Zurück   DIGITAL FERNSEHEN - Forum > Digital TV + Digital Radio > Digital TV über die Hausantenne (DVB-T)

Like Tree12x Danke

Antwort
 
LinkBack Themen-Optionen Thema durchsuchen
Alt 07.07.2007, 12:39   #1 (permalink)
Board Ikone
 
Registriert seit: 09.2005
Ort: Mittelfranken
Beiträge: 3.998
Nutzung der Frequenzressourcen

1) Internationale Planungen

Die regionale Funkverwaltungskonferenz RRC-06 hat mit dem Abkommen Genf 2006 (GE06) die frequenztechnischen Grundlagen gesachaffen, um ein geordnetes Sendernetz für den digitalen Rundfunk (Hörfunk, Fernsehen, Mediendienste, Mobildienste) in den Frequenzbändern III (VHF) und IV/V (UHF) aufzubauen (Band I wird vom Rundfunk aufgegeben).

Dies internationale Abkommen ist rein technischer Art. Es legt die Frequenzen (Kanäle) in den einzelnen Regionen fest (Wellenplan) und enthält Regeln für die Modifikation des Plans. Der technische Teil macht Angaben zur Planung der Netze, darunter Störabstände zwischen den Sendern auf Gleich- und Nachbarkanälen (Spektrummaske).

Der technische Teil des Abkommens ist bereits auf der Konferenz RRC-04 verabschiedet worden und berücksichtigt nur die Digitalsysteme DAB und DVB-T. Der Plan ist aber flexibel und erlaubt andere Techniken (z.B. DMB, DVB-H, Datendienste), wenn die für DAB und DVB-T geltenden Regeln eingehalten werden. Hier gibt es anscheinend Probleme mit DVB-H, was die Einhaltung der Störabstände (Spektrummaske) angeht.

Für die Länder in den europäischen Kerngebieten ergibt der Plan:
- 3 Bedeckungen (Layer) für DAB im Band III (Kanäle 5 bis 12, insbesondere 11 und 12)
- 1 Bedeckung für DVB-T im Band III (Kanäle 5 bis 10)
- 7 oder 8 Bedeckungen für DVB-T im Band IV/V (Kanäle 21 bis 69)

Das Abkommen GE06 macht keine Angaben zu den Inhalten des digitalen Rundfunks, da das in die Kompetenz der Länder fällt. Es gibt aber einen internationalen Frequenzplan, in dem geregelt ist, welche Dienste in welchen Frequenzbändern senden dürfen. Dieser Plan wird auf Weltfunkverwaltungskonferenzen (WRC) festgelegt. Die nächste, die WRC-07, findet im Herbst 2007 statt; 2011 folgt die WRC-11.

Wer sich informieren will, hier der Link zu den Konferenzen der ITU:
http://www.itu.int/ITU-R/index.asp?c...=rconf&lang=en


2) Die Planungen in Deutschland

Für die weitere Planung in Deutschland erschien im Dezember 2006 ein gemeisames Papier der Beteiligten:
-Technische Kommission der Landesmedienanstalten
-Produktions- und Technik Kommission von ARD, ZDF und Deutschlandradio

Die Kernaussage dieses Papiers (Leitlinien zu einem Frequenznutzungskonzept) ist:
- der Verzicht auf die mittelfristige Nutzung von Band III für DVB-T und
- die ausschließliche Nutzung von Band III für DAB/DMB
- eine Bedeckung im UHF-Band für DVB-H

(Auszüge und Links zum Papier in Postiing #2)

In den ARD Media Perspektiven 06/2007 gibt es einen Artikel von Herbert Tillmann, BR, zu diesen Planungen, in dem er die Planungen erläutert und begründet. Er geht auch auf die Frequenzpolitik der EU ein.

(Kurzfassung und Link zum Artikel in Posting #3)


3) Die Frequenzpolitik der EU

Inzwischen ist die EU-Kommission, namentlich Frau Viviane Reding als Kommissarien für Medien auf den Plan getreten. Sie wittert überall Möglichkeiten für Geschäftsmodelle und will Frequenzen zu einem Handelsgut machen. Kurz gesagt, sie möchte Rundfunkfrequenzen versteigern lassen, am liebsten durch eine neu geschaffene EU-Behörde, die die bisherigen Hoheitsrechte der Mitgliedsstaaten an sich reißen wüede. Nach ihrer Vorstellung müsste der öffentlich-rechtliche Rundfunk gegen finanzstarke Konzerne in Konkurrenz treten. Wenn diese Politik sich durchsetzt, werden Fernsehfrequenzen an Mobilfunkanbieter verkauft, die diese dann ausschließlich gemäß geschäftlichen Interessen nutzen können, z.B. für DVB-H.

Dazu gibt es ein Papier, das die Positionen der EU für die WRC-07 wiedergibt:
DE: http://ec.europa.eu/information_soci...007_371_de.pdf
DE: http://europa.eu/rapid/pressReleases...guiLanguage=en

(Auszüge aus dem Papier in Posting #4)

Weitere Links zur EU-Frequenzpolitik:
EN: http://ec.europa.eu/information_soci...m/index_en.htm
EN: http://ec.europa.eu/information_soci...-policy-en.pdf

Geändert von Manfred Z (07.07.2007 um 13:25 Uhr)
Manfred Z ist offline   Mit Zitat antworten
 
Anzeige
 
News
Alt 07.07.2007, 12:52   #2 (permalink)
Board Ikone
 
Registriert seit: 09.2005
Ort: Mittelfranken
Beiträge: 3.998
AW: Nutzung der Frequenzressourcen

Zu 2) Hier Auszüge aus dem gemeinsamen Papier:

Technische Kommission der Landesmedienanstalten
Produktions- und Technik Kommission von ARD, ZDF und Deutschlandradio

Leitlinien zu einem Frequenznutzungskonzept für den digitalen Rundfunk und Telemediendienste in der Bundesrepublik Deutschland nach der RRC-06 in den Frequenzbändern III, IV und V

http://www.alm.de/fileadmin/Dateien/...onzept_4.2.pdf

Übersicht des 8-seitigen PDF

1. Vorbemerkung

2. Ausgangslage / Grundlagen
2.1 Zielsetzung der Digitalisierung
2.2 Ergebnisse der RRC-06

3. Stand und beabsichtigter Ausbau der Frequenznutzung für digitalen Rundfunk
3.1 Digitales Fernsehen
3.2 Digitaler Hörfunk (Digital Radio)
3.3 Mobiler Rundfunk (Digital Multimedia Broadcasting for Handhelds

4. Technische Rahmenbedingungen für den digitalen Umstieg
4.1 Analoge Frequenznutzung
4.2 Digitales Fernsehen (DVB-T)
4.3 Digitaler Hörfunk (Digital Radio)
4.4 Mobiler Rundfunk (Digital Multimedia Broadcasting for Handhelds)

5. Vorschlag zur Frequenznutzung nach der RRC-06
5.1 Grundsätze des Frequenznutzungskonzeptes
5.2 Vorschlag zur Aufteilung des VHF- und UHF-Bereichs
5.3 Nutzungsvorschlag und Anforderungen für den UHF-Bereich (DVB-T- / DVB-H-Bedeckungen)
5.4 Nutzungsvorschlag und Anforderungen für den VHF-Bereich (DAB- / DMB-Bedeckungen)

6. Diese Leitlinien sind erstmals zum 01.07.2008 vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen zu überprüfen.

Zitat:
zu Punkt 4.2:
• DVB-T-Netze sind primär auf den stationären und portablen Empfang ausgelegt.
• Band III ist für DVB-T nur bedingt geeignet
• Schrittweise Migration auf effizientere Codierverfahren (z.B. MPEG-4) nur möglich, wenn bestehende Settopboxen-Population ausgetauscht wird.
• DVB-T ist als free-to-air Service etabliert, portable Nutzung im Nahbereich der Sender möglich; [...].

zu Punkt 4.3:
• Band III technisch besonders geeignet für flächendeckende, mobil empfangbare Hörfunk-Netze und wirtschaftlich nutzbar.
• Im Kanal 12 Probleme der Empfangbarkeit wg. begrenzter Sendeleistung.
• L-Band-Netze für Hörfunk sind im Vergleich zum Band III in der Fläche nicht wirtschaftlich nutzbar (lokal, strukturschwach, indoor).
• Band II (UKW) bietet keine quantitative und qualitative Verbesserung mehr, es ist ausgeplant und steht mittelfristig für den digitalen Hörfunk nicht zur Verfügung. Ein Konzept zur Digitalisierung ist zur gegebenen Zeit zu entwickeln. [...].
• DAB/DMB bietet ggf. für Hörfunk die stufenweise, marktverträgliche Migration zu effektiveren Codierverfahren wie MPEG-4. Dort können sowohl AAC+ wie MPEG1 Layer II – Signale verbreitet werden.

zu Punkt 5.3:
Drei flächendeckende DVB-T-Bedeckungen für ARD und ZDF (bundesweit, landesweit, regional), davon zwei unterhalb von Kanal 56 wegen möglicher DVB-H-Nutzung innerhalb des Multiplexes („DVB-T hybrid“) und eine möglichst unterhalb Kanal 61, dies beinhaltet die Ersatzkanäle für die DVB-T-VHF-Bedeckung.
Drei flächendeckende DVB-T-Bedeckungen für private Anbieter, davon zwei unterhalb von Kanal 56 wegen möglicher DVB-H-Nutzung innerhalb des Multiplexes („DVB-T hybrid“) und eine möglichst unterhalb Kanal 61.
Eine bundesweite DVB-H-Bedeckung unterhalb Kanal 56, auch aus den ungenutzten Frequenzen der drei privaten DVB-T-Bedeckungen.

zu Punkt 5.4:
Eine Bedeckung aus Wiesbaden 1995: Die Bedeckung gem. Plan Wiesbaden 95, die im Wesentlichen im Kanal 12 realisiert ist, kann auf absehbare Zeit nicht auf eine für den Inhouse-Empfang ausreichende Sendeleistung wie die beiden anderen Bedeckungen des Plans Genf 06 [...] erhöht werden.
• Es ist anzustreben, die jetzige Nutzung in die DAB-Bedeckungen von GE06 aus den Kanälen 5-11 zu überführen.
Zwei DAB-Bedeckungen aus GE06: Je eine landesweite Band III-Bedeckung ist für den öffentlich rechtlichen und für den privaten Hörfunk je Bundesland einzuplanen (beide indoor empfangbar). Die Kanal 11-Bedeckung des Plans Genf 06 und die Kapazitäten aus der Umplanung der DVB-T-Bedeckung sind hierfür einzusetzen.
Eine regionale DAB-Bedeckung aus GE06: In der regionalen/lokalen Bedeckung gemäß Plan Genf 06 teilen sich der öffentlich-rechtliche und private Rundfunk je nach Landesrecht die Übertragungskapazität. Die DLR-Nutzung im landesweiten Netz wird dann zu Gunsten des privaten Hörfunks angerechnet, wenn diese im „privaten landesweiten Multiplex“ stattfindet.
• Bundesweiter Hörfunk (Deutschlandradio/Deutschlandfunk und private Veranstalter), kann sowohl in einer der zur Verfügung stehenden DMB-Bedeckungen oder in den landesweiten DAB-Bedeckungen realisiert werden.
• Die zügige und marktverträgliche Umstellung auf MPEG-4 AAC+ wird in Deutschland angestrebt. Die Standardisierung ist im I.Quartal 2007 abgeschlossen.
Drei DAB/DMB-Bedeckungen aus der Umplanung der DVB-T-Bedeckung: Die DVB-T-Bedeckung im Band III wird in vier DMB-/DAB-Bedeckungen umgeplant. Die dadurch verfügbaren Bedeckungen werden vorrangig zur Erzielung der zweiten gleichwertigen, landesweiten DAB-Bedeckung eingesetzt. Die verbleibenden Bedeckungen sollen entsprechend der Programmentwicklung hälftig für die Nutzung durch den öffentlich-rechtlichen und den privaten Rundfunk vorgesehen werden.
Zwei L-Band-Bedeckungen: Regionale/Lokale DAB-Hörfunk-Nutzungen im L-Band sollen nach Möglichkeit in Band III-Netze (soweit dafür die 3. DAB-Bedeckung verwendet wird, gemäß der o.g. Nutzung) überführt werden. Die Frequenzen im L-Band werden für Ballungsraumversorgung mit DAB/DMB genutzt.
Manfred Z ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.07.2007, 12:55   #3 (permalink)
Board Ikone
 
Registriert seit: 09.2005
Ort: Mittelfranken
Beiträge: 3.998
AW: Nutzung der Frequenzressourcen

Zu 2) Die Kurzfassung des Artikels von Herbert Tillmann:

Zitat:
Bereits im Jahr 2000 beschlossen die europäischen Post- und Telekommunikationsverwaltungen und die Internationale Fernmeldeunion (ITU), den im so genannten Stockholmer Abkommen von 1961 festgelegten Frequenzplan für Europa einer Revision zu unterziehen. Dies war auch wegen der Möglichkeiten der digitalen Systeme notwendig geworden. Nach intensiven, mehrjährigen Vorbereitungen und einer fünfwöchigen Konferenz wurde schließlich im Juni 2006 das RRC-06 genannte neue Vertragswerk unterzeichnet. Damit wurde ein Meilenstein gesetzt, der dem digitalen terrestrischen Rundfunk Planungssicherheit verschafft.

Das Abkommen, das am 16. Juni 2007 in Kraft getreten ist, deckt ein Planungsgebiet von 120 Ländern in Europa, Afrika, dem Nahen Osten, den GUS-Staaten und großen Teilen Russlands ab. Der Frequenzplan enthält etwa 70 000 Einträge für DAB und DVB-T. Die deutschen Ziele in der Konferenz waren in nationalen Vorbereitungsgruppen abgestimmt worden. Die Erfolgsquote der Zuteilungen der Bedarfsanmeldungen lag für Deutschland zwischen 90 und 98 Prozent. Als spätester Abschaltzeitpunkt für die analogen Fernsehsender wurde der 17. Juni 2015 festgesetzt.

Mit dem Abschluss der RRC-06 kann der von ARD und ZDF beschlossene flächendeckende Ausbau von DVB-T fortgesetzt werden. Über die künftige Nutzung der verfügbaren Frequenzressourcen nach Abschaltung des analogen terrestrischen Fernsehens in Deutschland muss noch entschieden werden. Hierzu haben ARD, ZDF und die Landesmedienanstalten gemeinsam aus Sicht des Rundfunks Anforderungen an ein nationales Nutzungskonzept formuliert, welches auch neuen Anbietern Zugang ermöglicht, aber den Vorrang des Rundfunks unterstreicht.

Unverzichtbar ist es, die Bundesländer an allen Entscheidungen zu beteiligen, in denen es um Frequenzbereiche für Rundfunk- und Nichtrundfunkdienste geht. Dies ergibt sich aus der Kompetenz der Länder für den Rundfunk und die direkten Konsequenzen, die eine Zuteilung von Frequenzen an Nichtrundfunkdienste für den Rundfunk hätte. Die Interessen der Länder werden auch von den Aktivitäten der Europäischen Kommission in Brüssel berührt, die die EU-Mitgliedstaaten auf eine marktorientierte Nutzung des Frequenzspektrums verpflichten und dabei selbst Kompetenzen bei der Frequenzverwaltung erlangen möchte.
Der Artikel (PDF): http://www.ard-werbung.de/showfile.p...pdf?foid=21986
Manfred Z ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.07.2007, 12:57   #4 (permalink)
Board Ikone
 
Registriert seit: 09.2005
Ort: Mittelfranken
Beiträge: 3.998
AW: Nutzung der Frequenzressourcen

Zu 3) Die Position der EU-Kommission:

Brüssel, den 2.7.2007 - COM(2007) 371 endgültig
MITTEILUNG DER KOMMISSION AN DEN RAT, DAS EUROPÄISCHE PARLAMENT, DEN EUROPÄISCHEN WIRTSCHAFTS- UND SOZIALAUSSCHUSS UND DEN AUSSCHUSS DER REGIONEN

Die ITU-Weltfunkkonferenz 2007 (WRC-07)
(Text von Bedeutung für den EWR)

Inhaltsverzeichnis:
1. Die europäische und weltweite Dimension der Frequenzpolitik
2. Europäische Vorbereitungen für die WRC-07
3. Für die WRC-07 relevante Gemeinschaftspolitiken
4. Zukunft der mobilen Kommunikation
5. Sonstige Schwerpunkte
6. Mehr Flexibilität im weltweiten Frequenzregulierungssrahmen
7. Tagesordnung der nächsten Konferenz (WRC-11)
8. Schlussfolgerung

Zitat:
Zu 1)
Funkfrequenzen sind eine knappe und wertvolle Naturressource mit bedeutenden gesellschaftlichen und volkswirtschaftlichen Auswirkungen1 auf alle Bereiche, in denen Drahtlostechnologien genutzt werden, beispielsweise die Medien, den Mobilfunk, die Verteidigung und die Luftfahrt. Die Frequenzen sind ein wirtschaftlich bedeutsamer Ausgangspunkt für die Erbringung öffentlicher und kommerzieller Dienstleistungen, die auf Drahtlostechnologien beruhen, aber auch für die wissenschaftliche Forschung und für den Aufbau internationaler Verkehrs- und Kommunikationsnetze2.

Die Harmonisierung des Funkfrequenzspektrums in Europa ist eine wesentliche Voraussetzung für die Vollendung des EU-Binnenmarktes für Waren und Dienstleistungen und kann den internationalen Handel durch Abbau technischer Handelshindernisse fördern. Frequenzverwaltungsprobleme lassen sich häufig besser auf dem Wege der Zusammenarbeit zwischen den Ländern lösen. Hieraus und aus der damit verbundenen Wertschöpfung – der Gesamtwert frequenzabhängiger Dienste in der EU beträgt über 200 Milliarden EUR, d. h. 2–2,5 % des jährlichen Bruttoinlandsprodukts der EU – wird klar, warum Europa als Wirtschaftsraum den internationalen Verhandlungen im Zusammenhang mit der Funkfrequenznutzung eine große Bedeutung beimessen muss.

Die Aktivitäten zur Ausarbeitung einer einheitlichen europäischen Frequenzpolitik sind in den letzten Jahren intensiver geworden und dienen der Verfolgung gemeinsamer politischer Ziele in Bereichen wie Informationsgesellschaft, Umwelt und Verkehr. Mit der Frequenzentscheidung hat die Gemeinschaft die Grundlage gelegt für einen rechtlichen und politischen Rahmen, der sicherstellen soll, dass den Frequenzanforderungen der Gemeinschaftspolitik Rechnung getragen wird.

Zu 4)

Ein wichtiger Schwerpunkt auf der Konferenz werden die künftigen Mobilfunksysteme sein. Eine deutliche Nachfrage nach zusätzlichen Frequenzen, die weltweit für diese Systeme zur Verfügung zu stellen wären, wurde im Zuge der Vorbereitungen auf die WRC-07 nachgewiesen.

4.2 DAS UHF-BAND

Wegen seiner niedrigen Frequenzen bietet das UHF-Rundfunkband (470–862 MHz) optimale Signalausbreitungsmerkmale bezüglich der Reichweite und der Signalausbreitung in Innenräumen. Die Netzinfrastrukturen wären daher im UHF-Band beträchtlich
kostengünstiger als bestehende Systeme und würden die Einführung von Mobilfunksystemen sowohl in dünn besiedelten Gebieten als auch in stark bebauten Ballungszentren erleichtern.

Die Kommission hat sich stets dafür eingesetzt, dass Europa die größtmögliche Ausnutzung des gesellschaftlichen und volkswirtschaftlichen Potenzials der „digitalen Dividende“, d. h. der durch den Übergang zum digitalen Rundfunk frei werdenden Frequenzbänder, als gemeinsames Ziel anstrebt. Deshalb sollte die Nutzung des UHF-Bands nicht im gegenwärtigen Stand der Frequenzzuweisung „eingefroren“ werden, sondern angesichts der Chancen, die sich aus neuen, effizienten Nutzungsweisen ergeben, unter Berücksichtigung der Ziele des Allgemeininteresses untersucht werden.

Mehrere Mitgliedstaaten setzen bereits eigene nationale Strategien für die Abschaltung des analogen Fernsehens und die Ausnutzung der digitalen Dividende um. Es ist deshalb höchste Zeit, über einen möglichen europäischen Mehrwert nachzudenken. Auf höchster Ebene haben erst kürzlich sowohl der Europäische Rat als auch das Europäische Parlament
entsprechende politische Erklärungen abgegeben. Die Gruppe für Frequenzpolitik gab der Kommission ebenfalls den Rat, die Vorteile der Einführung einer angemessenen Flexibilität bei der Nutzung dieses Bands hinreichend zur Geltung zu bringen, damit künftigen bahnbrechenden technologischen Neuerungen und der sich entwickelnden Nachfrage entsprochen werden kann.

Gleichzeitig ist die regulatorische Gleichbehandlung aller für elektronischen Kommunikationsdienste genutzten Frequenzen eine wesentliche Voraussetzung für eine konstruktive Zusammenarbeit der Industrie. Dies gilt insbesondere für die Konvergenz von Mobilfunk- und Multimediadienste, beispielsweise im Mobilfernsehen und in den als „Triple-Play“ bezeichneten Dreifachangeboten, ohne dass gerechtfertigte Ausnahmen im Interesse der Allgemeinheit zur Berücksichtigung der Erfordernisse der audiovisuellen Politik ausgeschlossen werden sollten.

Voraussetzung für eine optimale Ausnutzung der digitalen Dividende ist die aktive Beseitigung aller unnötigen rechtlichen Hindernisse, die der Erbringung innovativer Dienste im UHF-Band entgegenstehen. Rundfunkdienste genießen gegenwärtig in der ITU Vollzugsordnung für den Funkdienst im UHF-Band in Europa einen höheren rechtlichen Status („Primärzuweisung“). Da es auf der WRC-07 auch um die Zuweisung zusätzlicher Frequenzen an Mobilfunkdienste geht, wäre auf dieser Konferenz ein erster Schritt in Richtung einer größeren Flexibilität sicherlich die Aufwertung solcher Dienste auf den gleichen Status, den auch die Rundfunkdienste genießen.

Geändert von Manfred Z (07.07.2007 um 13:17 Uhr)
Manfred Z ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.07.2007, 13:14   #5 (permalink)
Talk-König
 
Benutzerbild von robiH
 
Registriert seit: 08.2003
Ort: Frankfurt
Beiträge: 6.412
AW: Nutzung der Frequenzressourcen

Solange Frau Reding die Frequenzen unterhalb von 470MHz in Ruhe läßt, soll mir das recht sein.
robiH ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.07.2007, 18:25   #6 (permalink)
Board Ikone
 
Registriert seit: 09.2005
Ort: Mittelfranken
Beiträge: 3.998
AW: Nutzung der Frequenzressourcen

zu 3) Die Frequenzpolitik der EU

Hier eine Stellungnahme zum Thema "Digitale Dividende" in einem Positionspapier der European Broadcasting Union (EBU) vom 12. Dez. 2006:

Positionspapiere: http://www.ebu.ch/en/legal/position/index.php

Hier die Kernaussagen des Papiers:

Zitat:
EBU COMMENTS TO THE RSPG OPINION ON
EU spectrum policy implications on the digital dividend

The EBU welcomes the opportunity to present its comments on the Radio Spectrum Policy Group (RSPG) opinion about the EU spectrum policy implications on the digital dividend. Public service broadcasters have a public mission that includes encouraging national culture and social cohesion, providing reliable, unbiased information and varied and balanced programming for all segments of the population. Public service broadcasters in Europe are also naturally called upon to provide nearly “universal” coverage, which means that public service programmes should be available to virtually every citizen throughout the national territory. It is important to recognise that this requirement for near-universal coverage requires significant allocations of spectrum. Public service broadcasters are, as major producers and providers of European content and as driving-forces for digital switchover, a key asset for fostering and promoting the information and knowledge-based society and for bridging the digital divide. They have contributed enormously to the development of European Standards for DVB, DAB, including their mobile derivates and HDTV as well as to the development of the GE06 Agreement and to the deployment of digital broadcasting services which allows for more efficient use of the spectrum.

1. The digital dividend and its uses

EBU is of the opinion that:

o The high demand for broadcast and broadcasting-like applications cannot be ignored. European national Administrations have acknowledged the high demand for broadcasting services in their requirements submitted to the RRC-06 and in their national discussions about the use of the digital dividend as stated in their reply to the RSPG questionnaire. In addition, any further technology changes made to the broadcast environment will require an enhancement in the service offering in order to induce viewers to ******** the necessary equipment.

o Based on subjective tests, flat screens require twice the bit rate compared to CRTs, even for standard definition quality. MPEG4 compression will help in providing these services in a spectrum efficient way.

o In addition to the broadcasting services that have been licensed or will be licensed soon, additional multiplexes will be needed to introduce more services, with improved quality for flat screens and with HDTV using MPEG4 compression.

o Transmission capacity will be needed to improve the coverage of the existing digital services, which are restricted by the protection of analogue during the transition period.

2. The RRC-06 and the GE06 Agreement

EBU is of the opinion that:

o Because of the high interference levels accepted at the RRC-06, coverage is likely to be unsatisfactory in some areas in practice. Additional frequency resources will be required to improve coverage in such cases.

o Due to national circumstances, the digital dividend will have different sizes in different parts of the spectrum, from one country to another.

o Because of differences between European countries in the digital dividend available and the requirements of local markets, each country needs to decide on how to use its available digital dividend. Therefore no mandatory rules should be established on how to use (or not use) the digital dividend.

2.1 Broadcasting services under GE06

EBU is of the opinion that:

o Detailed compatibility studies are needed to identify technical solutions for the problems already identified of sharing between digital broadcasting and mobile services. These solutions should be identified before any allocation to the fixed/mobile services of the UHF band is implemented.

o Provided the technical problems are solved, the GE06 Agreement gives sufficient flexibility to introduce non-broadcasting services.

o An exclusive sub-band for mobile services would mean that Plan entries in that sub-band would have to be deleted from the GE06 Agreement and in addition a time consuming replanning process for the remaining part of the band would be required, although it is not guaranteed that the coverage of existing digital TV services would be maintained.

o The use of guard bands (unused spectrum) between broadcasting and non-broadcasting services with uplinks is not an efficient use of valuable and scarce spectrum. The use of the digital dividend by applications which require guard bands should therefore not be pursued.

3. Other requirements

EBU is of the opinion that:

o The needs of existing services, including Services Ancillary to Broadcasting or Ancillary to Programme making (SAB/SAP), should be taken into account when considering digital dividend applications.

Geändert von Manfred Z (07.07.2007 um 18:55 Uhr)
Manfred Z ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.07.2007, 20:16   #7 (permalink)
Board Ikone
 
Registriert seit: 09.2005
Ort: Mittelfranken
Beiträge: 3.998
AW: Nutzung der Frequenzressourcen

Auszüge aus dem Artikel von Herbert Tillmann, Bayerischer Rundfunk (siehe #3)
[Unterstreichungen MZ]

Zitat:
Frequenzplan umfasst 70 000 Einträge

Der neue Frequenzplan [GE06, MZ] beinhaltet etwa 70 000 Einträge für DAB und DVB-T, die sich aus den Frequenzzuweisungen für Sendegebiete (so genannte Allotments, die ein geografisch durch mehrere Punkte festgelegtes Gebiet beschreiben, in dem die zugeteilte Frequenz durch Abstrahlung über ein Sendernetz in Gleichwellentechnik unter Einhaltung von gewissen Randbedingungen genutzt werden darf) und aus einzelnen Senderstandorten (so genannte Assignments, der Zuteilung der Frequenz an einen oder mehrere Senderstandorte, deren kennzeichnende Merkmale wie etwa die Leistung oder das Antennendiagramm im Plan festgelegt sind) zusammensetzen. Die Allotments gestatten eine flexible Ausgestaltung der Sendernetze und kommen damit den Möglichkeiten der digitalen Systeme beim Netzdesign entgegen.

Anzahl der Layer und Umfang des Programmangebots


Bei der Frequenzplanung spielt die Wiederholentfernung eine wichtige Rolle. Diese beschreibt, in welchem Abstand eine Frequenz erneut für ein Gebiet zur Versorgung genutzt werden kann, ohne dass es zu unverträglichen gegenseitigen Störungen kommt. Abhängig von der Größe der zu versorgenden Gebiete und dieser Wiederholentfernung lässt sich bei einer gegebenen Anzahl von verfügbaren Kanälen für jedes Land eine bestimmte Anzahl von Bedeckungen, so genannte Layer realisieren. Diese Anzahl liegt zum Beispiel bei der im UHF-Bereich verfügbaren Kanalzahl für DVB-T etwa bei sieben. Beim analogen Rundfunk (Hörfunk, Fernsehen) kann in einer Bedeckung nur ein Programm ausgestrahlt werden. Beim digitalen Rundfunk können darin mehrere Programme verbreitet werden, die in einem so genannten Multiplex zusammengefasst werden. Auch wenn der Plan direkt diese Bedeckungen oder Layer, die insgesamt das gesamte Planungsgebiet überdecken, nicht enthält, so lassen sich diese aber für die einzelnen Länder ableiten. Deren Anzahl variiert je nach den Bedarfsanmeldungen der Länder und den Ergebnissen der Konferenz. [...] Danach lag die Erfolgsquote der Zuteilungen der Bedarfsanmeldungen zwischen 90 Prozent und 98 Prozent. Die Anzahl der Layer lag in den meisten Ländern bei drei für DAB und acht bis neun für DVB-T.

Abstimmung mit Nachbarländern bereits im Vorfeld


Für Deutschland und die angrenzenden Nachbarn konnte, dank der über mehrere Jahre geführten Vorkoordinierungsverhandlungen, eine hundertprozentige Erfüllung der Anmeldungen erreicht werden. Dies sind im Einzelnen für Deutschland 114 VHF-Allotments für DAB und DVB-T und 370 UHF-Allotments für DVB-T sowie 1189 UHF-Assignments für DVB-T. In Layer ausgedrückt beinhaltet der Plan drei für DAB und einen für DVB-T im Bereich III und sieben Layer für DVB-T im Bereich IV/V. Trotz der umfangreichen Verhandlungen mit den Nachbarländern mussten in vielen Fällen über die Planeinträge hinausgehende Vereinbarungen mit einigen Nachbarländern getroffen werden, um für die als rechnerisch unverträglich ausgewiesenen Gebiete doch einen Eintrag im Plan zu erhalten oder eine unkomplizierte Inbetriebnahme zu ermöglichen.

Die bereits in Betrieb befindlichen DAB- und DVB-T-Nutzungen können in den meisten Fällen unverändert bestehen bleiben. In einigen Fällen sind allerdings Umstellungen auf die Planfrequenz nötig oder sogar eine Anpassung der Sendeantenne unumgänglich.

Übergangsperiode bis 2015

Die Übergangsperiode von analog nach digital ist für das gesamte Planungsgebiet bis zum Jahr 2015 festgelegt (in einigen Ländern in Afrika und im arabischen Bereich für VHF-Frequenzen bis 2020), wobei im Bereich der CEPT viele Länder die analoge Abschaltung deutlich früher vollziehen werden [in der EU bis spätestens Ende 2012, MZ].

Bis dahin Vorrang für analoge Sender

Bis zu diesem Zeitpunkt genießen die analogen Sender Vorrang vor den digitalen Eintragungen des Plans und müssen geschützt werden. Durch die Wahl einer mittleren Systemvariante (Referenznetze für portablen/mobilen Empfang) für die DVB-T-Allotments bestehen bei der Ausgestaltung der Netze gewisse Spielräume. Auch besteht die Möglichkeit, die Einträge für DVB-H zu nutzen oder die Planpositionen im VHF-Bereich von DVB-T nach DAB/DMB zu wandeln. Letzteres ergibt sich aus der Vereinbarung des so genannten Maskenkonzepts, das die Nutzung des Planeintrags unter bestimmten Randbedingungen auch für andere Funkdienste vorsieht.
Manfred Z ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.07.2007, 20:23   #8 (permalink)
Board Ikone
 
Registriert seit: 09.2005
Ort: Mittelfranken
Beiträge: 3.998
AW: Nutzung der Frequenzressourcen

In der letzten Zeit wurde mehrfach (besonders im Bayern-Salzburg-Thread) die Störung von Kanal 32 durch andere Sender (insbesondere Hesselberg) diskutiert. Manche Beiträge hatten Anklänge an Verschwörungstheorien (absichtliche Störung ausländischer Sender).

Hier die Auflösung: Man hätte ohne kleine Wiederholentfernungen niemals 6 UHF-Bedeckungen mit den Kanälen 21 bis 60 (weitgehend ohne 38) sowie 64 bis 66 realisieren können.

Weiter mit Herbert Tillmann:

Zitat:
Übergangslösungen für DAB-Allotments nötig

Nach dem Abkommen von Wiesbaden 1995 zu DAB, das nur zwischen den Verwaltungen der CEPT geschlossen wurde, gibt es eine Reihe von Nutzungen in Deutschland und den Nachbarländern, die mit den Planeinträgen der RRC-06 nicht konform sind. Da sich diese DAB-Allotments zum Teil in Betrieb befinden, muss eine Lösung für einen Übergang gefunden werden. Hierzu finden entsprechende Verhandlungen auf der CEPT-Ebene statt. Als Übergangszeitraum gilt voraussichtlich der 1.1.2012.

Bei der Erstellung der Pläne für DAB und DVB-T wurden teilweise sehr kleine Wiederholentfernungen innerhalb Deutschlands für die Allotments gewählt. Parallel zu den Allotments sind eine Vielzahl von Assignments, also Senderpositionen, angemeldet worden, um die vorhandene Infrastruktur nutzen zu können und strategisch auf der Konferenz eine bessere Ausgangsbasis zu haben. Vor Inbetriebnahme der Planpositionen muss nunmehr an Hand einer Verträglichkeitsanalyse festgestellt werden, mit welchen kennzeichnenden Merkmalen (Antennendiagramme, Leistungen) die eingetragenen Sender tatsächlich genutzt werden können, ohne Störungen in benachbarten Allotments, die den gleichen Kanal nutzen, hervorzurufen. Der Versorgungsbereich der Allotments sollte über das geplante Maß hinaus durch derartige, häufig exponierte Sender, nicht eingeschränkt werden. Zudem wird es nötig werden, Verfahrensregeln für die künftige Einplanung weiterer Allotments für DAB, DMB, DVB-T oder DVB-H festzulegen, mit dem Ziel, ein Verfahren zu schaffen, dass keines der Bundesländer bei der Aufteilung eventuell noch vorhandener Spektrumsressourcen benachteiligt.

Offene Fragen zur militärischen Nutzung von Frequenzen

Die drei DAB-Layer für Deutschland sind mit einem Referenznetz mit einer maximalen Leistung von 8 kW bei einer effektiven Höhe der Sendeantenne von 150 m international in den RRC-06-Plan eingetragen. In Deutschland bestehen aufgrund militärischer Nutzung seit dem Wiesbadener Abkommen Leistungsbeschränkungen für die DAB-Blöcke im Kanal 12, die trotz intensiver Bemühungen in den vergangenen Jahren nicht aufgehoben wurden und für den Block 12A 4 kW, für die Blöcke 12B und C jeweils 2 kW und für den Block 12D nur 1 kW betragen. Mit diesen Leistungsbeschränkungen ist eine Portable-indoor-Versorgung, die für eine Akzeptanz von Digitalradio zwingend erforderlich ist, nicht zu erreichen. Für das Bundesland Bayern konnten zwischenzeitlich hierzu Gespräche zwischen Rundfunk, BMWT, BNetzA und Bundesverteidigungsministerium geführt werden, die darauf hinauslaufen, dass eine allgemeine Leistungserhöhung in den betreffenden Frequenzbereichen nicht erzielt werden kann, so dass eine Prüfung jedes einzelnen Senderstandorts erforderlich wird. Dennoch konnte damit ein wichtiger Fortschritt erzielt worden. Eine abschließende Analyse kann allerdings erst erfolgen, wenn das Gesamtergebnis vorliegt.

Entwicklung von DAB erfordert Klarheit über verfügbare Layer


Weiterhin wird derzeit intensiv an der Umplanung des Bereichs III gearbeitet, in dem künftig nur noch DAB/DMB vorkommen soll. Dabei spielt auch der Wunsch nach der Einplanung von Layern für bundesweite Angebote eine bedeutende Rolle. Wesentlich für die Weiterentwicklung von DAB ist aber, dass möglichst schnell Klarheit über die zeitliche Verfügbarkeit der Layer hergestellt wird. Hierzu sind intensive Verhandlungen mit den Nachbarländern erforderlich, da für die analogen Nutzungen laut Abkommen noch lange Zeit Schutz gefordert werden kann.

Bei dem geplanten Übergang vom heutigen DAB zu einem DigitalRadio, welches sich durch neue Audiokodierverfahren und damit mehr Programme und/oder Zusatzdienste je Multiplex auszeichnet, ist insbesondere die Industrie gefordert. Die Bereitstellung von Empfängern, die altes und neues Kodierverfahren bedienen, aber insbesondere auch die Möglichkeit eines Software-Updates bieten müssen, ist zwingende Voraussetzung für einen erfolgreichen Übergang zum zukünftigen Digitalradio.

Geändert von Manfred Z (27.07.2007 um 20:29 Uhr)
Manfred Z ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.07.2007, 20:29   #9 (permalink)
Board Ikone
 
Registriert seit: 09.2005
Ort: Mittelfranken
Beiträge: 3.998
AW: Nutzung der Frequenzressourcen

Wiederholentfernungen von Kanälen am Beispiel K 29 und K32
(derzeitige Nutzung in Klammern)

K 29

Zielona Góra (analog)

Rostock-Stralsund-Usedom (NDR/ARD)
Dresden (MDR)
Magdeburg-Brocken (frei, ARD in Planung)
Bremen-Unterweser (NDR)
Bonn-Köln-Düsseldorf-Ruhr (RTL)
Bamberg-Ochsenkopf (?)
Stuttgart (analog ZDF Heubach)

Salzburg (Mux B in Planung)
Innsbruck-Reutte-Landeck (?)

Zürich-Cholfirst (?)

Besançon (analog)
Nancy (analog F2)

Hainaut-Est (analog Boulogne, Mézières)

Zeeland (Digitenne 3)
Den Helder (frei)

K 32

Zielona Góra-Zagan (analog ZG)

Schwerin (frei)
Chemnitz-Schöneck (MDR)
Bremen (ZDF)
Münster (frei)
Nord-/Mittelhessen (ARD)
Saarland (?)
Nürnberg-Hesselberg-Dillberg (analog ZDF Hes)

Salzburg (Mux A)
Innsbruck-Reutte-Landeck (analog Landeck)

Zürich-Rigi-Cholfirst (SRG SF)

Epinal-Vittel (analog)
Dijon
Mézières-Hirson

Eupen-Malmédy (-)

Zeeland (Digitenne 4)
Friesland (Digitenne 1)

Geändert von Manfred Z (28.07.2007 um 16:49 Uhr)
Manfred Z ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.07.2007, 22:35   #10 (permalink)
Talk-König
 
Benutzerbild von robiH
 
Registriert seit: 08.2003
Ort: Frankfurt
Beiträge: 6.412
AW: Nutzung der Frequenzressourcen

Das ist der Grund, warum ich vorschlage, daß NRW auf 11D (10KW) umzieht und den 12D (1kW) dem BFBS überläßt. Der kann mit dieser Leistung auch in Teilen Niedersachsens genutzt werden. Die freiwerdenden UKW-Frequenzen kann das Deutschlandradio gut gebrauchen.
robiH ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.07.2007, 01:26   #11 (permalink)
Registrierter Benutzer
 
Registriert seit: 03.2006
Ort: Egal/Oder
Beiträge: 3.851
AW: Nutzung der Frequenzressourcen

Für die große Schiene Bremen-Osnabrück-Münster-Ruhrgebiet-Köln-Koblenz einschließlich der Nachbarn Hessen und Benelux sind für DVB-T offenbar die UHF-Kanäle 27/38/40/44/50 sowie 61/62/63 - 67/68/69 völlig ungenutzt.

Dennoch nutzen die GMD (Fraunhofer Institut) bei Bonn zu Testzwecken den Kanal 39 zusammen mit Hessen und auch die Niederlande gemeinsam mit Hessen die Kanäle 54 und 64. Auch Koblenz-Ahrweiler (etc) und Roermond-Eindhoven kommen sich auf Kanal 56 demnächst in die Quere ...

Geändert von simpelsat (28.07.2007 um 01:35 Uhr)
simpelsat ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.07.2007, 01:35   #12 (permalink)
Board Ikone
 
Registriert seit: 09.2005
Ort: Mittelfranken
Beiträge: 3.998
AW: Nutzung der Frequenzressourcen

Auf einigen Frequenzen im Bereich des K 38 wird in den Weltraum gehorcht. Um die empfindlichen Empfangsgeräte der Radioastronomen nicht zu stören, ist dieser Kanal in Westeuropa ungenutzt.

Die Kanäle oberhalb von K 60 sind in vielen Ländern auf primärer Basis für den militärischen Mobilfunk zugewiesen. In Deutschland und den Niederlanden sind die Kanäle 64 bis 66 für DVB-T freigegeben worden. Die Kanäle 61 bis 63 und 67 bis 69 sind in Deutschland aus heutiger Sicht etwa 1012 für TV nutzbar. In Frankreich und Spanien werden die Kanäle 66 bis 69 primär vom Militär genutzt, die Kanäle 61 bis 65 vom TV.

K 27: Randstad, Ostfriesland, Lüneburger Heide, Südwestfalen, Limburg
K 30: Noord-Brabant, Gronigen-Drenthe, Hamburg, Brocken, Südwestfalen
K 40: West-/Oost-Vlaanderen, Friesland, Hamburg, Hannover, Südwestfalen, Trier-Eifel
K 44: Antwerpen-Limburg, Friesland, Hamburg, Hannover, Südwestfalen
K 60: Noord-Brabant, Drenthe, SH-Westküste, Südwestfalen (NDS, HB, HH frei)
K 65: West-/Oost-Vlaanderen, Gelderland-Overijssel, Lüneburger Heide, Südwestfalen, Eupen-Malmédy

Hier ist die exponierte Lage der Sender Nordhelle und Hochsauerland berücksichtigt. K 50 ist für OS/LIN eingeplant.

Geändert von Manfred Z (28.07.2007 um 02:17 Uhr)
Manfred Z ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.07.2007, 13:58   #13 (permalink)
Board Ikone
 
Registriert seit: 09.2005
Ort: Mittelfranken
Beiträge: 3.998
AW: Nutzung der Frequenzressourcen

Situation in Österreich

Auf der Website der RTR gibt es ein neues Dokument (PDF) zur gegenwärtigen Situation und weiteren Planung der Digitalisierung in Österreich:

Zitat:
Digitalisierungskonzept 2007
gemäß § 21 PrTV-G

Strategie für die weitere Entwicklung des digitalen terrestrischen Rundfunks, insbesondere im Hinblick auf lokale und regionale TV-Veranstalter
sowie auf die Einführung von mobilem Fernsehen

Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG UND AUSGANGSLAGE
1.1. EINLEITUNG
1.2. STAND DER DIGITALISIERUNG DES RUNDFUNKS IN ÖSTERREICH
1.2.1. Die Digitalisierung des Fernsehens über Antenne (DVB-T)
1.2.2. Die Digitalisierung des Fernsehens über Satellit (DVB-S)
1.2.3. Die Digitalisierung des Fernsehens über Kabel (DVB-C) und die Entwicklung von IP-TV
1.2.4. Die Digitalisierung des Hörfunks
1.3. ERGEBNISSE DER FREQUENZPLANUNGSKONFERENZ RRC-06
1.3.1. Die Regional Radio Conference 2006 (RRC-06)
1.3.2. Darstellung der Layer (Bedeckungen)
1.3.3. Umsetzungsszenario
1.4. AUSGANGSLAGE FÜR MOBILES FERNSEHEN
1.4.1. Standards für mobiles Fernsehen
1.4.2. Mobiles Fernsehen in anderen Ländern
1.4.3. Der DVB-H-Testbetrieb mobile.tv.austria
1.5. AUSGANGSLAGE FÜR LOKALE UND REGIONALE TV-SENDER
1.6. KONSULTATION DER ARBEITSGEMEINSCHAFT „DIGITALE PLATTFORM AUSTRIA“
2. KONFIGURATION
2.1. MULTIPLEX-PLATTFORMEN FÜR LOKALES UND REGIONALES FERNSEHEN („MUX C“)
2.1.1. Ziel
2.1.2. Technische Fragen
2.1.3. Anforderungen und Leistungsmerkmale
2.1.4. Zeitplan
2.2. MULTIPLEX-PLATTFORM FÜR MOBILES FERNSEHEN IM STANDARD DVB-H („MUX D“)
2.2.1. Ziel
2.2.2. Technische Fragen
2.2.3. Anforderung und Leistungsmerkmale
2.2.4. Zeitplan
http://www.rtr.at/web.nsf/deutsch/Ru...EPT%202007.pdf

Das Papier enthält den neuen Wellenplan (GE06) für Österreich in Karten- und Tabellenform. Ebenso gibt es eine Karte für die DVB-H-Planung; vorgesehen sind Kanäle im Bereich 31 bis 48.

PS: Den Fund dieses Dokuments verdanke ich einem Hinweis bei http://www.dehnmedia.de

Geändert von Manfred Z (28.07.2007 um 14:43 Uhr)
Manfred Z ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.07.2007, 15:29   #14 (permalink)
Board Ikone
 
Registriert seit: 09.2005
Ort: Mittelfranken
Beiträge: 3.998
AW: Nutzung der Frequenzressourcen

Situation in der Schweiz

Zitat:
VHF/UHF-Richtlinien regeln digitale Verbreitung von Radio- und TV-Programmen

Der Bundesrat hat neue Richtlinien für die digitale Verbreitung von Radio- und TV-Programmen im VHF- und UHF-Band erlassen. Damit erhält das UVEK die Möglichkeit, Frequenzen für die digitale Rundfunknutzung freizugeben.

Die Richtlinien des Bundesrates für die Nutzung von Frequenzen für Radio und Fernsehen im VHF- und UHF-Band vom 2. Mai 2007 (VHF/UHF-Richtlinien) enthalten insbesondere eine Kompetenzdelegation an das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK), welches über die Freigabe einzelner Frequenzen für digitale Radio- und Fernsehprogramme entscheidet, die wichtigsten Nutzungsmodalitäten festlegt und die Funk-Konzessionsbehörde (ComCom oder BAKOM) entsprechend informiert.

Zurzeit ist die Freigabe von Frequenzen für eine Handy-TV-Plattform geplant.
(Es folgt der Link auf das PDF der Richtlinien)

http://www.bakom.admin.ch/org/grundl....html?lang=de#


Zitat:
Ausschreibung einer landesweiten Funkkonzession für Handy-TV [DVB-H] in der Schweiz

Die Eidgenössische Kommunikationskommission (ComCom) wird im Herbst 2007 eine landesweite Konzession für Handy-TV mittels Kriterienwettbewerb vergeben. Ziel ist es, dass die Konzessionärin an der Fussball-Europameisterschaften 2008 erste Angebote in den Austragungsstädten Basel, Bern, Zürich und Genf anbieten kann.
(Es folgen Links auf drei PDFs)

http://www.bakom.admin.ch/themen/rad...x.html?lang=de

Der Termin für die Einreichung der Bewerbungen war der 27. Juli. Es gibt zwei Bewerber: MobileTV Schweiz AG und Swisscom Broadcast AG. Der Zuschlagsentscheid fällt Ende September.

Hier die Kanalplanung für DVB-H:

K 34 Basel
K 40 Bern
K 33 Berner Oberland
K 23 Zürich
K 45 Innerschweiz
K 30 Ostschweiz
K 35 Graubünden
K 30 Jurabogen
K 36 Genfer See
K 43 Valais (fr)
K 34 Wallis (de)
K 24 Tessin und Teile Graubündens


Karten der DVB-T- und DAB-Bedeckungen nach GE06

als PDF findet man hier: http://www.bakom.admin.ch/themen/rad...x.html?lang=de

Geändert von Manfred Z (30.07.2007 um 23:19 Uhr) Grund: Nachtrag: 2 Bewerber für DVB-H
Manfred Z ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 31.07.2007, 14:05   #15 (permalink)
Neuling
 
Registriert seit: 12.2005
Ort: Nürnberg
Beiträge: 11
AW: Nutzung der Frequenzressourcen

Erstmal ein großes Dankeschön. Genau diese Dokumente habe ich gesucht.

Eine Frage stellt sich mir beim ersten Überfliegen des Berichts von Hr. Tillmann:

Es wird geschrieben, dass die Nutzung von DVB-H im gesamten UHF-Spektrum
nutzbar sein soll. Gleichzeitig wir aber eine Untersuchung für den Nutzbereich
unterhalb von Kanal 55 empfohlen.
Auch wird die neue Kanalzuteilung der öff.recht. Multiplexe zu 2/3 unterhalb
von K55 gelegt, mit dem Hinweis, diese für DVB-H offen zu halten.

Liegt das jetzt an einer "besonders guten," technischen Nutzung von DVB-H
unterhalb von K55, oder überseh ich da was?
Guitar-fiend ist offline   Mit Zitat antworten
Antwort

Themen-Optionen Thema durchsuchen
Thema durchsuchen:

Erweiterte Suche

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.
Trackbacks are an
Pingbacks are an
Refbacks are an


Ähnliche Themen
Thema Autor Forum Antworten Letzter Beitrag
Sachsen-Anhalt ist top bei Sat-TV-Nutzung DF-Newsteam DF-Newsfeed 0 09.03.2007 12:40
Statistik zur DVB-Nutzung Schdudendekopp Small Talk 18 26.07.2005 19:03
Nutzung der Kabel für SAT?? karlklatsche Digital TV über Satellit (DVB-S) 4 06.06.2005 15:36
Single LNB Nutzung chicco c1 Kathrein 1 11.01.2004 11:23
AC-3 Nutzung technolust Audio-Equipment und Digitalton 0 07.10.2001 19:20


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 12:55 Uhr.


Powered by vBulletin® Version 3.8.7 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2013, vBulletin Solutions, Inc.
Content Relevant URLs by vBSEO 3.6.0 PL2
© Auerbach Verlag, Leipzig
Twitter