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D-Day

Dieses Thema im Forum "Politik" wurde erstellt von Der Franke, 5. Juni 2004.

  1. Der Franke

    Der Franke Board Ikone

    Registriert seit:
    12. März 2004
    Beiträge:
    4.476
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    Ist es richtig, das der deutsche Bundeskanzler an den "Feierlichkeiten" der Alliierten am "Decision Day" teilnimmt?

    Was will er da?
    Hat ihn der französische Präsident deswegen eingeladen, damit er nicht allein Bush und Blair gegenübertreten muss?

    Oder soll er sich anhören, wie "tapfer und heldenhaft" sich die alliierten Soldaten den "bösen" deutschen entgegen warfen?

    Und warum, wenn er schon hingeht, besucht er dann nicht einen deutschen Soldatenfriedhof?
    Waren diese nicht auch Opfer eines verbrecherischen Regimes?

    Ich kann verstehen, wenn sich an so einem Tage die Veteranen beider Seiten treffen, aber dieses "Vergangenheitsgesülze", besonders von Bush und sein Vergleich Weltkrieg2/Irakkrieg,
    geht mir echt auf den Geist.

    Und was will Putin dort?

    Kann mir jemand meine Fragen beantworten?
     
  2. Nimrai

    Nimrai Silber Member

    Registriert seit:
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    Naja, irgendwie war ja auch Russland am 2. Weltkrieg mitbeteiligt. Genaugenommen wahrscheinlich sogar der Hauptgrund für den "D-Day", ging es zumindestens Churchhill in dieser Phase des Krieges längst hauptsächlich darum denn Russen den weiteren Weg nach Westeuropa zu versperren, die Deutschen waren ja im Grunde bereits besiegt, der völlige Zusammenbruch nur noch eine Frage der Zeit.

    Natürlich dienen solche Feierlichkeit in erster Linie zur patriotischen Selbstbeweihräucherung der damaligen Allierten, und das ein Präsident wie Bush schäbig genug ist, es sofort für seine eigenen Zwecke auszuschlachten war zu erwarten.
    Dennoch finde ich sowohl die Anwesenheit von Schröder für richtig, als auch dass er sich von den rein deutschen Soldatenfriedhöfen zurückhält.
    Langsam sollte der 2.Weltkrieg in die Geschichte eingehen, also Historie werden. Und dann sind es eben nicht mehr "unsere" Gefallenen und "deren" Tote, sondern die sinnlos Dahingemetzelten einer der größten Irrung und Dummheit der Geschichte (3.Reich)
    Aber solange noch Veteranen diesen Feierlichkeiten beiwohnen können muss man sie nicht unbedingt brüskieren, indem man "ihre Gegner" besonders würdigt. Wenn die Allierten auch nicht immer zimperlich waren, Hauptgrund des ganzen Debakels, die eigentlichen Bösen im Spiel, waren immer noch "wir". Auch der einfache deutsche Soldat wurde missbraucht, schon richtig, dennoch stand er im Feld und kämpfte für eine "schlechte Sache".
     
  3. BlackWolf

    BlackWolf Wasserfall

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    Beiträge:
    8.158
    Schuld am 2. WK sind viel mehr die damaligen Siegermächte des 1. Weltkriegs: Frankreich, England usw.

    Hätten die damals mit dem Versailler Vertrag einen wirklichen Neuanfang gemacht und einen Friedensvertrag erstellt, der wirklich für alle Seiten akzeptabel war, wäre Hitler niemals an die Macht gekommen.

    Aber der Versailler Vertrag war ne einzige Demütigung für Deutschland (wir müssten heute noch Reparationszahlungen leisten), die praktisch die Wirtschaft Deutschlands dauerhaft schwach halten sollte. Und unter solchen katastrophalen Umständen kombiniert mit der lückenhaften Weimarer Verfassung hatte jeglicher Extremismus leichtes Spiel.

    Aber das darf man natürlich nicht laut sagen, die bösen deutschen hatten ja Hitler vollkommen legitim gewählt und seine Pläne voll unterstützt, so wie in der absolut unverschämten Holocaust-Ausstellung in New York zu lesen ist. :mad:
     
  4. Mart2000

    Mart2000 Guest

    Was ist daran unverschämt? Die Deutschen haben damals das gekriegt was sie gewählt haben. Schließlich war Hitler schon vor der Wahl als rechtsradikal bekannt. In der Holocaust-Ausstellung steht also nichts als die Wahrheit!
     
  5. Terranus

    Terranus ErdFuSt Mitarbeiter

    Registriert seit:
    8. Mai 2002
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    Fränkische Schweiz / München
    Schuld dass dieser D-Day überhaupt stattfinden musste war die Irsinn Hitlers. Seine Generäle wussten schon lange dass der Krieg verloren war. Hätte man vernünftigerweise kapituliert, wären Millionen Soldaten egal welcher Nation nicht sinnlos niedergemäzelt worden.
    Deutschland hatte noch Glück, dass es bis zum 8.Mai besiegt worden war, denn 2 Monate später war die Atombombe fertig ... und die war für Berlin gedacht und nicht Japan.

    Die Diskussion zeigt nur, dass diese Sache immer noch nicht aufgearbeitet ist. Und das wird sie solange nicht sein als noch Leute leben, die das miterlebt haben. Und das ist irgendwie verständlich angesichts der Dinge die sie da erlebt haben.

    Für alle anderen,also nach '45 Geborenen, ist es Geschichte und so sollten sie es auch behandeln. Alle Regierungschefs die dort sein werden hatten mit dem Krieg nichts mehr zu tun.

    Bushs Taktik den zweiten Weltkrieg für seine politschen Zwecke auszunutzen ist natürlich ein weiterer Beweis seiner völligen Inkompetenz.
    Viele Veteranen, egal welcher Nation, missbilligen das auch stark.

    Man kann doch einen Krieg mit Millionen Toten nicht mit dem Irakkrieg vergleichen.
     
  6. Nimrai

    Nimrai Silber Member

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    Rosenheim
    Warum ist dann nicht Hitlers Mutter Schuld am 2. WK, hätte sie ihn nie geboren, hätte er auch nicht die Macht ergreifen können, oder sein Vater, oder überhaupt der erste Primat der sich entschieden hat die Bäume zu verlassen.

    Alles geschichtlichen Ereignisse haben ihre Vorgeschichten, aus dem luftleeren Raum wird sich ein Weltereignis, wie Hitlers Machtergreifung und der 2. WK, kaum entwicklen und der Versailler Vertrag hat den Frieden in Europa sicher nicht gedient, darüber dürften wir uns schnell einig sein.
    Nur hat der Versailler Vertrag den 2.WK nicht prädisponiert, waren Machtergreifung, Eroberungsfeldzüge und Judenvernichtung nach 1918 noch nicht unabwendbar vorherbestimmt.
    Alle Akteure, auch die Deutschen hatten zwischen 1918 und 1939 genügend Freiheitsgrade um sich so oder so zu entscheiden. Für den Weg den sie schlußendlich gewählt haben Tragen sie auch die Hauptverantwortung, auch wenn man den historischen Background nicht außer acht lassen darf.

    Dem kann ich nur zustimmen, noch Irrwitziger war dann aber z.B. die Schlacht um Berlin. Zu dem Zeitpunkt musste selbst der dümmste in der Führung wissen wie die wirkliche Lage steht. Diese Abwehrschlacht lässt sich aber nun wirklich nicht durch das geringste Fitzelchen Rationalität rechtfertigen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 5. Juni 2004
  7. Der Franke

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    Eigentlich wollte ich nicht wissen, ob der Versailler Vertrag am 2. Weltkrieg schuld war - oder Luther am 30jährigen Krieg.(das ist wohl vergleichbar)

    Mir ging es bei diesem Thema mehr darum, ob es richtig ist, Schröder zum D-Day einzuladen und der daraufhin auch hingeht.

    Helmut Kohl hat das ja wohl beim 50jährigen abgelehnt.Bin mir jetzt allerdings nicht sicher, ob der eingeladen war.

    In der deutschen Politik gehört es sich wohl, hinsichtlich des Naziregimes, sofort eine schuldbewusste Miene aufzusetzen und ja nicht "verkehrtes" von sich zu geben.
    Also was will Schröder dort? Betreten zu Boden blicken?
    Das er nicht - wie die alliierten - die militärische Leistung der Wehrmacht herausstellt, das dürfte ja nicht angebracht sein.
     
  8. Nimrai

    Nimrai Silber Member

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    @Der Franke
    Ja, Kohl ist 1984 und 1994 eingeladen worden, aber nur halbherzig, dazu ein kurzes Statement des damaligen außenpolitischen Kohl-Berater Horst Teltschik:
    "Zur Erleichterung des Franzosen habe der Kanzler aber abgelehnt. Kohl habe nie zu den Siegesfeiern der Alliierten fahren wollen, weil der D-Day für ihn persönlich ein Trauma berge: Sein später im Krieg getöteter Bruder Walter war in der Normandie schwer verwundet worden."

    Was will Schröder dort?

    Er persönlich, wahrscheinlich etwas Alpha-Männchen spielen (Seht doch her wie wichtig und geachtet ich auf der Welt doch bin), offiziell solls ja eine Versöhnungsgeste sein, und das dürfte bei den meisten Ex-Allierten auch so wahrgenommen werden. Deshalb ja, ich finde das vorgehen in dieser Form für richtig.
     
    Zuletzt bearbeitet: 6. Juni 2004

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