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Nutzung der Frequenzressourcen

Dieses Thema im Forum "Digital TV über die Hausantenne (DVB-T/DVB-T2)" wurde erstellt von Manfred Z, 7. Juli 2007.

  1. Manfred Z

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    1) Internationale Planungen

    Die regionale Funkverwaltungskonferenz RRC-06 hat mit dem Abkommen Genf 2006 (GE06) die frequenztechnischen Grundlagen gesachaffen, um ein geordnetes Sendernetz für den digitalen Rundfunk (Hörfunk, Fernsehen, Mediendienste, Mobildienste) in den Frequenzbändern III (VHF) und IV/V (UHF) aufzubauen (Band I wird vom Rundfunk aufgegeben).

    Dies internationale Abkommen ist rein technischer Art. Es legt die Frequenzen (Kanäle) in den einzelnen Regionen fest (Wellenplan) und enthält Regeln für die Modifikation des Plans. Der technische Teil macht Angaben zur Planung der Netze, darunter Störabstände zwischen den Sendern auf Gleich- und Nachbarkanälen (Spektrummaske).

    Der technische Teil des Abkommens ist bereits auf der Konferenz RRC-04 verabschiedet worden und berücksichtigt nur die Digitalsysteme DAB und DVB-T. Der Plan ist aber flexibel und erlaubt andere Techniken (z.B. DMB, DVB-H, Datendienste), wenn die für DAB und DVB-T geltenden Regeln eingehalten werden. Hier gibt es anscheinend Probleme mit DVB-H, was die Einhaltung der Störabstände (Spektrummaske) angeht.

    Für die Länder in den europäischen Kerngebieten ergibt der Plan:
    - 3 Bedeckungen (Layer) für DAB im Band III (Kanäle 5 bis 12, insbesondere 11 und 12)
    - 1 Bedeckung für DVB-T im Band III (Kanäle 5 bis 10)
    - 7 oder 8 Bedeckungen für DVB-T im Band IV/V (Kanäle 21 bis 69)

    Das Abkommen GE06 macht keine Angaben zu den Inhalten des digitalen Rundfunks, da das in die Kompetenz der Länder fällt. Es gibt aber einen internationalen Frequenzplan, in dem geregelt ist, welche Dienste in welchen Frequenzbändern senden dürfen. Dieser Plan wird auf Weltfunkverwaltungskonferenzen (WRC) festgelegt. Die nächste, die WRC-07, findet im Herbst 2007 statt; 2011 folgt die WRC-11.

    Wer sich informieren will, hier der Link zu den Konferenzen der ITU:
    http://www.itu.int/ITU-R/index.asp?category=conferences&link=rconf&lang=en


    2) Die Planungen in Deutschland

    Für die weitere Planung in Deutschland erschien im Dezember 2006 ein gemeisames Papier der Beteiligten:
    -Technische Kommission der Landesmedienanstalten
    -Produktions- und Technik Kommission von ARD, ZDF und Deutschlandradio

    Die Kernaussage dieses Papiers (Leitlinien zu einem Frequenznutzungskonzept) ist:
    - der Verzicht auf die mittelfristige Nutzung von Band III für DVB-T und
    - die ausschließliche Nutzung von Band III für DAB/DMB
    - eine Bedeckung im UHF-Band für DVB-H

    (Auszüge und Links zum Papier in Postiing #2)

    In den ARD Media Perspektiven 06/2007 gibt es einen Artikel von Herbert Tillmann, BR, zu diesen Planungen, in dem er die Planungen erläutert und begründet. Er geht auch auf die Frequenzpolitik der EU ein.

    (Kurzfassung und Link zum Artikel in Posting #3)


    3) Die Frequenzpolitik der EU

    Inzwischen ist die EU-Kommission, namentlich Frau Viviane Reding als Kommissarien für Medien auf den Plan getreten. Sie wittert überall Möglichkeiten für Geschäftsmodelle und will Frequenzen zu einem Handelsgut machen. Kurz gesagt, sie möchte Rundfunkfrequenzen versteigern lassen, am liebsten durch eine neu geschaffene EU-Behörde, die die bisherigen Hoheitsrechte der Mitgliedsstaaten an sich reißen wüede. Nach ihrer Vorstellung müsste der öffentlich-rechtliche Rundfunk gegen finanzstarke Konzerne in Konkurrenz treten. Wenn diese Politik sich durchsetzt, werden Fernsehfrequenzen an Mobilfunkanbieter verkauft, die diese dann ausschließlich gemäß geschäftlichen Interessen nutzen können, z.B. für DVB-H.

    Dazu gibt es ein Papier, das die Positionen der EU für die WRC-07 wiedergibt:
    DE: http://ec.europa.eu/information_society/policy/radio_spectrum/docs/ref_docs/com/com_2007_371_de.pdf
    DE: http://europa.eu/rapid/pressRelease...format=HTML&aged=0&language=DE&guiLanguage=en

    (Auszüge aus dem Papier in Posting #4)

    Weitere Links zur EU-Frequenzpolitik:
    EN: http://ec.europa.eu/information_society/policy/radio_spectrum/index_en.htm
    EN: http://ec.europa.eu/information_society/doc/factsheets/022-radio-spectum-policy-en.pdf
     
    Zuletzt bearbeitet: 7. Juli 2007
  2. Manfred Z

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    AW: Nutzung der Frequenzressourcen

    Zu 2) Hier Auszüge aus dem gemeinsamen Papier:

    Technische Kommission der Landesmedienanstalten
    Produktions- und Technik Kommission von ARD, ZDF und Deutschlandradio

    Leitlinien zu einem Frequenznutzungskonzept für den digitalen Rundfunk und Telemediendienste in der Bundesrepublik Deutschland nach der RRC-06 in den Frequenzbändern III, IV und V

    http://www.alm.de/fileadmin/Dateien/Frequenznutzungskonzept_4.2.pdf

    Übersicht des 8-seitigen PDF

    1. Vorbemerkung

    2. Ausgangslage / Grundlagen
    2.1 Zielsetzung der Digitalisierung
    2.2 Ergebnisse der RRC-06

    3. Stand und beabsichtigter Ausbau der Frequenznutzung für digitalen Rundfunk
    3.1 Digitales Fernsehen
    3.2 Digitaler Hörfunk (Digital Radio)
    3.3 Mobiler Rundfunk (Digital Multimedia Broadcasting for Handhelds

    4. Technische Rahmenbedingungen für den digitalen Umstieg
    4.1 Analoge Frequenznutzung
    4.2 Digitales Fernsehen (DVB-T)
    4.3 Digitaler Hörfunk (Digital Radio)
    4.4 Mobiler Rundfunk (Digital Multimedia Broadcasting for Handhelds)

    5. Vorschlag zur Frequenznutzung nach der RRC-06
    5.1 Grundsätze des Frequenznutzungskonzeptes
    5.2 Vorschlag zur Aufteilung des VHF- und UHF-Bereichs
    5.3 Nutzungsvorschlag und Anforderungen für den UHF-Bereich (DVB-T- / DVB-H-Bedeckungen)
    5.4 Nutzungsvorschlag und Anforderungen für den VHF-Bereich (DAB- / DMB-Bedeckungen)

    6. Diese Leitlinien sind erstmals zum 01.07.2008 vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen zu überprüfen.

     
  3. Manfred Z

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    Zu 2) Die Kurzfassung des Artikels von Herbert Tillmann:

    Der Artikel (PDF): http://www.ard-werbung.de/showfile.phtml/06-2007_tillmann.pdf?foid=21986
     
  4. Manfred Z

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    Zu 3) Die Position der EU-Kommission:

    Brüssel, den 2.7.2007 - COM(2007) 371 endgültig
    MITTEILUNG DER KOMMISSION AN DEN RAT, DAS EUROPÄISCHE PARLAMENT, DEN EUROPÄISCHEN WIRTSCHAFTS- UND SOZIALAUSSCHUSS UND DEN AUSSCHUSS DER REGIONEN

    Die ITU-Weltfunkkonferenz 2007 (WRC-07)
    (Text von Bedeutung für den EWR)

    Inhaltsverzeichnis:
    1. Die europäische und weltweite Dimension der Frequenzpolitik
    2. Europäische Vorbereitungen für die WRC-07
    3. Für die WRC-07 relevante Gemeinschaftspolitiken
    4. Zukunft der mobilen Kommunikation
    5. Sonstige Schwerpunkte
    6. Mehr Flexibilität im weltweiten Frequenzregulierungssrahmen
    7. Tagesordnung der nächsten Konferenz (WRC-11)
    8. Schlussfolgerung

     
    Zuletzt bearbeitet: 7. Juli 2007
  5. robiH

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    Solange Frau Reding die Frequenzen unterhalb von 470MHz in Ruhe läßt, soll mir das recht sein.
     
  6. Manfred Z

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    zu 3) Die Frequenzpolitik der EU

    Hier eine Stellungnahme zum Thema "Digitale Dividende" in einem Positionspapier der European Broadcasting Union (EBU) vom 12. Dez. 2006:

    Positionspapiere: http://www.ebu.ch/en/legal/position/index.php

    Hier die Kernaussagen des Papiers:

     
    Zuletzt bearbeitet: 7. Juli 2007
  7. Manfred Z

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    Auszüge aus dem Artikel von Herbert Tillmann, Bayerischer Rundfunk (siehe #3)
    [Unterstreichungen MZ]

     
  8. Manfred Z

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    In der letzten Zeit wurde mehrfach (besonders im Bayern-Salzburg-Thread) die Störung von Kanal 32 durch andere Sender (insbesondere Hesselberg) diskutiert. Manche Beiträge hatten Anklänge an Verschwörungstheorien (absichtliche Störung ausländischer Sender).

    Hier die Auflösung: Man hätte ohne kleine Wiederholentfernungen niemals 6 UHF-Bedeckungen mit den Kanälen 21 bis 60 (weitgehend ohne 38) sowie 64 bis 66 realisieren können.

    Weiter mit Herbert Tillmann:

     
    Zuletzt bearbeitet: 27. Juli 2007
  9. Manfred Z

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    AW: Nutzung der Frequenzressourcen

    Wiederholentfernungen von Kanälen am Beispiel K 29 und K32
    (derzeitige Nutzung in Klammern)

    K 29

    Zielona Góra (analog)

    Rostock-Stralsund-Usedom (NDR/ARD)
    Dresden (MDR)
    Magdeburg-Brocken (frei, ARD in Planung)
    Bremen-Unterweser (NDR)
    Bonn-Köln-Düsseldorf-Ruhr (RTL)
    Bamberg-Ochsenkopf (?)
    Stuttgart (analog ZDF Heubach)

    Salzburg (Mux B in Planung)
    Innsbruck-Reutte-Landeck (?)

    Zürich-Cholfirst (?)

    Besançon (analog)
    Nancy (analog F2)

    Hainaut-Est (analog Boulogne, Mézières)

    Zeeland (Digitenne 3)
    Den Helder (frei)

    K 32

    Zielona Góra-Zagan (analog ZG)

    Schwerin (frei)
    Chemnitz-Schöneck (MDR)
    Bremen (ZDF)
    Münster (frei)
    Nord-/Mittelhessen (ARD)
    Saarland (?)
    Nürnberg-Hesselberg-Dillberg (analog ZDF Hes)

    Salzburg (Mux A)
    Innsbruck-Reutte-Landeck (analog Landeck)

    Zürich-Rigi-Cholfirst (SRG SF)

    Epinal-Vittel (analog)
    Dijon
    Mézières-Hirson

    Eupen-Malmédy (-)

    Zeeland (Digitenne 4)
    Friesland (Digitenne 1)
     
    Zuletzt bearbeitet: 28. Juli 2007
  10. robiH

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    Das ist der Grund, warum ich vorschlage, daß NRW auf 11D (10KW) umzieht und den 12D (1kW) dem BFBS überläßt. Der kann mit dieser Leistung auch in Teilen Niedersachsens genutzt werden. Die freiwerdenden UKW-Frequenzen kann das Deutschlandradio gut gebrauchen.
     

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