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Überall-Fernsehen mit dem Kleiderbügel

Dieses Thema im Forum "Digital TV über die Hausantenne (DVB-T/DVB-T2)" wurde erstellt von bengurion, 3. April 2003.

  1. bengurion

    bengurion Silber Member

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    "Glotzbox-Chaos": Da guckst Du in die Röhre - Überall-Fernsehen mit Omas Kleiderbügel
    Die wunderbare Welt des Digitalfernsehens in Berlin und Brandenburg entpuppt sich als Rohrkrepierer. Kleinlaut muss die Landesmedienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) technische Probleme eingestehen. In der Hauptstadt spricht man sogar schon vom "Glotzbox-Chaos". In ganzen Straßenzügen flimmert seit der Umstellung auf Digital-TV oft ein ödes Schwarzbild über den Bildschirm. Dabei hatten Experten schon beim Start des neuen Sendestandards – der vollmundig als "ÜberallFernsehen" bezeichnet wird - vor allzu großer Euphorie gewarnt. Wo liegt das Problem, kann man sich an dieser Stelle fragen? An der Berliner Insellösung gibt es mehr als einen Haken. Die Antennenübertragung selbst ist schon eine vollkommen überholte Technik.

    Angeblich soll jeder Fernseher in Kombination mit einer Set-Top-Box und einer Zimmerantenne digital empfangen können. Da erinnert man sich doch wehmütig an vergangene Zeiten, als Oma an der Antenne klebte, damit Opa die ersten Folgen von Derrick halbwegs störungsfrei sehen konnte. Folgt man den närrischen Ratschlägen der Medienpolitiker, so müssen wohl einige Haushalte wieder zum altbewährten Draht-Kleiderbügel greifen. Peinlich ist auch die falsche öffentliche Darstellung der Empfangsmöglichkeiten des Digitalen Terrestrischen Fernsehens (DVB-T). Der Empfang von DVB-T ist in den unteren Etagen eines Mietshauses bei dichter Bebauung schwierig, Kleiderbügel hin oder her. Auch wirbt die mabb mit der portablen, also mobilen Nutzung des digitalen Empfangs durch DVB-T. Im Garten, im Auto, auf der Straße – überall soll das interaktive Fernsehen zugänglich sein. Norddeutsche Feldversuche haben aber gezeigt, dass der Empfang außerhalb von Gebäuden in eng bebauten städtischen Lagen stark beeinträchtigt wird. Wie gut, dass Berlin so eine weitläufige Bebauung hat... Ralf Sürtenich, Medienexperte von der Düsseldorfer Beratungsfirma insieme consult hält das Pilotprojekt der mabb für unsinnig: "Die Landesmedienanstalt verschweigt die hohen Betriebs- und Investitionskosten für DVB-T. Selbst Ulrich Reimers von der TU Braunschweig, der 'Vater des digitalen Fernsehens', gesteht ein, dass DVB-T von Kosten und Leistungen her keinesfalls mit den technisch ausgereiften Standards von Kabel und Satellit mithalten könne. Und auch die mit viel Werberummel eingeführten DVB-T-Set-Top-Boxen sind nur technische Nachzügler, verglichen mit den bereits auf dem Markt befindlichen Satellitenreceivern", moniert Sürtenich.Zur Markteinführung von DVB-T im Herbst vergangenen Jahres wies Sürtenich in einer Marktstudie auf die wirtschaftlichen und technischen Fallstricke des Berlin Pilotprojekts hin. Sürtenich fühlt sich bestätigt: "Der erste Wurf mit dem ÜberallFernsehen scheint schon daneben zu gehen. Zum einen führt man die Umstellung auf DVB-T nur in Ballungsgebieten von Berlin-Potsdam durch, so dass 'Überall' schon schnell außerhalb der städtischen Gebiete seine Grenzen findet, zum anderen werden Metallfassaden an Häusern oder verspiegelte Fenster dem digitalen Empfang über die Zimmerantenne ähnliche Probleme bereiten wie dem digitalen Mobilfunk".

    mabb-Chef Hans Hege habe sich nach Ansicht von Sürtenich auf ein kostspieliges Technikabenteuer eingelassen. Der geringe Anteil bei terrestrischem Fernseh-Empfang führe zu einem wirtschaftlichen Desaster, "da die Bereitstellungskosten für die Versorgung ja nicht abhängig sind von der Anzahl der Empfänger. DVB-T geht eindeutig zu Lasten der Gebühren- und Steuerzahler. Die jährlichen Kosten für die deutschlandweite Kabeleinspeisung eines Fernsehprogramms liegen nur bei rund 2,5 Millionen Euro. Für die flächendeckende Abstrahlung über Satellit liegt man jährlich bei sechs Millionen Euro. Alleine aber die Ausgaben von ARD und ZDF für die terrestrische Abstrahlung ihrer eigenen Programme betragen zirka 225 Millionen Euro pro Jahr. Diese Kosten werden aus Rundfunkgebühren bestritten. Zusätzlich muss noch kräftig in die Infrastruktur investiert werden. Man braucht für die digitale Technik ein dichteres Netz an Sendestationen. Was das bedeutet, erleben ja gerade die Mobilfunkgesellschaften bei dem Versuch, Antennenstandorte für die UMTS-Netze zu finden. Dann müssen auch noch die Privathaushalte in die Technik investieren. Da heute noch keine TV-Geräte mit digitalen Empfängern zur Verfügung stehen, müssen ähnlich wie beim Satelliten-Empfang Set-Top-Boxen eingesetzt werden. Die Anschaffungs-Preise für die Geräte liegen zwischen 165 und 400 Euro pro Fernsehgerät. In den meisten Haushalten stehen aber zwei oder drei Fernseher", führt Sürtenich aus.

    Ein Bericht der SPD-nahen Zeitschrift "Berliner Republik", der sich auf interne Analysen des Bundesforschungsministeriums bezieht, bestätigt diese Annahme: "DVB-T ist teurer in der Ausstrahlung - nämlich um mehr als das Vierfache im Vergleich zum analogen Fernsehen -, was ein Grund dafür sein dürfte, dass kommerzielle Sender bereits abwinken. Auch existieren offenbar ungelöste technische Probleme. In den internen Diskussionen munkelt man bereits über eine bessere, überlegene Nachfolgetechnologie", so die "Berliner Republik". Vor allem produziere DVB-T sehr viel mehr Elektrosmog als das analoge Fernsehen. Die Strahlung liege um das Hundertfache höher und könnte eine unerwünschte Diskussion über den Elektrosmog der mobilen Telefone wieder auslösen. Bestätigt wird diese Annahme durch eine interne Stellungnahme der Berliner Wohnungswirtschaft über die Gefahren von DVB-T: "Zur Erzielung einer flächendeckenden Ausleuchtung mit terrestrischen digitalen Fernsehsignalen ist die Errichtung von neuen Sendeanlagen erforderlich. Damit werden auch heute wenig belastete Gebiete mit Elektrosmog verunreinigt, und es werden - im Gegensatz zu bisherigen analogen Sendern - zusätzliche Sendeanlagen in unmittelbarer Nähe zu Wohngegenden errichtet, ähnlich den Anlagen der Funktelefonie", so die Bedenken der Wohnungswirtschaft. Die Gefahr der biologischen Beeinflussung erhöhe sich noch, wenn man berücksichtige, dass die Sendeleistung für den Empfang in geschlossenen Räumen überproportional gegenüber dem Außenempfang des analogen Fernsehens gesteigert werden müsse. Unstrittig sei, dass die von Fernsehsendern abgestrahlte Intensität höher sein müsse als die von Telefonsendeanlagen, da die zu übermittelnde Informationsmenge eine andere sei. Untersuchungen hätten ergeben, dass schon Auswirkungen von Telefonsendern auf die menschliche Gesundheit nachweisbar sei. Aber selbst unabhängig von diesem Befund, der in der öffentlichen Diskussion merkwürdiger Weise bislang keine Rolle spielte, wagt die Zeitschrift "Berliner Republik" eine Voraussage: "Die Verbraucher werden sich von den Politikern nicht ins digitale Zeitalter hineinschubsen lassen".

    Quelle:http://www.kabelverband-frk.de/aktuelles/aktuelles.htm
     
  2. Pibrac

    Pibrac Junior Member

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    10. März 2003
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    Berlin
    Hallo,

    das hatten wir doch schon mal. Ich habe noch niemanden von ein "Glotzbox-Chaos" reden hören. Ist wohl die viel zitierte Berliner Schnauze, die ja auch den Fernsehturm am Alex als Telespargel bezeichen soll. Dass es Probleme gab wird keiner bestreiten wollen und die Qualität lässt sich auch sicher noch steigern. Der Status Quo gibt jedoch keinen Anlass, sich einen Kabelanschluss legen zu lassen.
    Die Quelle sagt doch schon alles.
     
  3. BikerMan

    BikerMan Platin Member

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  4. bengurion

    bengurion Silber Member

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    ...
    Auch wenn der Bericht auf der Homepage des Kabelverband zu lesen ist, so ist doch ein Stück Wahrheit an diesen Bericht. Die Probleme kann ja wohl keiner abstreiten.
     
  5. Pierre86 ex gtmafia

    Pierre86 ex gtmafia Junior Member

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    26. Februar 2003
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    144
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    Brieselang
    Bist wohl auch so ein DVB-T gegner was.Na dann geh doch ins Kabelforum und läster da.Aber hier sind so gut wie alle (Denk ich mal)mit DVB-T ganz zufrieden und wenn man ein Lebenlang nur 8 Programme und zum Teil in graulicher Qalität hatte dann ist DVB-T der reine Segen.Man soll mit das zufrieden sein was man hat.Es gibt zwar noch hier und da Probleme aber es läuft ja auch grad mal 1 Monat im Regelbetrieb und dafür muss ich sagen bin ich äußerst zufrieden.
     
  6. digiface

    digiface Foren-Gott

    Registriert seit:
    21. Dezember 2002
    Beiträge:
    10.641
    geht auch 'nen PVC-Bügel ?

    digiface
     
  7. W. Neuert

    W. Neuert Senior Member

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    14. November 2002
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    Berlin
    Warum wird hier eigentlich jeder der die seit Jahre bekannten und nun auch noch belegbaren und nachpüfbaren Fakten nennt gleich zum DVB-T Gegner abgestempelt? Der Artikel ist sachlich vollkommen richtig.
     
  8. Wocker

    Wocker Senior Member

    Registriert seit:
    23. Dezember 2002
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    Berlin
    Ach nöö, hör doch auf.
    Ich zitiere nochmal, was Du als vollkommen richtig bezeichnest:

    Allein diese Behauptung versetzt mich in's Schaudern.
    Überall wir immer mehr in Richtung DRAHTLOSE Übertragung hingearbeitet nur bei Digi-TV ist es totaler Mist...
    Dann haben wir wohl auch bald Millionen Kabel vom Himmel zu hängen, um die überholte Antennenübetragung per Sat ja auch zu modernisieren....;-)
    Schmeisst mal schnell alle Eure nicht-drahtgebundenen Geräte weg.

    ... nöö nööö, der Artikel mag in manchen Teilen richtig sein, ist aber in anderen Teilen maßlos übertrieben und unsachlich....

    <small>[ 03. April 2003, 18:58: Beitrag editiert von: Wocker ]</small>
     
  9. Asket

    Asket Senior Member

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    Berlin
    Und auch wieder die Mär vom Elektrosmog.
    Ich bin's leid und werde zukünftig nicht mehr auf solche - sachlich unrichtigen - Aussagen reagieren. Bitte um Nachahmung.
    Sicher ist die Bandbreite, in der das Signal abgestrahlt wird, größer geworden. Gleichzeitig ist die Sendeleistung aber um ein Mehrfaches gedrosselt worden. Und für die Bewohner rund um die Sendetürme ist das allemal besser.
    Nach wie vor wird die absorbierte Energiemenge, die ein Handynarr sich täglich in seinen Bregen zieht, 1000fach höher sein als durch DVB-T.

    Cheers
     
  10. Pierre86 ex gtmafia

    Pierre86 ex gtmafia Junior Member

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    Ort:
    Brieselang
    Ich schlies mich dir an Asket.Ich werde in Zukunft auch auf so etwas nicht mehr reagieren.
     

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