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E-Mail von der ARD zur WM2002

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von webster1, 10. Juni 2002.

  1. webster1

    webster1 Senior Member

    Registriert seit:
    24. Februar 2002
    Beiträge:
    424
    Ort:
    Münster
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    Sehr geehrter Herr ...

    vielen Dank für Ihre E-Mail vom 31.5.2002, in der Sie Ihr Unverständnis
    darüber äußern, dass Sie die Live-Übertragungen der Spiele der Fußball-WM
    2002 von ARD und ZDF nicht über Ihre digitale Satellitenempfangsanlage
    empfangen können.

    Auch wir bedauern sehr, aus rechtlichen Gründen nicht digital über Satellit
    die WM-Übertragungen von ARD und ZDF ausstrahlen zu können. Wir können Ihre
    Unzufriedenheit nachvollziehen und möchten Sie im Folgenden über die Gründe
    für die gegenwärtige Situation informieren.

    Von Anfang an war es das Ziel von ARD und ZDF, möglichst vielen Zuschauern
    einen freien und unverschlüsselten Empfang der Live-Übertragung der
    besonders interessanten Spiele der WM 2002 ohne Zahlung eines besonderen
    Entgelts (d.h. außerhalb des Pay-TV) zu ermöglichen. Über die Bedingungen
    der Ausstrahlung konnten ARD und ZDF jedoch nicht frei entscheiden. Diese
    wurden vielmehr vom Lizenzgeber KirchMedia vorgegeben und waren für ARD und
    ZDF nicht verhandelbar. Insbesondere im digitalen Satelliten-Fernsehen hat
    KirchMedia dabei ausnahmslos auf eine Verschlüsselung gesetzt, um in Europa
    möglichst viele exklusive Märkte zu schaffen und die WM-Rechte möglichst
    teuer zu verkaufen. Eine unverschlüsselte Ausstrahlung der WM-Übertragungen
    über digitalen Satellit wurde uns von KirchMedia untersagt. Hätten ARD und
    ZDF deswegen komplett auf den Erwerb der Ausstrahlungsrechte verzichtet,
    wäre für die Zuschauer kein anderes Ergebnis eingetreten, weil auch andere
    Fernsehveranstalter von KirchMedia nicht das Recht zur unverschlüsselten
    digitalen Satellitenausstrahlung hätten erwerben können.

    Trotz dieser Ausgangslage haben sich ARD und ZDF bis zum letzten Moment
    intensiv um einen freien Empfang der Live-Übertragungen auch über digitalen
    Satellit bemüht. ARD/ZDF hatten ein technisches Verfahren entwickelt, das
    eine unverschlüsselte digitale Satellitenausstrahlung ermöglicht hätte, ohne
    dass die rechtlichen und wirtschaftlichen Interessen von KirchMedia im
    europäischen Ausland wesentlich beeinträchtigt worden wären. Wenige Tage vor
    Beginn der WM waren KirchMedia und ARD/ZDF über den Einsatz dieser Lösung
    auch grundsätzlich einig geworden. Zu unserem Bedauern scheiterte diese
    Lösung jedoch im letzten Augenblick an inakzeptablen Nachforderungen von
    KirchMedia, die zu einem unkalkulierbaren finanziellen Risiko für ARD und
    ZDF geführt hätten.

    Dass sie als Besitzer einer digitalen Satellitenempfangsanlage Leidtragender
    dieser Entwicklung sind, bedauern wir außerordentlich. Vielleicht besteht
    für Sie aber die Möglichkeit, die Live-Übertragungen von ARD und ZDF auf
    anderem Wege bei sich zu Hause oder bei Freunden zu empfangen. Die freie und
    flächendeckende Ausstrahlung der Live-Übertragungen von ARD und ZDF über
    Kabel, analogen Satellit sowie Dach- bzw. Zimmerantenne ist jedenfalls in
    der gesamten Bundesrepublik Deutschland und zum Teil sogar darüber hinaus
    gewährleistet. Diese Art des Empfangs kann in der Regel ohne erheblichen
    technischen Aufwand jederzeit realisiert werden, z. B. schon durch das
    Aufstellen einer Zimmerantenne. Bitte wenden Sie sich bei weiteren Fragen an
    unsere technische Information unter der Telefonnummer (0221) 220 2525.
    Was die von Ihnen aufgeworfene Frage der Rundfunkgebührenpflicht betrifft,
    so wird diese nicht durch Ihre spezifische Empfangssituation berührt. Laut
    Gesetz knüpft die Rundfunkgebührenpflicht ausschließlich an das bloße
    Bereithalten eines Rundfunkgerätes zum Empfang an. Das heißt, sobald Sie ein
    funktionsfähiges Fernsehgerät besitzen, mit dem Sie die Möglichkeit des
    Empfangs von Fernsehprogrammen haben. Dies ist hinsichtlich der von Ihnen
    bereitgehaltenen Empfangsanlage zweifellos der Fall. Ob, in welchem Umfang
    und welche Programme Sie tatsächlich nutzen, ist damit für die
    Rundfunkgebührenpflicht nicht relevant. Diese Rechtslage resultiert auch
    daraus, dass eine Kontrolle über die tatsächlich empfangenen Programme in
    jedem Einzelfall nicht möglich ist. Die Rundfunkgebühr stellt damit keine
    Gegenleistung für eine bestimmte tatsächlich empfangene Leistung der örtlich
    zuständigen Landesrundfunkanstalt oder des ZDF dar, sondern ist nach der
    Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts die von den Ländern eingeführte
    öffentliche Abgabe zur Finanzierung der Gesamtveranstaltung Rundfunk. Daraus
    folgt, dass mit der Zahlung der Rundfunkgebühr kein Anspruch auf einen
    bestimmten Inhalt oder Umfang des ausgestrahlten Programms oder eine
    bestimmte technische Verbreitungsart verbunden ist.

    Vor diesem Hintergrund hat der Gesetzgeber die Höhe der Rundfunkgebühr
    grundsätzlich für alle Rundfunkteilnehmer einheitlich festgelegt und eine
    Minderung nicht vorgesehen. Die Gerichte haben daher einen Anspruch des
    Rundfunkteilnehmers auf Minderung der Rundfunkgebühr - gleich aus welchem
    Rechtsgrund - immer abgelehnt. Ausschließlich für soziale Härtefälle hat der
    Gesetzgeber eine Befreiung von der Rundfunkgebührenpflicht vorgesehen. Ein
    solcher steht hier aber nicht zur Diskussion.

    Tatsächlich konnte jeder Rundfunkteilnehmer auch schon bislang je nach Art
    des von ihm benutzten Übertragungsweges (z.B. Dachantenne, Kabel, Satellit)
    und der von ihm benutzten Empfangsgeräte tatsächlich unterschiedliche
    Programme nutzen, ohne dass dies rechtliche Auswirkungen auf die
    Rundfunkgebührenpflicht als solche oder deren Höhe gehabt hätte. Schon immer
    war die volle Rundfunkgebühr unabhängig von der Art der individuellen
    Empfangsanlage zu entrichten und somit auch unabhängig davon, welche
    Programme, wie viele Programme und in welcher Qualität damit empfangbar
    sind. Als Besitzer einer digitalen Satellitenempfangsanlage waren Sie
    gegenüber anderen Rundfunkteilnehmern dadurch bislang sogar im Vorteil, weil
    Sie eine Vielzahl zusätzlicher digitaler Programme empfangen können (z. B. 1
    extra, ZDF-Info).

    Aus diesen Gründen, die auch von der bestehenden Gesetzeslage getragen
    werden, können wir Ihnen daher leider in der Frage der
    Rundfunkgebührenpflicht nicht entgegenkommen.

    Mit freundlichem Gruß

    Westdeutscher Rundfunk
    Technische Information
    Roland Ernst
     
  2. newspaperman

    newspaperman Gold Member

    Registriert seit:
    2. Juni 2002
    Beiträge:
    1.699
    Ort:
    Franken
    is ja prima. seit wann ist ard + zdf = wdr?
     
  3. webster1

    webster1 Senior Member

    Registriert seit:
    24. Februar 2002
    Beiträge:
    424
    Ort:
    Münster
    Der Westdeutsche Rundfunk gehört IMHO zur Arbeitsgemeinschaft der Rundfunksender Deutschlands(ARD).
     
  4. Linde

    Linde Senior Member

    Registriert seit:
    17. Januar 2001
    Beiträge:
    193
    Ort:
    Düsseldorf
    "Von Anfang an war es das Ziel von ARD und ZDF, möglichst vielen Zuschauern
    einen freien und unverschlüsselten Empfang der Live-Übertragung der
    besonders interessanten Spiele der WM 2002 ohne Zahlung eines besonderen
    Entgelts (d.h. außerhalb des Pay-TV) zu ermöglichen. "

    bei den öffis haben sie anscheinend noch nie was von der gez gehört
     
  5. Johnny

    Johnny Gold Member

    Registriert seit:
    3. Juli 2001
    Beiträge:
    1.800
    Ort:
    Zuhausestadt
    moin,

    nd was ist, wenn ich nur nen digi-sat-receiver und nen projektor habe?

    greets
    Johnny
     

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