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Vorschlag: Kombilohn und gerechte Arbeitsplatzverteilung statt ALGII Aufstockerei

Dieses Thema im Forum "Politik" wurde erstellt von Martyn, 9. Januar 2012.

  1. Martyn

    Martyn Foren-Gott

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    Angestossen durch die Diskussion im Mindestlohnthread bin ich irgendwie zu folgendem Ergebnis und Lösungsvorchlag gekommen:

    Ich denke wir können uns drauf einigen, das das grösste Problem unserer Zeit die äusserst ungerechte Einkommensverteilung ist. Und vorallem diesen ganzen Niedriglohnjobs, die den Arbeitnehmern keine Perspektive bieten, weil sie damit nicht aus der Armut rauskommen. Es geht sogar soweit, das seriöse Firmen mit fairen Löhnen durch Steuern ihre Billigkonkurrenz subventionieren.

    Die Probleme der ALGII Aufstockerei nochmal zusammengefasst:
    - das Niveau ist so niedrig, das auch der Aufstocker nicht aus der Armut kommt
    - der Aufstocker muss trotzdem noch vor dem Amt die Hosen wie ein Arbeitsloser runterlassen
    - es fördert Lohndumping, da ALGII ja eine gewisses Mindesniveau absichert.

    Deshalb sollte man folgende Massnahmen treffen:

    1. ALGII gibt es nur noch für Arbeitslose, oder anteilig wenn jemand weniger als 126 Arbeitsstunden im Monat arbeitet. Die Aufstockerei wird gestrichen.

    2. Es wird ein Mindestlohn eingeführt, der dafür sorgt das jeder Arbeitnehmer der mindestens 126 Arbeitsstunden im Monat leistet am Ende mindestens 1.030€ netto in der Tasche hat. Dafür wäre ein Mindestlohn von 11,20€ notwendig.

    3. Damit es nicht zu einem Arbeitsplatzabbau oder übermässiger Inflation kommt, sollten Kombilöhne eingeführt werden. Das sollte jedoch nicht Sache des Arbeitnehmers sein. Dieser soll in jedem Fall seine 11,20€ die Stunde brutto vom Arbeitgeber erhalten. Sondern der Arbeitgeber soll den Kombilohn beantragen müssen. Dann soll der Arbeitgeber bis zu 50% des Bruttolohnes als Zuschuss erhalten können. Jedoch müsste der Arbeitgeber nachweisen das er aus eigener Kraft keine höheren Löhne zahlen kann. Und bei Arbeitgebern die den Kobilohn beantragt haben, sollte der Unternehmensüberschuss sowie Managergehälter begrenzt werden.

    4. Die Arbeit sollte gerechter verteilt werden, um mehr Arbeitsplätze zu schaffen. Anstelle von 40h Anstellungen, bei der die Arbeitnehmer aber oft 45h und mehr arbeiten müssen, sollte die 35h Woche der Standard werden. Dazu sollte es für Arbeitgeber eine arbeitszeitabhängige Abgabe auf den Bruttolohn geben, sobald 147 Arbeitsstunden überschritten werden. Überstunden die innerhalb eines Jahres ausgeglichen werden, sollten natürlich weiterhin zuschlagfrei sein.

    bis 147h: keine Abgabe
    bis 168h: 5%
    bis 189h: 10%
    bis 201h: 15%
    über 201h: 20%
     
  2. Gag Halfrunt

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    AW: Vorschlag: Kombilohn und gerechte Arbeitsplatzverteilung statt ALGII Aufstockerei

    zu 1.: Zustimmung.

    zu 2.: Unnötig, da es a) bereits eine Mindestmarke in Form des ALG2/SozH gibt und b) regionale Unterschiede durch einen starren Mindestlohn nicht berücksichtigt werden. 11,20 €/h in Meck-Pomm ist viel, in München nichts.

    zu 3.: Widerspricht 1 und ist nix anderes als eine andere Form der "Aufstocker". Der Arbeitgeber hat einen marktgerechten Lohn zu zahlen oder es zu lassen. Es ist nicht Aufgabe des Steuerzahlers, dem Arbeitgeber seine Mitarbeiter zu finanzieren, sondern die Aufgabe des Verbrauchers!

    zu 4.: Selten so einen Unsinn gelesen.
     
  3. newyork

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    AW: Vorschlag: Kombilohn und gerechte Arbeitsplatzverteilung statt ALGII Aufstockerei

    Sorry wen ich das jetzt mal etwas härter formuliere, aber das hört sich irgendwie alles nur theoretisch an - und kaum in der Realität praktikabel. Sicher kann man einzelne Nuancen deiner Vorschläge fallweise übernehmen. Nur einen breiten Usus in den Unternehmen zu verankern, halte ich schlichtweg für Cocolores, da dieser von dir kritisierte Lohnsektor ja bewusst und gewollt geschaffen wurde, zumal via Gesetz vom Bundestag und vom Volke legitimiert.
    Einzig wenn die damals Verantwortlichen, Fehler öffentlich bekunden und eine Korrrektur seitens der Politik erforderlich scheint, weil sich das in breiten getragenen Bevölkerungsschichten sich wieder spiegelt, besteht eine Chance.

    Die einzige praktikabelste Lösung in meinen Augen wäre, die qualifizierte Aus und Weiter sowie auch Studien sprich Hochschulbildung. Dem man sich allerdings auch nicht bewusst versperren sollte und auch im äußersten Falle gar bereit wäre, selbst zu finanzieren. Da die Regel allerdings letzteres immer kategorisch in der Form ausschließen wird, denke ich wird auf weite Sicht es beim Status Quo (weiter) verharren ...
     
  4. offenbach

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    AW: Vorschlag: Kombilohn und gerechte Arbeitsplatzverteilung statt ALGII Aufstockerei

    Das sehe ich auch so: in einem der reichsten Länder der Welt kann es nicht angehen, daß besser verdienende Arbeitnehmer schlechter verdienende Kollegen finanzieren.
    Wenn man hier von Armut spricht, darf man die Definition nicht vergessen, sie hat mit der tatsächlichen Armut in der Welt nichts zu tun. Das heißt aber auch, daß man bei Vollzeittätigkeit zuschußfrei leben sollte.
     
  5. Gag Halfrunt

    Gag Halfrunt Lexikon

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    AW: Vorschlag: Kombilohn und gerechte Arbeitsplatzverteilung statt ALGII Aufstockerei

    Ich bin absolut deiner Meinung. Die einzigen, die die Arbeiter zu finanzieren haben, sind die Kunden des Unternehmens.
    Diese perverse Diskussion hatten wir in dem anderen Thread bereits. Nach Meinung Martyns ist eine vierköpfige Familie mit einem Nettoeinkommen von 2.800 unter der Armutsgrenze.

    Traurig.
    Man sollte immer zuschussfrei leben! Wer nur Teilzeit arbeitet, hat einen Grund dafür. Und hier ist der Sozialstaat gefragt, dass z.B. diejenigen, die im "anderen Teil" Kinder erziehen oder Angehörige pflegen, eine Unterstützung erhalten, falls das Geld nicht ausreicht.
     
  6. Idiot

    Idiot Senior Member

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    AW: Vorschlag: Kombilohn und gerechte Arbeitsplatzverteilung statt ALGII Aufstockerei

    Genau das soll ein Sozialstaat doch erreichen. Wer leistungsfähig ist, soll die weniger Leistungsfähigen unterstützen, damit alle zumindest bei gutem Willen ein akzeptables Leben führen können. Die Definition, wer leistungsfähig ist, kann dabei nur nach Rechengrößen wie dem Einkommen erfolgen. Somit muss der Friseur mit "gutem" Arbeitgeber den mit "schlechtem" Arbeitgeber nach seinen Möglichkeiten genauso unterstützen wie der Manager beide unterstützen muss. Wenn man das in Frage stellt, stellt man den gesamten Sozialstaat in Frage.

    Was allerdings möglichst gut verhindert werden muss, sind Mitnahmeeffekte. Kombilöhne haben sicherlich auch ihre Vorteile, aber wie die meisten staatlichen Markteingriffe führen sie leider auch zu solchen Mitnahmeeffekten. Die Aufgabe ist es somit, Subventionen wie Kombilöhne möglichst zu vermeiden und dann, wenn sie nötig sind, so auszugestalten, dass sie zu möglichst geringen Mitnahmeeffekten führen.
     
  7. Martyn

    Martyn Foren-Gott

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    AW: Vorschlag: Kombilohn und gerechte Arbeitsplatzverteilung statt ALGII Aufstockerei

    Vom Volk hat niemand die Niedriglöhne legitimiert.

    Bei der Bundestagswahl 2002 hat ja noch niemand geahnt, was Schröder mit Hartz 4 so im Detail vorhat.

    Und bei den Bundestagswahlen 2005 und 2009 hatte man ja nur noch die Wahl zwischen Pest und Cholera.

    So einfach ist das aber nicht mit der Hochschulbildung.

    Zum einen gibt es nicht unendlich viel Arbeitsplätze für Akademiker. Wir haben wohl kaum einen Bedarf für Millionen von Ärzte, Anwälte, ...

    Zum zweiten ist eine Hochschulbildung mit einem massiven finanziellen Aufwand verbunden, der meist nichtmal für Junge Menschen aus finanziell schwachen Familien machbar ist, die für eine Hochschulbildung geeignet wären. Und Gerade in der letzten Grossen Koalition hat man diese Problematik durch Verkürzung der Kindergeldbezugsdauer, Einführung von Studiengebühren, Kürzung der Sozialleistungen für Junge Menschen, ... noch deutlich erhöht.

    Zumd dritten sind nicht alle Menschen in Deutschland für eine Hochschulbildung geeignet.

    Unsinn, wie ich bereits aufgeführt habe würde die Armutsgrenze für eine vierköpfige Familie je nach dem Alter der Kinder zwischen 2.001€ und 2.516€ liegen, jeweils zzgl. Kindergeld.
     
  8. Robert Schlabbach

    Robert Schlabbach Talk-König

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    AW: Vorschlag: Kombilohn und gerechte Arbeitsplatzverteilung statt ALGII Aufstockerei

    Du siehst das zu schwarz/weiss. Es gibt nicht nur Höchstqualifizierte und Niedriglöhner, sondern ein ganzes Spektrum. Und in Deutschland haben wir eine "Bildungspyramide", die oben viel zu spitz (eklatanter Fachkräftemangel -> Spitzenlöhne) und unten viel zu breit ist (Überangebot an unqualifizierten Arbeitern -> Lohndumping).

    Diese Pyramide gilt es nach oben zu versetzen. Aber natürlich nicht die Leute von ganz unten nach ganz oben, sondern jeweils ein Stückchen höher. Den Schulabbrecher zum Hauptschulabschluss, den Hauptschüler zum Realschüler, Realschüler zum Abiturienten, etc. Klar kann das nicht jeder, muss aber auch nicht - mit jedem "Aufsteiger" sinkt der Lohndruck unten und steigt weiter oben. Umverteilung von oben nach unten, aber auf eine Weise, die einen gesamtwirt- und gesellschaftlichen Gewinn darstellt, statt dem als untauglich erwiesenen Ansatz: "Wir besteuern die Reichen und geben es den Armen (und verbrennen dabei fast alles im Umverteilsystem)".
     
    Zuletzt bearbeitet: 10. Januar 2012
  9. Lechuk

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    AW: Vorschlag: Kombilohn und gerechte Arbeitsplatzverteilung statt ALGII Aufstockerei

    Da sprichst Du das in aller Welt angestrebte deutsche Schulwesen an.

    Was wurde eigentlich aus Bildungschefin Merkel? Da war doch mal was. Irgendwas sagte sie, das sie das machen werde, ich weiß nicht mehr......

    Genauso wie es jetzt läuft ist es gut und wird auch weiter so bleiben, denn so wurden wir Exportweltmeister, alles andere ist unwichtig und hat sich unter zu ordnen. Bildung eh.
    Binnenmarkt ist auch unwichtig. Die eigenen, in diesem Fall ungebildeten Bürger, nehmen ja nicht am Import expprtierter Waren oder gar am kauf selbiger Teil, da sie ja hier wohnen, somit stellen sie keine reale Größe für Merkel und Co dar.

    Aber Mutti ist mit ihren strammen Äußerungen zur Bildung ja nicht allein, Schlödel sprach zu seiner Zeit ähnliche markige Sprüche, Deutschland hat dagegen immer noch ein Bidlungssystem aus dem Kaiserreich und Landesfürsten, die sich vehement gegen eine Enstaubung auflehnen;" Weil dann ja die Bayern so dumm würden wie die Norddeutschen." Ja, nee, klar.

    Wenn alle gebildet sind kriegen auch alle mehr Geld. Kluge These. Belegbar?
     
  10. Gag Halfrunt

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    AW: Vorschlag: Kombilohn und gerechte Arbeitsplatzverteilung statt ALGII Aufstockerei

    Na, dann erinnere ich dich mal an das, was du von dir gegeben hast:

    2.500 Euro plus 2x Kindergeld = rd. 2.800 Euro.

    Armutsgrenze für eine vierköpfige Familie deiner Meinung nach also bei 2.800 Euro.

    Wo sie lt. EU-Definition und lexikalischer Definition liegt, habe ich dir bereits ausführlich dargelegt.
     

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