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MUX-Ausbau

Dieses Thema im Forum "Digital TV über die Hausantenne (DVB-T/DVB-T2)" wurde erstellt von GoaSkin, 9. Juli 2006.

  1. GoaSkin

    GoaSkin Silber Member

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    In Deutschland ist es üblich, 3-4 Sender auf einer Frequenz zu senden, während es im benachbarten Ausland deutlich mehr sind. Gibt es in Deutschland dafür Vereinbarungen, daß maximal vier Programme pro MUX gesendet werden oder würde dem nichts im Weg stehen, die Senderanzahl ohne technischen Aufwand zu erhöhen?
    Denn wenn man pro Senderegion nicht mehr als sechs Kanäle belegen will, so sieht es mit dem Ausbau des Programmangebotes in Ballungszentren nicht gut aus.
     
  2. Robert Schlabbach

    Robert Schlabbach Talk-König

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    AW: MUX-Ausbau

    Definiere "ohne technischen Aufwand". Um mit halbwegs akzeptabler Qualität mehr als 4 Videostreams in maximal 15Mbps quetschen zu können, müsste man verbesserte Kompressionsverfahren anwenden. Um die dann aber anwenden zu können, ist sowohl beim Sender als auch beim Empfänger neue Technik erforderlich - geht also nur mit technischem Aufwand.

    Oder man steigt von QAM-16 auf QAM-64 um und reduziert evtl. noch die FEC. Damit könnte man die Datenrate - und damit die Programmzahl - zwar annähernd verdoppeln, aber man müsste ggf. die Sendeleistung erhöhen und/oder die Empfangsanlagen verbessern - geht also wieder nur mit technischem Aufwand.

    Öhm, hier in Berlin sind bereits 10 DVB-T Kanäle in Betrieb und zwei weitere stünden bereit, wenn es denn einen Bedarf für weitere Programme gäbe - gibt es derzeit aber offenbar nicht...
     
  3. Yeti82

    Yeti82 Gold Member

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    AW: MUX-Ausbau

    Noch mehr Sender?
    Schon jetzt bei vier Sendern pro Mux sind doch deutliche Qualitätseinbußen zu sehen! Seitdem ich neuerdings nur noch 1m entfernt von meinem Fernseher sitze (ich weiß, ich weiß, sehr ungesund ;) ), merke ich es umso deutlicher. Gerade bei schnellen Schnitten ist das Bild teilweise grobpixelig, als hätte jemand den Mosaikeffekt im Bildmischer benutzt.
    Mehr Sender in den Mux quetschen geht, wie Robert Schlabbach schon schrieb, nur über Änderungen der Parameter (die im Ausland ja auch anders sind, wo mehr Sender über einen Kanal gehen). Das würde dann aber bedeuten, dass das schöne Überallfernsehen mit Stab- oder Zimmerantenne vorbei ist und jeder eine perfekt ausgerichtete Dachantenne bräuchte. Dann kann man ja gleich Sat nehmen.

    Außerdem, Frequenzen sind wirklich genug da. Nur Programmanbieter, die die 800.000 €/Jahr/Sender (Region Köln/Bonn) auf sich nehmen wollen, um ein paar potenzielle Zuschauer mehr zu erreichen, lassen sich nicht blicken.
     
  4. GoaSkin

    GoaSkin Silber Member

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    AW: MUX-Ausbau

    Ich glaube die schlechtere Bildqualität liegt eher daran, daß man ein MPEG-Komprimierungsverfahren benutzt, das sich mit wenig Rechenaufwand wieder dekomprimieren lässt, damit Receiver keine aufwendigen Prozessoren benötigen und dadurch billig vermarktet werden können.
    Das war auch bei den älteren Codecs für Video-Dateien am PC so und das Bild sah ähnlich aus. Um Klassen schlimmer aber die Codecs, die auf die ersten Pentium-Rechner ausgelegt waren.

    Bei DVB muß man auch bedenken, daß zumindest DVB-C nun mehr seit ca. 10 Jahren produktiv eingesetzt wird, wo man noch einmal ein paar Jahre für die Konzeptionierung und Vorbereitungsmaßnahmen dazu nehmen muß. DVB-T ist auch nicht viel neuer, da es damals schon konkrete Pläne gab, das Antennenfernsehen zu digitalisieren - auch wenn man es erst jetzt tut.

    DVB entstand einfach in einer Zeit, in der die technischen Möglichkeiten noch viel begrenzter waren und ist auch heute noch kompatibel zu Uralt-Hardware wie der DBox1.
     
  5. Yeti82

    Yeti82 Gold Member

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    AW: MUX-Ausbau

    Natürlich spielen mehrere Faktoren für die Bildqualität eine Rolle.
    Ein gutes Kompressionsverfahren holt mehr Qualität aus einer bestimmten Datenrate heraus als ein schlechtes.
    Du hast auch Recht, dass MPEG-2 immer noch eingesetzt wird, weil diese Technik ausgereift ist und billig produziert werden kann. Aber wie sollte man es anders machen? Willst du alle DVB-Nutzer zwingen, sich für mehr als 500 Euro neue Hardware mit den allerneusten Laborentwicklungen anzuschaffen? Oder einen Simulcastbetrieb mit MPEG-2 und diesem tollen neuen Kompressionsverfahren fahren? Das wäre dann fast doppelt so teuer von den Ausstrahlungskosten her. Es sei denn, man entwickelt eine Art MPEG2-Pro (wie MP3pro), das man in gewohnter Qualität mit alter Hardware und in besserer Qualität mit neuer Hardware sehen kann.
    Aber ich denke so kann das nicht gehen.
    "10 Jahre alt" bedeutet nicht automatisch "schlecht", auch wenn das in der PC-Welt als "Dinosaurier-Alter" gilt. Man kann die Situation auch nicht wirklich mit Video-Codecs auf dem PC vergleichen. Schließlich kostet so ein PC auch seine 500 bis 1000 Euro. Das ist dann aber auch eine Allroundmaschine, die man bis zu einem gewissen Grad noch ausbauen kann, auch z.B. XviD installieren.
    Außerdem ist DVB jetzt ausgereift und hat sich bewährt. Da sind 10 Jahre eher ein Qualitätsmaß. Ich würde jedenfalls nicht in eine Technik investieren, die erst seit 6 Monaten aus dem Labor heraus und auf dem Markt ist.

    Man darf außerdem nicht nur die Empfangsseite betrachten. Es braucht ja für Fernsehausstrahlung leistungsfähige Echtzeitencoder. Ich erinnere mich noch gut, dass ProSiebenSat.1 ihren HDTV-Start verschieben mussten, weil zwar die Empfangshardware aber noch nicht die Sendehardware für ihr angestrebtes MPEG-4 verfügbar war.

    Zudem ist es nunmal so, dass Technik einen gewissen Entwicklungsprozess durchläuft. Ein Projekt, das vor 3 Jahren begonnen wurde, ist natürlich immer 3 Jahre "hinter der Zeit". Andererseits würde eine Neuentwicklung auf "heutigem" Stand dann wieder 3 Jahre, oder wie im Fall von DVB, wie du sagst 10 Jahre dauern.

    Ich denke, der Erfolg von DVB-T insbesondere ist auch stark auf das Kostenargument zurückzuführen. Kabelgebühren sparen, Set-Top-Box für 49 Euro, Antenne für 6 ... wer will da schon das Drei- bis Vierfache investieren, für ein paar Artefakte weniger, die ohnehin nur im direkten Vergleich auffallen?
    Schließlich kann kein Codec zaubern. Noch nicht. ;)
     
  6. masterandy

    masterandy Silber Member

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    AW: MUX-Ausbau

    Hier in Berlin liegt es auch an der Sendeparametern einiger Sender. Als negatives Beispiel seien da DSF, Euronews, FAB benannt. Es ist auch ein Super Bild möglich was uns ARD und ZDF zur WM vorführten. Als Qualitativ besten Sender ist das ZDF zu erwähnen, welches es schafft gleichbleibend in einer hervorragenden Qualität zu senden.
     
  7. TV_WW

    TV_WW Foren-Gott

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    14.410
    AW: MUX-Ausbau

    Was mich in diesem Zusammenhang interessieren würde, wäre:
    Requantisieren die Fernsehsender den Datenstrom der für die Satellitenverbreitung erzeugt wird für DVB-T oder verwenden die Sender separate Encoder um den Datenstrom für DVB-T zu erzeugen? Hat da jemand Ahnung?
     
  8. GoaSkin

    GoaSkin Silber Member

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    AW: MUX-Ausbau

    Ich wollte nicht kritisieren, daß die Verfahren, die bei DVB eingesetzt werden nicht die Neuesten sind, sondern einfach eben genau darstellen, daß man Digitalfernsehen nicht mit Video-Dateien auf dem Rechner vergleichen kann und dafür auch Gründe darstellen.

    Ich bin mir nicht 100% sicher, aber ich glaube, daß es auf einigen Sateliten auch Transponder gibt, die speziell dafür dienen, Daten zur Weitervermittlung per DVB-T oder DVB-C bereitzustellen. Das kann man sich so ähnlich wie eine endlose Archivierungsdatei auf dem Rechner vorstellen, aus der DVB-T Daten zum Weitersenden ausgepackt werden. Es gibt viele Transponder, die nur zur Beschickung von Kabelanbietern und Co. genutzt werden und dabei ein ganz anderes Verschlüsselungsverfahren nutzen, für das keine Receiver auf dem Markt sind (dabei handelt es sich meist auch um ein ganz anderes Übertragungsverfahren). PowerVU scheint hier zu gerne genutzt zu werden.
     
  9. Kroes

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    AW: MUX-Ausbau

    In NRW ist es ganz sicher so, dass die ProSieben-Gruppe, Eurosport, Terra Nova, CNN und VIVA genau so über Astra DVB-S (bzw bei Sat.1 23,5° Ost wegen des Regionalprogramms) empfangen werden, wie es bei einem normalen Empfänger auch ist. Wenn es dort Ausfälle gibt, dann immer genau dann, wenn wetterbedingt der entsprechende Sat-Uplink ausgefallen ist oder eben auch nach Transponderwechseln (VIVA, Eurosport). Das so ankommende Signal der jeweils vier Programme wird dann nochmals zusammengequetscht und das ergibt dann das "grandiose" Bild von Sat.1 und ProSieben z.B...
     

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