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Erlebnis auf dem Hbf Düsseldorf

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von Worringer, 24. Mai 2007.

  1. Worringer

    Worringer Platin Member

    Registriert seit:
    18. April 2005
    Beiträge:
    2.473
    Ort:
    Köln
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    Hallo,

    vorhin habe ich ein dramatisches Erlebnis auf dem Düsseldorfer Hbf gehabt.
    Ich kam von der Arbeit und die S-Bahn hielt mit meiner Tür genau vor einem Mann mit einem epileptischem Anfall. Ein Passant hing bereits auf ihm, aber er war noch nicht verkrampft sondern "zuckte nur", er muß unmittelbar vor meiner Ankunft zusammengebrochen sein.
    Direkt beim Raustreten aus der S-Bahn habe ich dann das Telefon gezückt und den Notarzt (zur Erinnerung: 112 ist die Nummer) angerufen. Der Unfall war noch nicht gemeldet!!! Was mich wundert, weil eine Traube von Leuten um den Mann herumstand und der Passant schrie, jemand möge den Notarzt rufen.
    Doch dann wurde es noch schlimmer: der Mann fing an zu krampfen, wurde steif, die Augen rollten nach hinten und die Atmung wurde immer flacher. ich habe gesehen, wie die Atmung immer weiter nachließ und dann das Gesicht blau anlief. Das Passant hat mit zwei Händen versucht, den Unterkiefer nach unten zu drücken. Dazu hat er von schräg oben aufs Kinn gedrückt. Es half nichts. Zum Glück ließ der Krampf nach wenigen Minuten nach und der Unterkiefer konnte nach unten gedrückt werden, so daß die Atmung wieder einsetzen konnte.
    Ich bin nachwievor schockiert, weil der Mann kurz vorm Tod gestanden haben muß. Es ist so ein widerliches Gefühl, jemanden einen knappen halben Meter vor einem in einer solchen Situation zu sehen und man kann, außer den Notarzt rufen, nichts machen. Das ist ein Gefühl, welches ich so schnell nicht vergessen werde.
    Zum Glück saß der Mann rund zehn Minuten nach Krampfende wieder und der Notarzt hatte ihn auch versorgt sowie der BGS die Traube aufgelöst.

    Was mich aber, als auf meinem weiteren Heimweg die Gedanken gesackt sind und ich zur Ruhe kam, viel mehr aufregt, ist die Passivität der meisten Passanten. Die sehen nur zu und verlassen sich darauf, daß der Nachbar den Notarzt ruft. Das ist abartig, das ist asozial! Mir kann keiner erzählen, daß in der Traube niemand mit einem Mobiltelefon war. Da bricht sich keiner einen Zacken aus der Krone, den Notarzt zu rufen, schließlich kann man selbst einmal in einer Notsituation und nicht mehr in der Lage für ein Telefonat sein und man ist froh, wenn dann andere helfen. In einer solchen Situation lieber einmal mehr den Notarzt anrufen, wenn das doppelt eingeht, koordiniert das die Einsatzzentrale.

    Fazit: Wenn einem was passiert (ob nun in einer Menschenmenge oder einer einsamen Straße), es hilft einem vermutlich niemand. Im Gegenteil, es wird noch einmal nachgetreten. Was ist mir unserer Gesellschaft los, daß sich so eine Einstellung breitmachen konnte?

    Nochmal zur Erinnerung: 112 ist die Notrufnummer für den Notzarzt.
     
  2. bta98

    bta98 Board Ikone

    Registriert seit:
    1. Oktober 2004
    Beiträge:
    4.801
    AW: Erlebnis auf dem Hbf Düsseldorf

    Tja, was Dir passiert ist, tut mir leid; aber es ist auf der anderen Seite mal wieder typisch für die deutsche Gesellschaft!:rolleyes:

    Es heisst schliesslich nicht umsonst, dass man wenn man mal Hilfe brauchen sollte, niemals "Hilfe!", sondern IMMER "Feuer!" rufen sollte!!!!

    Bei "Hilfe!" kommt niemand; bei "Feuer!" kommen alle gerannt!!:winken:
     
  3. digfan67

    digfan67 Guest

    AW: Erlebnis auf dem Hbf Düsseldorf

    Um wieviel Uhr war das? Ich war so um 14Uhr50 rum am Hbf Dssd. Denen hätte ich was erzählt. Es gibt immer I...en die nur gaffen und nie helfen. Manche beschimpfen sicher noch solche Menschen in Notlagen. Feine Gesellschaft haben wir da.
     
  4. Worringer

    Worringer Platin Member

    Registriert seit:
    18. April 2005
    Beiträge:
    2.473
    Ort:
    Köln
    AW: Erlebnis auf dem Hbf Düsseldorf

    Das war gg. 16.15 Uhr auf dem Bahnsteig 11, kurz nach Einfahrt der S6 aus Essen.
     
  5. digfan67

    digfan67 Guest

    AW: Erlebnis auf dem Hbf Düsseldorf

    Im Bus mehrere Reihen vor mir in Dssd ist mal einer kurz aufschreiend zur Seite gekippt. Da war man erst wie gelähmt so schlimm hörte es sich an. Aber es sind 4-5 Leute aufgesprungen um zu helfen und eine Frau beruhigte ihn wieder. Er wachte kurz darauf wieder auf.Den Busfahrer kümmerte es nicht. Wunderte mich bei der Rheinbahn eh nicht.
     
  6. Nelli22.08

    Nelli22.08 Lexikon

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    AW: Erlebnis auf dem Hbf Düsseldorf

    Bei epileptischen Anfällen ist lediglich darauf zu Achten das sich der Epileptiker beim Stürzen nicht verletzt.
    Die Krämpfe lösen sich nach wenigen Minuten von selbst.
    Eine Lebenbedrohliche Situation hat nicht bestanden.
    Somit war das Nichtstun aus Erste Hilfe Richtig.
    Auch sollte niemals mit Gewalt versucht werden die Krämpfe zu lösen oder den Epileptiker krampfhaft festzuhalten.
    Also Deine Sorge war unbegründet.:D
     
  7. digfan67

    digfan67 Guest

    AW: Erlebnis auf dem Hbf Düsseldorf

    Man bekommt aber einen Schrecken. Als Laie weiß man leider nicht wie man sich verhalten soll.
     
  8. Worringer

    Worringer Platin Member

    Registriert seit:
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    Köln
    AW: Erlebnis auf dem Hbf Düsseldorf

    @Nelli22.08
    Das wußte ich nicht, ich hatte nur gesehen, daß die Augen nach hinten geklappt sind und das Gesicht blau wurde. Da bekam ich schon Sorgen, um es mal mild auszudrücken. Ich hatte eine solche Situation noch niemals erlebt und finde es besorgniserregend, daß sich fast niemand um einen solchen Menschen kümmert. Was ist, wenn man selbst einmal in eine Notsituation kommt?
     
  9. Sebastian2

    Sebastian2 Guest

    AW: Erlebnis auf dem Hbf Düsseldorf

    Ja diese "tollen" Passanten kenne ich nur zu gut.
    Stehen uns im Weg und tuen nichts sondern gucken doof zu.
    Echt zum ****** sowas.

    @Nelli22.08 Nach einem epileptischem Anfall muss immer ein Notarzt gerufen werden.
    Das habe ich bei meiner ausbildung zum sanschein A vor 2 Jahren gelernt. Außerdem sollte man bei sowas durchaus vorsichtig sein. Es kann auch Möglich sein das es ein schwerer epileptischem Anfall ist und er immer wieder zu krampfen anfängt. Oder es ist sein erster. Den Notarzt zu rufen war jedenfalls richtig. Und das das keiner getan hat ist jedenfalls extrem arrogant und schlecht.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 24. Mai 2007
  10. Frank H

    Frank H Silber Member

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    817
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    TF7700HSCI
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    AW: Erlebnis auf dem Hbf Düsseldorf

    In diesem Falle kannst Du froh sein, nicht noch böse Worte vom Notarzt zu bekommen. Ist mir schon passiert. Es soll erst nach 5-10 Minuten angerufen werden, falls der Anfall anhält. Es gibt erstaunlicherweise auch kaum Verletzungen bei einem Sturz, weil der Betroffene wie eine Gummipuppe zusammenklappt.

    Gruß Frank
     

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