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Duktus der Kommentare bei Spon, Bild, Welt, SZ, Zeit, ...

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von DNS, 29. Januar 2014.

  1. DNS

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    Mich beschäftigt folgendes schon seit langem:


    Mir fällt immer wieder auf, dass die Kommentare unter den Artikeln der gängigen Online-Nachrichtenmagazinen stets in eine andere Richtung geht, als meine Wahrnehmung es mir weismachen will.
    Beispiel Ukraine: Nahezu 90% sind prorussisch, so gut wie keiner proeuropäisch. Klitschko wird eher als Putschist denn als Oppositionspolitiker beschimpt.

    Ähnliches kann ich auch bei Themen wie Homophobie in Russland oder Menschenrechte in China beobachten. Wir Europäer sind stets schlimmer, weil wir ja Guantanamo oder NSA haben. Die EU ist die imperialistische Ausgeburt des Teufels gegen die sich Russen, Nordkoreaner oder Chinesen zur Wehr setzen müssen.

    Ich berichte jetzt nicht von einzelnen vernachlässigbaren Beiträgen, sondern von der dominierenden Anzahl der Beiträge. Egal ob bei Spiegel, Bild, Welt, Süddeutsche, Zeit, oder, oder, oder... Ist euch das auch aufgefallen? Woran liegt das? Versteht ihr was ich meine?


    Eine Sache noch: Eine typische Argumentation ist, dass wir alle von "den westlichen Medien" gleichgeschaltet sein sollen. Ich frage mich aber immer: Wie soll das gehen. Es müsste eine Zensurbehörde geben, die RTL, ARD, den ostfriesischen Kurier, die Dolomiten, ffn, Europe 1, die RAI, TV Danmark, CBS, NBC und alle anderen westlichen Medien beeinflusst und ihnen vorschreibt, dass sie nicht gut über Janukowitsch, Putin oder Kim zu berichten haben. Ist das machbar, ohne dass das jemandem auffällt?
     
    Zuletzt bearbeitet: 29. Januar 2014
  2. Gag Halfrunt

    Gag Halfrunt Lexikon

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    AW: Duktus der Kommentare bei Spon, Bild, Welt, SZ, Zeit, ...

    Das ist doch ganz einfach: Solche Kommentarfunktionen werden genauso wie Bewertungsplattformen gerne von Leuten genutzt, die dem dort wiedergegebenen Bild widersprechen wollen.

    Sprich: Wer nichts daran auszusetzen hat, schreibt nichts (oder selten).

    Und die wahre Satire findest du übrigens in den Kommentaren von heise.de. Da war gestern ein Artikel darüber, dass Microsoft aufgrund des Namenstrechtsstreits mit Sky sein Produkt "SkyDrive" umbenennt. 95% der Kommentare handelten nur von NSA, Bespitzelung, usw.

    Mein Fazit: Diese Kommentarfunktionen werden zu einem nicht unerheblichen Teil von gelangweilten Wichtigtuern genutzt.
     
  3. rabbe

    rabbe Talk-König

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    AW: Duktus der Kommentare bei Spon, Bild, Welt, SZ, Zeit, ...

    Naja, Widerspruch als solcher ist doch legitim. Gerade am Beispiel der Ukraine sieht man doch, wie diese förmlich/scheinbar von der EU und Russland zerrieben wird. Auf der einen Seite die "Gier" nach neuen Absatzmärkten und auf der anderen Seite das Wissen um die Rohstoffabhängigkeit, gepaart von den jeweiligen Interessen der ukrainischen Oligarchen. Welche Rolle da der Boxweltmeister Klitschko spielt, lässt sich schwer/nicht wirklich einordnen. Gefühlsmäßig gibt er zur Zeit die Rolle des nützlichen Idioten.
    Man mag ja zu Janukowitsch stehen wie man will, die etablierten ukrainischen Politiker haben ohne Ausnahme alle Dreck am Stecken, aber letztendlich handelt(e) er doch mehr oder weniger pragmatisch. Eine Fortbewegen von Russland hätte zur Folge, dass man die aktuellen Weltmarktpreise für Rohstoffe (Gas,Öl) bezahlen müsste. Auf der anderen Seite wäre ein zu forsches Zubewegen auf die EU schädlich für die einheimischen Wirtschaft.
     
  4. Schnellfuß

    Schnellfuß Platin Member

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    AW: Duktus der Kommentare bei Spon, Bild, Welt, SZ, Zeit, ...

    Wozu?
    Sowas regelt sich ganz automatisch, allein durch die (Besitz)struktur der Medien.
    Wenn man sich mal die Zeit nimmt, und das "wer gehört (zu) wem" aufzulösen versucht, dann bleiben am Ende sehr wenige übrig.
    Bertelsmann, Springer, Holtzbrinck, Burda... als deutsche Beispiele.
    Zufällig stehen deren Besitzer in nationalen und auch internationalen Vermögenscharts ganz weit oben.
    Wer sich nun als Journalist zu kritisch gegen deren Interessen äußert, dessen Karriere dürfte wohl nachvollziehbar einen jähen Knick erleiden.
    "Wes Brot ich fress, des Lied ich singe", auch Loyalität genannt, ist für den Aufstieg in verantwortungsvolle Positionen also unverzichtbar.
    Dass dann, bedingt durch Vertreten gleicher Interessen, mit steigender Hierarchie die Meinungen immer "gleicher" werden, ist wenig verwunderlich.
     
  5. DNS

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    AW: Duktus der Kommentare bei Spon, Bild, Welt, SZ, Zeit, ...

    Genau DAS ist mir zu einfach. Das mag für einige Konzerne sicherlich gelten. Aber für alle? Und alle sind sich darüber einig, dass sie einheitlich die gleiche "Lüge" aus Kairo, aus Kiew oder aus Sotschi berichten? Und keiner klärt das auf? Warum sollte die Hamburger Zeit ein Interesse an Janukowitsch haben? Und warum ist das gleichzeiig für NRK aus Olso relevant? Ich glaube nicht an dieser Mär von Gleichschaltung. Jedenfalls nicht solange ich keien Quellen dafür habe.

    Wenn ich morgen einen Artikel veröffentlichen würde, in dem ich groß und breit die Errungenschaften Janukowitsch hervorheben würde, dann würde ich keinen Ärger bekommen.
     
  6. DNS

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    AW: Duktus der Kommentare bei Spon, Bild, Welt, SZ, Zeit, ...

    Made my day. Genau das meine ich!

    Ich finde übrigens, dass dieses Forum zurzeit relativ befreit von solchen Beiträgen ist. Das war früher einmal anders.
     
  7. KL1900

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    AW: Duktus der Kommentare bei Spon, Bild, Welt, SZ, Zeit, ...

    Bei Artikeln über die Ukraine wundert mich, dass die Kommentarbereiche so pro-russisch sein sollen.
    Mir fällt aber bei Artikeln zu EU und Euro schon länger auf, dass im Kommentarbereich egal welcher Zeitung, heftigst Dampf gegen die EUdSSR abgelassen wird.
    Nur, warum tummeln sich solche Personen auf Seiten eher linker Zeitungen wie Zeit Online?
     
  8. Dirk68

    Dirk68 Guest

    AW: Duktus der Kommentare bei Spon, Bild, Welt, SZ, Zeit, ...

    also ich lese auch gerne Kommentare bei der FAZ, Zeit oder SZ. Ich lese dabei sehr oft EU-kritische Kommentare, aber pro Russische sind mir bisher selten aufgefallen.. Eigentlich kann ich mich an keinen Einzigen erinnern...
     
  9. DNS

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    Es ist auffällig, dass bei einem (beliebig ausgewählten) Artikel über Putin ausschließlich gegen die EU und gegen die USA Stimmung gemacht (besser gesagt: übelst gewettert) wird. Alternativ kann auch die FIFA oder das IOC herhalten. Über Putin selbst wird kaum gesprochen. Die Berichterstattung über die Arbeitsbedingungen in Sotschi seien lediglich "Russland Bashing" (in mehreren Beiträgen erwähnt).

    Winterspiele in Sotschi: Bauarbeiter werden systematisch ausgebeutet - SPIEGEL ONLINE

    Oder sie sind einfach erlogen : "Die Schilderung der Arbeitsbedingungen in Sotschi erinnert stark an Zustände auf dem deutschen Arbeitsmarkt"

    Kritische Berichterstatter sind "Heckenschützen" und "Querulanten": "Die Frage ist doch: warum kommen diese Heckenschützen jetzt erst damit um die Ecke? Diesen Querulanten geht es doch gar nicht um die Sache, sonderm nur um Eigeninteressen."

    Ich will jetzt gar nicht so tief in dieses eine Beispiel vordringen. Es soll nur ein Beispiel sein. Ich will nur verstehen, wer das warum macht?

    Woher kommt das? Warum sind das keine Einzelfälle?
     
  10. AlBarto

    AlBarto Ich bin kein Mitarbeiter dieses Forums

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    Dem kann ich zustimmen. Allerdings sind nicht alle Teile des Forums so "verseucht". ;)

    Viele Querulanten hier bei uns sind auch schon weg. Aber das ist ein anderes Thema. :winken:
     

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