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AM-kompatible Einseitenbandmodulation

Dieses Thema im Forum "Analog-Ecke" wurde erstellt von Alphekka, 26. Februar 2012.

  1. Alphekka

    Alphekka Junior Member

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    Warum wurde AM-kompatible Einseitenbandmodulation nur in Ausnahmefällen im Rundfunk angewandt? Wie wird sie (schaltungs)technisch realisiert?
     
  2. TV_WW

    TV_WW Institution

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    AW: AM-kompatible Einseitenbandmodulation

    Was darf ich unter AM-kompatibler Einseitenbandmodulation verstehen?
    Einseitenband-AM ist sowohl beim Sender als auch bei den Empfangsgeräten technisch aufwendiger als Zweiseitenband-AM.

    Einseitenband (mit reduzierten Träger) spart Sendenergie, bringt allerdings qualitätsmäßig keine großen Vorteile gegenüber Zweiseitenband. Rauschen, Knacken, u. sonstige Störungen sind bei AM-Einseitenband genauso vorhanden.
    Von daher wird das Verfahren nur für Sprechfunkverbindungen eingesetzt. Ok, man könnte annähernd 9 kHz an NF-Bandbreite in einem 9 kHz breiten HF-Kanal unterbringen, aber es wären ziemlich gute Filter notwendig um Nachbarkanalstörungen beim Empfang unterdrücken zu können.

    Gerade die Abstimmung des Senders ist aufwendig, da in den Empfangsgeräten zumindest ein stabiler u. genauer frequenzveränderlicher (aktiver) Schwingkreis benötigt wird, im Gegensatz zum AM-Zweiseitenbandempfänger bei dem einfach das Sendesignal einfach über einen passiven Schwingkreis eingefangen wird.

    Weshalb dann nicht gleich ein leistungsfähigeres Übertragungsverfahren nutzen. Einseitenband-AM kann mit Empfangs-Geräten die für Zweiseitenband-AM gebaut wurden nicht empfangen werden.
     
    Zuletzt bearbeitet: 26. Februar 2012
  3. KlausAmSee

    KlausAmSee Talk-König

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    AW: AM-kompatible Einseitenbandmodulation

    Um welches Übertragungsmedium geht es hier?
    SSB (single side band) kann man entweder durch (aufwändige) Filtertechnik oder durch phasenverschobene Modulation erhelten (such mal nach IQ-Mischern).
    Eine Mittelding zwischen AM und SSB ist VSB, das wurde für analoge TV-Übertragung eingesetzt um Spektrum zu sparen. Man hat bei VSB das untere Seitenband teilweise übertragen um den Aufwand in den Empfangsgeräten sinnvoll zu halten.
    SSB hat gegenüber "normaler" Zweiseitenband-AM einen geringeren Modulationsgewinn. Insbesondere bei unterdrücktem Träger gibt es eine deutliche Energieeinsparung. Wenn man diese Energie wieder in mehr Sendeleistung steckt ist SSB eher etwas besser (wegen unterdrücktem Träger).
    Zur Demodulation wird der Träger aber wieder benötigt. Ist er sendeseitig komplett unterdrückt, muß im Empfänger ein BFO (beat frequency oscillator) vorhanden sein. Dieser muß genau auf die unterdrückte Trägerfrequenz abgestimmt sein, sonst gibts Frequenzverschiedungen die sich grauenhaft anhören.
    SSB wurde in Frequenzmultiplexsystemen auf Telefonleitungen eingesetzt, hier wurde ein Pilotton zur Synchronisierung der BFOs mitgesendet. Ist heute durch ISDN und DSL obsolete. Digitale Übertragungsverfahren haben sich durchgesetzt, auch wenn die HF weiterhin analog bleibt, jedoch durch DSPs moduliert.
     
  4. TV_WW

    TV_WW Institution

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    AW: AM-kompatible Einseitenbandmodulation

    Luft u. Entfernungen von mehreren Kilometern ;)

    Sinnvoller wäre es mit reduziertem Träger zu senden statt mit komplett unterdrücktem.
    Das Problem bei Einseitenband ist die hohe Signaldynamik. Für Rundfunk über Einseitenband wären ziemlich lineare HF-Verstärker notwendig die problemlos im Millisekundenbereich ihre Leistung zwischen 1 und 90% ändern können.

    Diese Trägerfrequenzanlagen wurden allerdings nur bis Ende der 1980er auf Leitungen zwischen den Telefonvermittlungsstellen eingesetzt (oder auch per Richtfunk übertragen), und dann komplett durch digitale Übertragung ersetzt, zuerst noch auf den alten Koaxkabeln, welche dann ab den 1990er Jahren nach und nach durch Glasfaserkabel ersetzt wurden.
     
  5. totalag

    totalag Senior Member

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    AW: AM-kompatible Einseitenbandmodulation

    Der ORF hat zB. diese Technik auf seinen Kurzwellen in den 80er Jahren mit Erfolg eingesetzt. Das Signal erscheint etwas gepresst, ist weniger störanfällig und es genügte ein einfaches Radio. Syncrondetektor oder BFO waren natürlich von Vorteil.

    Mfg
     
  6. Alphekka

    Alphekka Junior Member

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    AW: AM-kompatible Einseitenbandmodulation

    Ich meinte hier die besondere Form der Einseitenbandmodulation, welche auch mit normalen AM-Radios empfangen werden kann. Welche Nachteile hat sie?
     
  7. TV_WW

    TV_WW Institution

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    AW: AM-kompatible Einseitenbandmodulation

    Wo hast du denn bitte diese Info her dass es sowas geben soll?
     
  8. beasty812

    beasty812 Junior Member

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    AW: AM-kompatible Einseitenbandmodulation

    Kann mir jetzt nicht vorstellen was Du meinst?
    Eventuell jemanden gesehen, der an einem AM-Emfänger (ohne SSB) mit einem externen BFO den Träger in die Zwischenfrequenz geschossen hat?

    Schaue mal diverse Begleitmaterialien zu Amateurfunklehrgängen an. z.Bsp. den von DJ4UF, Klasse A Thema Modulation/Demodulation.
     
    Zuletzt bearbeitet: 29. Februar 2012
  9. Alphekka

    Alphekka Junior Member

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    AW: AM-kompatible Einseitenbandmodulation

    Ich weiß, daß diese Modulationsart schon in den 1950er Jahren beim "Langwellenversuchssender Hamburg" ( Deutscher Langwellensender ) eingesetzt wurde, später aber anscheinend - zumindest in Deutschland - nicht mehr. Warum?

    Im Übrigen, ist das, was Amateurfunker verwenden, Einseitenbandmodulation, die nicht AM-kompatibel ist.
     
  10. KlausAmSee

    KlausAmSee Talk-König

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    AW: AM-kompatible Einseitenbandmodulation

    Ein "normaler" AM-Empfänger braucht einen Träger und kann nicht zwischen den beiden Seitenbändern unterscheiden. Wenn man nun also sendeseitig ein Seitenband wegließe so dürfte es durch nichts anderes belegt werden, weil der Inhalt ja sonst die gewünschte Übertragung stören würde. Also kein spektraler Gewinn.
    Die Sendeenergie die gespart werden würde würde auch den Modulationsgewinn entsprechend reduzieren. Man müsste das mit einer höheren Sendeleistung kompensieren, dann steigt aber auch wieder der Träger mit an, also kein Energiegewinn.
    Der Grund warum das beim verlinkten Sender trotzdem gemacht wurde war ausschließlich fehlende HF-Bandbreite. Das fehlende Seitenband für das die Empfänger "offen" waren wurde von Funkdiensten genutzt die im Empfangsgebiet erheblich schwächer zu empfangen waren und somit nicht störten.
     

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