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Erwartungshaltung

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von tarak, 24. August 2004.

  1. tarak

    tarak Neuling

    Registriert seit:
    1. August 2004
    Beiträge:
    16
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    Wien
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    Ich habe eine Frage, allerdings muß ich dazu eine kleine Vorgeschichte erzählen.

    Seit letzter Woche läuft Catwoman. Schon im Vorfeld wurde darüber viel diskutiert, ob Halle Berry der Herausforderung gewachsen ist, wo doch Michelle Pfeiffer die Latte so hoch gehängt hat etc.

    Innerhalb von 3 Tagen habe ich viel negatives gehört - Kritiken habe ich bewußt nicht gelesen, weil ich mir eine eigene Meinung bilden wollte.

    Gestern habe ich ihn gesehen und ganz nett gefunden, danach im Internet gestöbert und bin ebenfalls auf eine Menge negative Kritiken gestossen.

    Jetzt kommt's.

    Ständig hört man bei Filmen



    • Der erste Teil war besser
    • Das Buch war besser
    • (Bei Remakes) Das Original war besser
    • etc.
    Woran liegt das?

    • Wenn ein zweiter Teil die bewährten Dinge des ersten aufgreift fällt er durch, weil er als "zweiter Aufguß" empfunden wird, der nichts neues bringt
    • Wenn ein zweiter Teil ganz neue Akzente setzt wird er verrissen, weil er die Erwartungshaltung nicht erfüllt.
    • Wenn eine Verfilmung - zwangsläufig - andere Bilder bringt als die, die im Kopf des Lesers entstanden sind, ist der beleidigt und verreißt den Film.
    Ich nehme an, daß solche Leute auch ein Buch kein zweites Mal lesen, weil sie meinen, es schon zu kennen. Sie wisssen nicht, das sich ein Buch beim zweiten Mal verändern kann.
    Das Spannende bei Theater und Film ist doch gerade die andere Umsetzung. Umsonst werden nicht Vorstellungen mehrfach besucht, althergebrachtes Repertoire immer wieder aufgeführt, Remakes zu Filmen gedreht, etc.

    • Können sich die Menschen nicht mehr auf verschiedene Interpretationen einlassen?
    • Ist es Trend, das, was einem gefallen hat, aufwerten zu wollen, indem man mögliche Konkurenz niedermacht um Vergleiche gar nicht erst zuzulassen?
    • Sind die Leute heute von Ihrer eigenen Erwartungshaltung so besessen, daß sie sich auf Abweichungen davon gar nicht einlassen können (wollen)?
    Viele Fragen ... keine davon als Suggestivfrage gedacht.
    Ich bin echt ratlos.
     
  2. sdl

    sdl Silber Member

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    Deutschland
    AW: Erwartungshaltung

    Vermute mal, daß es mit Remakes das gleiche ist, als würdest Du dir einen Film 2x hintereinander ansehen. Beim 2. mal weiß Du was passiert und das faszinierende des ersten Durchlaufs ist einfach dahin. Wenn ein Cop im Film in ein dunkes Zimmer geht, wo 2 Gangster ihn erwarten fieberst Du ja auch mit, ob der da lebend rauskommt. Beim 2. mal sagst Du dir "Ach! die Szene. Jetzt knallt er die Gangster ab *gähn".

    Und das, was man zuerst siehst brennt sich leider bei einem ein. Ob man erst ein Buch liest und danach den Film siehst, oder erst den Film, dann das Remake oder erst den Film und dann das Buch ... das erstere wird man meist als das Original ansehen und Abweichungen von der "eigentlichen" Handlung als störend empfinden. Ging mir jedenfalls schon einige male so. Erst Film gesehen, dann Buch gelesen, Buch weggeschmissen, weil Divergenz zum Film vorhanden :D

    Wobei auch die Frage sich stellt, ob man alles neu verfilmen muß. Mir kommt das manchmal so vor, daß wenn man keine eigenen Ideen hat, man einfach einen alten Schinken ausbuddelt, sich 3 neue Schauspieler holt und alles nochmal neu verfilmt, nur damit die Kassen klingeln. :(

    Zu dem Statement "Teil 1 war aber besser" nur folgendes. Sieh dir doch mal die Kinofilme an, die in Serie produziert werden. Bsp. Police Academy. Teil 1 war witzig, Teil 2 auch noch, Teil 5 war öde, der 6er langweilig und der 7er (gab's glaube ich auch noch) einfach zum schreien (im negativen Sinne). Die ganzen Sketche werden einfach totgetrampelt bis zum geht nicht mehr.
    Oder Star Trek. Teil 7 (Generations) muß Picard die Welt retten, Teil 8 (First Contact) muß Picard die Welt retten, Teil 9 (Ressurection) muß Picard erneut die Welt (das Paradies) retten. Irgendwann langweilt's leider einfach nur noch. :(
    Oder die Spencer&Hill Filme. Die Linke und rechte Hand des Teufels waren klasse, später dann immer die gleiche lasche Handlung, teilweise auch noch mit den gleichen Schauspielern als die bösen Hallunken. Das kann einen doch nur langweilen. :( Geht mir jedenfalls so.
    Freilich trifft dies jetzt nicht auf alle mehrteiligen Filme zu, aber meist ist es leider so.

    Hoffentlich war das jetzt keine Antwort auf eine Suggestivfrage ;)
     
  3. foo

    foo Wasserfall

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    AW: Erwartungshaltung

    Da will ich mich erst einmal selbst zitieren:

    Buch und Film
    Ich denke, die Enttäuschung zwischen Film und Buch kommt nicht immer daher, dass der Film schlechter ist - er ist oft nur anders. Wenn man ein Buch gelesen hat, dann geht man mit einer gewissen Erwartungshaltung an den Film heran und man achtet akribisch genau auf dessen Einhaltung. Sobald der Film abweicht, oder das gelesene verzerrt wiedergibt, ist man enttäuscht, obwohl das manchmal gar nicht gerechtfertigt ist.
    Ich denke es ist auch die Art, wie man beide Medien konsumiert. Ein Film ist etwas sehr passives, man nimmt das Gesehene ohne große Anstrengung auf und verarbeitet es meist in Fast-Food-Manier. Ein Buch hingegen ist etwas aktives, da die eigene Phantasie gefordert wird, die im Kopf ein Bild entstehen lässt, das individuell auf die eigene Persönlichkeit zugeschnitten ist und der eigenen Erwartungshaltung entspricht.
    Man ist sozusagen ein bisschen der eigene Regisseur und da kann Hollywood oft nicht mithalten - deshalb muss der Film aber nicht schlecht umgesetzt sein, wenn man gewillt ist, ihn als eine eigenständige Interpretation zu betrachten.

    Ich glaube das es bei Remakes ähnlich ist. Man hat die Erwartungshaltung "so muss es sein" und wenn es anders läuft akzeptiert man das nicht. Dabei kann man bei dieser Einstellung nur verlieren, da der Film dann bei akribischer Einhaltung höchstens gleichgut werden kann.

    Ich fand z.B. das Original von "The Ring" nicht besonders gut, das Remake hingegen super. Aber vielleicht liegt das auch nur daran, weil ich das Original nach dem Remake gesehen habe. :eek:

    Bei Fortsetzungsfilmen gibt es allerdings schon einige Ausnahmen, wo einige der Fortsetzungen besser als der 1. Teil waren bzw. das Niveau gehalten haben (subjektiv, meine Meinung): z.B. Terminator (2 besser wie 1), Alien (3 besser wie 1), Blair Witch (gleichgut), MIB, Shrek, Rocky (bis auf den letzten), ...
     
  4. whitman

    whitman Wasserfall

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    München
    AW: Erwartungshaltung

    Weil der Kult ist :rolleyes:


    Es ist sicherlich schwierig von einen guten Film oder Buch eine würdige Nachfolge zu schaffen. Dies liegt insbesondere daran, das bei Teil 2 oft vieles anderes ist (Schauspieler, Regisseur, Produzent, ...) und so der Film stark anderes wird. Dies kann sich zum guten zeigen, wird aber meist Hollywood typisch zusammengewürfelt. Dadurch entsteht aus einem guten durchaus innovativen Film eine 0815 Hollywood Nachfolgefilm.


    whitman
     
  5. Idiot

    Idiot Senior Member

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    Rhoi-Maa-Gebiet
    AW: Erwartungshaltung

    Komisch, bei Musik scheint es genau anders herum zu sein. Wenn es von einem wirklich guten Lied ein Remake gibt, kann das noch so schrottig sein, im Radio wird trotzdem nur noch das Remake gespielt. Und auch in Wunschsendungen nur noch die neue Version gewünscht, und das nicht nur von Kiddies, für die das Remake das 'Original' ist, weil sie das Original nicht kennen. Und Deine Fragen passen auf das Genre 'Musik' genauso gut wie auf das Genre 'Film'.

    Die Erwartungshaltung scheint also sehr genrespezifisch zu sein. Woran könnte das nun wieder liegen?

    Ich hoffe, ich bin jetzt nicht zu weit vom Ursprungsthema abgewichen...
     
  6. tarak

    tarak Neuling

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    Wien
    AW: Erwartungshaltung

    Ich sehe keine Abweichung vom Thema - bin sogar deiner Meinung (wieder einmal)

    Die Antwort liegt wohl </p>
    1. an der Gewöhnung an akustische Standards (damit meine ich Interpretation, nicht Technik)
    2. daran, daß es zu den Coverversionen meist auch Musikvideos gibt, womit wieder die optischen Reize geliefert werden, nach denen die Leute heute so süchtig sind.

    Also wieder die Erwartungshaltung.
     
  7. tarak

    tarak Neuling

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    Wien
    AW: Erwartungshaltung

    Das ist genau das, was ich meinte.
    Warum ist anders automatisch schlechter?
    Ein gutes Beispiel ist Spiderman 2 - im wesentlichen nicht anders als der 1. Teil.
    Zusätzlich wird noch ein roter Faden der Originalserie durchschnitten, indem Peter Parker seine Angebetete kriegt.

    Wieso wird das hier akzeptiert - oder besser, wieso wird ähnliches bei anderem nicht akzeptiert? (zB daß &quot;Catwoman&quot; nicht die Geschichte der Selina Kyle, sondern einer anderen Katzenfrau erzählt.)

    Hat jemand ein Beispiel für

    </p>
    • ein gutes (oder schlechtes) Remake
    • einen guten (oder schlechten) zweiten Teil
    • eine gute (oder schlechte) Buchverfilmung.

    Bitte mit Begründung.
     
  8. *scirocco

    *scirocco HAL 2015 Mitarbeiter

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    AW: Erwartungshaltung

    Hi

    Das Schlimme ist, daß innovative und wegweisende Filme, wie Terminator 1 oder Alien, von Hollywood mißbraucht werden, um mit meist 'schlechten' Fortsetzungen das schnelle Geld zu machen.
    Diese Filme, auch Matrix ist da noch zu nennen, brachten in ihrer Zeit etwas Neues auf die Leinwand.

    Termi 1 war eine Low-Budget Produktion und trotz den Einsätzern von Arnold, inszinierte James Cameron einen Film, der auch ohne teure Special Effects 'fesselte'.

    Gute Ideen, gut umgesetzt, sind imho schon die halbe Miete.:)

    Wie gesagt, ist meine subjektive Sicht, denn es gibt sicherlich viele, wie wohl auch foo, die sich dann lieber die 100-Millionen Dollar Fortsetzungen anschauen. ;)

    scirocco
     

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