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OT: Hertha und Berlin

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von manbock, 6. Dezember 2003.

  1. manbock

    manbock Gold Member

    Registriert seit:
    13. Juli 2001
    Beiträge:
    1.129
    Ort:
    Hermsdorf
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    Das wollte ich hier mal loswerden:
    Ich identifiziere mich mit dem Geschriebenen.
    Aus Tagespiegel:

    Der Berliner überlebt auch das
    HERTHAS GROSSE KRISE

    Von Sven Goldmann

    Der Fall Hertha BSC: was für ein großartiges Klischee! Reden wir also über den neureichen Verein aus der Hauptstadt, der am liebsten zwei Schritte macht, obwohl doch die Kraft nicht mal für einen reicht. Der Brasilianer einkauft wie andere Vereine Trainingsleibchen. Der von der Champions League redet und gegen den Abstieg spielt. Kurzum: Reden wir über die Fortsetzung des Berliner Anspruchsdenkens auf dem Rasen, Symbol einer bankrotten Hauptstadt, die so viel sein möchte und so wenig ist, deren Politiker tagsüber Kindergärten schließen und nächtens Partys feiern. Arme Berliner: Haben sie denn nicht schon genug erlitten, dass sie nun auch noch mit dem Niedergang ihres geliebten Fußballklubs gestraft werden?

    Wer so argumentiert, setzt zweierlei voraus: dass die Berliner an ihrer Stadt leiden und dass sie ein besonders emotionales Verhältnis zu ihrem Fußballverein, zu Hertha BSC, pflegen. Beides trifft nicht zu.

    Der Berliner leidet nicht, der Berliner arrangiert sich. Seine Ideologie ist der Pragmatismus. In Berlin wird ein schwuler Bürgermeister nicht nur akzeptiert, sondern geschätzt, ja hofiert. Berlin lebt gut mit den Nachfolgern der Mauerbauer in der Regierungskoalition und mit seinem zurzeit so erfolglosen Fußballverein. Niederlagen bringen hier niemanden um den Schlaf.

    Der Gelsenkirchener schließt seine Schalke-Mannschaft ins Abendgebet ein, der Berliner rührt bei Siegen anerkennend die Hände zum Beifall. Bedingungslose Loyalität ist ihm fremd, spätestens seit dem Bundesligaskandal in den siebziger Jahren, als Herthas Profis sich für Niederlagen bezahlen ließen. In Kaiserslautern würde der Bürgermeister zur Not sein Büro als Umkleidekabine zur Verfügung stellen. Wann hat man Klaus Wowereit zuletzt auf der Ehrentribüne des Olympiastadions gesehen?

    Herthas Manager Dieter Hoeneß ist Schwabe, und er hat die Distanz der Berliner wechselweise als Herzlosigkeit und Undankbarkeit interpretiert. Hoeneß hat für Hertha in den vergangenen sieben Jahren ein deutsches Spitzenteam zusammengekauft, er hat dem Verein ein seriöses Image gegeben und ein runderneuertes Stadion, es wird im kommenden Jahr fertig. Und wie wird es ihm gedankt? Mit freundlicher Zustimmung in Zeiten des Erfolges, mit Häme und Gleichgültigkeit in der Krise. Warum nur wird seine Zuneigung zu dieser Stadt nicht erwidert?

    Berlin heischt nicht um Liebe und Bewunderung, Berlin setzt beides als Selbstverständlichkeit voraus. Wenn jemand der Stadt seine Zuneigung versagt, reagiert Berlin nicht beleidigt, sondern gleichgültig, im besten Fall verwundert oder mitleidig. Selbst schuld. Wer hier nicht gut genug ist, der fällt durch, nicht ins Bodenlose wie in New York, sondern in ein Nirwana der Ignoranz.

    Als vor ein paar Jahren das SchillerTheater geschlossen wurde, heulten die Künstler und Feuilletons in ganz Deutschland auf. Den Berlinern war es herzlich egal. Hingegangen ist eh keiner mehr. Genauso sieht es mit Hertha BSC aus. Sollen sie halt besser spielen, die Herrschaften, dann werden die Berliner Fußballfans auch wieder ins Olympiastadion kommen.

    Berlin braucht Hertha nicht, aber Hertha braucht Berlin. Das wird Dieter Hoeneß in diesen Tagen vor Augen geführt, da sich sein Verein eine Krise genommen hat. Eine Krise, wie sie auch andere, größere Vereine schon hatten.

    Mit den Vergleichen zwischen Politik und Sport darf man es nicht übertreiben. Wer in Herthas sportlicher Baisse Parallelen zur Misswirtschaft in der zahlungsunfähigen Hauptstadt sieht, der argumentiert auf denkbar theoretischer Ebene. Bayer Leverkusens Beinahe-Abstieg aus der Bundesliga in der vorigen Saison wurde ja auch nicht durch Gewinnwarnungen des Bayer-Konzerns verursacht. Und war Edmund Stoibers missratene Kanzlerkandidatur schuld daran, dass der FC Bayern München im vergangenen Jahr so kläglich in der Champions League scheiterte?

    Es kommt nicht von ungefähr, dass in Berlin so viele Bayern-München-Fans wie in keiner Stadt außerhalb Bayerns leben. Der Berliner bewundert die Münchner Eleganz und Fußballkunst. Im Fußball, da darf München ruhig die Hauptstadt sein.

    Edit:
    Kurzum, ich liebe diesen Verein und leide dementsprechend.

    Ich stand früher - in den sechzigern - noch an der Plumpe mit meinem Vater an der Millionenbrücke und schaute der Oberliga zu.

    <small>[ 06. Dezember 2003, 03:50: Beitrag editiert von: manbock ]</small>
     
  2. Lechuk

    Lechuk Institution

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    Samsung BD-D6500 3D
    Samsung BD-F7500 3D

    LD
    Denon LA-2300A
    Naja mit München bin ich nicht Deiner Meinung,
    muß wohl auch daran liegen,das ich Schumacher auch nicht mag aber bei beiden immer diese verdammten Knallkörper fliegen-also nicht die-nee,ich mein' die,die immer knallen wenn man sie angezündet hat. winken

    Ansaonsten &lt;&lt;&lt; [​IMG] &gt;&gt;&gt;
    Nu ist Stevens weg-war der jemals eigentlich richtig da? und da fragt man sich eigentlich-wann geht Hoeneß? sch&uuml
     
  3. Saviola

    Saviola Wasserfall

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  4. n0NAMe

    n0NAMe Platin Member

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  5. Saviola

    Saviola Wasserfall

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