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Gottschalk und Reich-Ranicki konsenlos - gegensätzliche Positionen zu TV bestätigt

Dieses Thema im Forum "DF-Newsfeed" wurde erstellt von DF-Newsteam, 18. Oktober 2008.

  1. DF-Newsteam

    DF-Newsteam Moderator

    Registriert seit:
    25. Januar 2007
    Beiträge:
    82.093
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    Mainz - Fernsehmoderator Thomas Gottschalk und Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki sind nach ihrer 30-minütigen Diskussion in der ZDF-Sendung "Aus gegebenen Anlass" am Freitagabend hauptsächlich zu einem Ergebnis gekommen: dass sie verschiedener Meinung sind, was die Qualität und die Aufgaben des Fernsehens betrifft.

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  2. Frankenheimer

    Frankenheimer Gold Member

    Registriert seit:
    2. August 2007
    Beiträge:
    1.396
    AW: Gottschalk und Reich-Ranicki konsenlos - gegensätzliche Positionen zu TV bestätig

    ich bin nun wirklich kein gottschalk fan. aber der mann hat in diesem fall absolut recht. jeder kann selbst entscheiden was er guckt. fakt ist.... es lief noch nie soviel müll im tv wie je zuvor. fakt ist aber auch... es gab noch nie soviele sender mit programm dass genau das gegenteil bietet. wenn dem herrn ranicki (und ich wette er kennt die ganzen anderen sendungen nichtmal sondern pauschalisiert gnadenlos alles) das nicht passt, sollt er vielleicht einfach mal etwas gezielter suchen und nicht immer nur das verteufeln, was ihm so grade ins auge springt.

    dieses überheblich, möchtern elitäre gehabe empfinde ich als widerwärtig. wer ist der mann der meint anderen sein werteverständnis aufzuwingen. gute unterhaltung kann auch etwas anderes sein als das angestaubte image, dass herr ranicki heraufbeschwören möchte und das vermutlich sowieso keinen anklang finden wird. mir wäre es zum beispiel neu dass der theaterkanal, derr ja die hohen erwartungen ziemlich abdecken dürfte... sich vor zuschauerzahlen kaum retten kann. und das arte in letzter zeit vielleicht beliebter wird ist wohl eher darauf zurückzuführen dass der sender eben nicht mehr nur das reine KULTURPROGRAMM abspult sondern auch normale dokumentationen usw.
     
  3. borg2

    borg2 Platin Member

    Registriert seit:
    9. April 2005
    Beiträge:
    2.562
    AW: Gottschalk und Reich-Ranicki konsenlos - gegensätzliche Positionen zu TV bestätig

    Absolut richtig! Man sollte immer bedenken, dass es eine Zeit gab, in der nur von 16:00 Uhr (Tagesschau, Kinderstunde) bis kurz nach Mitternacht (Nationalhymne, Testbild) gesendet wurde.
    Sendungen wie "Dalli Dalli" (Gott hab Hänschen selig), "Was bin ich" (auch Lemke) waren inhaltlich ähnlich platt, wie heutige Formate. Trotzdem haben sie heute Kultstatus. EWG und der grosse Preis waren dafür wieder Wissenslastig. Es gab platte Dudelsendungen wie auch kulturell hochstehendes. Nachrichten, Magazine (Drehscheibe) und kritische Reportagesendungen wie Monitor, Report etc. Es wurden primitive Trickfilme ausgestrahlt (Schweinchen Dick, Spass an der Freud und amerikanische Serien: Rockford, Petrocelli. Einzig, mit Talksendungen wurde man damals noch nicht gequält. Schönherr begann damit. Und Busen sah man nur nach Mitternacht an Silvester. Haber, Dittfurth und Bublath können, wenn man alte Wiederholunen in Space Nichgt etc. ansieht, durchaus mit heutigen "Wissenschafts" Sendungen mithalten. Da es damals für uns jedoch neu war theoretisches Wissen derartig anschaulich präsentiert zu bekommen, wir teilweise auch noch nicht so viel wussten, ist es rückwirkend betrachtet deratig beeindrucksvoll. Heutige gute Wissenschaftssendungen sind durchaus vergleichbar - unser kritisches Allgemeinwissen ist jedoch teilweise zu gut). All dies wurde in ein, später zwei Programme verpackt, welche gerade mal 1/3 des Tages auf Sendung waren. Heute sind es durchschnittlich 20 Programme (ich weiss, Sat hat viel mehr). Welche vergleichbares bringen, jedoch die übrigen 2/3 der Sendezeit ebenfalls füllen müssen - mit banalem, wie Talkshows, Shop, Superstar und BlahBlah.
    Konnte man damals den TV einschalten und entweder ein Testbild sehen, oder eine Qualitativ hochwertige Sendung, so muss man heute SUCHEN. In einem der 30 Programme wird ebenfalls eine Perle ausgestrahlt. Auch bei den Privaten sind diese zu finden, wenn auch nicht so oft wie bei den ÖR. Damals genügte die Tageszeitung. Heute hat man jedoch EPG, Videotext und Assistenten im Web.
    Bei einer derartigen Vervielfachung der Sendezeiten sehen auch die damals oder heute ausgestrahlten Sendungen, Blauer Bock - Stadel, Königlich B. Amtsgericht - Salesch&Co, Serien welche wöchentlich oder Monatlich ausgestrahlt wurden, heute täglich laufen, in einer anderen Relation. Mit dem damaligen qualitativen Inhalt (selbst produziert und zugekauft) hätte man nie ein Vollprogramm realisieren können. Man hätte die übrige Zeit ebenfalls mit Wiederholungen, billiger eingekaufter Massenware etc. füllen müssen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. Oktober 2008
  4. Thorsten Berlin

    Thorsten Berlin Gold Member

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    4. Mai 2002
    Beiträge:
    1.157
    Ort:
    Berlin
    AW: Gottschalk und Reich-Ranicki konsenlos - gegensätzliche Positionen zu TV bestätig

    Natürlich führt die Masse zu dem besagten Qualitätsverlust. Das Problem ist eher, dass heute auch bei den ÖR (die nun wirklich keinen wirtschaftlichen Zwängen und Quoten unterliegen) eine Verflachung und Anbiederung stattfindet und wie MRR meinte, anspruchsvolle Unterhaltung fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit im Nachprogramm, auf 3SAT oder auf ARTE stattfindet. Sendungen wie Monitor oder REPORT wurden gekürzt, die Tagesschau sprachlich vereinfacht und in den Tagesthemen findet heute auch schon Boulevard statt.

    Nun kann man sagen, das Inhalte für den Zuschauer angepasst werden müssten, damit dieser die Inhalte verstehe und er auch erreicht wird. Und genau das ist falsch. In der Schule wird der Mathematik-Unterricht ja auch nicht auf die Grundrechenart vereinfacht, weil die Masse den Rest sonst nicht versteht.

    Es ging ja auch nie um den gespielten frivolen Herrenwitz im Fernsehen - den gab es früher mehr als heute (Klimbim, Sketchup etc).

    Das Problem ist die massive Einflussnahme der Wirtschaft - und die Konditionierung der Zuschauer zu einer werberelevanten Zielgruppe. Programm wird nicht für Zuschauer gemacht, sonder werbegerecht für die Industrie. Formate wie DSDS sind reine Vermarktungsmaschinen die gezielt Personengruppen ansprechen, die sich mit Pseudokandidaten identifizieren und in diese Menschen ihre eigenen Sehnsüchte projizieren. Und dann darf man selbst seine Meinung per Televoting (50cent), Klingelton und Kauf der Platte sowie der bedruckten Bettwäsche kundtun - weil man sonst ja nicht gehört wird (Stichwort Politikverdrossenheit).

    Sendungen werden heute nicht mehr danach entworfen und geplant, ob sie einen Unterhaltungswert haben, sondern welche Werbezielgruppe angesprochen wird. Bringt eine Sendung bei ersten Mal nicht die Quote wird sie abgesetzt - und dann wundert sich jeder, warum sich Zuschauer nicht an Programme binden? Man muss sich nur mal das desolate Freitagsprogramm von RTL und SAT1 anschauen... alle wollen an den Erfolg von 7 Tage anknüpfen und bringen einen billig produizierten Rohrkrepierer nach dem anderen. Warum? Weil das Publikum nicht wahrgenommen wird... und weil selbst der Dümmste irgendwann gesättigt ist mit Billigformaten, Call-in Abzocke und Trash am Nachmittag

    Die Analyse bzw. Kernkritik von MRR ist also richtig - allerdings nicht die Pauschalisierung. Das Gottschalk die Quote beim ZDF verteidigt ist als "der" ZDF-Vorzeigemoderator natürlich nicht verwunderlich. Im Interview hat er ja auch öfter durchblicken lassen, dass leider auch eine wissenferne Zielgruppe bedient werden muss.
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. Oktober 2008
  5. nextq

    nextq Neuling

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    19. Oktober 2008
    Beiträge:
    5
    AW: Gottschalk und Reich-Ranicki konsenlos - gegensätzliche Positionen zu TV bestätig

    Also, die Sender machen vermutlich am liebsten das Programm, das mit den geringsten Kosten die meisten Zuschauer kriegt...die "dummen" Sendungen, und das sind sie wirklich, kommen LEIDER wirklich gut an...

    Was können wir daraus folgern? Unser Volk verdummt :D Würde niemand diese Sendungen gucken, hätte sich das Problem erübrigt.

    Gleichzeitig ist das die Existenzberechtigung für die Öffentlich-Rechtlichen. Aber ich finde es wirklich traurig - zumindest ist das mein Eindruck - dass Tagesschau und die guten Formate der ÖR wirklich nur noch von alten Leuten geguckt werden. Bei Serien wie "In aller Freundschaft" ist das offensichtlich, das tut man sich ungern an, wenn man nicht gerade 50+ ist.

    Ich weiß nicht, ob es nur mir so geht, aber wenn ich zum Beispiel Nachrichten bei RTL sehe kriege ich zu viel, weil das alles so auf richtig dumm und schlecht gemacht ist. Da hat man dann immer diese "Fremdscham" ... man fasst sich an den Kopf und denkt "Oh gott..."...

    Was kann man dagegen tun? Ich weiß es auch nicht. Vielleicht das Bildungssystem verbessern. Sonst haben wir in 20 Jahren nur noch durch Privatfernsehen geschädigte Leute ;)
     
  6. MarkusLöhne

    MarkusLöhne Senior Member

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    3. April 2007
    Beiträge:
    392
    AW: Gottschalk und Reich-Ranicki konsenlos - gegensätzliche Positionen zu TV bestätig

    Gute Quote fürs ZDF

     

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