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Astra 1K soll nachträglich auf richtige Umlaufbahn befördert werden

Dieses Thema im Forum "Small Talk" wurde erstellt von TV-Konsument, 8. Dezember 2002.

  1. TV-Konsument

    TV-Konsument Junior Member

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    Karlsruhe
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    Quelle:
    http://www.teltarif.de/arch/2002/kw49/s9437.html

    Satellit Astra 1K soll nachträglich auf richtige Umlaufbahn befördert werden
    08.12.2002
    20:20


    Astra sind die in Deutschland und Europa am meisten genutzten Fernseh-Satelliten. Neben Fernsehen sind auch breitbandige Internetzugänge über die Satelliten möglich. Die entsprechende Sky-DSL-Technik wird beispielsweise von der Deutschen Telekom und Strato eingesetzt.

    Einen Rückschlag musste Astra aber vor einigen Tagen hinnehmen: Die russische Proton-Rakete lieferte den neuesten, größten und leistungsstärksten Satelliten - Astra 1K - im falschen Orbit ab. Statt in 36 000 Kilometer Höhe drehte Astra 1K zunächst in nur 195 Kilometer seine Kreise. In dieser Höhe kann der Satellit aber nur wenige Wochen überleben, da er von den dort noch vorhandenen Resten der Erdatmosphäre gebremst wird, so dass er schließlich immer langsamer wird, der Erde immer näher kommt, dabei in dichtere Luftschichten eintritt und schließlich verglüht.

    Mit an Bord vorhandenem Treibstoff wurde Astra jedoch zwischenzeitlich auf eine relativ stabile Umlaufbahn in 290 Kilometer Höhe gebracht. Der Weg von dort zum Orbit in 36 000 Kilometer Höhe ist aber auf jeden Fall zu weit, um ihn mit Bordmitteln zurückzulegen.

    An dieser Stelle bringt sich die Firma Orbital Recover ins Spiel, die wir vor zwei Monaten bereits kurz vorgestellt hatten: Deren System SLES könnte von einer einfachen Rakete gestartet am Satelliten im falschen Orbit andocken, und ihn anschließend Huckepack bis auf 36 000 Kilometer befördern. SLES verwendet nämlich statt konventioneller Triebwerke moderne Ionentriebwerke. Diese nutzen den Treibstoff um ein Vielfaches effizienter, sind aber bisher noch wenig erprobt.

    Das erste Raumfahrzeug, bei dem der Ionenantrieb als zentrale Antriebskomponente diente, war Deep Space 1 von der NASA. Gestartet im Herbst 1998 als Experimentierplattform für diverse neue Technologien, erreichte der Satellit mehr, als je geplant. Mit Ausnahme von "Startproblemen" bei der ersten Nutzung funktionierte der Ionenantrieb über zig Monate hinweg einwandfrei.

    Ionentriebwerke brauchen neben dem Treibstoff noch eine ergiebige Stromquelle. Denn der Treibstoff ist bei den Ionentriebwerken quasi nur "Ballast", der mit hoher Geschwindigkeit fortgestoßen wird; die eigentliche Antriebsenergie liefert der Strom. Bei erdnahen Satelliten werden zu dessen Produktion Solarzellen eingesetzt. Da Solarsegel aber nur einige Kilowatt Strom liefern - im Gegensatz zu den Gigawatt chemischer Leistung bei konventionellen Raketentriebwerke - erzeugen Ionentriebwerke nur ganz wenig Schub. Während Raketen gewöhnlich binnen weniger Minuten die vorgesehenen Geschwindigkeiten und Orbits erreichen, brauchen Ionentriebwerke dafür folglich Monate oder gar Jahre. Im reibungsfreien Weltraum ist es aber bei vielen Anwendungen egal, ob man den notwendigen Schub binnen weniger Minuten aufbringt, oder ihn auf Jahre verteilt.

    Ein Start von SLES zur Rettung von Astra könnte frühestens 2004 erfolgen. Somit könnte es bis 2005 oder 2006 dauern, bis der gerettete Astra 1K im ursprünglich geplanten Orbit ankommt. Billiger, als der Neubau eines Satllits und die Aufgabe von 1K dürfte SLES aber allemal sein. Und Wartungsmissionen mit dem Space Shuttle, wie sie für das Hubble-Teleskop bereits durchgeführt werden, sind für normale Satelliten auf jeden Fall zu teuer.
     
  2. TV-Konsument

    TV-Konsument Junior Member

    Registriert seit:
    16. Mai 2002
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    37
    Ort:
    Karlsruhe
    Hier weitere Meldung dazu:
    Quelle:
    http://www.spaceref.com/news/viewpr.html?pid=9995

    Orbital Recovery Corporation Offers Space Rescue for Stranded Astra 1K Telecommunications Satellite

    Washington, D.C., Luxembourg, December 5, 2002-- Orbital Recovery Corporation has proposed an ambitious rescue plan for ASTRA 1K -- one of the world's largest telecommunications satellites, which was stranded in low Earth orbit last week after its launch vehicle malfunctioned.

    The salvage mission would use Orbital Recovery Corp.'s new "space tug" -- called the Geosynch Spacecraft Life Extension System (SLES™) -- to boost ASTRA 1K from its current 290-km. circular orbit to the desired 35,000-km. operational altitude for telecom satellites.

    Orbital Recovery Corp. has been in significant discussions with the stakeholders concerned with the future of the ASTRA 1K spacecraft, who have indicated a significant interest in the company's proposed solution to recover this massive satellite for normal operation.

    The SLES would be launched in approximately 20 months for a rendezvous and docking with ASTRA 1K. Once firmly attached to the stranded telecommunications satellite, the space tug will use its own propulsion system to raise ASTRA 1K's altitude and reduce its inclination to the Clarke Belt orbital plane -- allowing the spacecraft to function for up to its original 13-year expected mission lifetime in geostationary orbit.

    "Our SLES is perfectly tailored for the rescue of ASTRA 1K, which is an extremely expensive asset that unfortunately is useless in its wrong orbit," said Orbital Recovery Corp. Chief Executive Officer Walt Anderson. "We have run simulations of the rescue mission that validate its feasibility, and we are ready to work with SES ASTRA in Luxembourg and with the insurance sector to make the flight a reality."

    Definition work on the SLES has been completed by Orbital Recovery Corp., which is now creating its industrial team by seeking competitive bids for spacecraft hardware and systems from international suppliers. Earlier this month, the company announced its selection of the DLR German Aerospace Center's robotic technology for the SLES docking and linkup with telecom satellites in orbit. In October, Aon Space joined the Orbital Recovery Corp. team to provide insurance brokering and risk management services.

    The SLES is a modular spacecraft that can be adapted to operate with a full range of three-axis telecommunications satellites -- from the small relay platforms to massive 5-metric ton spacecraft such as ASTRA 1K. Proven, off-the-shelf hardware will be used in production of the SLES to keep costs down and ensure high reliability. It will be built around a main bus that contains the spacecraft control/management systems and the primary ion propulsion system.

    In addition to the rescue of stranded satellites, the SLES is designed to extend the operating lifetimes of telecommunications satellites in geostationary orbit that routinely are junked when their on-board fuel supply runs out. Orbital Recovery Corp. has identified more than 40 spacecraft currently in orbit that are candidates for life extension using the SLES.

    The first SLES mission is targeted for 2004 on the ASTRA 1K rescue flight, with two more deployments the following year and three annually beginning in 2006.

    Orbital Recovery Corp. has offices in Washington, D.C. and Los Angeles, and will add an Asia-Pacific presence in early 2003. More information on Orbital Recovery Corp. is available on the company's Web site: www.orbitalrecovery.com.
     
  3. Saviola

    Saviola Wasserfall

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    Eins fällt mir bei der Meldung auf:
    Ich bezweifle, ob SES so lange warten kann/will. Ich glaube die Jungs geben den Satelliten lieber verloren und kassieren den vollen Betrag der Versicherung. Wer weiss wie es versicherungsmäßig aussehen würde, wenn man sich auf so eine Rettungsaktion einläßt...

    ...vorausgesetzt, der Astra 1K liegt nicht im Pazifik so wie im spanischem TV berichtet wurde breites_

    <small>[ 09. Dezember 2002, 00:40: Beitrag editiert von: Saviola ]</small>
     
  4. TV-Konsument

    TV-Konsument Junior Member

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    So einfach geht es ja nun nicht, dass die SES sagen kann, wir lassen den Satellit einfach abstürzen und kassieren die Versicherungssumme.

    Entscheidend ist wie der konkrete Versicherungsvertrag aussieht, und wenn die Wahrscheinlichkeit einer Rettung mithilfe dieser Methode extrem hoch ist, kann die Versicherung sich schon für diese Methode entscheiden und viel Geld sparen.

    Hinzu kommt ja noch, dass dieses SLES-Ding auch nach dem Erreichen des Orbits am Satellit angedockt bleiben kann und dessen Triebwerke ersetzen kann, wodurch der Satellit dann trotzdem noch seine geplante Lebenserwartung erreichen oder sogar übertreffen kann, wenn er technisch unbeschädigt ist.

    Zudem dürften bis 2005/2006 außer Astra 1B alle anderen noch funktionsfähig sein und mit Astra 2C ausreichend Backupkapazität vorhanden sein.
     
  5. Commander Keen

    Commander Keen Gold Member

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    Ob der Astra 1K für sowas ausgelegt ist?
    Immerhin muss er extreme Stossbelastungen beim Andocken aushalten....
     
  6. Saviola

    Saviola Wasserfall

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