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Kommentar: Das Ende vom Nichtraucherschutz in Bayern

Dieses Thema im Forum "Politik" wurde erstellt von Italia, 9. Oktober 2008.

  1. Italia

    Italia Senior Member

    Registriert seit:
    30. Dezember 2005
    Beiträge:
    233
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    Die Wahl in Bayern ist vorbei. Die Niederlage für die CSU verherend. Viele Gründe führten zu den Wahlergebnis. Aber wie nach der Bezirkswahl war klar, was wohl der 1. Grund für Scheitern sein würde. Das Nichtraucherschutzgesetzt hat laufen "detaillierten" Analysten der CSU wohl die absolute Mehrheit gekostet und steht deshalb laut MP in Spe Seehofer vor einer weiteren Aufweichung.

    Aufweichung? Was sollte dann in Bayern noch mehr aufgeweicht werden? Das auf dem Papier strengste Nichtraucherschutzgesetz war in der Praxis nicht viel Wert. Reihenweise wurden Gaststätten, Discos, Bars zu windigen "Raucherclubs" und nutzen so schaarenweise die mit Absicht installierte Gesetzeslücke. Und die wenigen Gaststätten die entweder mit Absicht Nichtrauchergastätten sein wollten oder zu faul waren einen "Club" einführen, konnte man bald in einer Stadt mit 2 Händen abzählen. Jetzt sind die Raucher und ihre Lobby wieder am Ziel, sprich am Anfang. Die CSU will Gastätten, Disco, Bars nach dem 1. Entwurf erlauben sich mit einem einfach Eintrag in Rauchergastätten umzuwandeln und würde das "Club Rauchen" dann in ein offizielles Gewand packen. Die Folge werden Zustände sein wie wir sie immer schon in Deutschland hatten. Es darf wieder ausnahmeslos, ausser in Zügen, Kindergärten (oh wie gnädig), Rathäusern, wieder geraucht werden. Sogar in Restaurants denkt man nach, in Nebenräumen die nicht durch eine Tür getrennt wieder rauchen zu lassen, was im Endeffekt dazu führt, dass selbst beim Essen es mit einer Prise Passivrauch geniessen darf.

    Das ganze Gesetz ist also vollkommen umsonst gewesen und hat denjenigen bewiesen, dass man sich nur eine Zeit lang stur stellen muss, damit sich alles wieder ins alte einrenkt. Überall zeigt sich der Staat oder Parteien hart, wenn Wähler aus Frust einige Entscheidungen mit einer Nichtwahl, oder Anderswahl boykottieren (siehe MwsT Erhöhung) beim NR Schutzgesetz beugt man sich willfährig einer Minderheit.

    A propos Minderheit... Man sieht ,dass eine Demokratie von einer schreienden Minderheit ausgehebelt werden kann wenn die große Mehrheit schweigt. Laut verschiedenen Studien sind bis 72% aller 18-50 Jährigen Nichtraucher. Von den rund 30% Rauchern geben nur knapp 40% sie würden sich Dauerkonsumenten zählen. Das heißt dass sich der Staat einer 20% Minderheit beugt. Das verbittert und enttäuscht mich als Nichtraucher. Wie angenehme war es am Anfang wo man nicht zugestunken, mit roten Augen nach Hause kam.
    Aber nein, der Staat und viele Raucher empfinden es gerechter, wenn sie überall rauchen und andere damit schaden, bzw. sie zwingen sich vom gesellschaftlichen Leben fern zu halten (ausser man geht Kneipen, Bars, etc, wo geraucht wird) als wenn der Staat von den Rauchern verlang im Schnitt 3x abends für 2 min vor die Tür zu gehen. Das ist doch unfassbar!
    Das Nichtraucherschutzgesetzt war schon schlecht geplant weil es nicht einheitlich war wie anderen Ländern. Jedes Bundeland hat so sein eigenen kleinen Regeln und Ausnahmen, und nachdem man bei der Bezirkswahl sofort eingelenkt hat in Bayern, war klar, dass der Staat nicht wirklich gewillt seine Mehrheit vor dem Passivrauch zu schützen. Anstatt eine klare Regelung mit einem konsequenten Rauchverbot überall durchsetzen, kommen wieder dt. Spezialregelungen raus die am Ende niemand mehr versteht.

    Die Raucher sagen immer... " wenn es euch nicht passt, müsst ihr ja nicht hingehen" Gut, wegen einer krassen Minderheit kann ich jetzt in 85% aller Kneipen, Gaststätten nicht gehen, weil im Endeffekt keine wirkliche Auswahl habe...es gibt ja keine.

    Ein Beispiel zum Schluss: Was würde passieren wenn ich meinen Hausmüll und Biomüll einfach bei mir im Garten ablade, weil ich so faul 2 Minuten weiter ihn in die Tonne zu schmeissen. Es würde stinken und gefährlich fürs Grundwasser sind, und wenn mein Nachbar fragt, wieso ich nicht es die 2 Minuten in die Tonne bringen könnte, würde ich sagen, "wenn es dir nicht passt, zieh doch einfach in einer Wohnung oder da wo es nicht ist" blöd, wenn aber genau in der Gegend mein Beruf ist bzw. ich genau in der Gegend meine Familie habe.

    Wie gesagt ich bin einfach enttäuscht.... Ich habe nichts gegen Raucher, si können ja in abgetrennten Räumen rauchen, oder in der Disco in kleinen Raucherräumen, der eben nicht der Dancefloor sind.

    Danke für Eure Zeit!
     
  2. Gag Halfrunt

    Gag Halfrunt Lexikon

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    Geldspeicherstadt
    AW: Kommentar: Das Ende vom Nichtraucherschutz in Bayern

    Die Zeit kannst du dir leider sparen, da die Sucht keinerlei rationales Handeln zulässt. Die meisten Raucher sind nicht in der Lage, ihre Sucht als solche zu begreifen. Sie sind nicht in der Lage, ihr Leben zu kontrollieren, denn die Sucht kontrolliert sie. Das führt dazu, dass sie, mal abgesehen von der unbestrittenen Selbstzerstörung, die sie durch den Konsum vornehmen, zu oft das vergessen, was man allgemein als "Benehmen" oder "Rüchsichtnahme" bezeichnen würde.
    Für die meisten Raucher steht ihre Sucht an erster Stelle -- in der Regel unbewusst! Das ist das schlimme dabei.

    Die Sucht lässt sie zu rücksichtslosen Egoisten verkommen.

    Das sieht man daran, wie in Rauchverbotszonen, in denen keine harten Saktionierungen durchgesetzt werden, völlig ungeniert weiter geraucht wird.

    Deine Beispiele sind nett, aber sie kommen bei den Betroffenen nicht an. Im Gegenteil, sie werden gegen dich verwendet, da die meisten Raucher schlichtweg nicht in der Lage sind, diesen Vergleich zu begreifen. Ihr Fehlverhalten blenden sie vollständig aus. Die Sucht greift in dieselben körperlichen Mechanismen wie der Selbsterhaltungstrieb -- so perfide dies auch ist. Raucher können einem daher eigentlich nur leid tun.

    Dummerweise dürfen Raucher auch bei Wahlen mit entscheiden. Niemand würde auf die Idee kommen, Kokainsüchtige mitbestimmen zu lassen, ob man Koks legalisieren sollte, genausowenig wie man Häftlinge über ihr Haftmaß entscheiden lässt.
    Bei Rauchern ist das aber selbstverständlich. Dass sie in dieser Frage medizinisch schlichtweg unzurechnungsfägig sind, wird dabei leider nicht beachtet -- ein Tabuthema.

    Von daher bin ich mittlerweile zu dem Schluss gekommen, dass eine Regelung wie in Hessen, wo von Anfang an die "Raucherzimmer" unter Auflagen erlaubt waren, die in der Praxis beste Lösung darstellt -- so lange zumindest in diesem Land keiner so viel Arsch in der Hose hat, ein Totalverbot ohne Ausnahmen durchzusetzen. Das hessische Modell (wie auch das anderer Bundesländer) funktioniert wunderbar. Es erlaubt eine praxisgerechte Koexistenz beider Interessensgruppen.
    Und ich persönlich wage mal zu behaupten, dass sich mittelfristig die Lokale schlicht den Aufwand sparen werden, ein eigenes Raucherzimmer einzurichten, so dass dies nach und nach zu einer Randerscheinung wird.

    Der Deutsche ist halt stur -- insbesondere, wenn eine Sucht dann noch jedes rationale Handeln unterdrückt. Und auch in diesem Thread werden sich gewiss einige Raucher wieder zu Wort melden, die jede Gefährdung durch Passivrauchen verleugnen, die quasi Aufhebung befürworten und mit zahlreichen fadenscheinigen Argumenten die Unsinnigkeit jedes Nichtraucherschutzes zu "beweisen" versuchen.

    Danke für deine Zeit. ;)

    Gag
     
    Zuletzt bearbeitet: 9. Oktober 2008
  3. hopper

    hopper Lexikon

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    AW: Kommentar: Das Ende vom Nichtraucherschutz in Bayern

    Wie wäre es mit 2 Krankenkassensysteme? Eine für Raucher und 40% KV, sowie eine für Nichtrauber bei 5% KV.
     
  4. Gag Halfrunt

    Gag Halfrunt Lexikon

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    AW: Kommentar: Das Ende vom Nichtraucherschutz in Bayern

    Och, es würde voll und ganz ausreichen, wenn man die Tabaksteuer drastisch erhöhen und diese Beiträge dann an die KV überführen würde -- oder ein separater Aufschlag. 50ct pro Kippe -- schon würde sich das Problem von ganz alleine lösen.

    Komisch, bei den Alcopops ging das doch auch.
     
  5. hopper

    hopper Lexikon

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    AW: Kommentar: Das Ende vom Nichtraucherschutz in Bayern

    Das erhöht nur den Schwarzhandel. Und dann verraucht der Raucher am Anfang des Monats sein Gehalt und ißt am Ende des Monats bei den Tafeln den Bedürftigen das Essen weg.
     
  6. Gag Halfrunt

    Gag Halfrunt Lexikon

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    AW: Kommentar: Das Ende vom Nichtraucherschutz in Bayern

    Das Problem bei deinem Vorschlag: Ein nicht unerheblicher Teil der Raucher zahlt die Krankenkassenbeiträge nicht aus der eigenen Tasche. Die Kippen aber schon.

    Und gegen den Schwarzmarkt hilft auch was: Nochmal 50ct drauf und davon das Personal beim Zoll aufstocken. ;)
    Die USA werden ihrem Falschgeldproblem ja auch nicht etwa durch Sicherheitsmaßnahmen in den Geldscheinen herr, sondern durch ein großes Personalaufgebot beim Secret Service. Schafft Arbeitsplätze.
     
  7. camouflage

    camouflage Platin Member

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    AW: Kommentar: Das Ende vom Nichtraucherschutz in Bayern

    Bei den unterschiedlichen Kassenbeiträgen wird aber das Problem an sich vorerst nicht gelöst. Die werden trotzdem weiter rauchen und damit die Luft verpesten. Es müsste so sein wie in Italien, wo Rauchen in der Öffentlichkeit generell verboten ist. Aber selbst wenn es nur zu Hause erlaubt ist - selbst dann wird man damit beläsigt. Bei mir z.B. zieht der Qualm von dem unter mir wohnenden Mieter nach oben, wenn das Fenster offen ist. Kurzum sollte der Tabak dazu so teuer sein, dass es sich niemand mehr leisten WILL.
     
  8. kinofreak

    kinofreak Foren-Gott

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    AW: Kommentar: Das Ende vom Nichtraucherschutz in Bayern

    wie ist das eigentlich in einer "Baubude" geregelt und in einem Arbeitsbus? leider ist ein Kollege von mir rückfällig geworden und nun raucht er so stinkige Zigarillo Zigaretten, die kaum auszuhalten sind. einer dreht sich Zigaretten mit schwarzen krauser, die stinken gleich noch schlimmer und da es jetzt kalt wird sind die Türen/Fenster unseres Baucontainers geschlossen... zumindestdent kurz weil wenn da 4 raucher drinnen sind hält es ein Nichtraucher kaum aus...

    und das schlimme daran: die vielgepriesene Rücksicht der Raucher kann man getrost vergessen! in dieser halben stunde müssen es nicht eine Zigarette nach dem essen sein..... nein, es müssen zwei sein!

    nun frag ich mich, wie ist das gesetzlich geregelt? ich werd nämlich da ziemlich blöd angeredet wenn ich was sag.... bin ja auch total alleine... :(
     
  9. Eike

    Eike von Repgow Mitarbeiter

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    Magdeburg
    AW: Kommentar: Das Ende vom Nichtraucherschutz in Bayern

    Der NR-Schutz ist doch tot, machen wir uns nichts vor.

    In Magdeburg prahlen sogar die Gaststätten in der Zeitung das sie offen gegen das Gesetz verstoßen und auch vom Ordnungsamt nichts zu befürchten haben.

    Und in Bayern gibts nun hat statt Gaststätten R-Clubs... Einfach nur zum Kopf schütteln. Deutschland bekommt durch seine Kleinstaaterei das primitivste Gesetz nicht zu stande.
     
  10. modus333

    modus333 Platin Member

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    Beiträge:
    2.787
    AW: Kommentar: Das Ende vom Nichtraucherschutz in Bayern

    Wenn in Deutschland von der Partei A ein guter, dem Großteil der Menschen nützender Vorschlag kommt, beginnt folgender Mechanismus:
    Partei A guter Vorschlag. Meist besteht eine Koalition mit Partei B. Partei B denkt, Vorschlag von A ist so gut, das kostet uns Wählerstimmen. Also bring Partei B einen "besseren" Vorschlag. Die Lobbyisten wissen, zu welcher Partei sie gehen müssen, um ihre Vorstellungen auch noch einzubringen. Da von Partei A und B Spitzenpolitiker auch meist in den Vorständen und Aufsichtsräten zu finden sind, ist da leichtes Spiel.
    Mittlerweile ist der gute Vorschlag von Partei A so verwässert und zum Flickenteppich verkommen, daß es nun schon egal wäre. Nur muß der Vorschlag, der nun vielleicht Gesetzentwurf ist, durch den Bundesrat und da geben Partei C und D auch noch ihren Senf dazu.
    Was dann rauskommt, ist ein fauler Kompromiss, der den Lobbyisten gefällt und den Großteil der Menschen verärgert.
    Das kann man nun sehr deutlich am sogenannten "Nichtraucherschutzgesetz" beobachten.
    In anderen Länder funktioniert das weitaus besser.
    Italien hat z.B. ein absolutes Rauchverbot in allen öffentlichen Räumen, ohne Ausnahme.
    Wer raucht wird zur Kasse gebeten und das wird teuer. Wer z.B in öffentlichen Räumen raucht, in denen sich Kinder oder schwangere Frauen befinden zahlt bis zu 2500 € Strafe.
     

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