiel hat jemand keine Ahnung, was das Wort "Investitionen" eigentlich bedeutet, er deklariert es schlicht als "Ausgabe".

    Natürlich reicht der schlichte Einwand "Was ist, wenn die Einnahmen aus dieser Investition die Kosten für die Schulden übersteigt?", um deutlich zu machen, dass dort Unsinn geredet wurde.

    Aber mal ehrlich: Das der Einwand überhaupt nötig ist, zeigt auch, dass Diskussionen hier oft ziemlich müßig sind...
     
  5. NURadio

    NURadio Gold Member

    Registriert seit:
    25. Oktober 2006
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    1.348
    Ort:
    Niedersachsen
    AW: Über die Notwendigkeit von Schulden

    Vielleicht kann man das mit den Investitionen und den Schulden noch etwas einfacher erklären:

    Bsp: Ein Mensch möchte gern ein Haus bauen, um aus seiner Mietwohnung auszuziehen. Dafür braucht er Kapital, um in sein Vorhaben investieren zu können. Dabei geht er zu einer Bank und lässt sich einen Kredit geben. Wann bekommt er einen Kredit? Wenn er in der Lage ist, diesen zu bedienen, d.h. die Zinsen zu tilgen und ihn vor Ablauf seiner Lebenszeit ganz an die Bank zurückzuzahlen (Bonität). Das ist aber kein inhaltleeres Finanzgeschäft. Denn der Häuslebauer schafft mit dem geliehenen Geld einen festen Wert. Sollte er seinen Kredit aus Finanznöten nicht bedienen oder zurückzahlen können, kommt die Bank und nimmt den festen (Gegen)Wert, hier das Haus, in ihren Besitz. Daraus folgt, dass Schulden immer in Relation zu dem geschaffenen Wert zu betrachten sind.

    Beim Staat ist das nicht anders, nur das dieser kein Lebensende hat. Er kann daher auch ewig Schulden haben und machen. Das einzige was er garantieren muss, ist einen entsprechend hohen Gegenwert zu schaffen. Dies erreicht er aber nur durch Investitionen, wie der Häuslebauer oder ein Unternehmer auch. Staatliche Investitionen müssen aber nicht zwangsläufig Immobilien oder Straßen sein, sondern vor allem Investitionen in die Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen selber. Denn sie sind es, die mit ihren Einkommen und ihrer Produktivität dafür sorgen, dass der Staat Einnahmen hat. Ablesen kann man das an dem Bruttoinlandsprodukt (BIP).
    Die Produktivität steigt schon allein durch den technischen Fortschritt. D.h., dass durch immer weniger Arbeit, höhere Werte produziert werden können. Das wiederum wirkt sich auf die Wirtschaftsleistung eines Landes aus, das sich dann auch höhere Schulden erlauben kann.

    Im übrigen ist die Schuldenuhr ziemlich schwachsinnig. Zeigt sie nur die eine Seite der Medaille. Eigentlich müsste man neben die Schuldenuhr eine weitere Uhr stellen, ...
    Und weiter heißt es: ...
    Wir haben was die Verschuldung in Deutschland angeht, ein Lastenverteilungsproblem bzw. eine real stattfindende Vermögensmverteilung von unten nach oben. Denn eine immer kleiner werdende Gruppe von Menschen oder juristischen Personen (Unternehmen) teilt sich einen immer größer werdendes Stück vom Vermögenskuchen, während diejenigen, die ihn produzieren immer mehr Kürzungen über sich ergehen lassen müssen. Sogar die konservative Herzog-Kommission hat festgehalten, dass der Produktivitätsfortschritt in den nächsten fünf Jahrzehnten um die 1,25 % p.a. liegen soll, was bedeutet, dass in 50 Jahren die Leistung jedes Erwerbstätigen um 86 Prozent höher liegen würde.
     
  6. uli12us

    uli12us Platin Member

    Registriert seit:
    25. August 2003
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    2.741
    Ort:
    München
    AW: Über die Notwendigkeit von Schulden

    @Cord.. Ich hab ausdrücklich von vergleichbar geschrieben. So wie das Radio geschrieben hat wird in der Politik gern mal was als Investition ausgegeben was tatsächlich keine ist, einfach, damit man das Defizitkriterium nicht zu sehr verletzt.
    Eine Investition muss immer mehr einbringen als sie gekostet hat. Davon ist aber von unseren staatlichen Investitionen nichts zu spüren.
    Nur wurden diese Ersparnisse, wenn man mal von einem gern auch überdurchschnittlichen Verdiener ausgeht, aus versteuertem Einkommen aufgebaut. Wenn davon was ausgegeben wird, wirds wiederum besteuert.
    Warum sollte sich der Staat an den Ersparnissen vergreifen an denen er eh schon nicht zu knapp kassiert hat.

    Es hat zu allen Zeiten arme und reiche Leute gegeben. Daran kann auch noch so sozialistische Umverteilungspolitik nichts ändern. Im Gegenteil werden die Unterschiede dann noch weit höher. Einfach weil derjenige der sich nur wenig zurücklegen kann dann ebenso besteuert wird wie derjenige der Millionen au dem Konto hat. Der Millionär hat jedoch gegenüber dem kleinen Sparer viel mehr Möglichkeiten seinen Reichtum vor dem Staat zu verstecken.
     
  7. dieweltist

    dieweltist Senior Member

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    Über die grundsätzliche Unnötigkeit von Schulden

    Grundsätzlich stimmt was nicht am Kreditsystem, denn ein Kredit dürfte nicht zum Wucher führen:

    Weiterlesen...

    Aber genau das kann passieren, wenn der Kredit über sehr lange Zeit läuft; dann steigen nämlich die Zinsen ins Unermessliche. Es ist auch keine gute Lösung, wenn erst ein Gericht bemüht werden muss (Entschuldung) um diesem Treiben ein Ende zu bereiten.

    Gesetzlich müsste der Zinsbetrag begrenzt sein, also dass man bspw. festlegen würde, dass die Zinsen insgesamt nicht höher als bspw. 30 % des geliehenen Betrages sein dürfte. Ggf. hätte ich gegen eine Einrechnung einer Geldentwertung nichts einzuwenden.


    Bei Krediten zwischen Staaten ist es anders, weil Zinsen dort eigentlich sehr viel niedriger sein müssten, weil der kreditgebende Staat nicht befürchten muss, dass der Kreditnehmer irgendwann nicht mehr existiert.

    Auch hier müsste ein maximaler Zinsbetrag die Grundlage sein, um zu verhindern, dass langfristig ein Volk zum Opfer von Wucher wird.
     
  8. SchwarzerLord

    SchwarzerLord Wasserfall

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    AW: Über die Notwendigkeit von Schulden

    Ich bin der Ansicht, daß ein Staat genauso wie Privathaushalte oder Firmen behandelt werden muß. Dauerhaft immer mehr aufzuladen geht nicht. Generationengerechtigkeit ist das Stichwort. Ein Verbot ist unsinnig, weil immer wieder auch gerade gegen Jahresende was ungeplant passieren kann. Dann muß es aber eben schnell wieder ausgeglichen werden.
     
  9. uli12us

    uli12us Platin Member

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    AW: Über die Notwendigkeit von Schulden

    Schulden von heute sind Steuern von morgen.
     
  10. SchwarzerLord

    SchwarzerLord Wasserfall

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    AW: Über die Notwendigkeit von Schulden

    Hat jemand einen Überblick, welche Bundesländer dieses Jahr einen ausgeglichenen Haushalt haben oder sogar Überschüsse erwirtschaften?
     

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