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Das Kabel-Komplott

Dieses Thema im Forum "Digital TV über Kabel (DVB-C)" wurde erstellt von Johof, 6. November 2005.

  1. Johof

    Johof Silber Member

    Registriert seit:
    23. September 2005
    Beiträge:
    619
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    Nottuln
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    Viele Probleme im Kabel, vor allem Kapazitätsengpässe, sollen ja darauf beruhen, daß man Kupferkabel verwendet hat und diese von der Bandbreite her stark eingeschränkt sein sollen, wenn ich richtig informiert bin. Tatsache ist auch, daß seit Mitte oder Ende der 80er in weiten Teilen Deutschlands auf Teufel komm raus Kabel verlegt wurden und möglichst viele Orte an den Kabelanschluß angeschlossen wurden. Nun habe ich vor einiger Zeit mal das Gerücht gehört, daß einem Verwandten des damaligen Postministers Schwarz-Schilling eine Kupferfirma gehörte und daß man deswegen Kupfer als Material wählte. Ist an dieser Geschichte etwas dran? Weiß da einer etwas mehr darüber?
     
  2. mischobo

    mischobo Lexikon

    Registriert seit:
    3. März 2003
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    Telekom City
    AW: Das Kabel-Komplott

    ... was hätte man anstatt Kupferkabel nehmen sollen ? Eisenkabel ? :D
    Du musst Bedenken, das vor 20 Jahre technisch nicht alls das verfügbar war wie heute. Zwar gab es auch schon Glasfaserstrecken, allerdings war das nach meinen Informationen noch eine verhältnismässig schwierige und vor allem auch teurer Angelegenheit. Kupferkabel war damals Stand-der-Technik. Aber auch Kupferkaebl wurde in den letzten Jahren verbessert, weil bessere Eigenschaften was Kapazität und Widerstand. Auch gab es keine z.B. noch keine "100db-Kabel", was allerdings weniger mit dem Kupfer zu tun hat.
    Aber so schlecht kann das Kupferkabel gar nicht sein, denn damals schworen HiFi-Puristen auf das Kupferkabel, das in der Erde verlegt wurde, um ihre Hifi-Geräte zu verbinden ...

    ... und ausserdem: Bonn wurde letztes Jahr ausgebaut und das ohne die Strassen aufzureissen. Hier liegt immer noch das alte Kuperkabel 60cm unter dem Gehweg ...

    ... eine "Kupferverschwörung" ist ein bischen weit hergeholt. Kupferkabel wurden in den 80ern auch schon für die elektrischen Installationen verendet und damit hatte der damalige Postminister rein gar nichts zu tun. Auch die Oberleitungen von der Bahn sind aus Kupfer...
    ... auch Wasserleitungen, die damals verlegt wurden, waren damals fast ausschliesslich aus Kupfer. Heute werden auch diverse Kunststoffe verwendet ...
    ... heute hat Kupfer nicht mehr den Stand wie vor 20 Jahren, da sich seitdem technologisch auch einiges getan hat ...
     
  3. Witsch

    Witsch Senior Member

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    305
    AW: Das Kabel-Komplott

    Hatte mal ne Hobbythek-Sendung gesehen. Da ging es um dieses Thema. s war tatsächlich so, das amerikanische Firmen bereits Glasfaserkabel hatten - man seztzte aber auf Kupferkabel, da diese ja aus Deutschland kamen. Obwohl bereits gewusst wurde, dass das Glasfaserkabel moderner war.

    Ich glaube, in den 80ern glaubte auch kaum jemand an eine "Senderschwemme".

    Gruß
    Witsch
     
  4. Gorcon

    Gorcon Moderator Mitarbeiter

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    AW: Das Kabel-Komplott

    Glasfaserkabel wurde hier in SN schon in den 80ger Jahren in einem Stadtteil verlegt, ist also nichts neues.

    Kupfer ist aber viel billiger.

    Gruß Gorcon
     
  5. mischobo

    mischobo Lexikon

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    3. März 2003
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    Ort:
    Telekom City
    AW: Das Kabel-Komplott

    ... in den 80ern begann die Senderschwemme erst. Davor gab es i.d.R. nur 3 Programme, evtl. noch Programme aus dem Nachbarland und/oder noch TV der in Deutschland statinierten Alliierten ...

    ... soweit ich mich erinnere waren in Bonn mit geringem Aufwand ARD, ZDF, WDR, SWF und AFN-TV zu empfangen. Dann kamen irgendwann Programme wie RTL plus, Sat.1, Musicbox, musicbox, Heureka, Tele5 etc. Die Senderschwemme begann aber gerade durch das Kabelfernsehen, denn den Satdirektempfang gab es in der heutigen Form noch nicht und für eine Satschüsseln musste man mtl. 5 DM an die Deutsche Bundespost abdrücken. Ende der 80er/Anfang 90er kam das digitale Fernsehen in Form von D2-MAC, was allerdings floppte, nicht nur im Kabel, anschliessend wurde dann DVB-C als Fernsehen der Zukunft im Videotext des exklusiven Kabelkanal (das heutige Kabel Eins) angekündigt, das aber durch den Verkauf der Kabelnetze immer weiter hinausgezögert wurde ...

    ... aber immerhin: das alte Kupferkabel funktioniert immer noch einwandfrei, ASTRA 1A ist heute nur Weltraumschrott. Und wenn das Kupferkabel ausgedient hat, kann man das Kupfer wieder recyceln ...
     
  6. mischobo

    mischobo Lexikon

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    Telekom City
    AW: Das Kabel-Komplott

    ... klar wurde auch schon mit Glasfaser gearbeitet, nur war das komplizierte zu handhaben als heute. Kupferkabel war etabliert und auch einfach zu handhaben. Optokoppler werden dabei auch nicht benötigt, ausserdem konnte man z.B. durch Bagger getrennte Kupferkabel besser wieder flicken als Glasfaserkabel. ...
    ... das Kabel war eine ganze normale Mehrteilnehmeranlage halt nur um einiges größer. Die Programme wurden empfangen und ohne irgendwelche Umwandlungen weiter verteilt ...
     
  7. aseidel

    aseidel Institution Mitarbeiter

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    AW: Das Kabel-Komplott

    Das erinnert mich an DSL. Mit Glasfaser ging es anfangs nicht, man musste unbedingt Kupfer haben.
     
  8. Peter-HH

    Peter-HH Foren-Gott

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    AW: Das Kabel-Komplott

    Ja, seinerzeit war Glasfaser noch nicht für das Kabelfernsehen verwertbar. Diese Komplottgeschichte haben seinerzeit die Öffentlich Rechtlichen und natürlich die Sozis aufgebracht.

    Seinerzeit sah es folgendermaßen aus: Die SPD/FDP Regierung unter Helmut Schmidt waren gegen die Einführung des Privat Fernsehens und wollten mit aller Macht das Monopol von ARD und ZDF erhalten.

    Die CDU trat seinerzeit für die Einführung des Dualen Systems ein und forderten die Zulassung privater Sender, ohne jedoch die ARD abschaffen zu wollen.

    Das ganze war Wahlkampfthema und die Sozis haben alles ins Feld geworfen, um privaten Rundfunk als Teufelszeug darzustellen.

    Nachdem dann Helmut Kohl Kanzler wurde und durch die Neuwahlen bestätigt wurde, ging es dann los mit dem Kabelfernsehen. Seinerzeit gab es richtige Aktionen gegen Kabelfernsehen! Es gab Aufkleber "Laß Dich nicht verkabelsalaten" und es wurde die Verschwöhrungstheorie verbreitet, daß der Staat über den Rückkanal überwachen könne, wer gerade welche Sendung schaut. Achja, der Rückkanal: Seinerzeit betrieb man den Ausbau sehr aufwendig, weil man seinerzeit schon interaktiv geplant hatte.

    Zurück zum Thema, Postminister Schwrz-Schillig gehörte die Firma Sonnenschein, die sich unter anderem mit Kupferkabeln beschäftigte. Die Geschäftsführung gab er jedoch an seine Frau ab, damit ihm nichts vorgeworfen werden konnte. Dazu kam, daß Helmut Kohl ein Duzfreund von Leo Kirch war. Für die Sozis und die ARD natürlich gefundenes Fressen!

    Als den Monopolbefürwortern die Argumente ausgingen wurde dann argumentiert, daß man mit dem Kabelfernsehen und den Privaten Sendern doch noch 10 Jahre warten solle, bis Glasfaser ausgereift sei. Seitens der CDU wurde dies aber nur als letzter Versuch gewertet, das Monopol noch länger aufrecht zu erhalten und so begann zügig der Ausbau. Und weil Schwar-Schilling gerade dabei war, führte er auch gleich noch BTX und ISDN ein und forcierte den Aufbau vom Mobilfunk (Telefon). Ebenfalls ebnete er den Weg, um die Bundespost zu reformieren und in Telekom, Briefpost und Postbank zu splitten. Er als Postminister arbeitete also daran, seinen Posten abzuschaffen! Der Mann hat richtig etwas bewegt!

    Das ganze ging seinerzeit natürlich etwas unter, da die Linken zu der Zeit neben dem Kabelfernsehen auch noch die die Stationierung von Atomwaffen auf Boden der Bundesrepublik bekämpften, die ja ursprünglich von der SPD beschlossen wurde. Dazu paßt aber trotzdem, daß die ARD Kohl vorwarf das Privat Fernsehen zu fördern um dann die ARD abzuschaffen, da die ARD seinerzeit sehr kritisch berichtete ... Hach ja ... waren das noch Zeiten. Die Zuschauer hat es gefreut .. denn seinerzeit sah es im Fernsehen ja so aus, daß ARD/ZDF sich keine Mühe geben brauchten und es einmal in der Woche, nämlich Samstags nach dem Wort zum Sonntag einen Spielfilm gab :)
     
  9. Gorcon

    Gorcon Moderator Mitarbeiter

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    AW: Das Kabel-Komplott

    Hier hatte die Verkabelung mit Glasfaser nur einen Technischen Grund. Und der war das in unmittelbarer Nähe zum Fernsehturm kein Terestricher Emfang möglich ist (wegen übersteuerung). Die Kupferkabel waren zur damaligen Zeit in ihrer Abschirmung wohl auch noch nicht so gut daß das Signal Störungsfrei empfangen werden konnte.
    Ein Komplot gab es hier nicht.

    Gruß Gorcon
     
  10. Captain_Grauhaar

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    AW: Das Kabel-Komplott

    Ich denke mal, dass wird hier irgendwie aus dem Zusamenhang falsch dargestellt. Auch die Amis haben sicher nicht in der Zeit bereits mit Glasfaser ihre Städte verkabelt. Wenn ich mir anschaue wie die noch heute ihre Stromversorgung mit Oberleitungen ans Haus bringen (die bei jeden Windzug zusammenbrechen), dann ist das sogar noch heute vollkommen ausgeschlossen.
    Um Glasfaserkabel (Kabel ist ja nicht mehr so ganz richtig) einsetzen zu können, braucht man komplizierte und aufwändige Wandlungstechnik, die es damals noch nicht gab bzw. viel zu teuer war um eine Bandbreite von 450Mhz über lange Strecken zu schicken. Es hat ja schon ewige Zeiten gedauert bis man mal 2Mbit/s Standleitungen zwischen Computerercentern herstellen konnte. Zu der Zeit als die ersten Kabelnetze entstanden, haben wir noch einem 2400 Modem rumgewerkelt.
    Kupferkabel (das wird ja überall verwendet, weil es gut leitet und biegsam ist) ist heute noch mehr oder weniger Stand der Technik, da es einfach über geringe Entfernungen zu verlegen ist und ohne teure Wandlungstechnik auskommt.

    Also ich sehe da nix mit Komplott.
     

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