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Liebe

Dieses Thema im Forum "Blu-ray/DVD" wurde erstellt von Hoffi67, 22. Februar 2013.

  1. Hoffi67

    Hoffi67 Moderator

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    Anne und Georges sind ein Ehepaar an ihrem Lebensabend. Der Alltag der beiden ändert sich dramatisch, als Anne einen Schlaganfall erleidet und halbseitig gelähmt ist. Georges verspricht seiner großen Liebe, dass er sie nicht in ein Krankenhaus oder Heim einweisen wird: Obwohl es mit seiner Frau stetig bergab geht, steht er diesen letzten Kampf gemeinsam mit ihr durch.

    Liebe handelt von der bedingungslosen Liebe zweier Menschen bis zum Tod.
    Anne wird plötzlich schwerkrank und Ihr Zustand wird immer dramatischer.Ihr Mann Georges versprach Ihr, sie nicht mehr ins Krankenhaus bzw. in ein Pflegeheim zu geben.Michael Haneke schafft es wieder einmal einen Film zu drehen, der einen den Hals zuschnürt und das alles ohne jegliche Filmusik.Der gezeigte Realismus ist beängstigend aktuell dargestellt und wirft außerdem viele Fragen auf.
    Liebe ist ein Film der weh tut und sicher kein Film für die breite Masse.Trotzdem kann ich jeden empfehlen, diesen Film anzuschauen, denn er hat ein brisantes Thema zu bieten, daß uns alle treffen kann. 7,5/10 von mir


    http://www.videoworld.de/Blu-ray%20Disc~170084~vw~28990/Bluray-Disc-Verleih-Liebe.html



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    Zuletzt bearbeitet: 22. Februar 2013
  2. seagal1

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    AW: Liebe

    Hoffi`s Empfehlung hat mal wieder "ins Schwarze getroffen". Ich habe mir den Film gerade auf BD angeschaut und bin echt beeindruckt, wie realistisch der Streifen von Jean-Louis Trintignant und Emmanuelle Riva rübergebracht wurde. Ich spreche da aus eigener Erfahrung, da meinem Vater, der jetzt seit 5 Jahren im Pflegeheim wohnt, mit einem Schlaganfall das gleiche Schicksal ereilt hat. Den Schritt, welchen Georges zum Ende jedoch gegangen ist, hätte ich nie in Erwägung gezogen. Michael Haneke ist hier ein eindrucksvoller Film gelungen, der lange nachwirkt und zum Nachdenken anregt. Von mir sehr gute 8/10 Punkte.
     
  3. Alaska

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    AW: Liebe

    Von mir 9/10 Punkte. Ein Film, der zeigt, wie schwer es ist, Alter und Krankheit mit Würde zu vereinbaren. Auffallend, wie sehr sich das Paar abschottet, auch von den eigenen Kindern. Alles, was dem deutschen Fernsehen oder Kino zum Thema einfällt wie Abschieds- und Trauerarbeit, rührende Szenen am Sterbebett, moralische Betroffenheit usf. fehlt hier komplett und das ist mehr als angenehm. Tatsächlich behalten die Figuren ihre Würde gerade deswegen.

    Haneke stemmt sich mit diesem Film gegen einen gesellschaftlichen Trend zwischen Verdrängung und Verkitschung. Und er zeigt ein Paar, das sich im hohen Alter noch liebt. Das finde ich sehr beeindruckend.
     
  4. arena.tv

    arena.tv Junior Member

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    AW: Liebe

    gehts lang
     
    Zuletzt bearbeitet: 25. März 2013
  5. Miramo

    Miramo Neuling

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    Film LIEBE – Regisseur Michael Haneke

    Jean-Louis Trintignant (Darsteller), Emmanuelle Riva (Darsteller), Michael Haneke (Regisseur)

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    Ich habe mir die BD gekauft, weil mich das Thema des Alterns, des Umgangs mit Demenz und Schlaganfall schon immer berührt hat – ein Thema, bei dem man in unserer Zeit gern Augen und Ohren verschließt, so man denn nicht irgendwo selbst involviert ist. Es ist überaus mutig über das Thema stilles, langsames Sterben, fernab von Krankenhäusern oder Altersheimen einen für Zuschauer sehenswerten Film zu drehen - sich sehr viel Zeit zu nehmen für lange und tiefe Empfindungen, filmisch ein Sterbetagebuch zu führen - alte Menschen als Protagonisten eines Filmes zu zeigen in einer Welt, die von Schönheitswahn und Jugend regiert wird. Hier müsste sich der Regisseur eigentlich fragen: wer will denn diesen Film ohne jegliche Action überhaupt sehen? Ich! Und Du und Du ? Wir alle ?
    Der bewegende Film beginnt mit dem vorgegriffenen Ende – der Totenszene – Die Polizei findet in einer Wohnung eine tote alte Dame namens Anne , die zerbrechlich aber majestätisch in ihrem wohl schönsten Kleid mit Blumen geschmückt in ihrem Bett liegt. Der gesamte Film spielt sich in dieser geräumigen Pariser Innenstadtwohnung ab und durch gekonnte Kameraführung - sich ständig wiederholende Bilder des Interieurs, fühlt sich der Zuschauer unweigerlich inmitten der Wohnung, als wäre er selbst ein Teil davon.



    Dann schwenkt die Kamera zurück und es werden Szenen ihres Lebens kurz vor dem Tode gezeigt. Die charmante alte Frau ist mit ihrem Mann Georges in einem Konzert und beide fahren mit dem Bus in ihre Pariser Wohnung. Eine für Anne schlaflose Nacht folgt, wohl die letzte ohne Lähmungen und mit wirklich klarem Kopf, denn bereits beim Frühstück am kommenden Morgen erleidet sie einen Schlaganfall. Das alte Leben ist schlagartig zu Ende - ein neuer letzter Lebensabschnitt beginnt , der in einen sehr langen, quälenden, innigen und teils auch komischen Abschied vom Leben mündet – der Zuschauer muss sich hier Tränen zurückhalten. Langsam und sehr bedächtig – stillstandhaft – kommt mit fortschreitender Lähmung der Abschied – dann der Tod.

    Geschickt schwenkt die Kamera immer wieder zu den leeren dem Zuschauer nur zu gut bekannten Räumen – den leeren Sesseln und verschlossenen Fenstern – dann wieder innige Szenen der aufopfernden Pflege seitens George, Szenen eines gemeinsamen Tanzes, Szenen im Rollstuhl. Die Liebe, die das Ehepaar verbindet, wird in kleinsten Zärtlichkeiten gezeigt, wie bei der Tischkonversation oder beim Betrachten alter Fotos.


    Eine wichtige Schlüsselszene prägt diese Film und sollte nicht unerwähnt bleiben: George muss zu einer Beerdigung eines Freundes und findet nach Rückkehr Anne am Boden liegend – unter einem offenen Fenster. Wollte Sie Selbstmord begehen ? George berichtet über die Bestattung des Freundes und viele kleine „Lächerlichkeiten“ – da sagt Anne plötzlich mit ausdruckloser Härte: Es gibt keinen Grund weiterzuleben.



    Ein 2. Schlaganfall folgt und Anne kann nun auch nicht mehr verständlich sprechen – Worte können nichts mehr ausrichten – Das passt zum gesamten Film, denn auch dieser besteht hinsichtlich der Konversation eigentlich nur aus Wortbruchstücken –wie : das Leben ist schön – ich habe Pfirsichsaft dazugegeben – man muss Immobilien kaufen – ich kann nicht mehr - Alles wird klein – Aus der Musik von Bach und Beethoven wird am Ende: Sur le pont d`avignon.

    Der letzte Liebesakt der beiden George und Anne besteht darin , dass George seine Anne fest fest mit einem Kissen drückt – er hat ihr Erlösung gegeben: Wie sagte sie doch: Es gibt keinen Grund weiterzuleben. Übrig bleibt nur eines: Wahrheit.

    Voller Emotionen und schauspielerisch meisterhaft gespielt zeigt dieser überaus ehrlich gemachte aber anspruchsvolle Film den gemeinsamen Kampf gegen eine Krankheit - bis in den Tod. Er zeigt das Dahinvegetieren - Überforderung, Festhalten, Loslassen. Kalt lassen wird dieser Film Keinen, er geht direkt unter die Haut. Kein Film für Action Fans ! Gekonntes anspruchsvolles Kino.
     

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