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Neues von der Schuldenfront...

Dieses Thema im Forum "Sky - Technik/Allgemein" wurde erstellt von BikerMan, 24. Juli 2002.

  1. BikerMan

    BikerMan Platin Member

    Registriert seit:
    19. Juli 2001
    Beiträge:
    2.234
    Ort:
    MUC
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    Premier hat wohl bald zwei "neue" Gesellschafter:

    Die SZ vom 24.0702: Eine Bank fürs Leben

    Um ihre Kredite zu retten, steigt die halbstaatliche Bayern LB nun beim Abofernsehen Premiere und in der Formel 1 ein

    Die Bayerische Landesbank Girozentrale (Bayern LB) braucht für ihre Selbstdarstellung viel Platz. Ist sie doch immerhin ein internationales Finanzinstitut mit weltweit 27 Stützpunkten, das an zehn weiteren Geldhäusern und 21 Unternehmen beteiligt ist. Dazu gehören das Bau- und Immobiliengewerbe, die Telekommunikations- und Versicherungsbranche, eine Unternehmensberatung und zwei Gesellschaften für Wagnisfinanzierung. Bald aber muss Vorstandschef Werner Schmidt das Kapitel Konzernstruktur wohl um einen Eintrag erweitern: „Die Bayern LB zählt zu den führenden Adressen im internationalen Sportmarketing- und Mediengeschäft.“

    Nach der Pleite ihres Großkunden Leo Kirch, dem die Landesbank insgesamt mehr als zwei Milliarden Euro geliehen hat, entwickelt sich das halbstaatliche Finanzhaus unfreiwillig zum Medienkonzern. Die Übernahme der Formel 1 von Kirch steht kurz bevor, der Ex-Deutschbanker Thomas Fischer und die einstige Internet-Unternehmerin Loretta Würtenberger arbeiten an einer Nachfolgefirma, bei der Autoriesen mitmachen sollen. So soll das viele Geld gerettet werden, das die Bayern LB dem Münchner Medienunternehmer für den Kauf der Rennsportserie gewährt hat. Womöglich muss sich die „Hausbank des Freistaates Bayern“, so die Selbstbeschreibung, außerdem an der gescheiterten Kernfirma Kirch Media beteiligen – dort geht bei der Investorensuche wenig voran.

    New Premiere

    Auch um ein langfristiges Engagement beim defizitären Abosender Premiere kommt die Landesbank wohl nicht herum, da dort ansonsten ebenfalls viele Millionen verloren gehen, die leichtfertig ausgereicht wurden. Das ergibt sich aus dem knapp 150- seitigen Rettungsplan für Premiere, den die New Yorker Investmentbank Morgan Stanley erarbeitet hat. Das Sanierungskonzept fürs Abofernsehen (Pay-TV) jedenfalls sieht eine neue Unternehmensstruktur vor, in der die Bayern LB eine zentrale Rolle spielt.

    Der teilweise von Altlasten befreite Abosender wird nach den aktuellen Plänen in eine New Premiere GmbH eingebracht. Einziger Gesellschafter dieser GmbH ist wiederum eine Holding mit dem Arbeitstitel NewCo, und deren Inhaber sind die Bayern LB und das zweite große Münchner Geldhaus, die HypoVereinsbank. Die beiden Institute wandeln, so ist es vorgesehen, ihren Premiere-Kredit über insgesamt 750 Millionen Euro in Anteile an der NewCo um. Die Bayern LB hat allein mehr als 500 Millionen Euro ausgereicht.

    Der nächste Schritt steht kurz bevor. Die beiden Institute suchen, bestückt mit dem Morgan Stanley-Verkaufsprospekt, nach Investoren, die bei der NewCo einsteigen und viel Kapital mitbringen. „Jeder, der an Premiere glaubt und uns unterstützt, ist hier willkommen“, sagt Senderchef Georg Kofler. Für ihn ist eine Beteiligung zwischen fünf und zehn Prozent im Gespräch, doch dazu äußert sich Kofler nicht. Die übrigen Anteile verbleiben laut dem internen Szenario für längere Zeit bei den zwei Bayern-Banken.

    Die Geldinstitute und die Investoren sollen jeweils 40 bis 50 Prozent halten. Zwischen den beiden Blöcken stünde dann Kofler, der dem Vernehmen nach aber die Verluste nicht mitfinanzieren möchte. Für das nötige Kapital müssten die anderen Premiere- Betreiber sorgen, darunter auch die beiden Hausbanken. Die Bayern LB und die Hypo haben sich von der Illusion verabschiedet, sie könnten schnell aussteigen.

    Von den neuen Investoren wird viel erwartet. Sie sollen laut Prospekt einen Teil des Großkredites über 750 Millionen Euro ablösen, einen zusätzlichen Brückenkredit und die Garantie-Zahlung für die Fußball-Bundesliga in Höhe von insgesamt 150 Millionen Euro übernehmen und 250 Millionen Euro frisches Kapital bereitstellen. Die beiden Banken würden von ihrem Großkredit 300 bis 400 Millionen Euro stehen lassen – und bis Ende 2004 noch mal 100 bis 200 Millionen Euro aufbringen. Dann soll Premiere mit rund drei Millionen Abonnenten endlich Gewinn machen. Die Bayern LB und die Hypo hoffen, dann ihre Anteile mit Gewinn verkaufen zu können und heil dem Schlamassel zu entkommen. Darum sorgt sich auch Bayerns CSU- Regierung, deren halbes Kabinett im Verwaltungsrat der Landesbank sitzt, und deren Wirtschaftsminister Otto Wiesheu auch deshalb für Premiere kämpft. Denn ohne die unternehmerischen Abenteuer der Landesbank bei Formel 1 und Premiere wären dicke Wertberichtigungen auf die Kirch-Kredite fällig – eine hässliche Begleiterscheinung im Kanzleramtskampf des Edmund Stoiber.

    Der Finanz-Prospekt enthüllt auch einen bislang unbekannten Premiere- Kredit der Landesbank in Höhe von 42850910 Euro für das Leasing von Decodern, das sind Zusatzgeräte fürs Pay TV. Kirch hat eben das Angebot der Bayern LB wörtlich genommen: „Wir garantieren reibungslose Bezahlvorgänge“, verspricht die halbstaatliche Bank ihren Kunden.

    Quelle: http://szonnet.diz-muenchen.de/REGIS_A14295523

    Auch in der morgigen Ausgabe ist eine Bericht über die Schulden:
    http://www.sueddeutschezeitung.de/aktuell/sz/artikel6203.php

    Gruß
    BikerMan
     

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