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Rettungsversuch für KirchMedia

Dieses Thema im Forum "Sky - Technik/Allgemein" wurde erstellt von zoe, 25. April 2002.

  1. zoe

    zoe Junior Member

    Registriert seit:
    30. März 2002
    Beiträge:
    104
    Ort:
    Köln
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    25.04.2002 17:36

    Rettungsversuch


    Ehemalige Kirch-Partner legen neue Pläne vor

    Die ehemaligen Partner von Leo Kirch sind unter bestimmten Bedingungen bereit, sich an einer dringend nötigen Kapitalerhöhung zu beteiligen.
    Von Nikolaus Piper





    Eine Rettung der KirchMedia ist noch nicht vom Tisch. (sueddeutsche.de )





    (SZ vom 26.04.02) - Der Aufsichtsrat der KirchMedia GmbH&Co KGaA war am Mittwoch in München zusammengetreten. Wie es aus den Anteilseignern nahe stehenden Kreisen hieß, hatten die Minderheitsaktionäre bereits am Freitag in einem Brief an Jaffé und den neu eingesetzten Kirch-Geschäftsführer Wolfgang van Betteray ein älteres „Memorandum of Understanding“ erneuert, in dem sie ihre Bedingungen für eine Rettung des Kirch-Kerngeschäftes nennen. Anfang Juni soll die Versammlung der Anteilseigner beraten.

    Zu den Aktionären gehören die NewsCorp des amerikanischen Medienunternehmers Rupert Murdoch, Fininvest und Mediaset, die beide vom italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi kontrolliert werden, der saudische Prinz Bin Talal Alwaleed, die deutsche Rewe und der Investitionsfonds Capital Research. Der Sohn des Firmengründers, Thomas Kirch, der 6,0 Prozent an KirchMedia hält, ist in die Überlegungen der Minderheitsaktionäre nicht einbezogen.


    Die wichtigsten Etappen
    Eine Chronik der Kirch-Krise.

    Damit ist in die Auseinandersetzung zwischen Gläubigerbanken und Anteilseignern um die Lastenverteilung bei einer möglichen Kirch-Sanierung wieder Bewegung gekommen. Kirch hatte am 8. April unter anderem deshalb einen Insolvenzantrag stellen müssen, weil sich die beiden Gruppen nicht auf die Beteiligung an einer Kapitalerhöhung einigen konnten. Die Banken warfen den Aktionären vor, das gesamte Risiko ihnen zu überlassen.

    Lage etwas entspannt

    Nach der Insolvenz stellten die Gläubigerbanken Kirch einen Massekredit über 100 Millionen Euro zur Verfügung. Dadurch habe sich die Lage aus Sicht der Aktionäre entspannt, hieß es in München weiter.

    Die Altaktionäre, so schreiben sie dem Insolvenzverwalter, sind bereit, sich an der beabsichtigten Kapitalerhöhung von 800 Millionen Euro zu beteiligen und KirchMedia wieder aus der Insolvenz herauszunehmen.

    Wichtigste Bedingung sei die „klare und vollständige“ Trennung des Unternehmens von der hochdefizitären KirchPayTV, die den Abosender Premiere World betreibt. Konkret heißt es in dem Memorandum: Notwendig sei es, „die Vereinbarungen mit den großen Hollywood-Studios gemeinsam mit den Investoren bei KirchPayTV neu zu verhandeln mit dem Ziel, akzeptable Bedingungen und die Trennung von Free TV und Pay TV zu erreichen“.



    Aus drei wurden zwei Medienmogule: Ihre wichtigsten Beteiligungen.





    Hintergrund dieser Formulierung ist die Tatsache, dass Kirch-Media die Verpflichtungen aus den Verträgen mit den Hollywood-Studios erfüllen muss, KirchPayTV zurzeit jedoch für die Ausstrahlung von Filmen über Premiere nichts an KirchMedia bezahlt.

    Wie es hieß, sieht sich vor allem das Management von Fininvest in einer guten Verhandlungsposition gegenüber den Hollywood-Studios. Die Sender von Berlusconi zählen zu deren besten Kunden in Europa.

    Eine weitere Bedingung der Aktionäre ist die vollständige Transparenz des Unternehmens. Wie es hieß, soll sofort mit einer umfassenden Überprüfung der Bücher (due diligence) begonnen werden, so dass die Ergebnisse bei der Hauptversammlung im Juni vorliegen.

    Mit besonderem Interesse werden in der Branche die unternehmerischen Absichten von Fininvest und Newscorp verfolgt. Klar scheint zu sein, dass Berlusconi keine Führungsrolle bei Kirch anstrebt, sondern seine Anteile ausschließlich als Finanzinvestition ansieht.

    „Investment retten“

    Seine beiden Firmen Fininvest und Mediaset seien bereit, ihren Anteil im Zuge der Kapitalerhöhung von zusammen rund fünf auf 15 bis 20 Prozent zu erhöhen. „Die wollen nur ihr Investment retten“, hieß es in der Umgebung der Anteilseigner.

    Rupert Murdoch sei weiterhin daran interessiert, Premiere World zu übernehmen und zu betreiben. Unklar ist nach den vorliegenden Informationen, welche Absicht der Medienunternehmer bei KirchMedia hat.

    Ihm sei der Widerstand in der deutschen Öffentlichkeit gegen seine Person bewusst, hieß es. Deshalb solle es im Falle einer Sanierung auf jeden Fall ein deutsches Management bei Kirch geben, „wenn auch nicht unbedingt das jetzige“.

    Alle Anteilseigner gehen offenbar davon aus, dass der Axel Springer Verlag als weiterer Aktionär bei Kirch einsteigt. Mittelfristig solle KirchMedia mit der ProSiebenSat.1 Media AG verschmolzen und an die Börse gebracht werden.

    <small>[ 25. April 2002, 21:38: Beitrag editiert von: zoe ]</small>
     

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