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Bau eines Bildverbesserers für Bildröhren-TV (D-Box2 Hardware?)

Dieses Thema im Forum "Analog-Ecke" wurde erstellt von =CO=Windler, 16. Mai 2013.

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  1. =CO=Windler

    =CO=Windler Neuling

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    Ich plane einen billigen Bildverbesserer (Farbprozessor) für klassische analoge Bildröhrenfernseher zu programmieren, der die durch Abnutzung krummen Farbkurven reifer Bildröhren per Lookup-Table (LUT) begradigt. Denn bei Bewegtbildwiedergabe ist die Röhre heutigen Flachis haushoch überlegen. Auch ich bin im Kaufhaus immer wieder mal für 20 Sekunden begeistert von den riesigen, hellen und scharfen Bildern der neuesten LED-TV. Doch wehe wenn es sich bewegt - je länger ich da drauf starre, desto weniger will ich einen haben. Irgendwie wird mir von der Künstlichkeit des digital zwangsentschneiten HD-Bilds speiübel. Wo der Flachi abgehackt rhythmisch Kanten nachmalt und die Ränder bewegter Objekte wie eine vom Bagger vor sich her geschobene Geröllhalde aus bunten, sich umwälzenden Pixelkieseln vorwärts krümeln lässt, zeichnet die Röhre bewegte Konturen am Stück mit einer selbstverständlichen Gelassenheit, die leichte Unschärfen oder Schnee vergessen lässt. Der Zweck von Fernsehen ist Bewegtbild, und dabei scheitert Flachglas kläglich.

    Leider werden keine neuen CRT-Fernseher mehr gebaut, und grade vollanaloge Modelle mit unverschlimmbesserter 50Hz-Bewegtbildwiedergabe leiden oft an Farbmängeln, die sich mit dem Alter der Bildröhre noch verstärken. Es ist daher an der Zeit, dieses Kulturgut zu erhalten und die Tugenden analoger Bewegtbildwiedergabe mit zeitgemäßen Formen der Signalaufbereitung zu vereinen.


    - Zweck eines Farbprozessors

    Analogfernseher haben i.a. im Gerät nur 2 Sätze RGB-Regler für Grau- und Weißabgleich, die nicht ausreichen um die Farbkurven optimal einzustellen. Hierdurch ergeben sich Welligkeiten durch die z.B. Gelb je nach Helligkeit ins Grün oder Orange kippt. Beim RGB-Signal enthält 100% Rot mehr Rotintensität als 100% Weiß. (Gleiches gilt für Grün und Blau.) Justiert man Grau- und Weißabgleich auf einen Normwert (z.B. D65 = 6500K), garantiert dies noch lange nicht, dass auch satte Farben die korrekte Menge Rot, Grün und Blau enthalten.

    Besonders wenn die Bildröhre altert, reduziert sich der Rotanteil nichtlinear (Rot leuchtet am schwächsten und hat deshalb den höchsten Strahlstrom, was dessen Glühkathode stärker abnutzt), sodass bei korrekter Grau- und Weißjustierung nun satte Rottöne im Vergleich zum Rest zu krass werden. Leider beginnt dies oft schon wenn eine hochwertige Qualitätsbildröhre noch 2/3 ihrer Lebensdauer vor sich hätte. Die üblich Dummie-Gegenmaßnahme ist mehr Blau reinzudrehen, was die Glotze subjektiv heller macht und die Überdosis Rot dämpft (weil ein blaues Bild relativ weniger Rot enthält, sodass es nicht mehr in den krummen Bereich ausgesteuert wird). Da auch viele Flachis sehr satt blaue Himmel darstellen können, wirkt dies auf Laien erstmal spektakulär und modern, aber dass es davon wieder natürlich wird ist natürlich Quatsch. Denn auch ein korrekt kalibrierter Flachi stellt eben nur das satte Blau, aber nicht das Weiß zu bläulich da. (Etliche Flachis tun es trotzdem - besonders bei frühen Modellen mit LED-Hintergrundbeleuchtung. Auch die letzten Bildröhrer waren oft absichtlich viel zu blau justiert um mit dem ganzen neumodischen Flachglas im Kaufhausregal bei flüchtigem Hinsehen mithalten zu können.)

    Die korrekte Lösung für Bildröhren in ihren Wechseljahren wäre also, nur den oberen Teil der Rotkurve (bei mehr als im 100% Weiß) zu dämpfen. Leider geht das 1. nicht mit den üblichen Grau- und Weißabgleichsreglern, und 2. sind auch diese grade bei echten Analogfernsehern i.a. für den Nutzer unzugängliche kleine Trimmer irgendwo auf der Platine, bei deren Bedienung für Laien die Gefahr eines gefährlichen Stromschlags oder mechanischer Schäden besteht.

    Ein Zusatzgerät das die Farbkurven von außen im Detail einstellbar macht nennt man Farbprozessor (bzw. Colorprozessor).


    - D-Box2 als Bildverbesserer?

    Leider sind externe Farbprozessoren als Luxusbeamer-Zubehör rar und sauteuer; ungeliebte D-Boxen gibts hingegen massenhaft. Ist D-Box2-Hardware dafür geeignet? Laut FAQ kann die D-Box kein Analogvideo über Ethernet streamen, weil der MPEG-Encoder fehlt. Aber in wie weit kann die Hardware Videosignale annehmen und digital verändert wieder ausgeben? Mich interessiert vor allem, ob man die RGB-Farbkurven per Lookup Table präzise ändern kann um als Farbprozessor für Analogfernseher zu dienen.

    Sinnvolle wäre jeweils nur 1 Zeile zwischenzuspeichern (1 wird empfangen und verarbeitet während die vorige synchron dazu ausgegeben wird) um die Latenz minimal zu halten (sodass Lightgun-Games, C64-Lightpen etc. weiter funktionieren). Kompliziert werden könnte die Berücksichtigung der Strahlstromregelung, die bei zu großflächig hellem Bild die sichtbare Gesammthelligkeit im Fernseher reduziert, was eine Verschiebung der Farbkurven (z.B. durch Aufsummieren der Pixelhelligkeit) nötig macht. Auch ungleiche Phosphor-Abnutzung von 4:3-Bildröhren durch heutige 16:9-Balken ließe sich durch dortiges Senken der Helligkeit leicht kompensieren. Evt. könnte man auch horizontale Schärfe, Konvergenz oder Linearität per Software verbessern, aber damit das gut aussieht (kein Moire etc.) bräuchte man vermutlich viel Rechenleistung und sehr hohe horizontale Auflösung (z.B. Full-HD).

    Auch ein Testbildgenerator und die direkte Ansteuerung eines billigen Colorimeters (z.B. Spyder TV) wie bei Colorimetre HCFR wären sinnvoll.

    Das Gerät soll ein analoges Videosignal per SCART-Buchse entgegen nehmen und verarbeitet an einer 2. SCART-Buchse (und optional per TV-Modulator) wieder ausgeben können. Wichtig ist dass pro Fernseher mehrere Presets (z.B. für unterschiedliche Helligkeit) abspeicherbar sind und man Datensätze für viele verschiedene Fernseher anlegen kann, damit z.B. ein Fernseher-Sammler das Gerät abwechselnd an vielen verschiedenen Fernsehern benutzen kann. Die Daten sollen kopierbar und extern abspeicherbar sein (z.B. per PC, USB-Stick oder SD-Karte). Es sollte sowohl einfache Einstellungen für Laien bereitstellen (um z.B. einen simplen Farbstich zu beseitigen ohne an Trimmern im unter Hochspannung stehenden TV rumdrehen zu müssen) als auch einen Profimodus mit sehr detaillierter Kurvenfeinjustierung per GUI.

    Optional könnte natürlich auch ein Modus mit Vollbild-Zwischenspeicherung für vertikale Bildeingriffe (Konvergenz, vertikale Linearität, Bildgröße, Flimmerreduktion, TV-Normwandlung etc.) integriert werden, doch hat dies keine Priorität, denn sowas wäre mir schon zuviel des Guten. Es soll nämlich ein videophiler Bildverbesserer werden, der um den analogen Bildcharakter zu erhalten möglichst wenig und nicht möglichst viel tut, denn digitale Verschlimmbesserer gibt in späten 1990er CRT-Glotzen schon viel zu viele. Sachen wie Bewegungsanalyse oder Schneereduktion (die entfernt bekanntlich auch Regen...) kombinieren darin nur das schlimmste beider Welten (grobpixelige Lochmaske + krümelndem Ruckelflachi-Look).


    - Hardwarefragen

    Das Bildverbesserungsgerät sollte höchstens 50..100€ kosten und die Software Open Source werden. Möglichst soll eine bereits existierende verbreitete Hardware verwendet werden, die nicht zu groß ist oder viel Strom frisst/ heiß wird.

    Kann die D-Box2 sowas, oder ist ihr Videosignalpfad wg. lahmer CPU so fest verdrahtet dass man an Farbkurven etc. nicht machen kann? (Mir wurde schon davon abgeraten.) Falls deren CPU-Leistung nicht für alles gleichzeitig reicht, wäre es auch ok wenn die D-Box dann nur noch als Bildverbesserer dient, also ohne DVB zu empfangen bloß Signale von einer SCART-Buchse modifiziert an der anderen wieder ausgibt.

    Sofern das mit der D-Box2 garnicht oder nur in schlechter Qualität geht, wäre evt. der Einsatz eines modernen DSP denkbar (im HDTV-Zeitalter dürfte genügend Rechenleistung nicht viel kosten). Hierbei würde ich dann 16bit pro Farbkanal und 2048 Pixel pro Zeile (Full-HD) als Mindestvoraussetzung für videophile Qualität festlegen, um sich von den abscheulichen 1990er Bildverbesserern klar abzuheben und das Potential einer guten Bildröhre voll auszuschöpfen.

    (Das Projekt ist erst in der Planungsphase. Ich habe mich noch nicht mit der Implementierung von Details befasst und kenne mich nicht sonderlich mit moderner Hardware oder DSP aus. Mein jetziger Fernseher ist ein Nokia 417TV (läuft ca. täglich 14h, von mir umgebaut und mehrmals repariert) mit strahlungsarmer hochauflösender (ca. HD-Ready) 43cm Bildröhre, die ursprünglich als kombinierter PAL-TV und PC-Monitor gedacht war.)


    Code:
                           MÖGE DIE SOFTWARE MIT EUCH SEIN!
    
    *============================================================================*
    I                  CYBERYOGI Christian Oliver(=CO=) Windler                  I
    I   (Lehrmeister der LOGOLOGIE - der ersten Religion des Cyberzeitalters!)   I
    I                                      !                                     I
    *============================ÄCHTET=DIE=BRUTALITÄT===========================*
                               { Weltenschule.de }
     
    Zuletzt bearbeitet: 16. Mai 2013
  2. Gag Halfrunt

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    AW: Bau eines Bildverbesserers für Bildröhren-TV (D-Box2 Hardware?)

    Nimms mir nicht übel, ich finde deine Idee gar nicht mal so schlecht. Jedoch solltest du dich mal lieber mit den Ursachen der von dir geschilderten Kritikpunkte an Flachbildfernsehern beschäftigen.

    1. Je größer der Bildschirm, desto mehr fallen die Fehler im Quellmaterial auf. In der kleinen, systembedingt unscharfen Bildröhre saufen feine Kompressionsartefakte und feines Rauschen ab.

    2. Bildglättung, Entrauschung, Nachschärfung, Bewegungskompension, usw. kann man bei jedem besseren Fernseher ein- und ausschalten. Nur sieht's danach meistens noch grauseliger aus, weil man eben jeden Fehler sieht. Aber das ist halt Geschmackssache.

    3. Die "Geröllhalden" sind i.d.R. Kompressionsartefakte, die auf dem größeren Bildschirm nur umso stärker auffallen.

    4. Wenn du ein bildröhrenähnlichen Eindruck haben möchtest, solltest du LCD-Geräte meiden und dir mal Plasma-Fernseher anschauen.
     
  3. =CO=Windler

    =CO=Windler Neuling

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    AW: Bau eines Bildverbesserers für Bildröhren-TV (D-Box2 Hardware?)

    Wenn ich mir die Flachglotzen im Kaufhaus so ansehe, bin ich immer in den ersten paar Sekunden begeistert (tolle Farben, schneefreie große Flächen etc.), doch je länger man da drauf starrt, desto weniger will man wirklich einen haben. (Bei ner guten Bildröhre ist das umgekehrt!) Langsam bewegte Objekte bleiben z.B. während der Bewegung nicht "in einem Stück", sondern ihr Rand krümelt sich langsam voran wie ein ins Kullern geratender Haufen Schotter. Das wirkt einfach abstoßend künstlich und ist nahezu unabhängig von der Preisklasse des Geräts. Ich weiß, dass es diverse Menüs mit RGB- und Schärfeparametern bei Flatscreens gibt, aber sowas kenne ich schon von dem öden Metz-Glotzklotz meiner Eltern. Das ist wie mit den Unmengen Equalizer- und Hall-Einstellungen billiger HiFi-Türmchen. Man kann die Wiedergabe zur Unkenntlichkeit spektakulär verbiegen, nur natürlicher kriegt man sie damit nicht.

    Bei Gesichtern im PAL-Modus verschwinden alle Sommersprossen bis die Bewegung zum Stillstand kommt, und an Kanten sieht man ständig ein digitales, bei Bewegungen langsam ruckelndes Gekrümel, das einige Male pro Sekunde ständig seine Form verändert. Das ganze sieht einfach unnatürlich aus und viele Details wirken noch immer wie in 16 Bit Farbtiefe gefilmt mit einem billigen Handy. Der leichte Schnee einer analog angesteuerten 50Hz Bildröhre bewegt sich dagegen sehr schnell und stört wesentlich weniger, denn die menschliche Netzhaut "schneit" auch, und das Gehirn kann das gut ausfiltern da die Einzelphotonen bei wenig Licht sich genau so verhalten. Kurzzeitig feststehende Pixelmuster sind im Gehirn nicht vorgesehen und daher sehr viel aufdringlicher. (Tatsache ist, dass auch das 50Hz-Flimmern das Gehirn etwas belastet, doch solange nicht gleichzeitig die Raumbeleuchtung flimmert, stört es höchstens bei Migräne.)

    Wenn TV-Hersteller dann vollmundig behaupten, dass es an der "extremen Bildqualität" der neuen Flachfernseher läge, dass PAL drauf zwangsläufig schlecht aussieht "weil man nun jeden" (real vorher garnicht vorhandenen) "PAL-Bildfehler überdeutlich sieht...", stinkt das extrem nach faulem Werbeabzocke um die Leute auch noch zu weiteren Geldausgaben für kopiergeschütztes HDTV zu nötigen. (Der über 10 Jahre alte Metz Bildröhren-TV meiner Eltern enthält z.B. einen ebenso abscheulich aussehenden digitalen Bildverschlimmbesserer, ohne dass der jemals für HDTV vorgesehen war.) Das erinnert sehr an die angeblich zwingend notwendigen "digitalfesten Lautsprecherboxen", die bei Erscheinen der CD jedem in den 1980ern aufgeschwatzt wurden, und deren Titanhochtöner oft auch noch nervtötend grelle Höhen hatte welche Schallplattenknistern und Bandrauschen stark betonten, um so die angeblich enorme klangliche Überlegenheit des "kristallklaren Klangs der Compact Disc" zu beweisen - ein Absolutheitsanspruch der heutzutage längst umstritten ist. Genauso ist das mit der Flachglotze; schon die Einführung von DVB-T mit seinen unschärferen Bewegungen stinkt sehr nach absichtlicher Bildverschlechterung um das anfangs erheblich Nachziehen der ersten LCD-TVs im Vergleich zum daneben gestellten Bildröhren-TV zu verschleiern. Da er das Rennen nicht gewinnen konnte, wurden halt unfaire Regeln erlassen, und heutzutage sind Bildröhren-TVs ganz aus den Läden verschwunden damit jeder Direktvergleich vor Ort entfällt.

    Das Ersetzen von Bildröhre durch Flach-TV ist etwa wie das Ersetzen aller Cellos durch Kontrabässe. Klar hat der Kontrabass nen auf Anhieb von jedem wahrnehmbaren fetteren bombastischeren Sound und ist größer, doch gibt es da viele Töne, die er dann doch nicht so gut kann, und ob das wirklich Fortschritt zu nenne wäre ist fraglich.

    Nur die Bildröhre wirft das Bild zeilenweise, sodass das Auge bei Bewegungsverfolgung immer nur 1x pro Bild kurz beleuchtet wird. Dadurch sieht man kein Ruckeln. Flachis leuchten durchgehend, sodass man die Einzelbilder ineinander verschmiert sieht. Das gilt auch für Plasma. Plasmaglotzen würde ich schon deshalb nie kaufen, weil die 1. viel Strom fressen und 2. (weit schlimmer) keinen Dauerbetrieb mit 4:3-Bildern vertragen (Einbrenngefahr).

    Die einzige heute erhältliche Bildröhren-Alternative wäre ein Laserbeamer (extrem teuer und exotisch), der ebenfalls nur 1 Punkt gleichzeitig beleuchtet. Es gibt zwar LCD-Flachis mit vollflächiger LED-Beleuchtug die einen Scanline-Modus simuliert, doch das ist eben nur künstlich und beleuchtet trotzdem viele Bildzeilen. (Wo kein Lightpen funktioniert, ist es auch kein echtes Scanline-Bild.)

    Möglicherweise wird auch OLED-TV (zumindest mit passend gehacktem Controller) einen echten Scanline-Mode können, doch deren (angeblich stark begrenzte) Haltbarkeit wird dann garantiert zwecks geplanter Obsoleszenz auf 3 bis 4 Jahre begrenzt sein. Die in heutigen Flachis nach 4 Jahren reihenweise platzenden Netzteil-Elkos zeigen doch welche Gesinnung dahinter steckt. Zum Vergleich läuft in meinem Röhrenamp Grundig 6199 noch immer ein Becher-Elko von 1961, und das obwohl der auch einige Wärme abbekommt.

    (Meine Geräte sind i.a. sehr speziell für ihren Zweck ausgewählt und oft modifiziert, da Standardkram einfach nicht meinen Erfordernissen entspricht. Mein Fernseher ist z.B. ein Nokia 417TV - der einzige PAL-Fernseher überhaupt mit strahlungsarmer hochauflösender Bildröhre. Ursprünglich war das Modell mal als PC-Monitor gedacht, doch gehört der zu den schärfsten PAL-Fernsehern überhaupt (Auflösung entspricht etwa HD-Ready) und enthält auch keine digitalen Bildverschlimmbesserer (also pure ehrliche 50Hz) und gibt im Gegensatz zu Flachfernsehern das PAL-Bild ohne Nachziehen oder ruckelnde Bewegungen wieder. Leider werden TV-Sender mittlerweile sowieso datenreduziert digital übertragen, sodass auch "analoges" Kabel-TV längst bei Kameraschwenks unscharf wird. Früher gab es echte 50Hz Bewegtbild - z.B. bei alten VHS-Kassetten sieht man den Unterschied deutlich. Da die Farben leicht temperaturabhängig und daher im offenen Gerät nicht präzise justierbar waren, habe ich ihn mit von außen zugänglichen Trimmern nachgerüstet. Beim vorigen Exemplar hatte ich sogar Widerstände auf der Bildröhrenplatine getauscht um die Farben zu verbessern, doch am PC starb irgendwann der Zeilentrafo, weil ihm die höhere Zeilenfrequenz auf Dauer nicht bekam. Mein jetziger dient ausschließlich als Fernseher, und irgenwann rüste ich auch noch eine SCART-Buchse nach - die hat dieses Gerät nämlich nicht. HDTV kommt mir so schnell nicht ins Haus - Fernsehen das man nicht aufnehmen darf ist auch des Anschauens nicht wert!)

    Ich trau dem ganzen DRM-geschützten HDTV-Irsinn nicht. Sogar das Abfilmen vom Bildschirm wird über eine Art unsichtbar flackernden Morsecode im Bild blockiert, den jeder legale HD-Camcorder erkennen und den Aufnahmeversuch abbrechen muss. Angeblich soll das bloß heimliches Mitfilmen im Kino verhindern (wer will schon verwackelte Handybilder mit Mono-Ton und Köpfen im Bild?!), doch es erlaubt noch ganz andere Anwendungen um die Informationsfreiheit einzuschränken, indem man z.B. auf gleiche Weise pulsierende Lampen an allen Orten installiert die nicht gefilmt werden sollen.

    Was z.B. für CI+ ein möglicher Anwendungsfall wäre: Im HDTV läuft ein kritischer Bericht über eine gefährliche Technologie. Zuschauer nehmen sie mit ihrem wunderbaren supertollen BluRay-Recordern auf. Kurz darauf zwingt ein Machthaber (per einstweiliger Verfügung, Gesetzesänderung, Morddrohung, Erpressung, Schmiergeldzahlung - passendes bitte einfügen...) den TV-Sender, das Thema totzuschweigen und jene Sendung ungeschehen zu machen - schon landet ihre Entschlüsselungs-ID auf der schwarzen Liste, die sich bei jedem Einschalten in allen Abspielgeräten updatet. Die Zuschauer wollen einen Protest organisieren, legen als Beweismaterial die aufgenommene BluRay ein und der Schirm bleibt schwarz - eventuell löscht das Einlegen sogar automatisch die vom Gerät per Blacklist für illegal erklärte Aufnahme, sodass für TV-Zuschauer kein Beweis mehr bleibt dass dieses Thema jemals im TV gelaufen ist, und nicht mal Abfilmen vom Bildschirm ist mehr möglich wenn das System perfekt funktioniert. Zudem ließe sich per im TV-Signal mitgesendetem korrupten HDCP-Update sogar sämmtliche HDCP-fähigen Geräte unbrauchbar machen, was sehr im Interesse militärischer Machthaber und Diktatoren sein dürfte.

    Siehe auch
    High-bandwidth Digital Content Protection
    Common Interface

    Ich behaupte nicht, dass heutiges HDCP schon unknackbar ist (der Masterschlüssel ist glücklicherweise irgendwann im Netz aufgetaucht), aber allein die Gesinnung einen derart allumfassenden Kopierschutz gesetzlich zu legitimieren ist ein Verbrechen gegen die die geistige Freiheit und verhindert demokratische Meinungsbildung im digitalen Zeitalter.

    Ich schreibe daher an einem Drehbuch für einen Science Fiction, worin aus einem perfekt unknackbaren DRM-System eine Diktatur wird, in der der Privatbesitz jeglicher Datenträger verboten wird (ähnlich Fahrenheit 451) und Medien (auch Bücher) stattdessen nur noch per Streaming von weltweit verteilten Cloud-Servern abgespielt werden dürfen, wobei alles durch künstliche Intelligenz überwacht und heimlich zensiert wird.

    Bei dem hässlichen PAL-Bild auf Flach-TVs vermute ich jedenfalls klare Abzock-Absicht der Hersteller, um die Welt zum Umstieg auf kopiergeschütztes HDTV zu nötigen. Die Geräte werden so programmiert, dass PAL darauf grade eben so erträglich aussieht, aber auf keinen Fall besser als nötig. Dass das an der begrenzten Rechenleistung der Upscaler-CPUs liegen soll ist unplausibel, da dieses Scheinargument schon seit den ersten LCD-TVs behauptet wurde, obwohl sich deren Leistung etliche Male vervielfacht hat.
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. Mai 2013
  4. Der Drops

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    AW: Bau eines Bildverbesserers für Bildröhren-TV (D-Box2 Hardware?)

    Dachte es wird ein Technik-Thread, aber jetzt: Weltverschwörung!
    Mal schauen, was noch kommt.
     
  5. zahni

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    AW: Bau eines Bildverbesserers für Bildröhren-TV (D-Box2 Hardware?)

    Ich glaube nicht , dass man schwachen Bildröhren so wieder auf die Sprünge helfen kann. Frage einen DDR-TV-Techniker. Die mussten alle Trick kennen.

    Nicht nur der Strahlstrom lässt nach, sondern auch die Phosphorschicht auf der Mattscheibe. Und der Strahl verliert seinen Fokus. Sprich: Das Bild wird unscharf.

    Dunkel erinnere ich mich, dass man Bildröhren 1-2x durch "aufheizen" wieder etwas beleben kann. Dabei werden verschmutzte Kathoden sozusagen "freigesprengt".
     
  6. =CO=Windler

    =CO=Windler Neuling

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    AW: Bau eines Bildverbesserers für Bildröhren-TV (D-Box2 Hardware?)

    Es geht nicht um maßlos schlechte abgenutzte Bildröhren. Wenn sie schon unscharf sind weil vorn das Kathodenmaterial fehlt (oder in der Mitte "GAME OVER" und in der Ecke "0 CREDITS" eingebrannt ist) ist nicht viel zu machen. Auch solche Röhrenregeneratoren helfen i.a. höchstens kurzzeitig. Früher (als TVs etwa so teuer wie Autos waren) gab es offenbar mal Firmen, die neue Hälse an alte Bildröhren schweißten. Vielleicht lohnt sich das ja irgendwann noch mal wieder, aber vermutlich nur bei sehr teuren Sammlerstücken. Doch Farbkurven werden schon wesentlich früher krumm, und viele CRT-Fernseher hatten aufgrund zu simpler oder schlecht designter Analogschaltungen schon immer krumme Kurven (typisches Symptom: grünes Gelb bei manchen Helligkeiten). Dafür ist der Farbprozessor.

    Ich trau jedenfalls lieber der Analogtechnik. Bleifreies Flachglas ist doch nur zum Wegschmeißen gebaut. In Flachfernsehern rauchen nach ca. 4 Jahren reihenweise Netzteil-Elkos ab und zerstören dabei durch Spannungsspitzen oft den Rest. Und die neuesten ach so tollen "Design"-Flachis sind IMO bloß deshalb rahmenlos damit der Schirm auch garantiert beim kleinsten Stoß zerspringt, und zudem macht man die grundlos immer noch flacher damit man (verklebt und vergossen) ja keine Teile austauschen kann. Da wg. minimaler Stromersparnis von besserer Umweltbilanz zu reden ist gradezu zynisch. Eine gute Bildröhre hielt 20..30 Jahre, also muss man nicht Herstellung und Entsorgung eines einzelnen sondern von 5 bis 8 Flachis während dieses Zeitraums zugrunde legen, inklusive Landschaftszerstörung durch Gewinnung seltener Erden und dem Leid der verursachten Sklavenarbeit.

    Oh Großmutter, warum hast Du denn so große Augen...

    Was glaubt Ihr wozu Smart-TVs Gestensteuerung haben? Weil die ja soooo schön praktisch und modern ist?! Nein, weil man dank hierfür nötiger Webcam erstmals eine Glotze hat die zurück glotzt (bald umso mehr akzeptiert durch brillenloses 3D mit Eyetracking). Und Sprachsteuerung gibts natürlich damit ein Mikrophon ständig jedes unserer Worte belauscht. Und um die Wanze komplett zu machen tut man noch Zwangs-WLAN mit rein, das uns alle mit Mikrowellen verstrahlt und das ganze auf Kommando dorthin funkt wo man es am wenigsten haben will. Die Hersteller haben für sowas garantiert irgendeine versteckte "Fernwartungs"-Backdoor eingebaut, die (plausible denial...) selbstverständlich ganz bestimmt nicht gegen den Willen des Kunden aktiviert sein soll, sondern nur zu "Reparaturzwecken" dient. (Repariert die Dinger wirklich noch jemand?) Und wenn Hobbyhacker die verschlüsselte TV-Firmware untersuchen (Stichwort: SamyGO) reagieren Hersteller wie Samsung sehr schnell sauer - IMO bestimmt nicht nur weil sie das fürchten was Hacker hinein tun könnten (Pay-TV-Knacker oder Viren), sondern wohl eher vor dem was vielleicht längst drin ist (nämlich Spyware oder Selbstzerstörungs-Timer) und enttarnt zu werden droht. Und um bei dem Wettrüsten mithalten zu können, kommen ständig neue geänderte Modelle auf den Markt und alte gehen schnellstmöglich kaputt, damit es für niemand marktanteilsmäßig lohnt die Hardware seines häuslichen Orwell'schen Teleschirms komplett zu erforschen.

    Ja, dies ist meine persönliche Meinung, aber bei bei einer Gesinnung die im Namen nutzloser Spielereien Kamera, Mikrophon und WLAN (bald als unentrinnbare Standardfunktion) von geheimer Software gelenkt in kurzlebigen Fernsehern versteckt und das im Namen des Profits als Fortschritt verkauft, sollte jeder halbwegs intelligente Mensch der 2+2 zusammen zählt das schlimmste erwarten. Daher braucht es Gegenwehr. Bei Analogfernsehern weiß man wenigstens was sie können und wie man sie repariert. Und das Bewegtbild ist dazu noch besser.

    Was für Missbrauch mit Smart-TV möglich ist siehe hier:
    Samsung’s Smart TV hacking secrets to be sold to government agencies
     
    Zuletzt bearbeitet: 20. Mai 2013
  7. zahni

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    AW: Bau eines Bildverbesserers für Bildröhren-TV (D-Box2 Hardware?)

    Jetzt "verstehe" ich Dich. Verschwörungstheorien, projiziert auf den Fernseher. Du weißt aber schon, dass man Geräte mit Röhren aus der Ferne abhören kann ?
     
  8. Gorcon

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    AW: Bau eines Bildverbesserers für Bildröhren-TV (D-Box2 Hardware?)

    Das ist bei Röhren Geräten auch kein bisschen anders oder willst Du etwa die Röhren Geräte mit konventionellen Netzteilen (ohne Schaltnetzteil) betreiben?! Dann braucht ein TV mit einer 70ger Röhre aber locker seine 400-500W.
    Die Bildschärfe kannst Du dann auch knicken denn mit einer Röhre hast Du immer unschärfen es sei denn du machst sie wieder vorne rund, denn nur so lässt sich der Fokus auch in allen Ecken scharf abbilden.
    Die Stabilisierung der Hochspannung abhängig vom Bildinhalt ist dann ein weiteres Problem.

    Also ich möchte eine Röhre, auch wenn diese eine höhere Haltbarkeit wie ein LCD oder Plasma Display ereichen kann nichtmehr geschenkt haben. Die restlichen Bauteile halten aber bei Röhren Geräten auch nicht länger (wenn man auf Qualität achtet).
    Bei meinem Panasonic Röhren Gerät verabschiedete sich dessen Zeilentrafo mit einem Batteriefeuerwerk und einer kräftigen Rauchwolke das ganze nach 16Jahren.
     
  9. Gag Halfrunt

    Gag Halfrunt Lexikon

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    AW: Bau eines Bildverbesserers für Bildröhren-TV (D-Box2 Hardware?)

    Okay, dürfte klar sein, wohin die Reise geht. Ich denke, darauf können wir in diesem Forum verzichten.
     
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