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Editorial 08/2005

Dieses Thema im Forum "DIGITAL FERNSEHEN - Die Zeitschrift" wurde erstellt von RealityCheck, 1. Juli 2005.

  1. RealityCheck

    RealityCheck Foren-Gott

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    Hallo DF-Redaktion!

    Ich muss nun, nachdem ich die neue Ausgabe der DF in meinen Händen halte, einige Worte zu eurem Editorial diesen Monat loswerden.

    Mein erster Kritikpunkt bezieht sich auf den komplett unverantwortlichen Vergleich des Preises von DF1 aus dem Jahre 1997 mit dem PREMIERE von heute (DM 30,- gegenüber €45,-).

    Das ist in etwa so, als würde man den Preis eines VW Käfers aus den 70ern mit dem eines Golf V von heute in Relation setzen - denn es sind grundverschiedene Angebote, geschweige denn Rahmenbedingungen vorhanden.
    Das DF1 von damals, das zu dem "Kampfpreis" von DM 30,- vertrieben wurde, bot weder Fußball Bundesliga noch alle aktuellen Filme der großen Filmstudios. Stattdessen stritt man sich mit dem damaligen Bertelsmann/CANAL+-PREMIERE (welches übrigens auch noch knapp DM 45,- für einen (analog) bzw. drei (digital) Kanäle verlangte) um die Lieferung der aktuellen Blockbuster und bestückte die Kanäle mit den "alten Kamellen" aus dem Archiv des Leo Kirch.
    Dass Leo Kirch den Preis von DF1 künstlich tief hielt, um damit sein Lizenzgeschäft zu subventionieren und das Ur-PREMIERE zur Übernahme zu zwingen, verschweigt ihr ebenfalls.
    Das Geschäftsgebahren von Kirch & Co. zu den "Boomzeiten" (???) des digitalen Pay TVs mit zwei Anbietern bzw. dem fusionierten PREMIERE WORLD hat die Preiserwartungen der deutschen Kunden bis heute nachhaltig beschädigt - wie man hier im Forum oft an den Diskussionen sieht.
    Also, um die Leistung des damaligen Pay TV Angebots in Deutschland zu vergleichen, hättet ihr auch bitte die Preise von PREMIERE und DF1 zusammenrechnen müssen - und dann wäre man bei DM 75,- gewesen. Und oh Wunder, der Schritt zu €45,- ist auf einmal nicht mehr so groß.
    Ach ja, damals gab es übrigens nicht alle Bundesliga-Spiele live. Jetzt schon.
    Das Programm des heutigen PREMIEREs ist im großen und ganzen umfangreicher und vielfältiger als jenes, welches man Mitte / Ende der Neunziger bei PREMIERE und DF1 finden konnte. Und nun eine Preiserhöhung über fast zehn Jahre (Inflation nicht zu vergessen!) von knapp €8,- als so dramatisch darzustellen, ist meiner Meinung nach absolut nicht nachvollziehbar oder zu vertreten.

    Mir erscheint dieses Argument doch reichlich konstruiert.

    Der nächste Kritikpunkt bezieht sich auch schon auf den auf diese Passage folgenden Absatz:

    Zuerst einmal etwas am Rande:

    Es handelt sich nicht um Kabelgebühren, denn Kabelnetzbetreiber sind keine staatliche oder öffentlich-rechtliche Einrichtung, sondern Privatunternehmen. ;)

    Nun zum Hauptkritikpunkt an dieser Aussage:

    Ihr erweckt den Eindruck (und unterhaltet damit den leider weit verbreiteten Irrtum), dass Rundfunkgebühren und Kosten für einen Kabelanschluss ein Deutschland-exklusives Phänomen seien! Das Gegenteil ist der Fall. Ob Großbritannien, Frankreich, Spanien oder Italien, alle sie kassieren Rundfunkgebühren für ihre staatlichen oder öffentlich-rechtlichen "Sendeanstalten". Es ist weiterhin extrem zweifelhaft, dass Kabelfernsehen in Rest-Europa kostenlos zu beziehen ist und nur in Deutschland die bösen, bösen Kabelnetzbetreiber einen Obulus von ihren Kunden verlangen. ;)
    Rechnet man all diese Kosten für jedes Land zusammen, steht Deutschland nicht viel schlechter (wenn überhaupt) da, wenn man die monatlichen Kosten für Pay TV in Europa vergleicht.

    Leider wieder etwas schlecht recherchiert (ein Blick hier ins Forum in einschlägige Beiträge hätte genügt ;) ).

    Und nun zum "lustigsten" Teil diese Editorials:

    Hm, überlegen wir uns mal, am Beispiel der Bundesliga, welche Auswirkungen, welche "Vorteile" eine Splittung der Rechte auf mehrere Anbieter für den Kunden hätte.
    Da es in Deutschland im Gegensatz zu dem genannten Beispiel Italien keine Einzel-, sondern eine Zentralvermarktung der Bundesliga gibt, also nicht so wie in Italien Bayern München oder Schalke 04 ihre Heimspiele an verschiedene Anbieter vergeben können, wäre hier eine Aufsplittung nur durch die Verteilung der Anstoßzeiten möglich.
    Es würden also z.B. Pakete mit den Freitagsspielen, den Spielen am Samstagnachmittag und denen am Sonntag geschnürt - wie in etwa es in England der Fall ist.
    Nun nehmen wir mal an, PREMIERE würde die Rechte an den Samstagsspielen erwerben können, KDG dagegen die Freitagsspiele und ProSiebenSat.1 die Sonntagsspiele - und alle drei bieten nun ein Pay TV Fußballpaket.

    Was macht nun in diesem Fall der Fan, der alle Spiele seines Vereins sehen will?

    Genau, er muss alle drei Angebote abonnieren. Und dass es dann für den Abonnenten billiger wird, wage ich doch stark zu bezweifeln.

    Ein Bieterwettkampf um die Bundesligarechte würde nicht dem Kunden nutzen. Aber auch kein Jota. Sondern nur denen, die ihr aber in einem anderen Absatz harsch kritisiert:

    Die hohen Rechtepreise aus der Kirch-Ära enstanden, weil es mehrere Bieter für die Bundesliga-Rechte gab. Eine Situation, die ihr einerseits in ihren Konsequenzen (hohe Abo-Preise, "gierige" Fußballmanager) verurteilt, andererseits aber wieder herbeiwünscht.

    Reichlich inkonsequent.

    Ach ja, PREMIERE ist kein Monopolist. Der Markt beschränkt sich eben nicht nur auf das Pay TV, sondern umschließt auch den gesamten Free TV Bereich.
    Denn die Entscheidung fällt in Deutschland zwar nicht zwischen PREMIERE und einem anderen Pay TV Anbieter, sondern zwischen PREMIERE oder dem äußerst reichhaltigem "kostenlosen" Angebot.
     
  2. TheGood

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    paris
    AW: Editorial 08/2005

    *das unterschreib ich mir gings nämlich genau gleich.

    dazu eben noch die Kritik dass ihr bei der Preiserhöhung von Premiere Schreibt Premiere Thema kostet nun 19.90 und vergesst beim aufzählen der Kanäle dass auch Premiere START mitdabei ist.
    Dazu grosse Ankündiung auf dem HeftCover "Wer kann sich Premiere noch leisten" und was kommt raus ein ARtikel nichtmal auf einem viertel einer Seite ich finde das grenzt schon fast an einer unverschämtheit.... Das Niveau der zeitschrift sinkt und sinkt in meinen Augen von ausgabe zu ausgabe weiter nach unten....
     
  3. tomsrot

    tomsrot Silber Member

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    AW: Editorial 08/2005

    Den Ausführungen der Vorschreiber kann ich nur voll zustimmen. Inzwischen ist kein Unterschied mehr zur Infosat zu sehen. Schade.
     
  4. RealityCheck

    RealityCheck Foren-Gott

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    AW: Editorial 08/2005

    Und das, obwohl dann auf einer der hinteren Seiten ein doch eher "ausgewogener" Artikel zur Pay TV Situation in Europa folgt, in der wieder das genaue Gegenteil behauptet (und bewiesen) wird - nämlich das Deutschland von den preislichen Belastungen mindestens im Mittelfeld, eher am unteren Ende der Preisskala zu finden ist.
     
  5. robert1

    robert1 Silber Member

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    AW: Editorial 08/2005

    Hallo,

    ich habe das neue Heft zwar noch nicht in Händen, trotzdem gestatte ich mir folgende Bemerkungen zu den Bundesligarechten:


    1. Eine Vergabe auf drei Anbieter würde die "Pay-TV-Kosten" für Fußball-Fans sicher nicht verringern, wenn wir Glück haben, bleiben sie in der Summe gleich. Vermutlich aber werden sie höher. Insofern gebe ich RealityCheck recht.
    2. Populismus scheint in Deutschland derzeit "mega in" zu sein. Offensichtlich scheint auch DF sich dem anschließen zu müssen. Anders kann ich die von ReallityCheck zitierte Passage zu den von der DFL verlangten Summen für die Bundesligarechte nicht werten. - Die Frage ist doch nicht die absolute Summe für die Rechte, sondern das Preis/Leistungsverhältnis. D.h., werden die bisherigen Summen nicht angehoben, die ja absolut gesehen auch nicht niedrig sind, werden wir in der Bundesliga kein höheres Leistungsniveau erreichen. Für dass, im europäischen Vergleich, gezeigte Leistungsniveau, sind die bereits gezahlten TV-Summen, streng betrachtet, eigentlich zu hoch. Anders ausgedrückt, das Preis/Leistungsverhältnis stimmt nicht!

      Wer er es nicht glauben will, rufe sich die durchweg, von Bayern München abgesehen, dürftigen Leistungen der deutschen Vereinsmannschaften in UEFA-Cup und CL in der abgelaufenen Saison in Erinnerung.

      Technisch hochwertige Spieler haben nun einmal ihren Preis. Wenn dieser in Deutschland nicht bezahlt wird, in England, Spanien und, mit Einschränkungen, Italien wird er bezahlt. Wenn wir in der Bundesliga nur "Kampf und Krampf" sehen wollen, können wir das bisherige Preisgefüge für die TV-Rechte natürlich beibehalten. Ob aber Spiele, in denen den Spielern aufgrund mangelnder techn. Fähigkeiten, der Ball regelmäßig weit vom Fuß springt, auf Dauer Summen von trotzdem mehreren hundert Mio € rechtfertigen, wage ich, im Hinblick auf das Preis/Leistungsverhältnis, zu bezweifeln.

      Wenn hierzulande techn. hochwertiger Fußball geboten werden soll, muß entsprechend investiert werden, da wir im Wettbewerb mit anderen europ. Ligen um die besten Spieler stehen. Diese Tatsache kann man nicht ausblenden. Wie bedrohlich die Lage im deutschen Profi-Fußball im Hinblick auf gute Spieler ist, zeigt die Tatsache, dass Real Madrid offensichtlich ernsthaft um Ballack bemüht ist und dieser, so ist anzunehmen, wenn nicht 2005/2006 dann eben ab 2006/2007 bei Real Madrid spielt. Ein Ze Roberto ist doch auch nur bei Bayern München geblieben, weil zufällig der marode AS Rom geboten hat. Ze Roberto hatte wohl Angst um seine regelmäßigen Gehaltszahlungen.

      Dass deutsche Fußball-Zuschauer an techn. hochwertigen Fußball interessiert sind, zeigt die Begeisterung für die brasilianische Mannschaft im Endspiel den Confed-Cups. Die besten Brasilianer spielen, von zwei Ausnahmen abgesehen, nicht in Deutschland, sondern in Spanien oder Italien und zwar nicht nur weil die Sonne dort öfters scheint.;)

      Wer mit purem Populismus dazu beiträgt, dass deutschen Fußball-Fans techn. hochwertiger und im europ. Vergleich erfolgreicher Vereins-Fußball immer mehr versagt bleibt, kann nicht behaupten, im Interesse deutscher Fußball-Fans zu handeln.
    Gruss
    robert1
     
    Zuletzt bearbeitet: 1. Juli 2005
  6. camaro

    camaro Foren-Gott

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    AW: Editorial 08/2005

    Regt euch nicht auf, 95% der Leute haben kein P Sport und der 08/2005 ist auch erst in einem Monat ;) :LOL:
     
  7. Tom27

    Tom27 Senior Member

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    AW: Editorial 08/2005

    Hallo RealityCheck,

    vielen Dank für Deinen Forumsbeitrag, ich finde es prima, daß solche Themen hier angesprochen werden.

    Da ich DF noch nicht sehr lange kenne, muß ich natürlich als erstes fragen, wie lange denn der aktuelle Preis für das Heft schon gültig ist...? Gab es da nie Preiserhöhungen?

    Die "Preisvergleicher" sollten künftig besser recherchieren und sich (so denke ich zumindest) auch mal an die eigene Nase fassen. Beste (Negativ)Beispiele waren in den letzten Tagen wiederholt Beiträge im ZDF, wo man was am besten sparen kann und wer wo zu teuer ist. Alles natürlich von einem der Sender, für die wir kräftig höhere Rundfunkgebühren bezahlen müssen und die jetzt sogar über die zu niedrige Erhöhung klagen.

    Das ist wirklich eine Farce, denn wer selbst an der Gebührenschraube dreht verliert aus meiner Sicht jedes Recht, über billig oder nicht-billig der anderen zu diskutieren und dafür Gebühren zu verbraten. Nun, vielleicht macht das ZDF soetwas ja ganz eigennützig, nach dem Motto: Wer bei uns mehr zahlen muß, der soll halt woanders sparen?

    Nun hoffe ich, daß DF künftig besser recherchiert und die Beiträge wieder auf gewohnt solidem Niveau verfasst.

    Viele Grüsse
    Tom
     
  8. htw89

    htw89 Guest

    AW: Editorial 08/2005

    1.Das ZDF hat nicht geklagt nur die ARD
    2.Die klagen nicht wegen der niedrigen Erhöhung sondern wegen dem Eingriff der Ministerpräsidenten
     
  9. DigitalTV2004

    DigitalTV2004 Junior Member

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    Schwäbisch Gmünd
    AW: Editorial 08/2005

    Ich stimme RealityCheck, TheGood und robert1 zu 100 % zu!
    Das Niveau sinkt von Ausgabe zu Ausgabe und Populismus wird bei der DF wohl ganz groß geschrieben! Mir scheint es so langsam, dass die Redakteure nur hier ins Forum schauen und dann die Beiträge zusammenfassen und sie in der Ausgabe abdrucken. Dies spart die Recherche! Ich hoffe es wird sich wieder bessern und wieder objektive Beiträge in der DF erscheinen.

    Gruß,
    DigitalTV2004
     
  10. Tom27

    Tom27 Senior Member

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    16. September 2004
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    AW: Editorial 08/2005

    @htw89:

    zu 1. - das ist richtig. Ich hatte es nicht korrekt formuliert, gemeint war: Das ZDF gehört zu denjenigen Sendern, die davon (im positiven Falle) profitieren. Das ZDF hat nur deshalb nicht geklagt, weil es lt. diversen Informationsquellen eine «politische Lösung» der Finanzierungsfrage anstrebt.

    zu 2. - natürlich will die ARD wegen des Eingreifens der Regierungschefs der Länder klagen. Hintergrund ist aus meiner Sicht aber trotzdem die zu niedrig ausgefallenen Erhöhung der Rundfunkgebühren. Wären die Gebühr gem. den Forderungen der öffentlich-rechtlichen Sender erhöht worden, hätte es mit Sicherheit keine Klage gegeben. Insofern dreht es sich letztlich (auch wenn es aus rechtlichen Gründen nicht so formuliert ist) dennoch um die Rundfunkgebühren.
     

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