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Kinokritik: Mathilde - Eine große Liebe

Dieses Thema im Forum "Kino, Blu-ray und DVD" wurde erstellt von Eike, 28. Januar 2005.

  1. Eike

    Eike Moderator Mitarbeiter

    Registriert seit:
    7. Februar 2003
    Beiträge:
    45.668
    Ort:
    Magdeburg
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    Und wieder einmal wende ich mich mit meiner Betrachtung einem Film zu, der jenseits der großen Blockbusterzuschauerzahlen nicht in allen deutschen Kinos sein Dasein fristet. Anspruchsvolle Filme haben es eben schwer:

    Mathilde - Eine große Liebe
    Frankreich/USA 2004
    u.a. mit Audrey Tautou

    Inhalt:

    Dieser Film ist eine an sich heikle Mischung aus Kriegs- und Liebesfilm. Der Regiesseur Jaen-Pierre Jeunet hat aber dieses Unterfangen blendent und eindruckvoll gemeistert. Zu Hilfe stand Ihm die Darstellerin Audrey Tautou die die dt. Zuschauer so richtig im Film "Amèlie" wargenommen haben.

    Der Film erzählt die Geschichte einer Frau an der bertonischen Küste, deren Verlobter nicht aus dem ersten Weltkrieg heimkehrt. Alles spricht dafür das er umgekommen ist. Aus Unterlagen geht hervor das er sich selbst in die Hand geschossen hat um den Schützengräben zu entkommen. Das Kriegsgericht schickt in ins Niemandsland zwischen französischer und deutscher Front in den sicheren Tod. Die Leiche hingegen hat niemand gesehen.
    Mathilde spielt Tuba, ein Instrument das Notsignale nachmachen kann. Unerschütterlich versucht sie zu rekonstruieren wo Ihr Mann geblieben ist. Mit einer kriminalistischen Energie begibt sie sich in die grausamen Wirren des Krieges. Niemals zweifelt sie an dem Leben Ihres Verlobten...

    Kritik:

    Die Hauptdarstellerin hält sich, im Gegensatz zu "Amèlie", wohltuend zurück und spielt eine Lichtgestalt in diesem schmutzigen Kriegsfilm. Das ist auch nötig, denn die Kamera entführt uns selten so intensiv wie hier ins Zentrum des Krieges: Blut, Tod, Dreck, Angstschweiß und Niedertracht hüllt uns in den Sessel des Kinos in dem wir "Dank" der geringen Zuschauerzahlen auch alleingelassen werden.

    Wertung:

    Dieser Film prägt sich ein. Ungewöhnlich auch das dieser französische Film als solcher per Gerichtsentscheid gar nicht genannt werden darf. Er ist von Warner Bros. in Auftrag gegeben und kam somit nicht in den Genuss von französischen Fördermitteln.

    Seis drum: Ich bezeichne den Film als Herausragend!
    Daher der Smilie mit dem breiten Grinsen!

    :D
    10 v. 10 Pkt.
     
  2. plam

    plam Senior Member

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    8. Oktober 2003
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    448
    Ort:
    Jena
    AW: Kinokritik: Mathilde - Eine große Liebe

    Ich habe von den Film bislang noch gar nicht wahrgenommen. Erst gestern morgen wurde er kurz im ARD Morgenmagazin geteasert...und bereits die paar Minuten wirkten auf mich sehr beeindruckend. Ich denke, diesen Film sollte man sich schon auf einer großen Leinwand ansehen.
     
  3. UliS

    UliS Guest

    AW: Kinokritik: Mathilde - Eine große Liebe

    Da ziehe ich "Krieg und Frieden" vor. Dieser Muus aus historischem und gegenwärtigen Patriotismus geht mir mächtig auf die Nüsse.
     
  4. *scirocco

    *scirocco HAL 2015 Mitarbeiter

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    26. Dezember 2002
    Beiträge:
    5.058
    Ort:
    Hagen
    AW: Kinokritik: Mathilde - Eine große Liebe

    Fällt mir der Film Unterwegs nach Cold Mountain zu ein, der sehr erfolgreich im Kino lief.
    Das Buch zu Mathilde lag jahrelang in einem Schrank bei Warner, bevor man erkannt hat, daß man auch heutzutage noch mit dieser Art von Filmen die Leute ins Kino ziehen kann.. :)

    scirocco
     
  5. Gag Halfrunt

    Gag Halfrunt Lexikon

    Registriert seit:
    26. November 2001
    Beiträge:
    22.650
    Ort:
    Geldspeicherstadt
    AW: Kinokritik: Mathilde - Eine große Liebe

    Ich wusste nicht genau, auf was ich mich bei diesem Film einlasse. Ich hab nur Jean-Pierre Jeunet und Audrey Tautou gelesen. Um diesen Film mit einem Wort zu beschreiben: Atemberaubend, ergreifend, gewaltig, grausam, schön.

    Jean-Pierre Jeunet hat mit diesem Film eine schon fast abartig schöne Mischung aus Liebesfilm, Drama und Kriegsepos abgeliefert. Die Handlung spielt größtenteils in erzählten Rückblenden aus dem 1. Weltkrieg. Dabei wird nichts beschönigt, jedoch auf jegliche Hollywood-Soße verzichtet. Es ist einfach nur Krieg, und die Soldaten versuchen in ihrer verzweifelten Lage, das beste daraus zu machen. Umgeben von all der Grausamkeit wirken die von Jeunet bisweilen ein wenig ironisch gezeichneten Charaktere schon fast bizarr. Bei manchen Szenen musste ich schon ein wenig schlucken.

    Die junge Frau Mathilde erinnert vom Charakter stark an Amelie Poulain, ist jedoch deutlich zynischer und entschlossener. Aber dennoch bleibt der Eindruck nicht aus, dass es sich hier um eine unterschwellige Fortsetzung handeln könnte. Das wird zudem noch durch viele, großartig besetzte "alte Bekannte" aus dem französischen Kino unterstützt. Mit dabei ist selbstverständlich -- wie in jedem Jeunet-Film von Dominique Pinon.

    Wer in diesen Film mit Freund/Freundin geht, um einen romantischen Abend zu erleben, ist eindeutig schlecht beraten. Dafür ist der Stoff einfach zu gewichtig.

    10 v. 10 P. auch von mir.
     

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