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DAB+ im Auto

Dieses Thema im Forum "Digital Radio / DAB+" wurde erstellt von Matthias K., 17. Mai 2012.

  1. Matthias K.

    Matthias K. Gold Member

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    Eine Diskussion in einem anderen Thread: "Wieso DAB+ entlang der Autobahnen? Es gehen doch nur kleine Tischradios über die Ladentheke!" hat mich mal dazu veranlasst, dieses Thema neu aufzurollen und in einen neuen Thread zu starten, statt an einen anderen anzuknüpfen.

    Zum Stand Mai 2012 und somit 9 Monate nach dem DAB+ Start laufen erstmal und doch bereits so viele Sender verteilt in Deutschland, dass rund die Hälfte aller Bürger in den Genuss kommen (können), das neue, verbesserte Digitalradio (DAB+) empfangen und hören zu können.
    Man versucht mit jedem neuen Sender immer gleich zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen.
    A - eine weitere Stadt oder Region zu versorgen
    B - einen unversorgten oder lückenhaft versorgten Autobahnabschnitt gut zu versorgen

    Innerhalb der nächsten 4 Wochen wird das deutschlandweite Ensemble DR1 mit den zwei Sendern "Osnabrück" und "Bielefeld" ergänzt.
    Wie man es sich denken kann, werden so die Bürger dieser zwei Städte auf einmal auch das Digitalradio nutzen können. Auch das Umland und Städte wie Minden, Paderborn oder Gütersloh werden davon profitieren.
    Was die Autobahnen angeht: Die A1 und die A2 werden damit nahezu eine Vollversorgung haben. Ebenso die A30 und die A33.

    Warum ist das mit den Autobahnen so wichtig?
    Radio wird im Auto mit am meisten gehört. Natürlich gibt es auch diejenigen, die (fast) nur CDs oder MP3s hören, aber die Mehrheit hört dort am häufigsten Radio.
    Die Autohersteller können aber schlecht etwas anpreisen und verkaufen, das kaum wo empfangbar ist. Ein ernstgemeinter Werbespruch pro-Digitalradio wie: "Hören Sie doch Sunshine Live mal von Oberhausen bis Karlsruhe auf Ihrer ganzen Fahrt hindurch" musste ja erstmal auch zu wahren Möglichkeit werden.
    Zu Hause gibt es immer viele Empfangsmöglichkeiten, dort funktioniert das auch mit dem WLAN-Internetradio, bei guter Aufstellung der AccessPoints sogar im Garten und im Keller.
    Natürlich macht man sich nicht gerne vom Internetzugang abhängig oder man nimmt sein Radio auch mal mit in die Garage oder in den Schrebergarten.
    Ab dann kann man froh sein, wenn man die Radioprogramme einfach so "aus der Luft" holen kann.
    Ja, UKW greife ich auch einfach so per Antenne ab, aber was hat man da schon für eine Auswahl? Jedenfalls ist es eine Auswahl, die schon so ziemlich am Ende ist, selbst wenn neue oder andere Programme terrestrisch senden wollten.
    Zurück zum Auto: Zählt dies nicht hier ungleich mehr?
    Derjenige, der sein absolutes Lieblingsprogramm, genau nach seinem Geschmack bereits gut und stabil empfangbar im UKW-Band gefunden hat, wird sich kaum Gedanken über DAB+ im Auto machen.
    Bricht der Empfang seines Programms jedoch öfter weg oder gleicht der Sound dann der alten verkratzten Schallplatte auf dem Grammophon, wird Digitalradio plötzlich ein interessantes Thema.
    Wünscht sich die Person vielleicht noch etwas anderes, Lounge-Sound, Electronic Music, mehr Rock, mehr Black oder spezielle Fußballberichterstattungen, kommt er nicht drum herum, über den Rand von UKW hinaus zu schauen.
    Ab diesem Punkt haben sich schon so manche am Internetradio im Auto versucht, wurden aber zumeist enttäuscht, von der Stabilität und Handbarkeit. Was hilft es, über Lücken im Digitalradionetz zu schimpfen und dann auf ein Netz wie UMTS oder LTE zurückzugreifen, welches nicht nur mehr Lücken aufweist, sondern auch noch Nutzer- bzw. Lastabhängig unterschiedlich gut funktioniert und Kosten für den Anwender verursacht. Von Limitierungen des Datenverkehrs mal ganz abgesehen.
    Monatliche Empfangskosten gibt es bei DAB+ nicht und die Anzahl der Hörer sowieo die Dauer des Hörens sind auch egal. Es würde noch genauso gut funktionieren, wenn 80 Millionen Radios gerade auf Empfang stehen und über Stunden bleiben.

    Wie einfach es in vielen Fahrzeugen ist, auf DAB+ umzusteigen und warum Internetradio noch viele Jahre nur eine Ergänzung zu UKW und/oder DAB+ sein kann, sieht man in diesem Video von HiFiTest.de:
    Video Review: DAB im Auto mit Kenwood KDC-DAB41U - YouTube

    Ab diesem Punkt kommen gewöhnlich viele Rückfragen wie: "Bei meinem Werksradio greift alles ineinander, ich könnte nie ein DIN- oder Doppel-DIN-Radio einbauen".
    Ja, es gibt Grenzen, nicht alles ist machbar, aber vieles schon.
    Auch ein CAN-Bus ist kein Buch mit sieben Siegeln.
    Bei unserem 1er hatten wir auch das Problem, dass das Auto ein halbes Jahr zu früh gekauft wurde.
    Vom Baujahr her ein halbes Jahr jünger und man hätte es entweder direkt mit DAB+ kaufen können oder wenigstens original von BMW nachrüsten können.
    Wir besuchten gleich mehrere BMW-Filialen um Fragen zur Nachrüstbarkeit von Digitalradio zu stellen.
    Eigentlich hätte ich erwartet, dass alle Verkäufer, Berater und Techniker dort voll über DAB+ mit allen Drum und Dran bescheid wüssten, ja jeden Kaufinteressenten sogar versuchen, von der Option DAB+ zu überzeugen.
    Tatsächlich stellte es sich umgekehrt da, erlangten wir fast ausschließlich die Rückfragen: "Was ist denn Digitalradio? Was bedeutet DAB oder DAB+?".
    Gut, das ist bereits viele Monate her und inzwischen dürfte es auch dort anders aussehen.
    Jedenfalls bekamen wir Tipps in der Form: Gehen Sie hier hin, gehen Sie dort hin.
    Und so landeten wir bei ACR, in unserem Falle ACR Essen.
    Ich muss schon sagen, von Car-Communications sowie Car-Entertainment und die Umsetzung in verschiedensten Fahrzeugen verstehen sie etwas.
    Sie bekamen es hin, nicht nur stumpf das Kenwood KDC-DAB41U in unserem Einser einzubauen, sondern auch die Systemklänge wie "Einparkhilfe" und die Original-Lenkradfernbedienung zu erhalten.
    Alles in Allem, mit Ein- und Umbauarbeiten, dem Autoradio, der Montage der Antenne, der Bluetooth-Erweiterung, dem CAN-Busadapter usw. hatte es uns knapp 800 Euro gekostet.
    Das klingt nach viel, aber wir wollten ja auch viel.
    Ob Digitalradio hören oder Navigation per Smartphone-App, ob DAB+ oder Internetradio (via iPhone), ob Freisprechen oder MP3/AAC-Musik, alles ist nun möglich.

    So manch Werksaustattung schafft das nicht und/oder kostet mehr.
    Wo wir beim eigentlichen Problem sind.
    Noch vor kurem war DAB+ nichtmal ab Werk als Option möglich.
    Inzwischen gibt es immer mehr Hersteller mit immer mehr Modellen, bei denen man DAB+ hinzubuchen kann.
    Warum ein Kollege, der sich einen neuen VW zulegen wollte, die DAB+ Option vom Verkäufer nur beim Passat bekam, nicht aber beim Golf, bleibt mehr als ein Rätsel, eher eine Frechheit.
    Eine Gemeinheit ist auch, dass es oft an andere teure Optionen gekoppelt wird.
    Nur mit "Klimapaket", nur mit "Sportpaket" oder nur mit "Navipaket" usw.
    Das können beim Neuwagen gerne mal mehrere Tausend Euro sein, die sich nicht jeder Käufer leisten kann oder will.
    Deswegen wird der Ruf bereits überzeugter Nutzer und aber auch von vorrausschauenden Leuten sowie Politikern immer lauter, die DAB+ Empfangsmöglichkeit bereits ab Werk serienmäßig zu verbauen.

    Die Automobilhersteller wollen dazu jedoch erstmal das massenhafte Verlangen nach Digitalradio im Auto spüren und so lange das nicht ist, sehen sie DAB+ als eine Möglichkeit, teure Zusatzoptionen verkaufen zu können, Digitalradio als etwas Exklusives im Premiumbereich zu vermarkten.
    Der Teufelskreis schließt sich: Ist DAB+ etwas Exklusives, ein Premium-Zusatzprodukt kann es nichts für die Masse werden - und vor allem ist Digitalradio in der heutigen ausgestrahlen Form zwar ein wirklich sehr nettes Add-On, aber nicht so exklusiv und edel, wie es dazu sein müsste.

    Eines ist aber für die Hersteller, Verkäufer und Käufer gleichermaßen gewiss: Fährt man entlang der wichtigsten Routen quer durch Deutschland, muss man auch Digitalradio empfangen können, denn sonst könnte sich jede Partei alle Gedanken an DAB+ gleich schenken.
    Womit wir jetzt wieder am Anfang angekommen wären.

    An dieser Stelle möchte ich mal einfach aufführen, was es schon alles für Geräte gibt, die man speziell für DAB+ im Auto verwenden kann, es wäre schön, wenn die Liste von euch noch ergänzt werden würde.

    Zunächst die Geräte, die man nehmen kann, wenn es tatsächlich ausgeschlossen ist, an die Werksausstattung selbst ranzugehen:
    Pure Highway: http://www.pure.com/digitalradio/product.asp?Product=VL-60905
    Pure Highway 300Di (viel schicker, praktiabler, integrativer): http://www.pure.com/digitalradio/product.asp?Product=VL-61716
    Alpine EZi-DAB: DAB+, iPod und USB in jedem Auto!! |
    Dual UDR 100: DUAL UDR 100
    Imperial DABMAN 60: IMPERIAL DABMAN 60
    Maxxcount.de XCarLink MediaDAB+ (UNI): maxxcount.de XCarLink MediaDAB+ UNI
    Dietz 200x (diverse Nachrüstsets für versch. Fahrzeuge): http://www.amazon.de/Dietz-2000-Uni...BGEY/ref=sr_1_3?ie=UTF8&qid=1337249091&sr=8-3

    Und dann kommen noch die DIN und Doppel-DIN-Autoradios zum Austausch.
    Erhältlich sind bereits mehrere von Kenwood, JVC und Dual.
    Hinzu kommt noch eines von Sony. Andere Hersteller haben wenigstens angekündigt, bald nachzuziehen.
    Geräte

    Wenn die zwei Dutzend Möglichkeiten, die man für´s Auto im Nachhinein hat, nicht in den Elektro-Märkten ausgestellt sind, geht das Geschäft halt an den örtlichen Märkten vorbei und man bestellt einfach im Internet.
    Aber auch wie zuvor erwähnt, kann ein Spezialist wie ACR helfen.
     
  2. radio.burg

    radio.burg Silber Member

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    AW: DAB+ im Auto

    Das ist ein gutes Video, zum Internet-Radioempfang im Auto.:eek:
     
  3. Scholli

    Scholli Wasserfall

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    AW: DAB+ im Auto

    Danke Matthias.K !
    Eine sehr gute und informative Bestandsaufnahme.
    Aber: Ich wohne nicht in Osnabrück oder Bielefeld und auch in keiner anderen Stadt Deutschlands sondern auf dem Lande.
    Die "Unschuld vom Lande" bin ich aber nicht.
    Im Gegenteil: Ich habe Mitte der 90er(!) an ersten Feldversuchen der Landesmedienanstalt Sachsen-Anhalt im Raum Halle aktiv mitgewirkt.
    Ich habe damals fest daran geglaubt, dass im Jahre 2012 das Digitale Radio selbstverständlich die gleiche Leistung, Reichweite und Funktionalität wie UKW nicht nur erreicht, sondern weit übertrifft.
    Pustekuchen ! Stattdessen wird im Stil des "Oberkommandos der Wehrmacht" jede Eroberung einer Stadt als "Sondermeldung" bekannt gegeben. Als kleiner Junge habe ich so etwas leider auch selbst mit Stecknadeln und einem Wollfadens auf der Ostfrontwandkarte praktiziert.
    Das gehört zum Glück der Vergangenheit an.
    Mit DVB-T- und DAB-Empfang in meinem Auto befinde ich mich jetzt aber auf einem ähnlichen Rückzug wie damals.
     
  4. Matthias K.

    Matthias K. Gold Member

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    Man kann es einfach nicht pauschalisieren.
    Insbesondere bei privaten Programmen spielt die Wirtschaftlichkeit eine wesentliche Rolle.
    Man kann nicht von heute auf morgen das Netz zum Endausbaustand schaffen und in Betrieb nehmen, also fängt man in den wirtschaftlich interessantesten Regionen an und kämpft sich bis zu unrentable Regionen vor, die mehr kosten, als sie bringen.
    Alles andere würde schon im Vorhinein den Ruin bedeuten.
    Auch die Öffentlich-Rechtlichen haben mit Budgets zu kämpfen, sollen die Wirtschftlichkeit im Auge halten und stellen die Grundversorgung noch über UKW sicher.
    Sollte DAB mal der Grundweg sein, können wir sicher sein, die Programme tatsächlich überall in D zu empfangen.

    Was jetzt rentabel oder interessant ist, entscheidest nicht Du, nicht ich oder unsere Nachbarn.

    Ich gebe zu, dass der Osten meist schlechter weg kommt, wie auch Nordhessen und MeckPomm.
    Wer dort DAB will, muss leider schlicht Geduld haben. Wer nicht, dem ist's eh egal.

    Ich bin nicht oft im Osten (Verwandtschaft meiner Frau wohnt dort), wenn dann sehe ich je nach Region aber oft leerstehende Häuser, Gebäude die verfallen und fast verschenkt werden, Gegenden, wo nur die Rentner geblieben sind.
    Das sind selbstverständlich lokale Einzelbeispiele. Es gibt natürlich auch gegenteilige Beispiele.
    Ich kann, will und werde das nicht über einen Kamm scheren, ich sage nur, dass man so etwas ungleich öfter vorfindet, als im Westen.
    Wenn ich mich als ein Betreiber entscheiden müsste, weil ich nicht beide Regionen im gleichen Moment versorgen kann, dann würde ich mich auch eher für Herten/Recklinghausen als für Ruppertsgrün/Fraureuth entscheiden.

    Das hat letztlich gar nicht so viel mit städtisch oder ländlich zu tun.
    Auch in NRW oder Bayern gibt es genug kleine Dörfer mit gutem Digitalradio-Empfang.

    Und nun zurück zum Thema... ;)
     
  5. radio.burg

    radio.burg Silber Member

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    AW: DAB+ im Auto

    Die Lücken von DAB+ kann auf dauer, nicht das UKW-Radio schließen.
    Ab Jahr 2015 soll das DAB+Netz ausgebaut sein.
    Dann sind noch nicht alle Lücken geschlossen.
    Bis Jahr 2015/2017 kann noch was Neues(DRM+ auf dem UKW-Band) kommen.

    Ein Beispiel:
    Im Amateurfunk werden Morsezeichen mit einer Softwahre und einen
    Computer hörbar gemacht. Wo das menschliche Ohr nicht mehr hört.
    Diese Softwahre weiter entwickelt, für das digitale Radio.
    Dann auf ein Radio-Receiver (wie beim TV) gespeichert.
    Das wär auch eine Lösung für das digitale Radio(DAB+,.......).
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. Mai 2012
  6. Matthias K.

    Matthias K. Gold Member

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    AW: DAB+ im Auto

    Ich meinte nicht den Bundesmux einzeln, wovon theoretische Endausbaupläne existieren, ich meine generell Digitalradio und die Tatsache, dass bei einer theoretischen UKW-Abschaltung jedes Programm für sich schon zusehen würde, mit Digitalradio überall dort empfangbar zu sein, wo sie vorher auch über UKW empfangbar waren.
    Mit dem Grundweg bezog ich mich auf öffentlich-rechtliche Radioprogramme.

    Speziell für die Öffentlich-Rechtlichen heißt das, sie müssen nicht absolut lückenlos über DAB/DAB+ empfangbar sein, so lange sie die Grundversorgung über UKW realisieren. Mein DAB-Autoradio schaltet auch problemlos auf UKW zurück, wenn der Empfang zu schwach wird und das Programm auf UKW existiert.
    Stellten die ÖR jedoch die UKW-Ausstrahlungen ein, würden sie alleine schon für den Versorgungsauftrag bei Digitalradio auf 99% Fläche und Bürger gehen.
    Zu den heutigen und bald geplanten Sendern kämen wie auf UKW noch einige hinzu.
    Aber das alles sind Endausbauszenarien.

    Auch beim Bundesmux ist der Plan 2015 noch nicht das totale Ende.
    2015 (oder war es 2014?) ist einer von mehreren zeitlichen Entscheidungspunkten, an denen ein Anbieter, dem es zu viel wird, wieder abspringen kann und/oder mitwirken kann, wie und wo es weiter geht.

    Das nicht alles so starr ist, wie auf dem Papier von vor 2 Jahren, das erlebt man ja aktuell.
    So geht der Ausbau viel schneller voran (jeden Monat tut sich irgendwo irgendwas), als ursprünglich geplant und ein ländlicher Sender wie Daun sendet schon eine Weile schwach, kommt aber dieses Jahr noch offiziell und stark, statt 2014/2015.

    Ich lasse mich einfach mal überaschen, was wann wie kommt, wobei ich mir der Tatsache bewusst bin, dass es umso schneller und großzügiger auch in augenscheinlich unrentablere Ecken hinein ausgebaut wird, je größer der Erfolg und die Nachfrage nach Digitalradio ist.
    Und diese Nachfrage kann durchaus regional unterschiedlich sein und den Ausbau ebenso regional beeinflussen.

    Um zum Thema zurück zu kommen:
    Auf den Autobahnen will man möglichst schnell durchgängig empfangbar werden.
    Dabei zählt jedoch genauso: "Wo es zuerst am dringensten gebraucht wird".
    Auf einer Autobahn wie die A3 in gesamter Länge sind täglich mehrere Hundertausende Leute für eine Weile zu Hause.
    Das muss anders bewertet werden (so ist es ja auch), als irgendeine abgelegene Dorfverbindung, die mit 1000 Autos am Tag im Verhältnis kaum befahren wird.

    Aus einem Unfallbericht der RP:
    Und ich weiß aus eigener Erfahrung, wie oft man genau dort viel länger verweilt, als einen lieb ist. ;)

    Kostet der passende Ensemble-Sender für diesen Autobahnabschnitt und die dazugehörigen 160000 täglichen Verkehrsteilnehmer 1600 Euro pro Tag, macht das 1 ct pro Hörer und pro Tag an Kosten.
    Der gleiche Ensemble-Sender an dem Dorf-Transit mit 1000 Fahrzeugen kostet aber das gleiche. Legen wir wieder diese fiktiven 1600 Euro pro Tag zugrunde, kommen wir hier auf 1,60 Euro pro Fahrzeug und Tag.

    Natürlich lässt sich das nicht so fein herauspicken: Sender - Kosten - nur Autobahnabschnitt.
    Letzlich versorgt nur das Sendergespann Köln - Düsseldorf - Velbert-Langenberg alleine schon nicht nur die gesamte A3 in NRW (wenn man von einen ganz kleinen Rest vor der niederländischen Grenze absieht und dass es ohne den Sender Bonn ganz im Süden NRWs auf der A3 etwas schwach wäre), sondern nebenbei Millionen von Bürgern in den umliegenden Städten und Dörfern sowie die Metropolen selbst.
    Durch die Sender Bonn und Dortmund ist es hier in NRW bereits fast lückenlos.
    Osnabrück/Bielefeld werden NRW nahezu komplettieren.

    Wo ist es in NRW schwierig und wird es auch bleiben?
    Im Bergischen Land und im Sauerland. Es ist sehr schön zu sehen, wie unsere heutigen 5 Sender das ganze Ruhrgebiet ausleuchten.
    Warum? Nördlich der Ruhr und am Niederrhein ist es alles überwiegend Flachland.
    Da breiten sich die Signale der Sender schön flächig und nahezu ungehindert aus.
    Aber kaum kommen Berge hinzu, gibt es erste Aussetzer und später ist das Signal nur noch in den Kammlagen empfangbar.
    Und 500m Hhöher kann man eine Sendeantenne auch nicht einfach installieren.

    Wenn ganz NRW so aussehe, wie das Sauerland, hätten wir mit 20 Sendern noch nicht die Versorgung, wie jetzt mit 5 Sendern.

    Ein Blick zu BW: Die gesamte Region Mannheim/Heidelberg/Karlsruhe profitiert vom Rheingraben und dem Flachland östlich davon.
    Was versorgt nicht alleine schon der Sender Heidelberg-Königstuhl.
    Hinter den ersten Weinbergen in RLP oder ab dem Odenwald/Schwarzwald wird es dann schon wieder aufwändig und teuer, auch nur annährend eine ähnlich gute Versorgung zu schaffen.

    Genauso könnte man jetzt hinter den Brocken im Harz blicken usw.

    Dass der Aufbau von fast lückenlosen DAB+ Netzen ein paar Jahre brauchen soll, stört mich nicht annährend so, wie diverse Autobahnbaustellen, die vor wenigen Jahren nach 5 Jahren Bauzeit endlich verschwunden waren und plötzlich wieder da sind!
    Alles braucht seine Zeit...
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. Mai 2012
  7. radio.burg

    radio.burg Silber Member

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    AW: DAB+ im Auto

    Ich sehe das so, für die Zukunft
    1.Das digitale Radio(DAB+) setzt sich durch in Deutschland.
    2.Das UKW-Band geht nicht verloren, es gibt einen Nachfolger(DRM+).
    3.Es geht nicht darum wann das UKW-Radio abgeschaltet wird,
    es geht darum wenn der Radiohörer das UKW-Radio nicht mehr hören will.:eek:
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. Mai 2012
  8. Matthias K.

    Matthias K. Gold Member

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    Ich glaube nicht, dass sich neben DAB+, Internetradio und UKW analog noch DRM(+) durchsetzt.
    UKW bleibt (analog) für Lokalsender erhalten, die weniger als 100000 Leute versorgen.
    Ebenso für private Transmitter, Veranstaltungsfunk, Uniradio usw.
    Alle anderen Lokalfunker werden auf kleine-mittlere Regiomuxe aufgeteilt oder wandern in die größeren Landes- oder Bundesmuxe, die ganz Großen sowieso.
    Manche werden auch auf Internet-only setzen.
    Für DRM hätte die Technik jetzt in den DAB+ Radiogeräten bereits mit drinstecken sollen.
    Man merkt ja gerade, wie träge ein Technologie- und Geräteklassenwechsel sich vollziehen kann.
    Aber man weiß es noch nicht, es kann auch ganz anders kommen.
    Vielleicht geht das digital-terrestrische Radio auch komplett baden und es bleibt UKW analog, dabei wird es aufgrund des Frequenzmangels mit gewöhnlichem FM auf VHF Band 3 ergänzt. BigFM in NRW auf 175.2 MHZ :D
    Die Glaskugel schweigt und sie gilt als sehr beeinflussbar und wankelmütig. :p
     
  9. Pyton

    Pyton Silber Member

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    AW: DAB+ im Auto

    Was ist das den für ein Mist ?
    Mit welchen Geräten willst Du FM im Band III empfangen ?
    Frequenzmangel kommt von der Analogen Übertragung, weil hier gleiche Frequenzen einen gewissen Räumlichen Abstand zueinander brauchen.
    Eine Digitale Übertragung wie DAB oder DVB-T bieten hier den Vorteil des Gleichwellen Betriebs.
    So kann z.B. der Bayerische Rundfunk mit einem Kanal (11D) seine ganzen Programme Landesweit verbreiten und belegt nicht wie jetzt bei UKW mehr als 30 verschiedene Frequenzen.
     
  10. Pyton

    Pyton Silber Member

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    AW: DAB+ im Auto

    Das sehe ich auch so,
    Es wird auch mal das Thema der Kosten für die Analogen UKW Sender auf den Tisch kommen.
    Nur mal vom Stromverbrauch her, ein DAB Sender braucht für 10 Programme deutlich weniger Energie als ein UKW Sender für 1 Programm.
     

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