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Georg Kofler

Dieses Thema im Forum "Sky - Technik/Allgemein" wurde erstellt von ibico, 23. Juli 2003.

  1. ibico

    ibico Gold Member

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    31. Oktober 2002
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    Georg Kofler

    Die Sanierung des chronisch defizitären Bezahlsenders Premiere ist untrennbar mit dem Namen Georg Kofler verbunden. Seit dem Februar des Jahres 2002 steht der Sohn eines Holzfällers aus Südtirol dem Abonnementsender als Geschäftsführer vor. Durch einen knallharten Kurs schrumpfte er das im Münchner Vorort Unterföhring beheimatete Unternehmen nahezu gesund. Mittlerweile hält er selbst 10,09 Prozent der Anteile an Premiere.

    Bereits frühzeitig legte Kofler den Grundstein für seine Laufbahn in den Medien. Von 1976 bis 1983 studierte er Publizistik und Kommunikationswissenschaften an der Universität in Wien. Von 1985 arbeitete er als Referent des damaligen ORF-Chefs Gerd Bacher. 1987 wurde Kofler Assistent und Büroleiter des mittlerweile Pleite gegangenen Medienunternehmers Leo Kirch. 1988 gründete er Pro Sieben, das er 1997 an die Börse führte.

    Von 1996 an trieb der passionierte Skifahrer und Bergsteiger neben seiner Managementtätigkeit als selbstständiger Unternehmer zahlreiche Aktivitäten unter anderem im Bereich des Teleshoppings voran. Weiter Akzente setzte Kofler als Mitgesellschafter der Euvia Media AG, die mit dem Verkaufkanal Neun Live eine neue Form des Fernsehens etablierte. Der 46-Jährige ist mit einer gebürtigen Luxemburgerin verheiratet und hat zwei Söhne.

    Aktualisiert: 23.07.2003, 05:06 Uhr

    Quelle


    "Diese Rechnung geht für keinen Beteiligten auf"

    Interview mit dem Premiere-Geschäftsführer Georg Kofler über die neue Konkurrenz namens ARD und über die Zukunft des Fernsehfußballs

    Als Chef des Pay-TV-Senders Premiere ist Georg Kofler (46) der wichtigste Partner der Fußball-Bundesliga und ihrer Vereine. Der Fernsehsender zahlt jährlich 150 Millionen Euro für die Übertragungsrechte der Spiele. Ohne dieses Geld würde es vielen Klubs noch schlechter gehen, als das ohnehin der Fall ist. Aber der Premiere-Vertrag mit dem Rechteinhaber Infront läuft nach der nächsten Saison aus, und Kofler kündigt für die bevorstehenden Verhandlungen schon jetzt drastische finanzielle Einschränkungen an - vor allem, weil ihm die Vorgehensweise des neuen Mitkonkurrenten ARD nicht gefällt. "Die Gier bei manchen Herrschaften des öffentlich-rechtlichen Fernsehens ist offenbar unbegrenzt", sagt der Fernsehchef im Gespräch mit Thomas Haid.

    Herr Kofler, jetzt können wir Fußball ja wieder in der "Sportschau" gucken. Brauchen wir da überhaupt noch Premiere?

    Natürlich brauchen Sie Premiere, weil wir Ihnen das beste Fußballfernsehen der Welt bieten. Das ist keine Aufschneiderei, das ist Fakt. Wir zeigen alle 306 Spiele der Bundesliga live, und was nur das digitale Fernsehen leisten kann - wir schalten auf unserem Konferenzkanal von Stadion zu Stadion. So haben unsere Abonnenten ein wunderbares Unterhaltungsprodukt mit allen Toren und allen Höhepunkten der Spiele.

    Dann dürfte es kein Problem sein, Kunden anzuwerben. Vor einem Jahr lautete ihr Ziel, in den nächsten zwölf Monaten eine Million neue Abos an den Mann zu bringen. Haben Sie das erreicht?

    Das Jahr ist ja noch nicht vorbei, und wir befinden uns auf Kurs. Bis Dezember wollen wir 2,9 bis drei Millionen Abonnenten haben. Derzeit liegen wir mit knapp 2,7 Millionen im Plan.

    Sie hatten sich durch gemeinsame Marketingaktionen mit den Bundesligavereinen aber mehr versprochen.

    Einige Klubs sind mit großen Aktionen manchmal überfordert. Es muss einfach mehr herauskommen als eine Anzeige in der Mitgliederzeitschrift. Wir sind nicht enttäuscht, aber wir haben gelernt, diesen Vertriebsweg nicht zu überschätzen. Wir reden über Masse - und da ist eine Werbekampagne übers Fernsehen eben häufig doch effizienter.

    Dann sind Sie also auch zufrieden mit dem Engagement der Deutschen Fußball-Liga (DFL), deren wichtigster Partner Sie mit Premiere sind?

    Die DFL hat sich redlich Mühe gegeben. Geleistet werden muss die Arbeit aber vor Ort. Ich habe den Eindruck, dass die Vereine an die DFL manchmal höhere Maßstäbe anlegen als an sich selbst.

    Aus Ihrer Sicht stimmt demnach das Verhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung in diesem Geschäft?

    Wir hatten ja eine Verabredung im letzten Jahr. Da war Premiere in einer Bietergemeinschaft mit Sat 1 - und da haben wir unter dem Druck der Insolvenz viele Kompromisse gemacht.

    Beispielsweise?

    Sat 1 hat seine Sendung "ran" von 19 auf 18.15 Uhr vorziehen können. Wir haben zusätzlich zwei Livespiele freigegeben und haben einen für die damalige Situation von Premiere ausgesprochen großzügigen Beitrag geleistet. Unser striktes Verhandlungsziel lautete bei allen Partnern: Wir müssen 50 Prozent der Programmkosten einsparen, sonst geht"s nicht. Das haben wir auch überall geschafft - nur bei der Bundesliga nicht.

    Das ärgert Sie im Nachhinein?

    Ja, denn jetzt profitiert die ARD einseitig von der Werbekrise des Privatfernsehens - und das erfreut uns nicht. Wenn Einsparungen in so einer Bietergemeinschaft realisiert werden, dann ist es doch fair, dass sich das Einsparvolumen auf beide Partner, also aufs normale Fernsehen und aufs Abo-Fernsehen, verteilt.

    Wie in der Champions League?

    Richtig, da ist der Preis für beide Seiten gesunken. Aber bei der Bundesliga steigt die ARD nun günstig ein - und wir zahlen nach wie vor den gleichen Betrag weiter. Diese Situation ist schwer zu akzeptieren. Nun trompetet die ARD überall herum, das Fernsehen beginne quasi neu, weil es die "Sportschau" wieder gibt. Das ist für uns eine grundlegende Veränderung der Geschäftsgrundlage im Vergleich zum Vorjahr, und diese Veränderung werden wir bei unseren Gesprächen über die Zukunft zu berücksichtigen haben.

    Wahrscheinlich geht Ihnen dann auch das Gefeilsche der ARD, die nur 60 Millionen Euro zahlt und dafür sogar noch Livespiele übertragen will, auf die Nerven?

    Das hat sich mittlerweile erledigt. Aber die Gier bei manchen Herrschaften des öffentlich-rechtlichen Fernsehens ist offenbar unbegrenzt.

    Wie wollen Sie sich dagegen wehren?

    Das ist zunächst eine Sache des Rechteinhabers Infront. Aber unabhängig davon können wir uns überlegen, ob wir unter diesen Bedingungen unsere Option für weitere zwei Spielzeiten wahrnehmen wollen. Darüber werden wir zu sprechen haben.

    Das bedeutet, dass Premiere in den bevorstehenden Verhandlungen nicht mehr den bisherigen Betrag anbietet, sondern nur noch diese Summe minus X.

    Wir wollen den Verhandlungen nicht vorgreifen, aber im Prinzip gilt: Weniger Exklusivität heißt minus X oder mehr Rechte bei gleichem Geld.

    Fürchten Sie die ARD als Konkurrenz denn mehr als zuvor Sat 1?

    Ja, selbstverständlich, denn die ARD ist ja kein Free-TV, sondern öffentlich-rechtliches Bezahlfernsehen. Die Leute warten erst mal ab, was mit der "Sportschau" passiert. Aber für mich steht jetzt schon fest: Durch den Einstieg der ARD wird noch mehr Fußball im frei empfangbaren Fernsehen angeboten.

    Deshalb gibt es bald Dumpingpreise?

    Gut möglich. Manche Vereinsfunktionäre werden sich noch wundern. Sie verlangen, dass Premiere noch mehr zahlen muss. Aber sie vergessen dabei, dass es im deutschen Fernsehen schon viel mehr Fußball gibt als in anderen Ländern, wo das Abo-TV mehr bezahlt. Wir würden auch mehr zahlen können - wenn wir mehr Exklusivität hätten. Das Free-TV wird dagegen das heutige Preisniveau kaum noch toppen können.

    Ist diese Entwicklung zum Nachteil von Premiere vielleicht gottgegeben?

    Als gottgegeben nehmen wir gar nichts hin. Die ARD ist ja auch nicht gottgegeben. Wir werden versuchen, die Vorteile von Premiere in unserem Marketing prägnant hervorzuheben. Man kann es nicht oft genug betonen: Es ist alles eine Frage von Leistung und Gegenleistung. Mehr Exklusivität ergibt mehr Geld - und weniger Exklusivität, was durch den ARD-Deal tendenziell passiert ist, weniger Geld. Das ist dann für den Fußball im Gesamtergebnis kein so gutes Geschäft.

    Das wird man in der Bundesliga aber gar nicht gerne hören?

    Wir müssen alle mit den Tatsachen leben: Man kann ein- und dieselbe Ware nicht mehrfach zu Spitzenpreisen verkaufen. Diese Rechnung geht für keinen Beteiligten auf.

    Weil dann die Ware auf der Strecke bleibt?

    Wir müssen aufpassen, dass der Fußball nicht inflationär gezeigt wird. Wenn die Spiele jeden Tag im Fernsehen zu sehen sind, interessieren sie irgendwann nur noch eine Minderheit - wie vor Jahren beim Tennis.

    Sie kündigen an, dass Premiere in Zukunft womöglich weniger Geld für die Übertragungsrechte zahlen wird. Sind Sie dann der böse Bube, der die Vereine ruiniert?

    Ganz im Gegenteil. Wir wollen der leistungsfähigste Partner des Profifußballs bleiben. Wir möchten aber auch, dass der Fußball ein begehrenswertes Produkt bleibt. Dazu braucht man Exklusivität. So wie man nicht jeden Tag Kaviar essen kann, kann man auch nicht zu viel Fußball im Fernsehen vertragen.

    Aktualisiert: 23.07.2003, 05:06 Uhr


    Quelle
     
  2. Eike

    Eike von Repgow Mitarbeiter

    Registriert seit:
    7. Februar 2003
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    Ein relaistisches gut hinterfragtes Interview. Auf die Art wie Kofler geantwortet hat bemerkt man das ihm im Sportbereich das Wasser bis an den Hals steht.
    Gruß Eike
     
  3. FEXX

    FEXX Senior Member

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    1. Kofler weicht der Frage, in der es um die Abozahlen geht geschickt aus. Er wird die Millionen nicht schaffen. Zumindest nicht in seinem ersten Jahr.

    2. Es wird viele freuen, dass es mehr Fußball im FreeTV geben wird.

    3. "Aber bei der Bundesliga steigt die ARD nun günstig ein - und wir zahlen nach wie vor den gleichen Betrag weiter. Diese Situation ist schwer zu akzeptieren."

    Selbst Schuld... richtige Verträge abschließen war wohl noch nie eine Stärke von Premiere.

    <small>[ 23. Juli 2003, 14:18: Beitrag editiert von: FEXX ]</small>
     
  4. Hallo Spencer

    Hallo Spencer Junior Member

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    Sesamstrasse
    und das von Kofler *lol*, *rofl*
     
  5. cinedom

    cinedom Neuling

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    CINEDOM-LAND
    Die antworten von Kofler über die ARD sind vollkommen richtig.
     
  6. Rayo

    Rayo Silber Member

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    Neuer Name - alter Quatsch ! w&uuml;t
     
  7. SchwarzerLord

    SchwarzerLord Wasserfall

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    Was will er denn mit noch mehr Rechten? P sendet doch die 1.Liga komplett, verzichtet aber seit Mai auf die Live-Spiele der 2.Liga. Zahlen, aber nicht senden ist wohl das Dümmste überhaupt. Weniger Rechte ist wohl kaum vorstellbar, weil dann bei reduzierten Preisen die Abkassierer der Liga noch mehr jammern müssen. Ich rechne nicht damit, daß die Rechte unter 150 Mio. für den Pay-TV-Bereich gehen. Denn dann kommt Kloiber wieder ins Spiel.
     
  8. Laddi

    Laddi Gold Member

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    1.196
    Es geht hier eher um die Exklusivität und die sinkt, da die ARD nicht so sehr auf Werbung angewiesen ist wie Sat1. Die ARD ist halt kein typischer Free-TV Sender, sondern wird durch Gebühren finanziert.
    Insgesamt hat er schon recht, dass vor allem die Bundesliga sich noch wundern wird, denn durch weniger Werbung im Free-TV wird die Ware Fussball billiger, da die Ware Fussball im Pay-TV an Exklusivität einbüsst. Was heisst hier schlecht verhandelt. In nur einem Jahr kann Premiere entscheiden, zahlen wir das Geld weiter oder nicht. Ohne Bundesliga geht Premiere pleite, aber ohne Premiere hat die Bundesliga ein fast gleich grosses Problem. Denn die DFL hat ihre Free-TV-Rechte für 60 Mio. bis 2007 verscherbelt. Fehlen die 150 von Premiere, dann gehen mindestens für die Hälfte der Vereine die Lichter aus. Hihi, das wäre mal ein Spass.

    Gruss
    Laddi
     
  9. neuto

    neuto Junior Member

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    Da die Bundesliga-Vereine seit letzter Saison endlich wieder nachdenken, bevor Horrorablösen und Gehälter jenseits von Gut und Böse bezahlt werden, wird in Zukunft weniger Geld auch reichen.
    Letztendlich kommt das Geld ja von den Abonnenten des Sportpakets (wie mir) und da sind wohl die wenigsten bereit noch mehr zu löhnen.
    Das weiß auch Kofler und der will in naher Zukunft auch im Sportbereich Gewinne machen.
     
  10. ibico

    ibico Gold Member

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    Kofler will für die Rechte maximal €100 Mio. ausgeben. Im Text steht das überall im Programm die Kosten um 50% gesenkt werden konnten nur nicht bei der Bundesliga.

    <small>[ 23. Juli 2003, 17:11: Beitrag editiert von: ibico ]</small>
     

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