1. Cookies optimieren die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklärst Du dich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Weitere Informationen
    Information ausblenden
  2. Willkommen im Forum von DIGITAL FERNSEHEN - dem führenden Portal für digitales Fernsehen, Medien und Entertainment. Wenn du hier neu bist, schau dich ruhig etwas um und melde dich an, um am Forengeschehen teilnehmen zu können.
    Information ausblenden

BGH-Urteil: Kabel <-> DVB-T

Dieses Thema im Forum "Digital TV über Kabel (DVB-C)" wurde erstellt von octavius, 21. Juli 2005.

  1. octavius

    octavius Board Ikone

    Registriert seit:
    10. Januar 2004
    Beiträge:
    4.529
    Anzeige
    Hallo Leute,

    die Nachrichten auf WDR 4 sind doch sehr interessant: [​IMG]

    1.) Es wurde vermeldet, dass der BGH den DVB-T Freunden eine klare Absage erteilt hat. Gibt's dazu schon einen Thread hier im Forum?

    Hat die Redaktion von DF wieder eine Pressemeldung der ANGA nachgedruckt? [​IMG]

    Fact ist: Innerhalb kürzester Zeit eine zweite, Kabel-freundliche Entscheidung des BGH.

    2.) Es wurde vermeldet, dass der Star Trek Schauspieler James Doohan gestorben ist.

    Sowas erzählen sie auf WDR 4 ... mit einem Zitat des berühmten Satzes:
    [​IMG]
     
  2. octavius

    octavius Board Ikone

    Registriert seit:
    10. Januar 2004
    Beiträge:
    4.529
    Re: Ich höre WDR 4

    Mitteilung der Pressestelle des Bundesgerichtshofes der Bundesrepublik Deutschland vom 20.7.2005:

    Bundesgerichtshof zur Duldungspflicht des Mieters für Arbeiten zum Anschluß der Wohnung an ein rückkanalfähiges Breitbandkabelnetz (im Empfangsbereich des terrestrischen Digitalfernsehens in Berlin)

    Der unter anderem für das Wohnungsmietrecht zuständige VIII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat heute entschieden, daß der vom Vermieter beabsichtigte Anschluß einer Wohnanlage an ein rückkanalfähiges Breitbandkabelnetz auch im Empfangsbereich des in Berlin zu empfangenden terrestrischen Digitalfernsehens (DVB-T) weiterhin eine Verbesserung der Mietsache im Sinne des § 554 Abs. 2 Satz 1 BGB darstellt und die dafür erforderlichen Arbeiten deshalb vom Mieter zu dulden sind.

    Die Klägerin ist Eigentümerin einer 66 Einheiten umfassenden Wohnanlage in Berlin; die Beklagte hat dort eine Wohnung gemietet. Die Wohnanlage war ursprünglich an eine Gemeinschaftsantenne zum Empfang von Fernsehprogrammen angeschlossen. Nachdem ab 1. November 2002 das sogenannte terrestrische Digitalfernsehen (DVB-T) in Berlin eingeführt und im Zuge dieser Umstellung der analoge Empfang von Fernsehprogrammen eingestellt worden war, installierte die Klägerin zur vor-übergehenden Sicherung des Fernsehempfangs eine Satellitenanlage, mit der wie bei der vorherigen Gemeinschaftsantenne lediglich fünf Fernsehprogramme empfangen werden können. Die Klägerin beabsichtigt den Anschluß der gesamten Wohnanlage an ein rückkanalfähiges Breitbandkabelnetz. Sie erbat die Zustimmung der Mieter zur Durchführung der dafür erforderlichen Arbeiten. Die Beklagte verweigerte ihre Zustimmung mit der Begründung, daß seit Einführung des Digitalfernsehens in Berlin der Fernsehempfang hier in gleicher Qualität, jedoch preiswerter mit einer Set-Top-Box möglich sei. Die Klägerin hat daraufhin die Verurteilung der Beklagten zur Duldung der für den Kabelanschluß in der Wohnung der Beklagten erforderlichen Arbeiten begehrt. Das Amtsgericht hat die Klage abgewiesen. Das Berufungsgericht hat die vom Amtsgericht zugelassene Berufung der Klägerin zurückgewiesen.

    Auf die vom Berufungsgericht zugelassene Revision hat der Bundesgerichtshof das Urteil des Landgerichts mit der Begründung aufgehoben, daß ein Anspruch der Klägerin auf Duldung der für den Kabelanschluß erforderlichen Arbeiten nicht aus den vom Berufungsgericht dargelegten Gründen verneint werden könne.

    Nach § 554 Abs. 2 Satz 1 BGB hat der Mieter Maßnahmen zur Verbesserung der Mietsache zu dulden. Ob eine Maßnahme zur Verbesserung der gemieteten Räume vorliegt, ist objektiv, das heißt nicht nach der Wertung des derzeitigen Mieters zu bestimmen; entscheidend ist, ob der Maßnahme nach der Verkehrsanschauung eine Wohnwertverbesserung zugemessen wird, so daß der Vermieter damit rechnen kann, daß die Wohnung von künftigen Mietinteressenten eher angemietet werden wird als eine vergleichbare Wohnung, bei der die Maßnahme nicht durchgeführt worden ist.

    Der Auffassung des Berufungsgerichts, daß im Hinblick auf das in Berlin mit entsprechender Antenne und Set-Top-Box frei empfangbare Digitalfernsehen eine Wohnwertverbesserung durch einen rückkanalfähigen Breitbandkabelanschluß „noch nicht" gegeben sei, weil nach der Verkehrsanschauung nicht angenommen werden könne, daß die weitergehenden Nutzungsmöglichkeiten, die das Breitbandkabelnetz gegenüber dem Digitalfernsehen biete, bereits einen durchschnittlichen Standard darstellten oder von einer ins Gewicht fallenden Zahl von Mietern nachgefragt würden, ist der Senat nicht gefolgt. Er hat hierzu ausgeführt, daß der Vermieter, der eine Modernisierung beabsichtigt, nicht darauf beschränkt ist, die Wohnung nur auf den durchschnittlichen Standard des gegenwärtigen Wohnungsmarkts anzuheben. Ein Vermieter darf die Attraktivität seiner Wohnungen auch durch eine überdurchschnittliche Ausstattung erhöhen, selbst wenn die Nachfrage danach noch verhältnismäßig gering sein mag. Eine nicht gegen den Willen des Mieters durchsetzbare "Luxusmodernisierung" liegt bei einem Kabelanschluß jedenfalls nicht vor.

    Soweit das Berufungsgericht gemeint hat, daß die weitergehenden Nutzungsmöglichkeiten des Breitbandkabelnetzes gegenüber dem terrestrischen Digitalfernsehen nicht von einer ins Gewicht fallenden Anzahl von Mietern nachgefragt würden, hat es bei dem von ihm angestellten Vergleich wesentliche Umstände nicht berücksichtigt. Nach dem vom Berufungsgericht festgestellten Sachverhalt sind nach dem gegenwärtigen Entwicklungsstand über das Breitbandkabelnetz im Gegensatz zum Digitalfernsehen zusätzlich etwa 30 Hörfunkprogramme in Stereoqualität zu empfangen. Hinzu kommen zu den 34 analogen Fernsehprogrammen des Kabelnetzes, denen 27 Fernsehprogramme des Digitalfernsehens gegenüberstehen, etwa 60 weitere über das Kabelnetz mit Hilfe eines Decoders digital zu empfangende in- und ausländische Fernsehprogramme sowie die zukünftige Möglichkeit interaktiver Mediennutzung. Insoweit hat das Berufungsgericht insbesondere nicht berücksichtigt, daß zu den 60 digitalen Zusatzprogrammen des Kabelnetzes zahlreiche ausländische Fernsehprogramme gehören. Angesichts des Ausländeranteils der Berliner Bevölkerung und der darauf beruhenden Nachfrage nach ausländischen Fernsehprogrammen, die auch in zahlreichen Rechtsstreitigkeiten über die Aufstellung von Parabolantennen zum Empfang ausländischer Fernsehprogramme zum Ausdruck kommt, hat der Senat die Auffassung des Berufungsgerichts nicht zu teilen vermocht, daß der Anschluß an das Breitbandkabelnetz, das ausländische Programme in erheblicher Anzahl zur Verfügung stellt und insoweit die zusätzliche Aufstellung von Parabolantennen entbehrlich macht, gegenüber dem Digitalfernsehen, das diese Möglichkeit zur Zeit nicht bietet, nicht von wesentlichem Vorteil sei.

    Da somit der von der Klägerin beabsichtigte Anschluß der Wohnanlage an das rückkanalfähige Breitbandkabelnetz nach dem gegenwärtigen Stand der technischen Entwicklung als Maßnahme zur Verbesserung der Mietsache anzusehen ist, erstreckt sich die grundsätzlich bestehende Duldungspflicht der Beklagten nicht nur auf die Arbeiten, die für den Anschluß der von ihr gemieteten Wohnung an das Breitbandkabelnetz erforderlich sind, sondern ebenso auf die Verlegung der Kabel durch die Wohnung der Beklagten in die darüberliegende Wohnung, um deren Anschluß an das Breitbandkabelnetz zu ermöglichen.

    Der Senat hat jedoch den Rechtsstreit nicht abschließend entschieden, sondern an das Berufungsgericht zurückverwiesen, weil das Berufungsgericht von seinem Standpunkt aus folgerichtig bislang nicht geprüft hat, ob die Duldungspflicht der Beklagten aufgrund der Härteklausel des § 554 Abs. 2 Satz 2 bis 4 BGB ausnahmsweise ausgeschlossen ist.

    Urteil vom 20. Juli 2005 - VIII ZR 253/04

    AG Schöneberg 106 C 540/03 ./. LG Berlin 63 S 49/04

    Karlsruhe, den 20. Juli 2005

    Pressestelle des Bundesgerichtshof
    76125 Karlsruhe
    Telefon (0721) 159-5013
    Telefax (0721) 159-5501
     
  3. Terranus

    Terranus ErdFuSt Mitarbeiter

    Registriert seit:
    8. Mai 2002
    Beiträge:
    28.675
    Ort:
    Fränkische Schweiz / München
    AW: Ich höre WDR 4

    heißt das, dass der Mieter nur die Arbeiten dulden muss oder ob er das Kabel auch ZAHLEN muss ?
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 21. Juli 2005
  4. Eike

    Eike von Repgow Mitarbeiter

    Registriert seit:
    7. Februar 2003
    Beiträge:
    45.688
    Ort:
    Magdeburg
    AW: Ich höre WDR 4

    Nein, das geht aus dem obrigen Urteil auch nicht hervor! Der Mieter darf, auch nach meinem Rechtsempfinden, keine Modernisierung verweigern.
    Sonst könnte jeder Einbau einer Heizung blockiert werden.

    Ob der Kabelanschluss hinterher zwangsfreigeschaltet und auf die Miete umgelegt wird, ist eine andere Sache. Das währe nicht richtig nach meinem Rechtsempfinden, wird aber leider häufig praktiziert. Dazu sollte mal ein Urteil gefällt werden.
     
  5. 1701D

    1701D Senior Member

    Registriert seit:
    16. Mai 2004
    Beiträge:
    458
    Ort:
    Köln
    AW: Ich höre WDR 4

    Es gibt auch eine Meldung auf Heise zu dem Thema. Und wie Eike schon gesagt hat, handelt es sich prinzipiell nicht um eine Entscheidung DVB-T <> Kabel. Nach meinem Rechtsempfinden ist die Entscheidung auch so in Ordnung. Es ging hier um eine Modernisierung. Wäre es um Fenster oder eine neue Heizung gegangen hätte keine Hahn danach gekräht.

    Gruß

    Klaus
     
  6. Eike

    Eike von Repgow Mitarbeiter

    Registriert seit:
    7. Februar 2003
    Beiträge:
    45.688
    Ort:
    Magdeburg
    AW: Ich höre WDR 4

    Hier gehts um das BGH-Urteil!

    @Octavius, ich habe Deinem Thema mal eine treffendere Überschrift gegeben um Doppelthemen zu vermeiden.
     
    Zuletzt bearbeitet: 21. Juli 2005
  7. mischobo

    mischobo Lexikon

    Registriert seit:
    3. März 2003
    Beiträge:
    24.978
    Ort:
    Telekom City
    AW: BGH-Urteil: Kabel <-> DVB-T

    ... offenbar verstehst Du nicht Sinn und Zweck von Pressemitteilungen ...
     
  8. Echterfuffziger

    Echterfuffziger Senior Member

    Registriert seit:
    23. September 2004
    Beiträge:
    225
    Ort:
    Waiblingen
    Technisches Equipment:
    Nokia d-box I
    AW: Kabel und DVB-T

    Das hatte ich heute eigentlich auch schon eingestellt, dafür sah ich diesen Thread nicht.

    Ist hier das Forum durcheinander geraten oder wurde mein Thread absichtlich gelöscht? :confused:
     
  9. Eike

    Eike von Repgow Mitarbeiter

    Registriert seit:
    7. Februar 2003
    Beiträge:
    45.688
    Ort:
    Magdeburg
    AW: Kabel und DVB-T

    Das war :D ich! Keine böse Absicht, aber das Thema hatten wir hier schon. Von da her...
     

Diese Seite empfehlen