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Prof. Bernd Senf - Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Dieses Thema im Forum "Politik" wurde erstellt von zimtlatsche, 29. Oktober 2008.

  1. zimtlatsche

    zimtlatsche Neuling

    Registriert seit:
    29. September 2008
    Beiträge:
    5
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    Hallo miteinander, ich möchte hier einen Video_Vortrag von Prof. Bernd Senf zur Diskussion stellen. Nach dem Film ist mir einiges klarer geworden, was die Weltfinanzkrise betrifft... ,erschreckend in welchen Wahngebilde wir leben.

    http://www.dailymotion.com/video/x75y6c_prof-bernd-senf-tiefere-ursachen-de_news

    Bernd Senf - Text

    B e r n d S e n f
    Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise
    (08.10.08)
    Die Krise an den internationalen Finanzmärkten hat sich seit Ende September 2008 dramatisch zugespitzt und hat inzwischen auch Deutschland erreicht. Die so genannten „Rettungspakete“ von Seiten der Regierungen und Zentralbanken zur Stützung eines vom Zusammenbruch bedrohten Bankensystems haben mittlerweile unvorstellbare Ausmaße erreicht, und dennoch ist kein Ende der Krise in Sicht – im Gegenteil: Es häufen sich die Meldungen, nach denen die Krise auf die Realwirtschaft überzugreifen droht und eine Kette von Absatzrückgängen, Entlassungen, Firmenzusammenbrüchen, Steuerausfällen und wirtschaftlicher Rezession auslösen könnte. Sogar die Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zeigen sich auf einmal völlig überrascht, mit welcher Wucht die Krise um sich greift, und die neoliberalen Deregulierungs- und Privatisierungsfanatiker fordern plötzlich massive staatliche Eingriffe. Wo soll eigentlich das ganze Geld für solche Rettungspakete herkommen, wo es vorher an allen Ecken und Enden im Sozialbereich, im Bildungs- und Gesundheitsbereich gefehlt hat? Und wo fließt es eigentlich hin? Und wer wird letztlich in welcher Form die Zeche dafür zahlen müssen?
    Die aufgeregten Diskussionen, Kommentare und Stützungsmaßnahmen der letzten Wochen haben fast alle eines gemeinsam: Sie lenken von den tieferen Ursachen der Weltfinanzkrise ab und beschränken sich auf deren Symptome. Das wird die Krise nicht wirklich überwinden helfen. Dabei sind wesentliche tiefere Ursachen dieser Krise und ihrer Zuspitzung von einigen Kritikern längst erkannt, und sie fordern seit Jahren oder gar Jahrzehnten grundlegende Korrekturen im Geldsystem, das auf vollkommen fragwürdigen Fundamenten aufgebaut ist, die viel zu lange verschleiert wurden. Dazu gehört die langfristig zerstörerische Dynamik des Zinseszinses – und das ihm hervor getriebene krebsartige Wachstum von Geldvermögen und Schulden. Dazu gehört auch die Schöpfung eines mit Zins belasteten Geldes aus dem Nichts in den Händen eines weitgehend privaten Bankensystems, das den Staat und große Teile der Gesellschaft in immer tiefere Verschuldung treibt.
    Prof. Dr. Bernd Senf von der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin hat in seinen Veröffentlichungen schon seit 1996 eindringlich auf die Gefahren eines Super-Gaus des Weltfinanzsystems hingewiesen und grundlegende Korrekturen im Geldsystem angemahnt. Diese Mahnungen wurden vielfach ignoriert, belächelt oder gar bekämpft. Die jüngsten Entwicklungen scheinen ihm allerdings recht zu geben. In seinem Vortrag wird er auf lebendige und spannende Art und auf allgemein verständliche Weise die wesentlichen Zusammenhänge zum Thema ableiten. Danach besteht die Gelegenheit zu Fragen und Diskussionen.
    Näheres unter
    www.berndsenf.de (Rubrik „Wirtschaft und Gesellschaft“)
    Buchveröffentlichungen von Bernd Senf:
    • Der Nebel um das Geld
    • Die blinden Flecken der Ökonomie
    • Der Tanz um den Gewinn
    Zitate von Bernd Senf
    „Deutschland ist in diesem (20.) Jahrhundert aufgrund des geld- und währungspolitischen Versagens der demokratischen Parteien schon zweimal in soziale Katastrophen (Inflation 1923 und Deflation 1929ff) gestürzt, die den Boden für den Faschismus bereitet haben. Wenn sich eine ähnliche Entwicklung auf europäischer (oder gar auf globaler) Ebene nicht wiederholen soll, gilt es, rechtzeitig die Augen zu öffnen gegenüber den fundamentalen Problemen, die mit Geld- und Währungsfragen zusammenhängen.“ (Der Nebel um das Geld, 1996)
    „Vom blinden Glauben an den Neoliberalismus gehen erneut Gefahren aus, die es rechtzeitig zu erkennen gilt, bevor die Entwicklung zu neuen Katastrophen führt.“ (Die blinden Flecken der Ökonomie, 2001)
    „Die Struktur und Dynamik des bestehenden Geldsystems auf der Grundlage eines gespaltenen Geldflusses (Tauschmittel einerseits und Spekulationsmittel andererseits) treibt systematisch das Börsenfieber mit seinen wachsenden Spekulationsblasen hervor, die schließlich unvermeidlich platzen müssen. Börsenfieber und Kurssturz sind also Ausdruck einer Systemkrise und nicht in erster Linie Folge individuellen Versagens einzelner Manager, Vorstände und Aufsichtsräte von Konzernen, Banken und Investmentfonds – und auch nicht in erster Linie des Versagens einzelner nationaler Regierungen oder Zentralbanken.“ (Der Tanz um den Gewinn, 2004)


    LG.
    Oswald
     

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