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Einkabellösung für Twin-Tuner-Receiver: Stacker? Unicable? Router?

Dieses Thema im Forum "Digital TV über Satellit (DVB-S)" wurde erstellt von Nucular, 27. Januar 2017.

  1. Nucular

    Nucular Neuling

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    Ich wohne in einem Mehrfamilienhaus mit einer Satelliten-Anlage. Im Keller befindet sich ein Multischalter, von dem aus in jede Wohnung mehrere Leitungen führen. In meiner Wohnung befindet sich im Schlaf-, Arbeits- und Wohnzimmer je ein Anschluss.

    Ich würde nun gerne im Keller zwei dieser Leitungen koppeln und im Wohnzimmer entkoppeln. so dass ich einen Twin-Tuner-Receiver anschließen kann.

    Ich habe versucht, mich im Internet ein bisschen schlau zu machen und bin auf verschiedene Stichworte gestoßen: Stacker/De-Stacker; Unicable, Router...

    Was sind die Vor- und Nachteile der verschiedenen technischen Lösungen? Was ist am wenigsten störungsanfällig?

    Wofür würdet ihr euch entscheiden?

    [​IMG]

    Oder anders gefragt: Spricht irgendetwas gegen diese Lösung: Invacom Stacker auf De-Stacker ?
     
    Zuletzt bearbeitet: 27. Januar 2017
  2. KlausAmSee

    KlausAmSee Talk-König

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    Ich würde mit dem Besitzer des Hauses Kontakt aufnehmen und darauf hinweisen, dass die Installation nicht der "Mindestausstattung der Elektroinstallation von Wohngebäuden" nach DIN 18015 entspricht, diese fordert nämlich zwei Antennensteckdosen im Wohnzimmer, so dass entweder zwei Einzelgeräte oder ein Twin-Gerät betrieben werden können.
    Abhilfe: Der Wisi-Multischalter sollte mit einem Einkabel-Multischalter ergänzt werden, so dass zumindest in den Wohnzimmern ein Einkabelmodus möglich ist. Der Einkabelmultischalter erkennt automatisch, was für ein Receiver angeschlossen ist und liefert entweder wie bisher ein Multischaltersignal oder die angeforderten Userbänder im Einkabelmodus. So lassen sich dann bei Bedarf Twin- oder sogar Quad-Receiver betreiben.
    Noch etwas: so wie es aussieht, sind nicht nur die F-Stecker schlampig aufgesetzt, sondern es fehlt offensichtlich der komplette Potentialausgleich. Dieser ist bei einem Mehrfamilienhaus vorgeschrieben und auf jeden Fall auch empfehlenswert, denn er ist eine sicherheitsrelevante Einrichtung.
     
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  3. Nucular

    Nucular Neuling

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    Vielen Dank, KlausAmSee! Ich werde meinen Vermieter damit konfrontieren.

    Allerdings bin ich jetzt noch verwirrter also vorher, da soeben eine weitere Vokabel hinzugekommen ist: Einkabel-Multischalter. Was unterscheidet diese Lösung von den anderen? Warum nicht den Stacker- /Destacker verwenden? Und gibt es eine bestimmte Marke für Einkabel-Multischalter, die sich empfiehlt?

    Was muss ich bei der Montage beachten? Gibt es jemanden im Raum Köln, der sich damit auskennt und den ich oder mein Vermieter beauftragen kann? Habe schon bei verschiedenen Sat-Läden angerufen, aber dort hatte man bereits Probleme mit den Begriffen "Stacker" und "Unicable".

    Und mich wird der Vermieter wohl kaum an der Haustechnik rumfummeln lassen. Könnte ja passieren, dass ich die Satelliten-Anlage des gesamten Wohnhauses lahmlege...

    Meine Wunschvorstellung ist, an meinen Vermieter mit einer konkreten Lösung heranzutreten, die er dann nur noch umsetzen muss.
     
  4. Thomas H

    Thomas H Platin Member

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    Ohne mich jetzt groß mit der Materie auszukennen, das ist ein normaler 5/16 Multischalter, an dem noch 3 Ausgänge frei sind.
    Davon könnte man einen verwenden um mit einem Stacker dann 2 Ausgänge über ein Kabel in dein Wohnung zu führen und dann mit einem Destacker wieder zu Trennen.
    Oder man könnte, falls es möglich ist und Leerrohre da sind, ein weiteres kabel zu deiner Wohnung zu ziehen.
    Auch scheint im Wohn und Schlafzimmer einer Wohnung je ein SAT-Anschluß zu exitieren, zumindest im EG.
     
  5. raceroad

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    Das vom Satelliten empfangene Signal konnte *), wenn die Leitungsverluste nicht zu groß sein sollen, nur auf vier Teilsignale, den sog. Signalebenen, aufgeteilt über entsprechend vier Kabel vom LNB zum konventionell gesteuerten Multischalter wie dem WISI weitergeleitet werden. Dabei wird auf dem Kabel der Frequenzbereich 950 … 2150 MHz belegt. Auch über ein gutes Antennenkabel mit den Dimensionen, wie sie zur Verkablung von Antennensteckdosen max. üblich sind, kommt nach lediglich rund 15 m für 1000 MHz bzw. nach etwa 10 m für 2000 MHz nur noch die Hälfe der eingespeisten Leistung an (> Je höher die Frequenz, desto größer sind die Verluste).

    [*: Konnte, weil es inzwischen Wideband-LNBs gibt, mit denen zwei Kabel reichen. Das aber an dieser Stelle nur der Vollständigkeit halber, da in diesem Fall ein Komplettumbau auf eine rein nach einem Einkabelstandard gesteuerte Anlage nicht sinnvoll erscheint. ]

    Was im folgenden Zitat für ein Quad-LNB ausgeführt wird, gilt ebenso für jeden Teilnehmerausgang des Multischalters von WISI, die Aussagen zu einem Unicable-LNB treffen auch für eine Einkabel-Erweiterung ("Unicable") zwischen vorhandenem (Quattro-)LNB und WISI-Multischalter zu:

    (Quelle)

    Für Stacker/Destacker sieht das ganz anders aus. Da ohne einen Einkabelstandard keine über die Signalebene hinausgehende Information zur Selektion des benötigten Signals zur Verfügung steht und außerdem Frequenzen < 950 MHz für Terrestrik bzw. CATV frei bleiben sollen, kann der Stacker gar nicht anders, als ein zweites komplettes Ebenensignal (erstes Bild) im Frequenzraum über das erste Signal zu stapeln ("stacken"), wodurch in der Praxis die max. Kabelübertragungsfrequenz auf etwa 3500 MHz steigt. Mit der Frequenz nimmt aber (s.o.) die Dämpfung des Antennenkabels und damit der Leitungsverlust zu. Das macht Stacker / Destacker umso kritischer, je länger der einkablige Abschnitt zwischen Stacker und Destacker und je schlechter das Antennenkabel ist. Wegen der viel höheren Frequenzen als sonst üblich kann es etwa nötig sein, eine Antennensteckdose zu umgehen.

    Mit "Unicable" reduziert sich hingegen die max. Kabelübertragungsfrequenz, weswegen Unicable vorzuziehen ist. Nachteil von Unicable ist allerdings, dass die Empfangsgeräte mit dem Standard kompatibel sein müssen.

    Es gibt zwar zig Marken, aber den von KlausAmSee angesprochenen automatischen Wechsel zwischen Multischalter- und Einkabelsignal gibt es (fast) nur bei den Produkten von Jultec wie beispielsweise dem JRS0504-4M mit vier Ausgängen und je vier Einkabelfrequenzen für vier Tuner pro Ausgang.
     
    Zuletzt bearbeitet: 28. Januar 2017
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  6. Nucular

    Nucular Neuling

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    Wow. Vielen Dank, raceroad für die ausführlichen Ausführungen. Ich muss leider zugeben, dass ich so gut wie nichts verstanden habe.

    Ich meine herausgelesen zu haben, dass die Einkabel-Multischalter-Lösung die einzig vernünftige ist, richtig?

    Was konkret sage ich nun meinem Vermieter? Ich fürchte, mein Vermieter wird überhaupt nicht verstehen, was ich von ihm will.

    Und wer installiert mir das? Ich finde in Köln einfach keinen Ansprechpartner für mein Problem.
     
  7. raceroad

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    Das hatte ich zwar einkalkuliert, aber dennoch ausführlich geantwortet, weil Du selbst nach dem "Warum ?" gefragt hattest. Die Spektren zu "normal", worauf auch Stacker/Destacker aufsetzt, und Unicable sollten den wesentlichsten Unterschied verdeutlichen: Unicable selektiert viel feiner, so dass man weniger Platz auf dem Kabel pro Tuner benötigt und in der Folge die max. Kabelübertragungsfrequenzen niedriger halten kann. Ganz platt könnte man auch sagen, dass Unicable zwar die Kompatibilität des Empfangsgerätes mit Unicable voraussetzt, aber mit Erfüllung dieser Forderung die zuverlässigere Variante ist.

    Über Dein ursprüngliches Anliegen hinaus, einen Twinreceiver über nur ein Kabel zu versorgen: Stacker / Destacker reicht für max. zwei Tuner pro Kabel, Unicable für acht bzw. der Nachfolgestandard für etwa 30!!

    Für das ursprüngliche Anliegen ließe sich Unicable ganz ähnlich wie mit Stacker/Destacker auch mit einem Unicable-Minirouter zum Betrieb an Teilnehmeranschlüssen realisieren, etwa mit dem SUS 21 FX von Spaun. Wie beim Stacker ginge man von zwei Multischalterausgängen auf eine Komponente, ab der man nur ein Kabel braucht. Nur fehlt auf der Gegenseite ein Pendant zum Destacker. Denn mit Unicable bleibt man ja in den Frequenzen, die ein Tuner versteht, während der Destacker das hochgestackte Signal für einen der beiden Tuner erst wieder in dessen Eingangsfrequenzbereich verschieben muss.


    Dein Minimalziel ließe sich wie gesagt mit einem Unicable-Minirouter realieren, sofern noch ein funktionstüchtiger Ausgang am Multischalter von WISI frei ist. Aber Dein Wunsch, ein Multitunergerät voll nutzen zu können, wird ja laufend geäußert. Mit etwas Weitsicht täte der Vermieter daher im eigenen Interesse gut daran, wenigstens dem Hauptanschluss einer jeden Wohnung mehr Funktionalität zukommen zu lassen. Dazu greife ich noch einmal auf:
    Das bedeutet: Wenn man entsprechend umbauen würde, merkt der Nutzer das gar nicht! Sein bisher verwendeter Receiver / TV muss nicht für den Einkabelbetrieb umkonfiguriert werden, es besteht aber die Option, dies zu tun und dann etwa (Beispiel von oben) trotz nur eines Kabels gleich vier Tuner voll nutzen zu können.

    An dieser Stelle muss ich passen, ich komme nicht aus der Gegend. Aber es wäre ja ein Witz, wenn sich in der Stadt, in der sich jährlich die Hersteller aus diesem Bereich auf einer Messe tummeln, nicht ein kompetenter Fachbetrieb finden ließe. Ist wirklich kein Hexenwerk: Wenn der Bedarf geklärt und ein geeignetes Modell ausgesucht wurde, werden die vier vom LNB kommenden Kabel auf einen Erweiterungsbaustein umgeklemmt, von dem aus der WISI wieder versorgt wird (Terrestrik jetzt mal ausgeklammert.). Die Kabel zu den Hauptempfangsstellen werden auf den neuen Baustein umgeklemmt – that's it.
     
    Zuletzt bearbeitet: 28. Januar 2017
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  8. King W.

    King W. Senior Member

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    Ich sehe den Potentialausgleich als ziemlich dringend an. Einfach einen Unicable-Router davor setzen, ist zwar machbar, aber wenn ich da dran müßte, würde ich erst mal das Bestehende sanieren, d.h. einen Erdwinkel anbringen, die Kabel darüber laufen lassen und mit 4 mm² an die HES anschließen. Außerdem würde ich die Stecker durch bessere ersetzen und vernünftig montieren, ohne herausschauende Geflechtdrähte. :-(

    Hier in Herne gibt es noch einen Meister alter Schule mit eigenem Betrieb, der weiß, was er macht. Ich könnte da ja mal nachfragen, ob er bis Köln fahren will.
     
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  9. raceroad

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    Auch die Montage der Stecker wurde zu Recht bemängelt. Mir ging es nicht um die Ausführung, sondern um die Konzeption und eine Antwort auf die Frage des TEs, warum man besser einen anderen Weg als Stacker/Destacker einschlagen sollte.
     
  10. King W.

    King W. Senior Member

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    Deine Antwort ist ja zweifellos auch richtig, aber die Sicherheitsaspekte sollten wenigstens mal angesprochen werden.
     

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