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Alt 09.01.2013, 14:00   #91 (permalink)
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AW: Droht den USA der Kollaps?

Zitat:
Zitat von Martyn Beitrag anzeigen
Erinnert mich ein bisschen an die Simpsons, also so ein Geldschein Mr. Burns fast erschlägt als er aus dem Automaten kommt.
Ging mir auch so, musste spontan an Simsons denken:

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Alt 09.01.2013, 18:17   #92 (permalink)
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AW: Droht den USA der Kollaps?

Zitat:
Zitat von selassie Beitrag anzeigen
Du kennst einen Arbeiter bei Foxxconn?
Die Diskussion begann nicht mit Foxconn, sondern mit Textilproduktion in Asien. Ich habe mich in meinen Aussagen auch nie speziell auf Foxconn bezogen. Wahrscheinlich ist die Lage dort tatsächlich besonders schlecht. Aber Du verallgemeinerst das auf alle Fabriken.

Ich kenne Personen aus bzw in einem asiatischen Land. Einfache Leute vom Land, die teilweise in die Großstadt gegangen sind (oder gar ins Ausland), um sich in verschiedenen Fabriken Geld zu verdienen, das z.B. für die Ausbildung der Kinder und ein bisschen Wohlstand (Strom, WC, 'richtige' Dusche statt Eimer, Röhrenfernseher etc) benötigt wird. Oder die dann, wenn in der Region nicht genug wächst, in andere Regionen des Landes ziehen und dort mit Feldarbeit etwas Geld verdienen.

Ohne das Geld aus der Stadt wäre das Leben auf dem Land noch viel steinzeitlicher.

Zitat:
Zitat von selassie Beitrag anzeigen
Armut ist in jedem Land relativ. Schlecht bezahlte Arbeit macht die Situation aber nicht besser. Weder für die Menschen dort und langfristig auch nicht für die Menschen hier.
Zum Einen wären dort - aufgrund des Wohlstands der städtischen Ober- und Mittelschicht - wesentlich mehr Menschen relativ arm als bei uns, wenn das nach unseren Maßstäben gemessen würde. Zum anderen ist auch die Definition einer 'schlecht bezahlten' Arbeit sehr relativ. Was für Dich ein Hungerlohn ist, kann für die Menschen dort ein attraktives Gehalt sein.

Zitat:
Zitat von selassie Beitrag anzeigen
Das war keine Antwort auf den zitierten Text.
Ich hatte Dir eigentlich zugetraut, die Analogie erkennen zu können.

Natürlich entwickelt sich die Menschheit auch ohne abhängige Arbeit. Aber die Industrialisierung, die zwangsläufig auch abhängige Arbeit mit sich bringt, hat die Entwicklung sehr beschleunigt. Und Du verlangst von den Bevölkerungen in Entwicklungsländern, dass sie im Fernsehen unseren Wohlstand sehen, selber aber bei ihrem einfachen Leben in Armut bleiben sollen, um uns quasi als Steinzeit-Zoo erhalten zu bleiben. Das ist wirklich nicht fair.
Martyn hat sich bedankt.
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Alt 09.01.2013, 20:20   #93 (permalink)
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AW: Droht den USA der Kollaps?

Zitat:
Zitat von Idiot Beitrag anzeigen
Ohne das Geld aus der Stadt wäre das Leben auf dem Land noch viel steinzeitlicher.
Was habt ihr denn immer mit steinzeitlich? Ich denke mal, ihr kommt da begrifflich ein bisschen durcheinander. Die Steinzeit war durch Jäger und Sammler geprägt und Landwirtschaft fand so gut wie nicht statt. Ihr kommt da ziemlich durcheinander.

Die Menschen leben allenfalls vorindustriell und das muss in bestimmten Umgebungen nicht das schlechteste sein. Ich würde jedenfalls lieber von Landwirtschaft leben als als Arbeitssklave in einer Fabrik. Meine Urgroßeltern großmütterlicherseits hatten ein Gut mit Nutztierhaltung und Ackerbau. Die führten ein ganz zufriedenes Leben. Das ist in anderen Ländern auch nicht so großartig anders.

Zitat:
Zum Einen wären dort - aufgrund des Wohlstands der städtischen Ober- und Mittelschicht - wesentlich mehr Menschen relativ arm als bei uns, wenn das nach unseren Maßstäben gemessen würde. Zum anderen ist auch die Definition einer 'schlecht bezahlten' Arbeit sehr relativ. Was für Dich ein Hungerlohn ist, kann für die Menschen dort ein attraktives Gehalt sein.
Zitat:
Ich hatte Dir eigentlich zugetraut, die Analogie erkennen zu können. :
Nein, kann ich nicht.

Zitat:
Natürlich entwickelt sich die Menschheit auch ohne abhängige Arbeit.
Aha. Soweit gibst du das also zu.

Zitat:
Aber die Industrialisierung, die zwangsläufig auch abhängige Arbeit mit sich bringt, hat die Entwicklung sehr beschleunigt.
Und zu welchem Preis wurde beschleunigt? Umweltzerstörung, Ungleichheit heute bald wieder wie zu feudalen Zeiten etc. pp. Wenn das der Preis ist, hätte es auch ein bisschen länger dauern können, wenn dann ein besseres Ergebnis herausgekommen wäre. Ich hab jedenfalls den Eindruck, dass die Leute heute wesentlich unglücklicher als damals sind, was ja auch Ausdruck in dem starken Anstieg von Zukunftsängsten bis hin zu den rapide ansteigenden psychischen Erkrankungen hier und natürlich den erbärmlichen Arbeitsbedingungen in den Schwellenländern.

Und da willst du sagen, dass das alles eine Erfolgsgeschichte sein soll? Ich sehe das durchaus skeptischer. Was nützt Wohlstand, was bei uns ja neues Auto, Eigenheim, neues Smartphone etc. heißt, wenn die Menschen mit dem Wohlstand unglücklich sind und dafür vor allem möglichen Angst haben.

Zitat:
Und Du verlangst von den Bevölkerungen in Entwicklungsländern, dass sie im Fernsehen unseren Wohlstand sehen, selber aber bei ihrem einfachen Leben in Armut bleiben sollen, um uns quasi als Steinzeit-Zoo erhalten zu bleiben. Das ist wirklich nicht fair.
Glücklich arm ist besser als unglücklich reich. Ich kenne genügend Leute, die haben eigentlich alles was sie brauchen, sechsstellige Einkommen, den ganzen Schnickschnack usw. und die haben vor allem möglichen Angst. Insbesondere dafür, dass der Schnickschnack irgendwann weg fällt. So bevölkern die dann die Couchen diverser Psychiater und klagen denen ihr Leid. Ich halte solch ein Leben für nicht erstrebenswert. Geld hin oder her. Ich lebe immer so, dass ich auch ohne Probleme weiter leben könnte, wenn ich einmal arm wär. Ich gebe mein Geld so aus als wenn ich wenig hätte. Das Geld, dass ich auf der hohen Kannte hab, interessiert mich nicht. Es hat mich mal interessiert und da war ich immer nur darum besorgt, dass es sich vermehrt und hab dabei ein paar mal was aufs Auge bekommen. Zuletzt 2001, wo der Aktienmarkt abgestürzt ist und ich große Verluste gemacht hab. Da hab ich mir gedacht, so kann es auch nicht weitergehen, dass ich mich vom Geld unter Druck setzen lässt. Heut lass ichs einfach liegen und lebe wesentlich entspannter.

Ich für meinen Fall könnte auch durchaus jederzeit von wesentlich weniger Geld leben.
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Alt 09.01.2013, 23:34   #94 (permalink)
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AW: Droht den USA der Kollaps?

Zitat:
Zitat von selassie Beitrag anzeigen
Die Menschen leben allenfalls vorindustriell und das muss in bestimmten Umgebungen nicht das schlechteste sein. Ich würde jedenfalls lieber von Landwirtschaft leben als als Arbeitssklave in einer Fabrik. Meine Urgroßeltern großmütterlicherseits hatten ein Gut mit Nutztierhaltung und Ackerbau. Die führten ein ganz zufriedenes Leben. Das ist in anderen Ländern auch nicht so großartig anders.
Glücklich waren sie eben vermutlich deshalb, weil es kaum Medien gab, und sie nicht wussten wie das Leben anderswo war.

Ganz abgesehen davon, durfte man sich auf dem Land als Gutsbesitzer eh zur absoluten Obersicht zählen. Das war damals sowas wie die Foxconn-Manager heute.

Der Grossteil der Landbevölkerung lebte damals entweder als hart rackernde Kleinbauern mit einer Kuh, zwei, drei Ziegen und ein paar Hühnern in ner Hütte bzw. hüttenähnlichen Häusern oder aber als Knecht bzw. Magd auf den wenigen grösseren Bauernhöfen und Gütern.
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Alt 10.01.2013, 00:08   #95 (permalink)
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AW: Droht den USA der Kollaps?

Zitat:
Zitat von Martyn Beitrag anzeigen
Glücklich waren sie eben vermutlich deshalb, weil es kaum Medien gab, und sie nicht wussten wie das Leben anderswo war.
Ist es denn so schwer zu verstehen, dass vielleicht nicht alle Menschen auf diesem Planeten so leben wollen wie wir hier? Versetze dich doch z. B. mal in einen Bewohner des Regenwalds in Brasilien, der noch tatsächlich ursprünglich lebt, ob der hier leben will. Die Antwort wird mit absoluter Sicherheit 'nein' sein. Genauso eben die Bewohner Vanutus oder andere, die in ihrer Umgebung glücklich sind und keinen Anlass sehen, ihr gewohntes Leben für unsere 'Zivilisation' aufzugeben. Wenn die schwer erkranken sterben sie eben. Wenn hier jemand an Krebs erkrankt wird er durch etliche Krankenhäuser gescheucht, bekommt Chemotherapien, die ihm das Leben zur Hölle machen und stirbt am Ende dann oft trotzdem.

Wenn du meinst, dass die nur mit unseren 'Segnungen' leben wollen, weil die diese 'Segnungen' nicht kennen spricht das für eine westliche Engstirnigkeit nicht erkennen, dass es Lebensziele außerhalb unserer Sichtweise gibt. Glück ist individuell. Für den einen bedeutet Glück in der freien Natur ohne Zivilisation zu leben und für andere eben das genaue Gegenteil. Warum gibt es denn Menschen aus unseren Kreisen, die sich in gottverlassene Gegenden verziehen oder sogar hier auf Luxus verzichten? Meinst du, die wissen es alle nicht besser und 'wir' sind es, die perfekt leben?

Zitat:
Ganz abgesehen davon, durfte man sich auf dem Land als Gutsbesitzer eh zur absoluten Obersicht zählen. Das war damals sowas wie die Foxconn-Manager heute.
Du hast wirklich keine Ahnung. Auch Besitzer eines großen Hofes oder eines Guts arbeiten oft hart und machen arbeiten, die auch die Arbeiter auf den Höfen machen. Früher noch vielmehr als heute zugegeben. Aber früher war Landwirtschaft auch noch nicht Agrarindustrie.

Zitat:
Der Grossteil der Landbevölkerung lebte damals entweder als hart rackernde Kleinbauern mit einer Kuh, zwei, drei Ziegen und ein paar Hühnern in ner Hütte bzw. hüttenähnlichen Häusern oder aber als Knecht bzw. Magd auf den wenigen grösseren Bauernhöfen und Gütern.
Ja und? Hat die das unglücklich gemacht? Brauchten die nun Psychiater und Psychologen oder brauchen es die Leute hier und heute, denen es angeblich so gut geht.

Glück ist kein Produkt des persönlichen Wohlstands. Glück hat viele Ursachen und fast in keinem aller Fälle ist Geld oder Wohlstand der Schlüssel zum Glück. Wer immer nur nach mehr Wohlstand strebt wird am Ende immer enttäuscht sein, weil es immer jemanden gibt der mehr hat. Das ist kein Lebensziel. Es gibt so viele, die ihrem ganzen Leben nur dem Geld nachrennen und dann, wenn sie genügend gescheffelt haben, das Zeitliche segnen. Da fragt man sich dann doch, wozu haben die das gemacht? Muss ja letztendlich jeder für sich selbst entscheiden. Fakt ist jedenfalls, dass das alte Sprichwort 'Geld allein macht nicht glücklich' definitiv stimmt. Ich kenne so einige, die über viel Geld und großen Wohlstand verfügen und sich das Leben an jedem Tag in ihrem Leben zur privaten Hölle machen.
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Alt 10.01.2013, 00:13   #96 (permalink)
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AW: Droht den USA der Kollaps?

Und noch mal ganz plastisch, weil wir hier irgendwie mit vielen Worten nicht wirklich weiterkommen.

Crocodile Dundee ist nicht in New York geblieben.
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Alt 10.01.2013, 00:54   #97 (permalink)
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AW: Droht den USA der Kollaps?

Zitat:
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Ist es denn so schwer zu verstehen, dass vielleicht nicht alle Menschen auf diesem Planeten so leben wollen wie wir hier? Versetze dich doch z. B. mal in einen Bewohner des Regenwalds in Brasilien, der noch tatsächlich ursprünglich lebt, ob der hier leben will. Die Antwort wird mit absoluter Sicherheit 'nein' sein. Genauso eben die Bewohner Vanutus oder andere, die in ihrer Umgebung glücklich sind und keinen Anlass sehen, ihr gewohntes Leben für unsere 'Zivilisation' aufzugeben.
Die Bewohner des Regenwaldes sind auch nur glücklich weil sie nicht wissen das es eine Alternative gibt.

Wenn man ihnen etwas Bildung und Wissen vermitteln würde, und ihnen dann freie Wahl lassen würde, denke ich würden schon so circa die Hälfte sich für ein Leben in der Zivilisation entscheiden.


Was aber nicht heisst das sie danach glücklicher wären. Denn wenn sie dann mit den Problemen der Zivilisation konfrontiert wären, und sehen das es nicht so einfach ist hochzukommen wären sie schnell wieder unglücklich.

Aber auch die im Regenwald zurückgebliebenen Menschen würden genauso unglücklich sein, denn durch Medien wie Zeitungen, Fernsehen und Internet würde ihnen die Eintönigkeit ihres Lebens schon von Tag zu Tag bewusster werden.

Denn das Wissen, das es Anderen wesentlich besser geht macht unglücklich.

Zitat:
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Wenn die schwer erkranken sterben sie eben. Wenn hier jemand an Krebs erkrankt wird er durch etliche Krankenhäuser gescheucht, bekommt Chemotherapien, die ihm das Leben zur Hölle machen und stirbt am Ende dann oft trotzdem.
Auch in Deutschland und anderen westlichen Länder werden keine Kranken gezwungen sich behandeln zu lassen. Jedem steht es frei stattdessen einfach auf den Tod zu warten oder sonst wie sterben zu gehen.

Zitat:
Zitat von selassie Beitrag anzeigen
Du hast wirklich keine Ahnung. Auch Besitzer eines großen Hofes oder eines Guts arbeiten oft hart und machen arbeiten, die auch die Arbeiter auf den Höfen machen. Früher noch vielmehr als heute zugegeben. Aber früher war Landwirtschaft auch noch nicht Agrarindustrie.
Ich will ja garnicht sagen das die Gutsbesitzer nur den ganzen Tag untätig gewesen wären. Aber im Vergleich zum einem Kleinbauern oder gar zu Knechten und Mägden war es sicherlich für damalige Verhältnisse ein Luxusleben.

Und da Reichtum genauso wie Armut nie absolut, sondern immer relativ ist, waren Gutsbesitzer definitiv reich.

Zitat:
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Glück ist kein Produkt des persönlichen Wohlstands. Glück hat viele Ursachen und fast in keinem aller Fälle ist Geld oder Wohlstand der Schlüssel zum Glück. Wer immer nur nach mehr Wohlstand strebt wird am Ende immer enttäuscht sein, weil es immer jemanden gibt der mehr hat. Das ist kein Lebensziel. Es gibt so viele, die ihrem ganzen Leben nur dem Geld nachrennen und dann, wenn sie genügend gescheffelt haben, das Zeitliche segnen. Da fragt man sich dann doch, wozu haben die das gemacht? Muss ja letztendlich jeder für sich selbst entscheiden. Fakt ist jedenfalls, dass das alte Sprichwort 'Geld allein macht nicht glücklich' definitiv stimmt. Ich kenne so einige, die über viel Geld und großen Wohlstand verfügen und sich das Leben an jedem Tag in ihrem Leben zur privaten Hölle machen.
Klar macht Geld allein nicht glücklich, aber andererseits einem gewissen materiellen Mindeststandard zum glücklich sein zu können. Und ein bisschen mehr Geld erleichert dann das Glücklich sein noch mehr. Bis zu einem Gewissen Grad.

Abgesehen von einigen wenigen Askethikern wird kaum jemand in Armut glücklich sein können.


Ich denke man wird zum Beispiel kaum einen ALGII Empfänger oder Zeitarbeiter finden, der von sich ehrlich behaupten kann er sei glücklich.

Geld ist definitiv nicht Alles was zählt, aber ganz ohne Geld ist (zumindest im Kapitalismus) Alles nichts.
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Alt 10.01.2013, 08:41   #98 (permalink)
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AW: Droht den USA der Kollaps?

Du willst es einfach nicht begreifen. Dabei hab ich dir doch genügend Beispiele gegeben. Die Leute hier haben Angst und sind deswegen nicht glücklich. Mehrheitlich jedenfalls. Lieber ohne Angst im Urwald als mit Angst in Deutschland.

Jeden Tag denken die Leute hier über sozialen Abstieg, Jobverlust, Altersarmut, Vereinsamung, Überforderung etc. nach und die Situation wird immer schlimmer, wie man es an den Zahlen zu den psychischen Erkranken gut ablesen kann.

Und jetzt kommst du und stellst genau das als 'das' System hin, dass allein glückselig machend ist und das Vorbild für den Rest der Welt sein sollte.

Woher kommt die Ignoranz und die Verbohrtheit. Weswegen maßt man sich hier an, andere Lebenswelten als minderwertig anzusehen. Das ist überheblich und zeugt von nicht vorhandener Toleranz dem Rest der Welt gegenüber, der einfach anders ist. Warum fällt es so schwer zu akzeptieren, dass andere anders denken. Ich werde das niemals verstehen.
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Alt 10.01.2013, 11:46   #99 (permalink)
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AW: Droht den USA der Kollaps?

Warum sollen Menschen in vorindustriellen Gesellschaften weniger Ängste haben. Es sind höchstens andere Ängste: Angst vor schlechter Ernte, Angst davor das die Kinder krank werden und sterben könnten, Angst vor der Frau verlassen zu werden, ...

Aber ich bin doch nicht intolerant. Wer so leben will darf es gerne tun.
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Alt 10.01.2013, 12:20   #100 (permalink)
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AW: Droht den USA der Kollaps?

Zitat:
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Was habt ihr denn immer mit steinzeitlich? ... Die Menschen leben allenfalls vorindustriell ...
Ich habe das plakative, aber sachlich sicher nicht ganz zutreffende Wort 'steinzeitlich' für das verwendet, was Du 'vorindustriell' nennst. Du darfst das gerne gedanklich in meinen Beiträgen ersetzen, wenn Du mich dann besser verstehst.

Zitat:
Zitat von selassie Beitrag anzeigen
Aha. Soweit gibst du das also zu.
Ich gebe noch viel mehr zu. Ich bin kein verbohrter Dogmatiker, sondern jemand, der versucht, alle Seiten zu sehen - und dann gegenüber verschiedenen Diskussionspartnern oft sehr unterschiedlich argumentiert. Viele Deiner Argumente könnte ich durchaus in anderen Diskussionen wiederverwenden, wenn dort jemand tatsächlich das fordert, was Du uns vermutlich als Forderung unterstellst.

Zitat:
Zitat von selassie Beitrag anzeigen
Und zu welchem Preis wurde beschleunigt?
Ich verstehe fast alle Deine Bedenken, sehe das aber etwas differenzierter. Eine Zeitlang ging die Beschleunigung z.B. dramatisch zu Lasten der Umwelt. In Deutschland haben wir diese Entwicklung zumindest in Teilgebieten der Umweltpolitik längst überwunden, und wir verwenden einen Gutteil des Erwirtschafteten, um die Umwelt wieder sauberer und lebenswerter zu machen (leider oft mit unsozialen Methoden und/oder Auswirkungen). Heute machen sich sehr viele in Deutschland, aber auch weltweit, einen hohen psychischen Druck. Ich hoffe, dass wir auch diese Phase möglichst bald überwinden. Wir müssen uns das aber auch leisten können - so weit wie Du ist da mit Sicherheit nur ein kleiner Teil der Deutschen Bevölkerung.

Das mit der Ungleichheit kann ich aber nach wie vor nicht nachvollziehen. Wir sind gesellschaftlich immer noch viel gleicher, als das in fast allen anderen Ländern der Welt der Fall ist. Warum soll das eine negative Folge der Beschleunigung sein?

Zitat:
Zitat von selassie Beitrag anzeigen
Glücklich arm ist besser als unglücklich reich. ... Geld hin oder her. Ich lebe immer so, dass ich auch ohne Probleme weiter leben könnte, wenn ich einmal arm wär. Ich gebe mein Geld so aus als wenn ich wenig hätte.
Das ist bei mir so ähnlich. Allerdings müssen wir zugeben, dass wir uns das auch leisten können und dass unser Leben in 'Pseudo-Armut' für Menschen in anderen Teilen der Welt unermesslichen Reichtum bedeutet. Über Gesundheit müssen wir uns z.B. gar nicht groß Gedanken machen. Wenn wir das brauchen und wollen, bekommen wir jederzeit eine modernen Maßstäben entsprechende Behandlung, auch wenn wir arm sind. Auch das hat uns nur das beschleunigte Wachstum ermöglicht. Wenn hingegen einer der einfachen Landmenschen in Asien nicht mit 20 an einer Blinddarmentzündung sterben will, muss die Familie ggfs ihr einziges Feld verkaufen - so läuft das dort tatsächlich...

Zitat:
Zitat von selassie Beitrag anzeigen
Ist es denn so schwer zu verstehen, dass vielleicht nicht alle Menschen auf diesem Planeten so leben wollen wie wir hier? Versetze dich doch z. B. mal in einen Bewohner des Regenwalds in Brasilien, der noch tatsächlich ursprünglich lebt, ob der hier leben will. Die Antwort wird mit absoluter Sicherheit 'nein' sein.
Viele Menschen auf dieser Welt sind für ein Leben bei uns nicht vorbereitet und wissen das auch. Deshalb geben sie sich durchaus oft mit dem zufrieden, was sie haben. Je nach Mentalität wünschen sich aber durchaus einige dieser Leute, dass ihre Kinder besser auf die 'große Welt' vorbereitet sind und dann, wenn sie das wollen, ihr Leben anders gestalten können als sie selbst.

Ich will, dass die Menschen dort selbst entscheiden können, wie sie leben wollen. Du versuchst sie zu ihrem Glück zu zwingen, indem Du ihnen die Alternativen nehmen willst. Aber dass viele von denen mit dem traditionellen Leben gar nicht glücklich sind, kannst Du Dir offensichtlich nicht vorstellen.

Zitat:
Zitat von selassie Beitrag anzeigen
Woher kommt die Ignoranz und die Verbohrtheit. Weswegen maßt man sich hier an, andere Lebenswelten als minderwertig anzusehen. Das ist überheblich und zeugt von nicht vorhandener Toleranz dem Rest der Welt gegenüber, der einfach anders ist. Warum fällt es so schwer zu akzeptieren, dass andere anders denken.
Tja, ich kenne Leute dort. Ich weiß, dass einige Leute dort wirklich so denken, wie Du das annimmst. Aber es gibt nicht wenige, die ihr Leben ändern oder zumindest ihren Kindern ein 'besseres' Leben ermöglichen wollen.

Wer ist nun verbohrt, ignorant und überheblich? Der, der den Leuten dort selbst die Entscheidung zugesteht, wie und wo sie ihr Leben leben wollen? Oder der, der ihnen jede Alternative zum traditionellen Leben nehmen will?

Und anders herum: Wieso maßt man es sich bei uns in D an, andere Lebensplanungen als die des systemkonformen Arbeitstiers als minderwertig anzusehen? Sollten wir nicht erst einmal vor unserer Haustür kehren, bevor wir uns in die Lebensplanungen in anderen Ländern einmischen?

Zitat:
Zitat von selassie Beitrag anzeigen
Ich werde das niemals verstehen.
Den Eindruck habe ich leider auch...

Anmerkung: Ich verabscheue die Kunst des Aus-Dem-Zusammenhang-Reißens, aber hier hat sich das irgendwie aufgedrängt --- bitte nicht ernst nehmen!
Martyn hat sich bedankt.
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Alt 10.01.2013, 13:52   #101 (permalink)
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AW: Droht den USA der Kollaps?

Zitat:
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Ich will, dass die Menschen dort selbst entscheiden können, wie sie leben wollen. Du versuchst sie zu ihrem Glück zu zwingen, indem Du ihnen die Alternativen nehmen willst. Aber dass viele von denen mit dem traditionellen Leben gar nicht glücklich sind, kannst Du Dir offensichtlich nicht vorstellen.
Genau das bringt es auf den Punkt! Ich finde auch die Menschen sollen frei entscheiden können wie sie Leben wollen.

Man darf ihnen weder ein Leben in der westlichen Zivilisation aufzwängen, genausowenig aber ein rückständiges, traditionelles Leben. Sie sollen selber entscheiden können.
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Alt 10.01.2013, 15:26   #102 (permalink)
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AW: Droht den USA der Kollaps?

Solange ich schnelles Internet habe, bin ich auch bereit, vorindustriell zu leben.
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Alt 10.01.2013, 18:00   #103 (permalink)
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AW: Droht den USA der Kollaps?

Zitat:
Zitat von Martyn Beitrag anzeigen
Genau das bringt es auf den Punkt! Ich finde auch die Menschen sollen frei entscheiden können wie sie Leben wollen.
Ach? Sollte man das. Hat man denn die Menschen in Nigeria vorher gefragt, ob die Ölförderung im Ogoniland haben wollen? Hat jemand die Stämme im Regenwald gefragt, ob die nicht viel lieber ihren Wald behalten hätten statt Landwirtschaft fremden Grundbesitzer oder Tropenholzabbau?

Ihr macht es euch sehr einfach und zeigt gleichzeitig sehr wenig Toleranz gegenüber anderen Lebensmodellen. Wenn irgendjemand glücklich ist, dann liegt es ganz bestimmt nicht daran, dass er den 'Schwarzen Kanal' aus Europa oder den USA nicht empfangen kann, weil er keinen Fernseher hat.

Zitat:
Man darf ihnen weder ein Leben in der westlichen Zivilisation aufzwängen, genausowenig aber ein rückständiges, traditionelles Leben. Sie sollen selber entscheiden können.
Tut man aber. Die wetliche Zivilisation hatte schon immer den Hang zum missionieren. Erst mit Kreuzzügen, dann per Schiff über den Atlantik, dann mit Missionaren in aller Welt und heute mit Geld und multinationalen Konzernen.

Nun ja. Wir bringen der Welt ja auch blühende Landschaften:





Ein Hilfsangebot sozusagen.
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Alt 10.01.2013, 18:02   #104 (permalink)
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AW: Droht den USA der Kollaps?

Zitat:
Zitat von BartS Beitrag anzeigen
Solange ich schnelles Internet habe, bin ich auch bereit, vorindustriell zu leben.
Thema verfehlt. Es geht nicht um uns hier, es geht darum das andere vielleicht nicht so wie wir leben wollen.
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Alt 10.01.2013, 18:57   #105 (permalink)
Wasserfall
 
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AW: Droht den USA der Kollaps?

Zitat:
Zitat von selassie Beitrag anzeigen
Hat man denn die Menschen in Nigeria vorher gefragt, ob die Ölförderung im Ogoniland haben wollen? Hat jemand die Stämme im Regenwald gefragt, ob die nicht viel lieber ihren Wald behalten hätten statt Landwirtschaft fremden Grundbesitzer oder Tropenholzabbau?
Du lenkst vom Thema ab.

Zitat:
Zitat von selassie Beitrag anzeigen
Ihr macht es euch sehr einfach und zeigt gleichzeitig sehr wenig Toleranz gegenüber anderen Lebensmodellen.
Ich denke die freihe Entscheidung was man tut zählt zu den ursprünglichsten Lebensmodellen. Dagegen halte ich es für unmenschlich die Leute in den Foxconn Fabriken mit Gewalt auf die Felder der Umgebung zu deportieren damit sie doch bitte "glücklich" werden.


Zitat:
Zitat von selassie Beitrag anzeigen
...und heute mit Geld und multinationalen Konzernen.
Und die Konzerne bezahlen Schergen die die Leute in die Städte verschleppen? Oder tun die das vielleicht doch freiwillig?
Martyn hat sich bedankt.
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