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Bildqualität bei digitaler Sat-Einspeisung: Hintergründe (Skandal?)

Dieses Thema im Forum "Digital TV über die Hausantenne (DVB-T/DVB-T2)" wurde erstellt von DVB-T2, 3. März 2003.

  1. DVB-T2

    DVB-T2 Senior Member

    Registriert seit:
    15. November 2002
    Beiträge:
    285
    Ort:
    Berlin
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    Hallo zusammen,

    nachdem übers Wochenende im Forum recht viele Informationen zu den Bildproblemen zusammengetragen wurden, lassen sich eindeutige Vermutungen anstellen, woran die schlechte Bildqualität liegt.

    1.Fakt: Die verpixelten Bilder treten nur auf Programmen auf, welche digital per Sat gespeist werden. Alle analog gespeisten Programme haben gute bis sehr gute Bildqualität.Analog gespeist werden: ARD,BBC,FAB,MDR,?NDR?,ARTE.Die Bildqualität des ZDF Bouquet ist auch gut bis sehr gut, da der Multiplex direkt aus Mainz per Standleitung übertragen wird, und die Datenrate der Programme auf die Bandbreite eines DVB-T Kanals zugeschnitten ist.

    2.Fakt: Die an den Boxen gemessene Bandbreite der betroffenen Programme liegt -für DVB-T- im normalen Bereich, also können die Artefakte nicht von einer zu niedrigen Bitrate ausgelöst werden.

    3.Fakt: Die Bitrate von den digitalen Satprogrammen ist größer als die eines DVB-T Programmes.

    4.(Fakt)-meine Beobachtung: Die Bildqualität ist auch auf den Sat-gespeisten Programmen bei wenig bewegten/einfach Aufgebauten Bildern recht gut, erst bei detailreichen und schnell bewegten Bildern treten die Artefaktteppiche auf.

    Meiner Meinung nach liegt der Grund für die Bildprobleme darin, dass die mpeg Streams von den Sat-Programmen direkt in den DVB-T Multiplex reingequetscht werden. Dann lässt sich nämlich auch erklären, warum die Artefakte gerade bei Bildübergängen und schnell bewegten Bildern auftreten.Da die mpeg Streams vom Sat auch eine dynamische Bitratenregulierung haben, liegt die Datenrate des Streams bei wenig bewegten Bilder in einem für DVB-T verkraftbaren Bereich. Treten jedoch komplexe Szenen und Bildübergänge auf, steigt die Bitrate über die für ein DVB-T Programm mögliche Bandbreite (ca.3,6Mbit/s bei 4 Programmen auf einem Kanal),und es müssen mpeg Informationen wegfallen, um die maximale mögliche Bandbreite einzuhalten. Paradoxerweise heisst das also, je höher die ursprüngliche Datenrate des Sat-Programmes desto schlechter die Bildqualität des DVB-T Programmes - weil immer mehr mpeg Informationen fürs DVB-T Bild weggelassen werden müssen. Deswegen ist die Klötzchenbildung auf den öffentlich Rechtlichen Programmen (meistens)(SFB,ORB,PHOENIX)auch wesentlich stärker als auf den Privaten, die Privaten gehen meines Wissens sparsamer mit der Bandbreite um (auf den SAT Multiplexen). Und das bedeutet wieder: weniger Bandbreite-->seltenere Überschreitung der für ein DVB-T Programm maximal möglichen Datenrate--> weniger Bildfehler/Klötzchen.Genau aus diesem Grund war die Bildqualität auch Tage vor der Umstellung auf Kanal 5 schon schlechter als gewohnt - warscheinlich hatten man schon Tage von dem 28.2 die Programme auf Kanal 5 auf digitale Satspeisung umgestellt.

    Die einzige Lösung liegt also in der neucodierung des Satsignales,um eine für DVB-T angemessene Datenrate zu erreichen, und die dynamische Bandbreitenregulierung individuell auf den jeweiligen DVB-T Kanal Abzustimmen(was im übrigen auf Teskanal 37 auch praktiziert wurde).Sollte dies wirklich der Grund für die enorme Klötzchenbildung sein, wäre dies meiner Meinung nach ein Skandal. Entweder die Verantwortlichen haben absolut keine Ahnung, und waren tatsächlich im Irrglauben, sie könnten die Sat-streams 1:1 in den DVB-T Multiplex übertragen (was ich mir eigentlich nicht vorstellen kann), oder sie wollten die Anschaffungskosten für zusätzliche Hardwareencoder einsparen, und abwarten, ob die Zuschauer die Bildqualität akzeptieren.Bei wem nun die Schuld zu suchen ist kann man nur Vermuten, aus Reaktionen der MABB würd ich aber mal schliessen, dass selbst die von den Problemen überrascht wurden. Eine weitere Möglichkeit wäre also der Sendenetzbetreiber T-Systems. In jedem Fall sind dies äußerst traurige Vorgange, die für die Akteptanz von DVB-T einen herben Rückschlag bedeuten.

    <small>[ 03. M&auml;rz 2003, 10:49: Beitrag editiert von: DVB-T2 ]</small>
     
  2. DVB-T2

    DVB-T2 Senior Member

    Registriert seit:
    15. November 2002
    Beiträge:
    285
    Ort:
    Berlin
    werd den Text übrigens leicht verändert an die mabb schicken.Vieleicht hilfts denen ja auf die Sprünge durchein
     
  3. Caddy

    Caddy Junior Member

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    8. Januar 2003
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    Digital-TV: Medienanstalt gibt Fehler zu
    Direktor von technischen Problemen überrascht
    Tagesspiegel

    Hoffendlich hat dort einer genug techn. Kompetenz um Deine Mail zu verstehen.
     
  4. Terranus

    Terranus Moderator Mitarbeiter

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    8. Mai 2002
    Beiträge:
    28.639
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    Fränkische Schweiz / München
    Das ZDF schickt seine Programme per Standleitung nach Berlin ? WOW. Das sollte man mal der ARD sagen: die könnte ihre Programme digital zumindest zum Sat-uplink digital per Standleitung schicken ...
     

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