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Italien: Retequattro, PPV und Teleshopping vor dem Aus

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von Philou5, 2. August 2007.

  1. Philou5

    Philou5 Gold Member

    Registriert seit:
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    Retequattro- und Raidue-Frequenzen an Europa7 und Rete A, keine Fernseher ohne integriertem Digitaltuner mehr, Teleshopping nur noch auf Regionalsendern, PPV gilt nicht mehr als Mediendienst. Das sind die wichtigsten Änderungen, die dem italienischen DVB-T auf die Sprünge helfen sollen.

    Bis es dazu kommt, wird es allerdings noch dauern. Die Kammer hat das Gesetz verabschiedet, jetzt muss es im Herbst noch Parlament und Senat überstehen.

    Europa7 bekommt Leben eingehaucht

    Das Gesetz tritt bereits sechs Monate nach seiner Verabschiedung in Kraft, Raidue und Retequattro senden dann italienweit nur noch über DVB-T. Ihre analogen Frequenzen gehen an den Staat über, der sie mittels eines Wettbewerbs transparent an neue TV-Veranstalter übergeben will wobei Europa7 und Rete A bevorzugt werden müssen. Wie es offiziell heißt. Es steht so gut wie fest, dass sie Europa7 (Leidensgeschichte weiter unten) und Rete A (Gruppo L'Espresso) auf Druck von Brüssel zugeschoben bekommen, zwei Sender, die vor Jahren eine landesweite Sendelizenz zugesprochen bekamen, aber sie nie nutzen durften. Damit soll endlich das tief verwachsene Duopol Rai-Mediaset durchbrochen werden.

    2012 wird italienweit nur noch digital terrestrisch gesendet. Zu 100 %. Die dadurch frei gewordenen Frequenzen gehen an den Staat über. Sie bleiben nicht in Besitz des TV-Veranstalters, der über sie analog gesendet hat.

    Weniger Teleshopping

    Mediaset bekommt erneut eins auf den Deckel. Auf seinen Teleshopping-Kanal Mediashopping wird Mediaset verzichten müssen. Das Verkaufen von Waren (und was ist mit Dienstleistungen - Lotto, Astro etc.?) über das Fernsehen ist Sendern mit landesweiten Sendelizenzen verboten, egal ob analog oder digital. Canale Italia und 7Gold etwa wird es hart treffen. Teleshopping ist dann nur noch auf Regionalsendern möglich.

    Pay Per View über DVB-T vor dem Aus

    Mediaset (" Premium" ) und La7 ( "Cartapiu" ) übertragen nicht nur sämtliche Serie-A-Partien mittels PPV über DVB-T, sondern zeigen auch Filme, Live-Konzerte, Serien etc. Ihre PPV-Kanäle dürfen sie nur deswegen senden, weil sie als Mediendienst eingestuft sind. Das werden sie bald nicht. Sie werden als normale TV-Kanäle angesehen werden. Dadurch überschreiten Mediaset und La7 die Höchstzahl der erlaubten TV-Kanäle, die ein Anbieter ausstrahlen darf, müssen die PPV-Kanäle schließen.

    Fernseher ohne Digitaltuner illegal

    90 Tage nach Inkrafttreten des Gesetzes müssen Nuranalog-Fernseher in sämtlichen Geschäften groß ein Schildchen tragen, das auf den nicht vorhandenen Digitalempfang ohne zusätzlichen Receiver hinweist.

    9 Monate nach Inkrafttreten des Gesetzes dürfen nur noch Fernseher mit eingebautem Digitaltuner produziert werden, 3 Monate später dürfen die Hersteller nur noch diese ausliefern.

    Die neuen Fenseher müssen außerdem eine Fernbedienung besitzen, die abhängig von der jeweiligen Region programmierbar ist.


    Die Leidensgeschichte von Europa7

    1999 will der Unternehmer Francesco di Stefano ein landsweites Vollprogramm starten: Europa 7. Nachdem er das nötige Kleingeld dafür auftreiben konnte, entschließt er sich, bei der Ausschreibung der landesweiten Sendelizenzen mitzumachen, von denen es nur 11 gibt: 3 für die RAI, 8 für Private. Di Stefano schafft es tatsächlich und bekommt die Frequenz von Retequattro (Mediaset) zugesprochen. Retequattro verliert seine Sendelizenz. Er bereitet sich darauf vor, bis 31. Dezember 1999 auf Sendung zu gehen, so wie es die Sendelizenz vorsieht. Er besitzt ein 20000 m² großes Produktionszentrum in Rom mit acht Studios und ein großartiges Rechtearchiv.

    Bis heute schafft es Europa7 nicht, auf Sendung zu gehen, das damalige für sowas zuständige Ministerium gibt die Frequenz nicht an Europa7 frei und dank einer Sondergenehmigung des Ministeriums darf Retequattro landesweit weiter senden. Europa7 legt bei verschiedenen Institutionen einen Rekurs nach dem anderen ein. 2002 entscheidet das italienische Verfassungsgericht wie schon 1994, dass kein privater TV-Veranstalter mehr als 2 landesweite TV-Lizenzen besitzen darf und dass Retequattro seine terrestrischen Frequenzen zum 31. Dezember 2003 freigeben muss und auf Sat ausweichen muss.

    In dieser Zeit war Berlusconi an der Macht, italienischer Ministerpräsident seit 2001 und Besitzer von Mediaset und somit auch von Retequattro. Im Sommer 2003 präsentiert der damalige Kommunikationsminister Gasparri einen Gesetzesentwurf, der das italienische Fernseh- und Radiosystem neu ordnen soll und die Einführung von DVB-T zur Folge hat. Im Dezember 2003 wird das Gasparri-Gesetz vom Parlament verabschiedet, es erlaubt Retequattro weiterhin landesweit terrestrisch zu senden. Italiens Präsident Ciampi weigert sich, es wegen Verfassungswidrigkeit zu unterschreiben und schickt es zurück in die Kammer.

    Am 24. Dezember 2003 verabschiedet die Regierung Berlusconi ein Gesetzesdekret (Dekret "Rette Retequattro" ). Im April 2004 wird das Gasparri-Gesetz endgültig angewendet. Europa7 steht heute still, das Produktionsstudio in Rom vor dem Verfall. Der Fall Europa7 landet vor dem Europäischen Gerichtshof, mit dabei eine Schadensersatzklage gegen den italienischen Staat in Höhe von 3 Milliarden Euro. Dabei ist doch Berlusconi derjenige, der sich (mal wieder auf Kosten der Allgemeinheit) mit Retequattro ein goldenes Näschen verdient hat ...
     
  2. taddie

    taddie Gold Member

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    AW: Italien: Retequattro, PPV und Teleshopping vor dem Aus

    das glaube ich nicht das die das durchgesetzt kriegen, aber wenn ja ist das geradezu perfekt!
    kein ******* teleshopping mehr und die mafia-sender vom ehemaligen presidenten werden abgeschalten. allerdings ist das wohl leider alles nicht so schlimm , da ich denke das es in italien auch menschen mit einer sat-schüssel oder mit kabelanschluss gibt
     
  3. JHC

    JHC Senior Member

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    AW: Italien: Retequattro, PPV und Teleshopping vor dem Aus

    Kabelanschluss??? In Italien?? Zumindest nicht über ein Coax-Netz; hab's dort nie gesehen.
     
  4. Philou5

    Philou5 Gold Member

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    AW: Italien: Retequattro, PPV und Teleshopping vor dem Aus

    In Italien ist Kabelfernsehen praktisch nicht vorhanden.

    Fastweb hat sich ein schönes Glasfasernetz aufgebaut, Fernsehen über Kabel, das läuft aber mehr über Internet. IPTV sozusagen.

    Fazit: Das Fernsehen über Kabel in Italien ist IPTV und das ist auch in Italien groß im Kommen. Alice Home TV gibt es da von der Telecom.

    Zu Europasette (Europa7): Wie ich gerade gelesen habe, gibt es diesen Sender schon seit 1984 und das nur auf Papier ! Seit damals kam dieser Sender nie zu den ihm zustehenden Frequenzen, Retequattro hat es irgendwie immer wieder geschafft, weiterzusenden. Keiner weiß so recht, wie Retequattro sowas geschafft hat.
     
  5. taddie

    taddie Gold Member

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    AW: Italien: Retequattro, PPV und Teleshopping vor dem Aus

    das kann ich dir sagen: weil rete nun mal unserem mafia-italiener gehört der alles in italien in der hand hat. außerdem war dieser mann auch noch eine zeitlang präsident .und er wird auch diesmal wieder alles für sich hinbiegen
     
  6. isidoro

    isidoro Silber Member

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    AW: Italien: Retequattro, PPV und Teleshopping vor dem Aus

    gelöscht
     
  7. arte

    arte Institution

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    AW: Italien: Retequattro, PPV und Teleshopping vor dem Aus

    Bekomm so was mal in Deutschland durch! :eek:
     
  8. Philou5

    Philou5 Gold Member

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    AW: Italien: Retequattro, PPV und Teleshopping vor dem Aus

    Und noch was (gibt es allerdings nicht erst seit Kurzem):

     
  9. taddie

    taddie Gold Member

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    AW: Italien: Retequattro, PPV und Teleshopping vor dem Aus

    Ob das alles eingehalten wird ist eine anere Frage, wenn ich in Italien zu schnell fahre dann gebe ich dem Polizisten Geld und der Strafzettel ist weg, nur ein Beispiel aus eigener Erfahrung
     
  10. Philou5

    Philou5 Gold Member

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    AW: Italien: Retequattro, PPV und Teleshopping vor dem Aus

    Es ist fix: Im Juni 2009 wird laut Kommunikationsminister Paolo Gentiloni in Italien der letzte "analoge Fernseher" verkauft. Bis Ende 2008 müssen die Hersteller aufhören, sogenannte "analoge Fernseher" (Fernseher ohne integrierten Digitaltvtuner) an die Händler zu bringen. Bis Ende April 2008 muss in den Geschäftern jeder "analoge Fernseher" ein Etikett tragen, das besagt, dass er ohne externen DVB-T-Receiver kein digitales Fernsehen empfangen kann.

    Gentiloni: In Italien werden jedes Jahr 5 Millionen Fernsehgeräte verkauft. Den DVB-T-Fond erhöhen wir von 40 auf 60 Millionen Euro.

    Piero De Chiara, Präsident des italienischen DVB-T-Komitees DGTVi: Bis Ende 2011 stehen somit 15 Millionen Fernseher mit DVB-T-Empfang in den italienischen Haushalten, mind. 10 Millionen externe DVB-T-Receiver sind dazuzurechnen. Somit sind wir für den Switch-off 2012 bestens gerüstet.
     
    Zuletzt bearbeitet: 10. Oktober 2007

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