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Sat-Recht: Artikel in Ausgabe 7/2004, S. 22

Dieses Thema im Forum "DIGITAL FERNSEHEN - Die Zeitschrift" wurde erstellt von octavius, 5. Juni 2004.

  1. octavius

    octavius Board Ikone

    Registriert seit:
    10. Januar 2004
    Beiträge:
    4.529
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    Hallo Leute,

    ich hatte die Entscheidung des Bundesgerichtshofes hier schon am 10. März 2004 gepostet, also vor fast drei Monaten.

    Auf der Webseite unseres Sponsors findet sich folgene "aktuelle" Nachricht vom 4.6.2004:
    Diese Meldung auf der Internet-Präsenz unseres Sponsors ist leider irreführend, weil sie den Eindruck erweckt, ab sofort habe jeder Ausländer das Recht auf eine eigene Sat-Antenne. Das stimmt natürlich nicht.

    Der Kläger des Ausgangsverfahrens beschwerte sich über eine völlig unhaltbare Position eines Amtsgerichtes. Im Wesentlichen ist die Rechtslage so, wie sie das Bundesverfassungsgericht festgestellt hat:

    Das Urteil des OLG Frankfurt von 1992, welches damals im Wortlaut in der Infosat abgedruckt war, lässt weiterhin keine groben Rechtsfehler erkennen.

    Aus heutiger Sicht geht es um die Frage, ob Satellit und Kabel auf das Gleiche abzielen - ist diese Frage zu bejahen, dann wird der Mieter oder Wohnungseigentümer in seinem Grundrecht auf Informationsfreiheit nicht wesentlich verletzt, wenn man ihn auf einen vorhandenen Kabelanschluss verweist.

    Wer der Meinung ist, er möchte eine individuelle Satelliten-Schüssel haben, tut gut daran, die besonderen Umstände des Einzelfalls darzulegen: Inwieweit weicht die konkrete Situation erheblich vom typischen Durchschnittsfall ab?

    Was ist der typische Durchschnittsfall? Welche Abweichungen treten häufig auf?

    Weder der "Anreisser" auf der Internet-Präsenz noch der Artikel in der "Juli"-Ausgabe der Zeitschrift setzen sich irgendwie differenziert mit diesem Thema auseinander.

    Nach dem Schema, das in der Zeitschrift abgedruckt ist (Seite 23 oben links), hätte jeder Deutsche, der kein besonderes berufliches Interesse nachweisen kann, keinen Anspruch auf eine Satelliten-Antenne.

    Es lässt sich auf den ersten Blick sehen, dass eine solche pauschalisierende Typisierung das Grundrecht auf Informationsfreiheit in seinem Wesen verkennt.

    Ein bisschen habe ich das Gefühl, dass dieser Artikel in erster Linie zu Marketing-Zwecken in die Juli-Ausgabe aufgenommen wurde. Schliesslich wurde er auf der Titelseite mit einem Bildchen angekündigt. Damit kann man Kunden fangen. [​IMG]

    Besonders tiefgängig war dieser Artikel leider nicht. Aus meiner Sicht eine vertane Chance. [​IMG]

    Die Zeitschrift heisst "Digital fernsehen". Über das digitale Fernsehen war aber in diesem Artikel komischerweise nichts zu lesen.

    Da kann man nur sagen: Thema verfehlt! [​IMG]

    Obwohl das ja das eigentlich Interessante gewesen wäre: Welchen Einfluss hat die fortschreitende Digitalisierung auf die Abwägung zwischen Informationsfreiheit und Wohnungseigentum?

    Statt dessen ging es in dem Artikel vorwiegend um polnisches Fernsehen - also um Programme, die für einen typischen deutschen Normalverbraucher eher weniger interessant sind.

    Wieder mal habe ich den Eindruck, dass sich diese Zeitschrift scheut, Artikel zu veröffentlichen, die für die mächtigen Kabelgesellschaften nachteilig wären.

    Denn wenn eine seriöse Redaktion eine Rechtsanwältin beauftragt, einen Artikel zu schreiben, aus welchen Gründen deutsche Staatsbürger nun leichter in der Lage sein könnten, eigene Satellitenschüsseln an die Hauswand zu schrauben - also das wäre Firmen wie ish und Kabel Deutschland sicher ein Dorn im Auge. [​IMG]

    Vielleicht würde Kabel Deutschland dann bei Digital Fernsehen weniger Anzeigen buchen? [​IMG]

    Ich fand den Artikel schon ziemlich frustrierend. [​IMG] - Auf der Titelseite steht als Anreisser:
    SAT-RECHT: So darf die Schüssel auf den Balkon

    Soweit so gut. Das klingt vielversprechend. Im Inhaltsverzeichnis haben die Titelthemen rote Seitenzahlen. Rot gedruckt ist die Zahl 22: "Ihr Recht: DF zeigt die Wege zur Schüssel"

    Und was passiert dann? Nichts. In der dritten Spalte zitiert die Autorin genau jene Stelle aus dem BGH-Urteil, die ich vor zwölf Wochen am 10.3.2004 hier im Forum gepostet habe: Digital-TV über Satellit ==> Mietrecht.

    Als Interpretation schreibt die Autorin ein paar vage Sätze im Konjunktiv - mehr nicht. Keinerlei Sachargumente, keinerlei Hinweis auf die veränderten Medienstrukturen seit Einführung des digitalen Fernsehens.

    Ich habe ja schon mehrfach gesagt, dass ich mir die Zeitschrift "Digital Fernsehen" kämpferischer wünschen würde. Man könnte sich mehr für die Rechte der Zuschauer einsetzen.

    Schade. [​IMG] [​IMG]
     
  2. BlackWolf

    BlackWolf Wasserfall

    Registriert seit:
    19. September 2003
    Beiträge:
    8.158
    Eine Sat-Schüssel darf IMMER auf den Balkon, solang man nix kaputt macht.

    Darfst ja auch nen Sonnenschirm oder eine Topfplanze auf den Balkon stellen!
     
  3. octavius

    octavius Board Ikone

    Registriert seit:
    10. Januar 2004
    Beiträge:
    4.529
    Eben. Deswegen sage ich ja, dass der Artikel in der Zeitschrift ausgesprochen schlecht und frustrierend war. Noch ein Beispiel: Das Bild auf Seite 22 oben links trägt den Untertitel: "Der Alptraum jeder Hausverwaltung: Schüsselchaos am Balkonen."

    Mit keinem Wort wird in dem Artikel dargelegt, dass das angebliche "Schüsselchaos" in der Regel einen vertragsgemässen Gebrauch der Mietsache darstellt und rechtlich nicht zu beanstanden ist. Nach meiner Erfahrung findet man solche Bilder von Häuserfassaden allerdings nur in nicht-verkabelten Gebieten.

    Entweder, die Redaktion hat das Bild eingesetzt, ohne sich mit der Autorin abzusprechen, oder die Autorin hat recht wenig Ahnung von der Materie. [​IMG] [​IMG]
     
  4. Atletico

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    Westfalen
    Nun macht die gute Susanne Sprotte mal nicht so fertig. Selbst Rechtsanwälte können wohl nicht behaupten, sich in dieser schwierigen Materie zurechtzufinden. Für den Endverbraucher war dieser Artikel in der Tat nicht besonders hilfreich. Vielmehr finde ich das ganze äußerst verwirrend. Auch die Grafik trägt nicht zur Vereinfachung bei. Ganz einfach deshalb, weil es da nichts zu vereinfachen gibt.

    Bei der DF hat man vielfach das Gefühl, Themen werden nur oberflächlich abgehandelt. Mir wären weniger verschiedene Thematiken in einer Zeitschrift lieber, wenn man dafür etwas ausführlicher werden würde. Niemand verlangt Spiegel-Niveau, doch acht Seiten sollten zuweilen machbar sein. Man weiß bisweilen nicht, welche Zielgruppe die Zeitschrift hat: Will man dem Kunden helfen oder den Kabelnetzbetreibern eine externe Publikationsmöglichkeit bieten? Die Nachteile des digitalen Fernsehens werden zu stiefmütterlich behandelt.

    Trotz aller Kritik (vor allem die letzten beiden Ausgaben waren schlecht), handelt es sich um eine sehr gute Zeitschrift. Ich bin jedenfalls gespannt, was den Machern als nächstes einfällt. Bisher standen die Macher den Vorschlägen ihrer Leser immer sehr offen gegenüber. Das muss fortgeführt werden, damit die DF immer am "Puls der Zeit" ist.
     
  5. Kroes

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    Beiträge:
    4.935
    Dann schau dir mal das "Hoch-"Haus in Aachen an, auf dem ISH die terrestrischen Empfangsantennen für den Kabelanschluss installiert hat, ca.100m neben den Sat-Schüsseln...an fast jedem Balkon hängt eine Sat-Schüssel, was natürlich daran liegt, dass hier fast nur Ausländer drin wohnen. Aber lustig ist es schon: Oben Empfangsantennen, ein paar Meter weiter die Kabelkopfstation und jeder hat seine eigene Sat-Schüssel...eigentlich ein schönes Werbebild für ISH, oder? ;)

    Ansonsten ist der Kritikpunkt an dem Artikel aber berechtigt, denn so wie es hier rüberkommt sieht das doch sehr danach aus, als ob der Artikel nur aus Sicht der Kabel- und Vermieterschicht geschrieben wurde. Aber Unabhängigkeit in der deutschen Presselandschaft ist wohl leider auch nicht mehr möglich.
     

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