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Freistatt

Dieses Thema im Forum "Blu-ray/DVD" wurde erstellt von Hoffi67, 20. Dezember 2015.

  1. Hoffi67

    Hoffi67 Moderator

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    INHALT: Wolfgang (Louis Hofmann) ist 14 Jahre alt und ein rebellischer Junge – eine Charaktereigenschaft, die das Leben leider nur komplizierter macht. So schickt ihn sein Stiefvater Heinz (Uwe Bohm)1968 gegen den Willen der Mutter Ingrid (Katharina Lorenz) in ein Fürsorgeheim der Diakonie Freistatt, auf dass aus Wolfgang ein "anständiger" Junge werde. Im Heim muss er allerdings unmenschliche Arbeitsbedingungen und perfide Erziehungsmethoden ertragen, angeordnet vom Anstaltsleiter Brockmann (Alexander Held) und ausgeführt vom prügelnden Oberbruder Wilde (Stephan Grossmann). Da nützt es wenig, dass immerhin der Erzieher Krapp (Max Riemelt) bemüht ist, nachsichtig mit den Jungen umzugehen. Zumal sich die Gewalt verschärft, als Wolfgang mit Brockmanns Tochter Angelika (Anna Bullard) anbandelt. Schließlich sieht der drangsalierte Teenager nur noch einen Ausweg: Er ergreift die Flucht, gemeinsam mit seinem neuen Freund, dem sensiblen Zögling Anton (Langston Uibel)...

    MEINE KRITIK: In diesem Jahr hat mich kein Film so nachhaltig bewegt und erschüttert, wie dieser authentische Film. Es gab vor Jahren einen ähnlich gelagerten Film '' King of Devils Island '', der mich auch bis ins Mark erschütterte und der mich trotzdem schwer begeistert hat! Freistatt, erzählt mit zum Teil drastischen Bildern ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte. Der sehr realistisch wirkende Film, ist bis in die kleinsten Nebenrollen glänzend besetzt. Nur Louis Hofmann als Wolfgang und Alexander Held als Anstaltsleiter Brockmann sind hier extra zu nennen, die die Gegensätze beider Seiten sehr gut in Wort und Bild auf die Leinwand bringen!
    Der Soundtrack, ist zudem sehr gut in den Film eingebunden und ich gebe zu, daß es Momente gab, wo ich schon schluchzen musste, mir die Tränen kamen aber auch die Wut, daß sowas überhaupt möglich war! Erst im Jahr 2010 wurden Entschädigungsfonds an die Familien und Opfer in Erwägung gezogen, die dann in einigen Fällen ab 2012 gezahlt wurden. Für viele ist es aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein, da die meisten Kinder gebrochen wurden und wohl bis zum Lebensende mit den Folgen der körperlichen und seelischen Gewalt leben müssen! Freistatt, ist in meinen Augen einer der bewegendsten und herausragensten Filme seit langer Zeit, mit harten und teilweise kaum zu ertragenden Bildern, die einen ins Gedächtnis brennen und Szenen die noch lange nachwirken! 8/10

    PS: Besonders meinem Filnfreund Seagal1, kann ich diesen besonderen Film schwer ans Herz legen, da ich weiß, daß er solchen Filmen immer eine Chance gibt!


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    Zuletzt bearbeitet: 20. Dezember 2015
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  2. seagal1

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    Na dann werde ich den beim verleihshop mal ordern. Ist auf jeden Fall ein Thema, welchem sich viel zu wenig gewidmet wird, um deutsche Geschichte aufzuarbeiten.
     
  3. seagal1

    seagal1 Gold Member Premium

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    Keine Frage, dieser Film macht wütend und rüttelt auf. Neben den Zuständen im Erziehungsheim in Freistatt ist das Fehlverhalten Wolfgangs Mutter absolut erschreckend. Wenn man solch eine Mutter hat, brauch man keine (obwohl die Mutter-Sohn-Beziehung in Rückblenden mehr als Liebesbeziehung zu werten ist). Auch zu dieser Zeit gab es sicher Möglichkeiten für Frauen mit Kinder, ohne einen Mann über die Runden zu kommen. Erfreulich ist, dass sich der deutsche Film ebenso mit dieser düsteren Vergangenheit auseinandersetzt. Es wäre wünschenswert, wenn mehr dieser Themen den Weg auf die Leinwand finden würden.
    Wie mein Filmfreund Hoffi bereits anmerkte, sind alle Rollen topp besetzt. So kommt Uwe Bohm als Wolfgangs Stiefvater charakterlich so abgrundtief grauenvoll rüber, man fragt sich, wie es Wolfgangs Mutter bei diesem Mann aushalten konnte. Alexander Held als Hausvater Brockmann macht seinem Namen "alle Ehre". Ganz großartig ist Louis Hofmann als Wolfgang. Mit eisernem Willen setzt er sich den unmenschlichen Gepflogenheiten des Heimes entgegen, obwohl er letztendlich auch mehr oder weniger zerbricht. Die teils drastische Härte ist ein Mittel, dem Zuschauer die damalige Realität vor Augen zu führen, obwohl dies nur ein Beispiel vieler sogenannter Erziehungsheime ist. Definitiv ist davon auszugehen, dass hier nur ein kleiner Auszug abscheulicher Grausamkeiten gezeigt wurde.
    Ganz großes Kino! Wie so oft gehe ich mit Hoffi konform und gebe starke 8/10 Punkte.
     
    Zuletzt bearbeitet: 30. Dezember 2015
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