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Lore

Dieses Thema im Forum "Blu-ray/DVD" wurde erstellt von Alaska, 22. Juli 2013.

  1. Alaska

    Alaska Talk-König

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    LORE
    Deutschland/Australien/Großbritannien, 2012
    Drama, Roadmovie
    Produktionsfirma: Rohfilm/Porchlight Films/Edge City Film
    Verleih: Kino: Piffl Medien
    Länge: 109 Minuten
    FSK: ab 16; f
    Erstaufführung: 1.11.2012/15.11.2012 Schweiz
    Produktion: Karsten Stöter, Benny Drechsel, Liz Watts, Paul Welsh
    Regie: Cate Shortland
    Buch: Robin Mukherjee
    Kamera: Adam Arkapaw
    Musik: Max Richter
    Schnitt: Veronika Jenet
    Darsteller: Saskia Rosendahl (Lore), Nele Trebs (Liesel), André Frid (Günter), Mika Seidel (Jürgen), Kai Malina (Thomas), Nick Holaschke (Peter), Ursina Lardi (Mutti), Hans-Jochen Wagner (Vati), Sven Pippig (Bauer), Philip Wiegratz (Helmut), Katrin Pollitt (Bäuerin), Hendrik Arnst (Mann vom Ochsenwagen), Claudia Geisler (Fau vom Ochsenwagen), Eva-Maria Hagen (Omi)

    Kurzkritik
    Von seinen Eltern entsprechend der NS-Ideologie erzogen, muss ein 15-jähriges Mädchen am Kriegsende ohne Vater und Mutter mit seinen jüngeren Geschwistern auf dem Weg zur Großmutter eine Odyssee durchs zerstörte Deutschland überstehen. Hilfe findet es ausgerechnet bei einem jüdischen Jungen. Für das Mädchen gilt es nicht nur zu überleben, sondern auch sein gesamtes bisheriges Weltbild zu überdenken. Das eindringliche Porträt einer Heranwachsenden, deren Konfrontation mit der Wirklichkeit ihre Loslösung von einer menschenverachtenden Ideologie bewirkt. Road Movie und Coming-of-Age-Geschichte verbinden sich durch eine suggestive Bildsprache und die mitunter fast lyrische Erzählweise zum intensiven Drama.
    (Filmdienst)
    _____________________

    Den habe ich mir zweimal im Kino angesehen, weil der mich so beeindruckt hat und auch auf BD bekommt er von mit eine glatte 10/10. Saskia Rosendahl spielt dieses blonde deutsche Mädchen mit einem Realismus, daß man sich zurückversetzt fühlt, und zwar nicht in eine Filmwelt, sondern in die Wirklichkeit. Und ihre Ambivalenzen mit dem jüdischen Jungen, das ist schlicht atemberaubend. Eine spannende und letztlich mehr als abgründige Geschichte aus der Perspektive von Jugendlichen und Kindern, denen nicht nur die Eltern, sondern auch der sinnstiftende Halt durch ihr Weltbild verlorengeht.

    [​IMG]
     
    Zuletzt bearbeitet: 23. Juli 2013
  2. Hoffi67

    Hoffi67 Moderator

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    AW: Lore

    Ich habe mir jetzt mal den Film angesehen, aber ich kann mich Deiner Meinung nicht anschließen. Mir fehlt die emotionale Bindung zum Film. Klar ist er gut gespielt, aber auch völlig emotionslos und unnahbar bzw. unterkühlt meiner Meinung nach.
    Auch die Figuren blieben in meinen Augen blass, ich habe da einfach keine bewegende Geschichte gesehen.

    Aber so unterschiedlich kann man das sehen. Ich bewerte Ihn mal nicht, weil ich ehrlich gesagt gar nicht wüßte wie.;)
     
  3. seagal1

    seagal1 Gold Member Premium

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    AW: Lore

    Den habe ich mir bestellt und bekomme ihn am Dienstag. Mal schauen, wie ich ihn bewerte.
     
  4. seagal1

    seagal1 Gold Member Premium

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    AW: Lore

    So, nun habe ich "Lore" auch gesichtet und muss hier mal wieder (wie so oft) Hoffi zustimmen. Aus dem Thema hätte viel mehr herausgeholt werden können aber die Akteure - und ich meine hier die gesamte Darstellerriege - wirken so hölzern, unnahbar und emotionslos, da ist mir das harte Schicksal von Lore, um das mal salopp zu sagen, echt am Ar... vorbeigegangen. Da hat mich noch nicht einmal der Tod ihres Bruders bewegt. Sicher, Lore hat nie eine elterliche Liebe erhalten und wurde im Sinne des Nationalsozialismus erzogen, daher konnte sie auch keine tiefgründige Geschwisterliebe geben aber genauso kühl ist der Film aufgebaut. Mitreißend ist was anderes!!! Im Gegensatz zu Hoffi kann ich mich zu einer Wertung durchringen: Ich gebe emotionslose 3/10 Punkte.
     
  5. Alaska

    Alaska Talk-König

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    AW: Lore

    Hm… Mit diesen Reaktionen hätte ich jetzt nicht gerechnet.

    Die Kinder sind in einem nationalsozialistischen Elternhaus sozialisiert worden, bis vor kurzem glaubte man dort noch an den Endsieg. Nun hat sich der Führer umgebracht und alles scheint verloren, der geliebte Vater zieht in einen letzten Kampf und die Mutter läßt sich verhaften. Die 15jährige Lore zieht nun allein verantwortlich mit ihren jüngeren Geschwistern inklusive eines Säuglings durch das zerstörte Deutschland, einer Art Parallelwelt ihrer bisherigen Vorstellungen, in der ihre Illusionen brutalst zerstört werden. Alles ist feindlich, nicht nur die Amerikaner, auch Opfern unter den Deutschen, die in Lore eine Mitverantwortliche für den Naziterror sehen. Zudem war ein Mädchen damals Freiwild für alle.

    Ich habe nicht erwartet, sympathische Familienmitglieder vorzufinden, mit denen ich mich hätte identifizieren können. Lore muß hart sein, um ihre Geschwister schützen zu können und sie kann auch nicht von heute auf morgen das verlieren, was die letzten Jahre über ihre Identität ausgemacht hat. Diese Identität bekommt langsam Risse, der junge angebliche Jude, der ihr hilft, die Bilder der Toten aus den Konzentrationslagern. Am Ende erst vollzieht sich ein Wandel in der Ablehnung gegenüber der Großmutter, also eine Entnazifizierung.

    Kurzum, ich hatte keine Hollywoodatmosphäre erwartet, keine armen Kinder, die einem leid tun oder dergleichen, sondern eine Hauptfigur, deren Welt vollkommen zusammenbricht und die verzweifelt versucht, sie zusammenzuhalten. Das hat man von erwachsenen Nazis schon alles gesehen, denen kann man dann leicht die Schuld für ihr Handeln zuordnen, bei Jugendlichen oder Kindern geht das nicht, die sind unschuldig "schuldig" geworden. Lore wirkt eiskalt, praktisch gefroren, wie anders soll sie das auch verarbeiten können? Spannend fand ich, wie langsam Zweifel in diesem Panzer sichtbar wurden, wie es dahinter arbeitete und brodelte, auch wie sich die Pubertät im Verhältnis zum angeblichen Exsträfling Raum schaffte.

    Der Film ist eine Mischung aus Road-Movie und Coming-of-Age-Drama in der Hölle einer von Nazis und ihren Gegnern verbrannten Erde, in der es keine Zukunft zu geben scheint.
     

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