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ÖRR - Legenden über ein Auslaufmodell

Dieses Thema im Forum "ARD, ZDF, RTL, Sat.1 und Co. - alles über Free TV" wurde erstellt von John_Galt, 12. Februar 2007.

Status des Themas:
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  1. John_Galt

    John_Galt Gold Member

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    Hi Leuts,

    immer wieder liest man hier im Forum von den Vorzügen des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks (ÖRR). Die Argumente für den ÖRR gehen immer in die gleiche Richtung:

    - ARD und ZDF sind frei von kommerziellen Einflüssen.
    - Sie sind zweitens frei von politischer Fremdeinwirkung.
    - Sie sind drittens ein Hort von Bildung und Kultur.

    Allen die an diese Legenden immer noch glauben, sei der folgende Artikel aus der Zeit empfohlen:

    http://www.zeit.de/2004/03/Fernsehen?page=all

    Ist zwar etwas länger, aber dafür äußerst informativ.

    Viel Vergnügen.

    John
     
  2. Gorcon

    Gorcon Kanzler Mitarbeiter

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    AW: ÖRR - Legenden über ein Auslaufmodell

    Und was hat das nun mit einem "Auslaufmodell" zu tun?

    Gerade die Einschaltquoten beweisen doch das Gegenteil. ;)

    Gruß Gorcon
     
  3. Spoonman

    Spoonman Lexikon

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    AW: ÖRR - Legenden über ein Auslaufmodell

    Nun ja... Abgesehen davon, dass der Artikel inzwischen drei Jahre auf dem Buckel hat: Die beiden ersten der von dir genannten Argumente sind natürlich Unsinn. Kein Massenmedium ist frei von kommerziellen oder politischen Einflüssen. Das wäre nur bei Medien möglich, die selbst völlig unpolitisch sind, sich nicht mit wirtschaftlichen Zusammenhängen befassen und auch nicht an ein größeres Publikum gerichtet sind.

    Dass bei den ÖRs heutzutage vieles im Argen liegt, darüber kann man gerne diskutieren (Schleichwerbeskandale, überbezahlte Starmoderatoren, Verflachung des Programms, insbesondere im Fiction-Bereich). Aber: Ich behaupte, dass ARD und ZDF immer noch ein "Hort von Bildung und Kultur" sind, und sie sind kein Auslaufmodell, sondern wichtiger denn je. In den 3. Programmen, bei arte, 3sat, Phoenix, ZDFdoku & Co. gibt es zu den unterschiedlichsten Tageszeiten eine solche Masse an interessanten Reportagen, Dokus und anspruchsvollen Filmen, wie es sie im deutschen Fernsehen nie zuvor gegeben hat. Das Tragische daran ist natürlich, dass ausgerechnet die beiden Hauptprogramme zwischen 9 und 22 Uhr davon weitgehend unberührt bleiben. Aber leider senden die ÖRs nun mal nicht allein vor sich hin, sondern befinden sich in Konkurrenz zu den Privatsendern. Und um von der breiten Masse überhaupt noch wahrgenommen zu werden, müssen sie in den Hauptprogrammen mehr oder weniger leicht Konsumierbares anbieten.

    Wobei ich auch der Meinung bin, dass man bei der Absenkung des Niveaus inzwischen zu weit gegangen ist - wie gesagt, vor allem im Fiction-Bereich. Wenn man von den (teilweise durchaus hochwertigen) Krimis mal absieht, besteht ja fast das gesamte Serien- und Fernsehfilm-Angebot von ARD und ZDF nur noch aus Daily Soap, Telenovela und Rosamunde-Pilcher-Kitsch. Anspruchsvolle Stoffe werden nur noch als Feigenblatt alle paar Monate mal ins Programm gebracht. Das ist für mich der Hauptkritikpunkt an den Öffentlich-Rechtlichen. Mit den anderen Programmgenres (Nachrichten, Dokus, Reportagen, Sport, mit Einschränkungen auch die Unterhaltung) bin ich weitgehend zufrieden.
     
  4. Pavel2000

    Pavel2000 Silber Member

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    Beiträge:
    690
    AW: ÖRR - Legenden über ein Auslaufmodell

    Wo bitteschön steht im Rundfunkstaatsvertrag etwas von Konkurrenzpflicht?
     
  5. Spoonman

    Spoonman Lexikon

    Registriert seit:
    28. Januar 2003
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    25.573
    Ort:
    Düsseldorf
    AW: ÖRR - Legenden über ein Auslaufmodell

    Das muss man in keinen Staatsvertrag schreiben, das ist alltägliche Realität.
     
  6. Kellerkind

    Kellerkind Wasserfall

    Registriert seit:
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    Beiträge:
    7.283
    AW: ÖRR - Legenden über ein Auslaufmodell

    Es gibt einfach das Problem, dass sich die Sender auch an die Masse richten sollen/müssen/dürfen. Und Erfolgskriterium für Massenerfolg ist nun mal die Quote. Dort gibt es dann uneingeschränktes Konkurrenzdenken.

    @Threadstarter
    Der drei Jahre alte Beitrag erwähnt eine ganze Reihe von Dingen, die nicht funktionieren. Das ist auch gut so. Dies sollte sogar viel öfter passieren, weil in solchen Artikeln die Arbeit gemacht wird, die die Gremien eigentlich machen sollen.
    Die funktionierenden Sachen werden fast völlig verschwiegen. Ist ja auch nicht Gegenstand des Beitrages. Aber dass Du daraus gleich ein Auslaufmodell machst, ist auch nicht ganz richtig.
    Denn selbst wenn der noch so schmalzige Pilcherfilm den Omis die Tränen rauspresst, so gibt es auch Dokus oder Reportagen, Politsendungen oder ernsthafte Gespräche am Abend. Das Programm ist damit vielseitiger, als das der Privaten. Und auch das ist Auftrag.

    Damit beschäftigt sich der Artikel eigentlich auch nur am Rande. Mittelpunkt und eigentliche Schweinerei sind all die Sachen, die hinter den Kulissen abgehen. Dass trotz (oder gerade wegen ;) ) dieser Dinge immer noch ein besseres Programm rauskommt als bei den Privaten, ist das traurige Resultat.
     
  7. camaro

    camaro Foren-Gott

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    Köln
    AW: ÖRR - Legenden über ein Auslaufmodell

    Viele hier sind zu jung um noch die ÖR von vor 30 Jahren zu kennen!
    Da lief der Musikantenstadl Samstag Nachmittag!
    Zum Ausgleich gab es auch Heavy-Metal Sendungen! z.B.
    Wo sind nur die ganzen guten Sendungen von damals hin?
    nano und ct' magazin sind doch Weichspüler gegen Sendungen von damals.
    Wer den alten Computer Club noch kennt der weiß das das ct' magazin dem nicht annähernd das Wasser reichen kann.
    Is wahrscheinlich nur im Programm weil die Schleichwerbung schon im Namen steht.
    Immer weniger Vielfalt für immer mehr Gebühren.:(
     
  8. Gag Halfrunt

    Gag Halfrunt Lexikon

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    AW: ÖRR - Legenden über ein Auslaufmodell

    Das ergibt sich schon allein aus ihrem in den Landesrundfunkgesetzen definierten Auftrag. Denn wenn sie ein Programm produzieren und senden würden, das niemanden interessiert, hätten sie letztlich diesen Auftrag letztlich nicht erfüllt.
     
  9. Kellerkind

    Kellerkind Wasserfall

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    Beiträge:
    7.283
    AW: ÖRR - Legenden über ein Auslaufmodell

    Das ist die eine Frage. Die andere ist: Was ist mit dem Publikum passiert?

    Musik?
    Es gibt vermutlich kein sich selbst tragendes Musikfernsehen mit Musik. Will das überhaupt einer sehen? Und was Konzertaufzeichnungen betrifft, so bekommt man bei den ÖR immer noch die meiste Vielfalt (bes. WDR, EinsFestival oder 3sat).

    Computersendung?
    Auch hier hat das Interesse des Publikums nachgelassen. Konnten vor 12 Jahren 7 von 10 Sechzehnjährigen 6XX kb Hauptspeicher freimachen, um das Spiel zu laufen zu kriegen, ist das bei heutiger Technik gar nicht mehr nötig. Folge: Das Wissen des Publikums ist hier rückläufig und es gibt eher einen Bedarf in Richtung Unterhaltungselektronik.
    Das entschuldigt nicht das Fehlen eines Fachmagazins, aber wie tief muss es gehen, wenn die existierenden Sendungen bereits für manchen zu viel sind?


    Den vielen, den Das Erste zu seicht ist, kann ich nur raten: Legt für 2 Wochen arte auf Platz 1.
    Vielleicht ist das Problem nicht eine Verflachung an sich, sonder nur das Programmgeschiebe.
     
    Zuletzt bearbeitet: 12. Februar 2007
  10. Kellerkind

    Kellerkind Wasserfall

    Registriert seit:
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    Beiträge:
    7.283
    AW: ÖRR - Legenden über ein Auslaufmodell

    Also sind das Problem nicht Schunkelsendungen, sondern der fehlende Ausgleich für Schunkelhasser. Also doch Seichtes ins Programm?

    Unterm Strich isses doch so: Jeder sagt "Ich will" und solange er seins bekommt, kann es noch so flach sein.
     
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