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DECT-Problem lösbar

Dieses Thema im Forum "Digital TV über Satellit (DVB-S)" wurde erstellt von beiti, 14. Dezember 2004.

  1. beiti

    beiti Platin Member

    Registriert seit:
    12. April 2002
    Beiträge:
    2.847
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    Ich weiß, das Thema ist vielfach durchgekaut, aber es gibt ja immer wieder Neulinge auf dem Gebiet. Ich finde auch, gute Tips kann man nicht oft genug geben.

    Das "DECT-Problem" ist die Störung des Sat1/Pro7-Transponders (12,480 GHz vertikal, TP 104) durch Schnurlostelefone oder deren Basisstationen. Es tritt dann auf, wenn die Koaxialkabel der Sat-Anlage schlecht geschirmt sind. Die Störungen äußern sich in Form von Klötzchenbildung oder Totalausfall des Empfangs. Betroffen sind alle Sender auf TP 104:Sat1, Pro7, Kabel1, N24, DSF, Tele5, 9Live, HSE24, SonnenklarTV und Astro TV. ​
    Nach vielen Jahren Beschäftigung mit Sat, in denen ich dank guter Kabel verschont war und das Problem nur aus dem Forum kannte, hat es mich nun auch erwischt: Bei einem kleinen Umbau meiner Anlage nutzte ich der Einfachheit halber ein älteres, schon verlegtes Koaxkabel. Prompt waren alle Sender auf TP 104 weg.
    Dazu muß ich sagen, daß die Basis meines DECT-Telefons nur 1,50 Meter vom Receiver entfernt steht; Ausstecken der Basis behob die Störung, aber das konnte keine Dauerlösung sein.

    Da entsann ich mich eines mehrfach genannten Tips aus diesem Forum und schaltete einen InLine-Verstärker ins Kabel (nähe LNB). Die Störungen sind jetzt beseitigt, und die Stabilität der Anlage ist sogar besser als früher (mit gutem Kabel): Früher konnte ich das DECT-Problem herbeiprovozieren, wenn ich mit dem Schnurlosen näher als 1/2 Meter an den Receiver heranging. Jetzt läßt er sich auch damit nicht mehr aus der Ruhe bringen.

    Es funktioniert so: Der InLine-Verstärker hebt den absoluten Signalpegel um ca. 20 dB an. Dadurch wird der Einfluß der Störsignale in Relation zum Nutzsignal geringer. Da der Verstärker rauscht, verschlechtert er etwas die Signalqualität (in meinem Fall ca. 0,2 dB C/N), aber bei ausreichender Reserve ist das zu verkraften. Wichtiger ist in diesem Fall, daß das DECT-Problem beseitigt wird.
     
  2. Opp

    Opp Silber Member

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    25. November 2004
    Beiträge:
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    Hamburg
    AW: DECT-Problem lösbar

    Ja, und wenn du noch einen zweiten Inline- Verstärker montierst, geht dein DECT- Telefon nicht mehr :LOL:

    Wenn denn keiner was dazu sagt: Störstrahlung geht nicht nur von außen nach innen (ins Koaxkabel) sondern auch von innen nach außen. Klar, ein Bastler darf alles, aber ein gewerbetauglicher Tipp ist das nicht.
     
  3. dg1bae

    dg1bae Senior Member

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    193
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    Muvid 715-2 für Internetradio, UKW und DAB (kein DAB+)
    AW: DECT-Problem lösbar

    Vor drei Jahr, als ich mein erstes DECT gekauft habe, hatte ich das gleiche Problem. Damals hatte ich nur analogen Sat-Empfang. Der Inlineverstärker möglichst nahe an der Schüssel hat das Problem hervorragend behoben.
    Wichtig ist aber auch, daß man nicht unbedingt die billigsten Verstärker kauft. Ich hatte es zuerst mit einem vorhandenen älteren Verstärker versucht, aber mit dem war der Sat-Empfang auf den höheren Frequenz analog eher schlechter.
    Und wegen der Abstrahlung aus dem Kabel braucht man sich wohl kaum Gedanken machen. Wenn man nicht gerade Klingeldraht als Antennenleitung benutzt, kommt auch aus schlechterem Kabel kaum etwas raus. Und der Pegel im Kabel ist ja immer noch sehr niedrig. Bei zu hohem Pegel macht sowieso der Receiver dicht und der Empfang bricht komplett zusammen. Am meisten strahlt auch der Receiver ab, das Kabel kaum. Das habe ich mit einem zweiten Receiver und einer daran angeschlossenen einfachen selbstgebauten Antenne für ca. 1,2GHz festgestellt. Direkt über den ersten Receiver gehalten, gab es immer genug Feldstärke für ein gutes Bild, am Kabel war das Bild meist schlechter. Schlechte Kabelverbindungen sind eher ein Problem, da kommt immer was rein (oder raus).
    Ein DECT-Telefon oder E-Netz-Handy wird von einer so funktionierenden Sat-Anlage wohl kaum gestört werden können, dazu sind die "digitalen" Signal des Telefons viel zu robust.
    MfG
    Wolfgang
     
  4. beiti

    beiti Platin Member

    Registriert seit:
    12. April 2002
    Beiträge:
    2.847
    AW: DECT-Problem lösbar

    Das ist ein völlig theoretisches Problem, das noch nie irgendwo aufgetreten ist. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, daß man mit 40 dB Verstärkung schon Sendepegel erzeugen kann, die ein DECT-Telefon aus dem Schritt bringen.

    Soweit ich weiß, besitzen Einkabelsysteme, die auf die Verwendung mit alten Kabeln ausgelegt sind, bereits einen sehr hohen Ausgangspegel. Ist im Prinzip dasselbe und erfüllt denselben Zweck wie der Verstärker.
     
  5. Stefan1100

    Stefan1100 Gold Member

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    4. Dezember 2003
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    1.895
    Ort:
    Im Herzen Bayerns
    AW: DECT-Problem lösbar

    Mit dem Verstärker reduzierst du im Verhältnis zum Nutzsignal den Anteil des Störsignals. Damit kannst du Erfolg haben, das kann aber auch nach hinten losgehen, wie dg1bae berreits geschrieben hat. Wenn du kurze Kabellängen hast, wird die Signalstärke zu hoch, der Receiver schaltet ab oder kann vielleicht sogar Schaden nehmen ?!?!?! Das weiß ich nicht, kann es mir aber durchaus vorstellen.

    Eine saubere Lösung ist es, das Problem zu beseitigen und nicht zu relativieren.

    Ich denke, auch weniger hochwertige Kabel sind ausreichend geschirmt. Voraussetzung sind natürlich sauber montierte Steckverbindungen.
    Ich hatte schonmal diese Diskussion hier und hatte testweise meine Basisstation vom DECT direkt auf den Receiver gestellt, es hatte keinerlei Einfluß auf das Fernsehbild!!
    Ich habe zwar gutes Kabel verlegt, bin aber überzeugt, daß es in den meisten Fällen durch saubere Steckermontage zu beseitigen wäre.
     
  6. andimik

    andimik Board Ikone

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    Ort:
    Kärnten
    AW: DECT-Problem lösbar

    Die halbe Welt redet von Elektrosmog, und beiti baut noch einen Verstärker ein, damit das DECT noch stärker senden muss ...
     
  7. beiti

    beiti Platin Member

    Registriert seit:
    12. April 2002
    Beiträge:
    2.847
    AW: DECT-Problem lösbar

    An der Steckermontage scheitert es hier nicht. Es scheint tatsächlich so zu sein, daß erst schlecht geschirmtes Kabel, das auf einer größeren Strecke verlegt wird und dadurch mehr Störungen aufnehmen kann, das Problem hervorruft.

    Genau das ist in vielen Häusern nicht oder nur mit großem Aufwand zu bewerkstelligen. Wer vor diesem Problem steht, wird sehr froh über eine mögliche Relativierung des Problems sein.
    Übrigens muß es nicht immer der InLine-Verstärker sein. Möglicherweise genügt schon der höhere Ausgangspegel eines anderen LNB-Fabrikats. Oder man benutzt einen aktiven Multischalter, der das Signal ebenfalls etwas verstärkt.

    Dann hast Du Glück, daß Dein Receiver gut geschirmt ist. Ist das nicht der Fall, hilft das beste Kabel und der beste Stecker gar nichts. Die Signalverstärkung kann hingegen Abhilfe schaffen.

    Wenn der Signalpegel zu hoch wird, kann die Signalqualität leiden oder der Empfang ausfallen. (Daß der Receiver Schaden nimmt, glaube ich nicht.) In diesem Fall müßte man einen regelbaren Verstärker einsetzen und den Pegel anpassen. Evtl. könnte man auch das verstärkte Signal erst kurz vor dem Receiver wieder dämpfen, so daß die Verstärkung nur innerhalb der kritischen Strecke wirkt (so ähnlich wie bei der verlustarmen Hochspannungsübertragung von Netzstrom). Aber das habe ich nicht ausprobiert und müßte erst noch durchdacht werden.
    Ich habe schon an etlichen Receivern Verstärker ausprobiert. Während Analogreceiver bei zu hohem Signalpegel schnell Störungen zeigen, scheinen Digitalreceiver eher unempfindlich zu sein; allenfalls geht die Signalqualität etwas zurück.
     
  8. Commander Keen

    Commander Keen Gold Member

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    Bayern
    AW: DECT-Problem lösbar

    Ich habe erst kürzlich ein DECT-verseuchtes Haus neu modernisiert...

    Zustand vorher:
    Fuba 55cm Schüssel, DUAL LNB, passive Verteilung auf 8 Teilnehmer, einfach geschirmte Kabel (ohne Alufolie).
    Störungen durch DECT waren erkennbar durch Muster im Bild (war ja nur analog)...

    Ist-Zustand:
    selbe Schüssel, neuer Inverto Quatro LNB mit hoher Verstärkung, aktiver 8-fach Schalter mit 0-3dB Durchgangsdämpfung, neue Kabel vom LNB zum Schalter mit 90dB Schirmungsmaß, ansonsten alte Verkabelung beibehalten.

    Auffallend ist, dass die Störungen durch DECT trotz der teilweise alten Kabeln weg sind (Pro7 geht einwandfrei), allerdings werde ich sicherheitshalber auch die alten Kabel ersetzen und durch doppelt geschirmte austauschen...
     
  9. blondie

    blondie Silber Member

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    Bonn
    AW: DECT-Problem lösbar

    Ich bin einer derjenigen, der vor einiger Zeit diesen Tipp mit dem Inline-Verstärker hier gepostet hatte. Dass man mit perfekt geschirmten Kabel keine Probleme hat ist ja schön und gut. Wenn die Leitungen aber lang sind und man auf altes verlegtes Kabel zurückgreifen muss oder wie in meinem Fall dünnes 4mm Koax verwenden muss und die Zuleitung obendrein lang und mit Unterbrechung ist, dann ist der Trick mit dem Inline-Verstärker funktional und löste das Problem.

    In Zahlen (Nokia Dbox2 mit Linux) SNR: 58000 und SIG 60500. Vorher SNR 54000 und SIG 55000.

    Was die Empfangsqualität anderer "schwieriger" Sender angeht, so steht der auf diese Weise angekoppelte Teilnehmer (Schlafzimmer) den anderen an meinem MS in nichts nach.

    blondie
     
  10. FBonNET

    FBonNET Gold Member

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    2. September 2004
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    1.238
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    Lkr. Regensburg
    AW: DECT-Problem lösbar

    Servus,

    dem DECT Telefon ist doch der Verstärker Schnuppe!!! Das sendet weiterhin so wie vorher.

    Wenn z.B. einen aktiven MS von Spaun nimmt, hat man solche Probleme generell nicht. Einfach die Verstärkung so einstellen, dass jede Dose im Haus Signalpegel über 70 hat und gut ist.

    Wichtig ist außerdem das die Anlage vernünftig geplant ist. Weil eine kleine Schüssel mit einem großen Verstärker aufmöbeln bringt nichts. Schüssel so groß wie möglich und einen guten MS.
     

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