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Alt 27.06.2009, 02:35   #151 (permalink)
Wasserfall
 
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AW: Satanlage richtig erden

Zitat:
Zitat von Schlaumeier321 Beitrag anzeigen
Hallo zusammen

Ich habe auch mal eine Frage zur Satanlage Erdung.
Bei normalen Schrägdächern ist alles soweit verständlich.
WIe sieht es denn bei einem Hochhaus mit Flachdach aus.
Man wohnt in auf der 5. Etage von Insgesammt 7. Man nutzt eine Digidich45
Diese Anlage ist an einem Blumenkastenhalter montiert. Darum ragt die Antenne so ca insgesammt 0,5m über den Balkon. Muss man da auch irgendwie erden ?
Wenn die Satschüssel von der Hausfassade einen grösseren Abstand als 1,5 m hat, dann muss diese an einem Erdungsleiter angeschlossen werden.
Zur Sat-Antenne gehört natürlich auch der Feedarm und das daran montierte LNB.

Wenn das Balkongeländer z. B. 1 m Abstand von der Aussenfassade hat, dann bleiben für die Antennenmontage am Geländer noch 50 cm übrig, bei einer Flachantenne ohne LNB-Arm bleibt man eventuell noch im Bereich, in dem die Antennenerdung nicht gefordert wird.
Es gibt auch metallene Fassadenkonstruktionen oder Geländer, die Blitzstrom-Tragfähig und geerdet sind, eine daran festgeschraubte Antenne wäre dann auch geerdet.
Bei manchen Häusern verläuft ein Blitzschutzerdungsleiter an der Wand in Reichweite vom Balkon, mit einem geeigneten Anschlussverbinder kann man dann einen massiven Erdungsleiter (16 mm² Kupfer) an der Blitzschutzableitung anschliessen.

In allen Fällen der Installation von Erdungsleitern, oder zur Begutachtung, ob das Balkongeländer geerdet ist, sollte eine Elektrofachkraft oder eine Blitzschutzfachkraft die Situation bewerten.

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Alt 27.06.2009, 10:56   #152 (permalink)
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AW: Satanlage richtig erden

Zitat:
Zitat von Discone Beitrag anzeigen
Bei manchen Häusern verläuft ein Blitzschutzerdungsleiter an der Wand in Reichweite vom Balkon, mit einem geeigneten Anschlussverbinder kann man dann einen massiven Erdungsleiter (16 mm² Kupfer) an der Blitzschutzableitung anschliessen.
Früher eine absolut übliche Schutzmaßnahme, heute nach EN 60728-11 wegen der Forderung nach isolierter Erdung auch bei Fassadenmontage und wohl selbst unter Bestandsschutzgesichtspunkten unzulässig. Dass der/die Erder des Blitzableiters mit dem Schutzpotenzialausgleich verbunden sein müssen und der PA von Schüssel und Kabel ohne Schleifenbildung herzustellen ist, wurde insbesondere von Discone mehrfach erwähnt.
Dipol ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.06.2009, 17:45   #153 (permalink)
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AW: Satanlage richtig erden

Zitat:
Zitat von Dipol Beitrag anzeigen
Früher eine absolut übliche Schutzmaßnahme, heute nach EN 60728-11 wegen der Forderung nach isolierter Erdung auch bei Fassadenmontage und wohl selbst unter Bestandsschutzgesichtspunkten unzulässig. Dass der/die Erder des Blitzableiters mit dem Schutzpotenzialausgleich verbunden sein müssen und der PA von Schüssel und Kabel ohne Schleifenbildung herzustellen ist, wurde insbesondere von Discone mehrfach erwähnt.
Hallo Dipol,

deine Aussage ist nicht richtig und muss korrigiert werden,

EN 60728-11 (Okt. 2005) Seite 22 => 11.2.1 Gebäude mit einer Blitzschutzanlage (LPS)
Ist das Gebäude mit einer Blitzschutzanlage nach IEC 61024-1 ausgerüstet, muss der Antennenmast im Falle einer metallischen Ausführung auf kürztmöglichen Weg mit der Gebäude-Blitzschutzanlage über einen Erdungsleiter nach 11.3 verbunden werden.

Die Kabelschirme (äußere Leiter) aller Koaxialantennen-Niederführungskabel müssen über einen Potentialausgleichleiter mit einem Mindestquerschnitt von 4 mm² mit dem Mast verbunden werden (siehe Bild 8).

Auf Seite 35 der EN 60728-11, "Bild 10 - Beispiele von Erdern" dort wird dann die direkte Verbindung vom Mast mit dem Blitzschutzsystem auch dargestellt:


DIN EN 60728-11, Ziffer 11.3.3 Erdungsleiter
Als geeigneter Erdungsleiter gilt ein Einzelmassivdraht mit einem Mindestquerschnitt von 16 mm² Kupfer, isoliert oder blank, oder 25 mm² Aluminium, isoliert, oder 50 mm² Stahl. Es dürfen nur Materialien verwendet werden, die sich untereinander nicht korrosiv verhalten.
...
Natürliche Bestandteile dürfen verwendet werden (siehe Bild 10), wie z. B. :
...
- das Metallgerüst der baulichen Anlage;
- Fassaden, Geländer und Unterkonstruktionen von Metallfassaden vorrausgesetzt dass:
ihre Abmessungen den Anforderungen an Ableitungen entsprechen und ihre Dicke nicht weniger als 0,5 mm beträgt.
...
(Verbindungen sind durch Hartlöten, Schweissen, Pressen, Schrauben, oder Verbolzen sicher auszuführen) ...
die Überlappung zwischen zwei Elementen mindestens 100 mm² beträgt.

Sorry, ich kann für euch nicht die ganze VDE abschreiben.

In der "Blitzschutznorm" VDE 0185-305 wird empfohlen, auf die direkte Verbindung von der Antenne mit der Blitzschutzanlage zu verzichten. Es soll nach dieser Norm der direkte Einschlag in die Antenne mit einer geerdeten Fangstange verhindert werden (Schutzwinkelverfahren).
Darstellung, siehe Bild 7 im nachfolgenden Link:
http://www.voltimum.de/files/de/file...inorms0725.pdf
Bei einem Neubau mit Blitzschutzanlage wird die Antenne auf dem Dach nach VDE 0185-305 mit einer Fangstange geschützt werden, die begründete Empfehlung wird dann von einer Blitzschutz-Fachfirma auch berücksichtigt werden.

Bei einer nachträglichen Antenneninstallation wird der Mast oft direkt mit dem Blitzschutzsystem gemäß
EN 60728-11 verbunden, was ja in dieser gültigen Norm sogar gefordert wird.

Bei der Montage einer Antenne an der Fassade ist der Einsatz einer Fangstange nicht üblich. Und bei grossen Antennenanlagen, oberste Antenne ist ein Kreuzdipol für UKW und darüber noch eine Stabantenne für LMK, wird man auch keine Fangstange finden.
Das wären dann praxisfremde Forderungen, eine Empfehlung muss auch nicht immer befolgt werden.

Hier ist dann auch noch ein Beitrag zum 16 mm² Erdungsleiter (Bezugsquelle):
woher bekomme ich 1x16² massiv

Gruß
Discone

Geändert von Discone (28.06.2009 um 11:30 Uhr) Grund: Korrektur
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Alt 30.06.2009, 13:31   #154 (permalink)
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AW: Satanlage richtig erden

Zitat:
Zitat von Discone Beitrag anzeigen
Hallo Dipol,

deine Aussage ist nicht richtig und muss korrigiert werden,

In der "Blitzschutznorm" VDE 0185-305 wird empfohlen, auf die direkte Verbindung von der Antenne mit der Blitzschutzanlage zu verzichten. Es soll nach dieser Norm der direkte Einschlag in die Antenne mit einer geerdeten Fangstange verhindert werden

Bei einem Neubau mit Blitzschutzanlage wird die Antenne auf dem Dach nach VDE 0185-305 mit einer Fangstange geschützt werden, die begründete Empfehlung wird dann von einer Blitzschutz-Fachfirma auch berücksichtigt werden.
Wer unseren Diskurs über die Schleifenfreiheit verfolgt hat könnte zu der Annahme gelangen, dass wir nicht nur unsere Sicherheits-Philosophie, sondern sogar die Standpunkte getauscht haben.

Dann zitiere ich mal Dehn:

>>Die neue Blitzschutznorm DIN EN 62305-3 (VDE 0185-305-3), die
Sicherheitsnorm für AntennenanlagenDIN EN 60728-11 (VDE 0855-1)
sowie das Beiblatt 1 der DIN VDE 0845 für Überspannungsschutz der
Informationstechnik fordern für Antennenanlagen oder andere
dachüberragende Einrichtungen einen getrennten Blitzschutz oder
eine
Getrennte Fangeinrichtung.<<

>>"Äußerer Blitzschutz, mit einer getrennten Fangeinrichtung
... verhindert die Einkopplung von Blitzteilströmen in das Innere der
baulichen Anlage"<<


Und den DKE-Obmann Kleiske hast du ja auch schon zitiert:

>>3.) Nun zu VDE V 0815, die dann angewendet werden soll,
wenn am Gebäude ein äußerer Blitzschutz vorhanden ist.

Diese Vornorm stellt den Stand der Technik dar und emp-
fiehlt, dass z. B. metallenen Dauchaubauten, Kühlanlagen,
Mobilfunkanlagen,Sat.-Antennen usw. nicht direkt geerdet

Werden. Vielmehr sind diese mittels einer Fangeinrichtung,
unter Einhaltung eineszu berechnenden Trennungsabstandes..<<

Ohne Kenntnis der örtlichen Gegebenheiten ist nicht abzuwägen, ob der PA-Anschluss an den Blitzableiter unter dem Gesichtpunkt"Innerer Blitzschutz" soviel mehr bringt als das Gefahrenpotenzial durch Einkopplung von Blitzströmen. M. E. überwiegen die Nachteile.

Geändert von Dipol (30.06.2009 um 13:40 Uhr)
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Alt 30.06.2009, 22:13   #155 (permalink)
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AW: Satanlage richtig erden

Zitat:
Zitat von Dipol Beitrag anzeigen
...
Ohne Kenntnis der örtlichen Gegebenheiten ist nicht abzuwägen, ob der PA-Anschluss an den Blitzableiter unter dem Gesichtpunkt"Innerer Blitzschutz" soviel mehr bringt als das Gefahrenpotenzial durch Einkopplung von Blitzströmen. M. E. überwiegen die Nachteile.
Da bin ich deiner Meinung, im Zweifelsfalle oder bei Neuanlagen sollte der Blitzstrom mit einer Fangstange getrennt zur Erde geführt werden, und die Antenne über den Potentialausgleich eine Erdverbindung erhalten, wobei dann ein Querschnitt von 4 mm² genügen würde.

Ich habe mich aber in die Lage des Wohnungsnutzers versetzt, der seine SAT-Antenne am (geerdeten) Balkongeländer montieren will. Der Aufwand für die Verlegung eines Potentialausgleichleiters von der Antenne bis zur Haupterdungsschiene im Keller wäre sehr gross, und dann müsste er noch eine fachgerecht geerdete Fangstange montieren (lassen).
Die EN 60728-11 fordert / erlaubt die direkte Verbindung mit geerdeten Gebäudeteilen oder mit der Blitzschutzanlage und das kann u. U. die einfachere und einzig umsetzbare Methode sein, eine Antenne normgerecht zu montieren, ansonsten könnte die Hausverwaltung die Montage wegen dem großen Aufwand auch ganz verbieten. An einem bereits geerdeten Balkongeländer dürfte die isolierte Antennenmontage nicht möglich sein.
Hier gibt es mal wieder einen Widerspruch in zwei gültigen VDE-Bestimmungen, wobei in der 62305-3 das Wort Empfehlung steht.
In der Sicherheitsnorm EN 60728-11 wird kein getrennter Blitzschutz gefordert ! (ansonsten, sage mir unter welcher Ziffer, siehe meinen Beitrag mit der Forderung einer direkten Verbindung).

Der Einsatz einer geerdeten Fangstange und der getrennte Potentialausgleich der Antennenanlage ist unzweifelhaft die bessere Montageart, wobei an der Haupterdungsschiene wieder alles zusammengeführt wird.

Ich vermute mal, dass wir bezüglich Erdverbindung vom Antennenpotentialausgleich, nur einseitig am geerdeten Antennenmast, zur Vermeidung einer Schleife inzwischen eine einheitliche Meinung haben.


Geändert von Discone (30.06.2009 um 22:31 Uhr)
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Alt 01.07.2009, 11:25   #156 (permalink)
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AW: Satanlage richtig erden

Zitat:
Zitat von Discone Beitrag anzeigen
Hier gibt es mal wieder einen Widerspruch in zwei gültigen VDE-Bestimmungen, wobei in der 62305-3 das Wort Empfehlung steht.

Ich vermute mal, dass wir bezüglich Erdverbindung vom Antennenpotentialausgleich, nur einseitig am geerdeten Antennenmast, zur Vermeidung einer Schleife inzwischen eine einheitliche Meinung haben.
Ich gehe noch weiter: Wir verfolgen sicherheitstechnisch das gleiche Ziel. Dass nach EN 60728-11 Schleifen zu vermeiden sind ist unstrittig. Wir hatten lediglich beim Konflikt Schleifenverbot ./. Vermaschungsempfehlung unterschiedliche Ansichten und bewerten in diesem Fall das Risiko der Blitzstromeintragung anders.

Dein Vorschlag zum PA-Anschluss an den Blitzableiterdraht setzt schon mal vorab voraus, dass eine galvanische Verbindung zur PA-Schiene vorliegt. Bei alten Blitzableitern dürfte das aber nur selten der Fall sein. Darüber hinaus erscheint mir selbst dann das Risiko der Blitzstromeintragung extrem höher als die Schutzwirkung gegen interne Netzspannungs-Verschleppung.
Es passt doch nicht zusammen, dass man einerseits für Blitzstromleiter Schutzabstände einhalten muss und sich dann bei Blitzschlag ein giftiges Spannungspotenzial einhandelt, weil man mittendrin den PA angeklemmt hat.

Zurück zu unserem alten Dissens. Ich projektiere gerade einen Anlagenumbau mit Multischalter und Kopfstelle im UG. Keine 5 m weiter ist die Erdfahne. Der neue PA wird nunmehr normgerecht am Antennenmast im 4. OG (!) mit 26 m Cu-Draht erfolgen, der bisherige kurze PA wird gemäß EN 60728-11 aufgehoben.
Ich kann gar nicht beschreiben wie mein Bauch wegen dieser Kappung rumort, aber die Normgeber sind sicherlich klüger als mein Bauchgefühl.

Hier noch ein Auszug aus der weniger geläufigen EN 50310:
Zitat:
Zitat von Thomas Gehrke, DKE-Obmann in einem DATWYLER-Info
EN 50310 (Kap. 5.5 Potentialausgleich und Kabelführung innerhalb und zwischen Pot.-Ausgleichsanlagen)

Ø Anmerkung 1: Bisher war es bei Erweiterungen...üblich die Potentialausgleichsverbindung
der Kabelschirme... auf der Seite der vorhandenen Endeinrichtung zu vermeiden. Nach dieser
Norm jedoch ist es eine konsequente Forderung... eine Verbindung mit niedrigerer Impedanz vorzusehen.
Dies kann durch Verbindung der Kabelschirme an beiden Enden erreicht werden.
Also bitte künftig auch zu jeder Stern- und Stich-Leitung noch einen 4 mm² Cu-Draht mit einziehen. Und bis Teilnehmersteckdosen mit Erdungsklemme lieferbar sind auch den Erdungsblock nicht vergessen.

Geändert von Dipol (01.07.2009 um 11:44 Uhr) Grund: Tippfehler bei EN-Nummer beseitigt
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Alt 26.07.2009, 11:56   #157 (permalink)
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Pfeil AW: Satanlage richtig erden

Zitat:
Zitat von Dipol Beitrag anzeigen
...
Hier noch ein Auszug aus der weniger geläufigen EN 50310:
================================================== ===
Zitat von Thomas Gehrke, DKE-Obmann in einem DATWYLER-Info
EN 50310 (Kap. 5.5 Potentialausgleich und Kabelführung innerhalb und zwischen Pot.-Ausgleichsanlagen)

Ø Anmerkung 1: Bisher war es bei Erweiterungen...üblich die Potentialausgleichsverbindung
der Kabelschirme... auf der Seite der vorhandenen Endeinrichtung zu vermeiden. Nach dieser
Norm jedoch ist es eine konsequente Forderung... eine Verbindung mit niedrigerer Impedanz vorzusehen.
Dies kann durch Verbindung der Kabelschirme an beiden Enden erreicht werden.
================================================== ===

Also bitte künftig auch zu jeder Stern- und Stich-Leitung noch einen 4 mm² Cu-Draht mit einziehen. Und bis Teilnehmersteckdosen mit Erdungsklemme lieferbar sind auch den Erdungsblock nicht vergessen.
In einer VDE Norm (wenn ich die gefunden habe kommt hier noch ein Edit) wird "für die niedrige Impedanz vom Kabelschirm" ein Grenzwert von max. 5 Ohm genannt.
Das dürfte bei den üblichen Koaxial-Leitungs-Längen ohne einen zusätzlichen Potentialausgleichleichter bis zur Enddose realisierbar sein.
Und bei Twin-Dosen werden die Schirme der beiden Koaxialleitungen beim Anschluss auf gleiches Potential gebracht (am Metallgehäuse der Antennendose verbunden).



Edit: Der Grenzwert von kleiner 5 Ohm wird in der EN 60728-11 unter der Ziffer 6.2 Ausführung des Potentialausgleichs im Unterabschnitt l) genannt.

Geändert von Discone (21.08.2009 um 00:51 Uhr) Grund: < 5 Ohm: Hinweis auf EN 60728-11, Ziff. 6.2, Abschnitt l)
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Alt 26.07.2009, 12:49   #158 (permalink)
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Beitrag AW: Satanlage richtig erden

Zum Bestandsschutz bei Antennenanlagen in älteren Gebäuden

Nachdem Dipol in einem anderen Thread wertvolle Hinweise zu früheren Installationsrichtlinien gegeben hat, kopiere ich die relevanten Dialoge auch noch hierher.

Zitat:
Zitat von Kalle0815 Beitrag anzeigen
http://forum.digitalfernsehen.de/forum/digital-tv-ueber-satellit-dvb-s/224564-installationsfragen.html#post3504494

Hallo Zusammen.

Ich möchte in Kürze von DVB-T auf DVB-S umsteigen und habe noch einige Fragen zur Intallation einer entsprechenden Anlage.

Installationsort ist das Dach eines Mehrfamilienhauses. Dort war wohl in der Vergangenheit schon mal eine Sat-Anlage angebracht, die aber vor einger Zeit entfernt wurde (war defekt und wurde nicht genutzt).

Da der vorhandene "Hauselektriker" nicht aufs Dach klettern möchte (nicht mehr der jüngste) und ich selber auch keine große Lust dazu verspüre, kann ich zu den genauen Gegebenheiten dort nicht viel sagen.
Im (noch) unausgebauten Dachboden ist ein Stahlrohr zu sehen, welches durch das Dach nach oben führt und an welchem die alte Schüssel befestigt gewesen sein soll.

Meine Vorstellung ist nun, dass dort eine neue Anlage einfach anzubringen sein müsste. Die entsprechenden Komponenten würde ich mir (nach weiterem Studium des Forums) am liebsten selber besorgen und durch einen Fachmann anbringen lassen.

Mein Fragen sind nun:

1. Ob ich eventuell aufgrund der Höhe (ich schätze das Haus auf ca. 20 Meter) bzw. des Windes bei Befestigung oder Schüsslgröße besonderheiten berücksichtigen muss?
(Der Elektriker sagte, dass er wegen der Höhe Probleme für eine stabile Befestigung erwarten würde).

2. Was ich ca. für zusätzliche Kosten bei der Installation auf dem Dach erwarten muss (Blitzschutz etc.).

Zu den Komponenten selbst kann ich noch nicht viel sagen, da ich mich wie erwähnt noch weiter einlesen muss, aber mit bisherigem Wissensstand wird es wohl

80 cm (Alu?)-Spiegel (+ Mast-Befestigung?)
Quattro LNB
Multischalter 5/8

Sternverkablung liegt laut Elektriker vor und kann genutzt werden.
Es soll im wesentlichen meine Wohnung versorgt werden (Wohnzimmer (Twin) und Schlafzimmer).
Darüber hinaus soll die Anlage Kapazitäten für einen eventuellen Dachbodenausbau (weiterer Twin-Tuner) und die Versorgung einer weiteren Wohnung (1 einfacher Tuner) haben

3. Der Multischalter benötigt Strom, wenn ich das bisher richtig verstanden habe . Müsste er ebenfalls auf dem Dach installiert werden, oder kann die Installation auf dem Dachboden erfolgen?

Vielen Dank für die Hilfe.
Karl

P.S.:
Wenn mir jmd. einen Fachmann im Raum Essen empfehlen kann bin ich für entsprechende Hinweise dankbar.
Zitat:
Zitat von Discone Beitrag anzeigen
Hallo Kalle0815,

wenn sich auf dem Dach schon ein Mast befindet, dann sollte dieser bereits geerdet sein, zusammen mit dem Hauselektriker (hoffentlich Elektrofachkraft) überprüfen. Wenn die Erdung noch nach alter Art normgerecht erfolgte (z. B. 16 mm² massiver Kupferdraht mit den metallenen Heizungsleitungen verbunden und im Keller wiederum eine Verbindung mit der Erdungsschiene), dann gilt hier u. U. Bestandsschutz. Die fachgerechte Masterdung soll aber eine Elektrofachkraft bewerten, auch die Verdrahtung im Keller begutachten.

Hier ist der spezielle Thread, dort auch weitere Fragen zur Erdung stellen:
Satanlage richtig erden
Aktuelle Vorschriften: http://dehn.de/newsletter/3_05/3_05_top3.pdf

Mit den älteren Vorschriften kennt sich unser "Dipol" noch gut aus (wegen Bestandsschutz bei alten Gebäuden).

Wenn die Erdung bereits vorhanden ist und ein Fachmann diese als ausreichend einstuft, dann ist die wichtigste Vorraussetzung bereits erfüllt.

Wenn der Mast noch nicht vergammelt ist (Korrosion), dann sollten auch ein Sat-Spiegel, eine neue DVB-T Antenne und eine UKW-Antenne montierbar sein, die zulässige Windlast kann die Elektrofachkraft berechnen (Infos auf der Kathrein Homepage).
Wenn das Dach unisoliert ist, dann kann man bei schönem Wetter im Bereich des Mastes von Innen ein paar Dachziegel entfernen und die Arbeiten vom Dachboden / Speicher aus erledigen (evt. Leiter aufstellen).
Der Monteur sollte sich aber unbedingt mit einem Seil gegen Absturz sichern, und Aufpassen, dass niemand von herabfallenden Ziegeln erschlagen werden kann.

Alles weitere bezüglich Potentialausgleich (Anschluss am geerdeten Mast), Antennenverstärker, Multischalter, Auswahl eines Sat-Spiegels erfährst du hier dann noch im Forum, oder die Suchfunktionen verwenden.

Du solltest unbedingt auch DVB-T erhalten, oder die Antenne ggf. mit erneuern, im Raum Essen ist die Programmvielfalt via DVB-T bestimmt gross (DVB-T funktioniert auch noch bei Unwetter und man kann sich evt. einige Twin-Receiver sparen).

Zitat:
Zitat von Dipol Beitrag anzeigen
Danke für die Blumen Discone, nach dem Lob sollte ich wohl meinen Nick in Methusalem ändern.

Bestandsschutz bezieht sich immer auf die zum Erstellungszeitpunkt geltenden Normen. So war beispielsweise bis 1974 ein Cu-Erdungsdrahtquerschnitt von 10 mm² Querschnitt zulässig, ab da bis 1994 der 16 mm²-Cu-Draht auch mehrdähtig aber nicht feindrahtig.

An einen bestehenden terrestrischen Mast darf eine zusätzliche Sat-Antenne auch bei 10 mm²-Cu-Erdung angebracht werden. Bestandsschutz genießt auch ein längerer Mast, setzt man dagegen einen Zweitmast daneben ist der Bestandsschutz dahin!

Für die als Hauserder genutzte Hauswasserleitung gibt es keinen Bestandsschutz, diese Erdungsart wurde mit Ablauf der Übergangsfrist zum 01.10.1990 verboten. Die heute ebenfalls verbotene Nutzung der Sanitärnetze zur Erdung und Potenzialausgleich ist allerdings wiederum privilegiert.

Man muss es nicht verstehen, sondern einfach so hinnehmen. Zum Trost für alle die in der Normenflut nicht mehr nachkommen: Ich habe vom zuständigen Sachbearbeiter beim DKE/VDE eine schriftliche Auskunft, dass bei Anbringung einer Parabolantenne die Erdung auf den neuesten Stand gebracht werden müsste. Das widerspricht allerdings ganz eindeutig der entsprechenden DKE-Veröffentlichung, die -von wem wohl- mit erarbeitet wurde?
Zitat von Dipol:
Für die als Hauserder genutzte Hauswasserleitung gibt es keinen Bestandsschutz, diese Erdungsart wurde mit Ablauf der Übergangsfrist zum 01.10.1990 verboten.

Damit meint Dipol die metallene Wasserleitung in der Strasse, also vom Wasserversorger.

Zitat von Dipol:
Die heute ebenfalls verbotene Nutzung der Sanitärnetze zur Erdung und Potenzialausgleich ist allerdings wiederum privilegiert.

Die aktuell gültige "Antennen-Sicherheitsnorm" EN 60728-11 ist ab 1.10.2005 gültig und ersetzt die Vorgängernormen.
Aber, auf Seite 2 der EN 60728-11 (10-2005) steht:
Daneben dürfen EN 50083-1:1994-03, ... , ... und EN 50083-1 (Berichtigung 1):2001-1 noch bis 2008-04-01 angewendet werden.

Hier hatte man also einen großzügigen Übergangszeitraum zugelassen,
bis zum 1.04.2008 errichtete Antennenanlagen durften demnach noch nach der EN 50083-1:1994-03 ausgeführt werden (unter Beachtung aller zugehörigen Nachträge zur EN 50083-1:1994-03).

In der EN 50083-1:1994-03 war unter bestimmten Voraussetzungen auch noch die Nutzung der Sanitärleitungen als interner Erdungsleiter zulässig (Heizung / Wasser / Klima).
Heute dürfen nach der EN 60728-11 u. U. auch weiterhin bestimmte metallene Gebäude-Kontruktionsteile als Erdungsleiter genutzt werden, jedoch nicht mehr explizit die internen Gebäude-Rohrleitungen (obwohl dies rein zufällig immer noch der Fall sein kann, diese metallenen Rohrleitungen werden ja in ihrem Verlauf nicht elektrisch isoliert befestigt).

Gruß
Discone

Geändert von Discone (26.07.2009 um 13:02 Uhr) Grund: Korrektur
Discone ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 29.07.2009, 23:33   #159 (permalink)
györgy3
Gast
 
Beiträge: n/a
AW: Satanlage richtig erden

Meine neue Wohnung ist für den Satempfang vorbereitet. Zwei Kabel führen nach draußen zu einem Mast an der Hauswand, an dem die Mieter ihre Spiegel montieren können. So weit so gut.
Was mich nun irritiert ist, dass meine Kabel direkt auf das Dach geführt werden, ca. 100 cm vor dem Dachfirst wieder in das Gebäude hineinführen, um wiederum auf der anderen Seite ebenfalls 100 cm vor dem Dachfirst nach unten zum Mast zu verlaufen.

Wie sieht es bei dieser abenteuerlichen Konstruktion mit dem Blitzschutz aus? Die Kabel können außen auf dem Dach ja auch leicht beschädigt werden (Vögel), so dass eventuell sogar abschnittsweise der Leiter freigelegt wird.

Geändert von györgy3 (30.07.2009 um 01:19 Uhr)
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Alt 29.07.2009, 23:42   #160 (permalink)
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AW: Satanlage richtig erden

Zitat:
Zitat von györgy3 Beitrag anzeigen
Wie sieht es bei dieser abenteuerlichen Konstruktion mit dem Blitzschutz aus?
Welcher Blitzschutz? Diese Kabel darf man getrost als Blitzfänger bezeichnen. Warum wohl packen die Mobilfunkbetreiber ihre Kabel in geerdete Leerrohre bzw. Blechkanäle ein?
Dipol ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.07.2009, 01:19   #161 (permalink)
györgy3
Gast
 
Beiträge: n/a
AW: Satanlage richtig erden

Gut, dann werde ich mal den Vermieter darauf aufmerksam machen.

Korrektur: Komischerweise geht nur ein Kabel über das ganze Dach. Das zweite verschwindet kurz oberhalb der Regenrinne im Hausinnern.
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Alt 10.08.2009, 00:48   #162 (permalink)
Silber Member
 
Registriert seit: 09.2008
Beiträge: 691
AW: Satanlage richtig erden

Hallo,
es geht um die Erdung einer Satanlage mit mehreren Schüsseln.
Momentan ist nur eine Schüssel an einer Wandhalterung befestigt und eine an einem Mast auf dem Dach. Beide befinden sich im ungeschützten Bereich, eine Blitzschutzanlage ist nicht vorhanden. Allerdings wird in einigen Jahre noch ein dritter Mast im Garten in circa 10 Metern Abstand vom Haus aufgestellt werden.

Jetzt stellt sich die Frage wie der Antennenpark geerdet werden muss.
Sollen die zwei Masten + die Halterung jeweils an den Hauptpotentialausgleich angeschlossen werden oder soll ein Staberder eingeschlagen werden?
Wie sieht es mit dem Potentialausgleich aus? Ich habe von einem Elektriker gelesen, der der Meinung ist, dass ein Potentialausgleich bei Verwendung eines Staberders den Blitz erst ins Haus holt. Zudem hat der Potentialausgleich keine blitzschutzrelevante Aufgabe, sondern ist nur dazu da einen elektrischen Schlag zu vermeiden, der unter unwahrscheinlichen Umständen beim Berühren des Receivers/des Koaxialkabels auftreten könnte.
Eine Blitzschutzversicherung besteht nicht, deswegen geht es nicht darum die Anlage so zu bauen, dass eine Versicherung nach einem Einschlag zahlt, weil jeder Paragraph eingehalten wurde, sondern es geht darum Personenschäden bei Blitzschlag zu verhindern und die Sachschäden zu verringern.

Anmerken möchte ich, dass die Erdung nicht von mir oder einem anderen Laien ausgeführt werden wird, sondern von ein Fachkraft. Da ich jedoch festgestellt habe, dass Fachkräfte auch schlampen (z.B. beim Ausrichten von Parabolspiegeln) hätte ich gern von euch gewusst wie die Anlage geerdet werden sollte.

Gruß,
enieffak
enieffak ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.08.2009, 15:30   #163 (permalink)
Silber Member
 
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AW: Satanlage richtig erden

(siehe meinen vorherigen Post)

Die Anlage wurde heute geerdet. Konkret wurde der große Mast an die Erdung angeschlossen, an welcher auch schon eine Photovoltaikanlage hängt.

Die Satschüssel an der Wandhalterung wurde nicht geerdet, weil das nach Aussagen des Elektrikers nicht nötig sei, da sich der Spiegel unterhalb des Giebels befindet. Eine zusätzliche Schüssel im Garten bräuchte deswegen auch nicht geerdet werden. Im Internet finde ich jedoch immer wieder die Aussage, dass die Schüssel nur dann nicht geerdet werden muss wenn der Abstand zur Dachkante mindestens 2 Meter beträgt.

Um das ganze besser vorstellbar zu machen habe ich ein Foto angehängt auf dem die Wandhalterung und der Mast abgebildet sind.


Was haltet ihr davon? Wiegesagt es geht nicht darum, dass die Versicherung im Einschlagsfall bezahlt, sondern um die Sicherheit der Personen vor Strom und Feuer.

Geändert von enieffak (12.08.2009 um 17:49 Uhr)
enieffak ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.08.2009, 16:13   #164 (permalink)
Platin Member
 
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Beiträge: 2.570
AW: Satanlage richtig erden

Die Parabolantenne auf dem Bild MUSS in die Blitzerdung einbezogen werden, weil sie sich weniger als 2m unterhalb der DachKANTE befindet. Die Kante geht 1x ums gesamte Dach rum, es ist nicht nur der First. Leider ein grober Interpretationsfehler welcher häufig passiert.
Sind die Leitungen von der Antenne wenigstens in den Potentialausgleich einbezogen?
__________________
Hier steht nix
KlausAmSee ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.08.2009, 16:30   #165 (permalink)
Silber Member
 
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AW: Satanlage richtig erden

Zitat:
Zitat von KlausAmSee Beitrag anzeigen
Die Parabolantenne auf dem Bild MUSS in die Blitzerdung einbezogen werden, weil sie sich weniger als 2m unterhalb der DachKANTE befindet. Die Kante geht 1x ums gesamte Dach rum, es ist nicht nur der First. Leider ein grober Interpretationsfehler welcher häufig passiert.
Sind die Leitungen von der Antenne wenigstens in den Potentialausgleich einbezogen?
Ok, das hab ich mir auch schon gedacht, dass die wohl geerdet werden musss.
Sollte noch ein Satspiegel im Garten (in einigen Metern Abstand zum Haus aufgestellt werden) müsste dieser doch auch geerdet werden oder? Kann man diesen dann auch einfach an der Hauptpotentialausgleichsschiene anschließen oder sollte das über einen externen Erder gehen?

Nein, ein Potentialausgleich wurde nicht gemacht. Laut diversen Threads im Forum müsste ein solcher ja vor dem Multischalter, hinter dem Multischalter und am Multischalter durchgeführt werden, was ein rießen Aufwand wäre.

Nebenbei habe ich hier gelesen, dass es sowieso viel sinnvoller wäre statt des Hauptpotentialausgleichs zur Erdung einen zusätzlichen Erder zu nutzen und das der Potentialausgleich sich blitzschutztechnisch negativ auswirken kann. Und mir geht es eben nicht um eine versicherungstechnisch ausgerichtete Erdung, sondern um eine die Personenschäden verhindert und Sachschäden minimiert.

Geändert von enieffak (12.08.2009 um 17:50 Uhr)
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