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Alt 25.02.2012, 19:56   #46 (permalink)
rs-lennep
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AW: Vodafone steigt aus Bietergefecht für Fußball-Bundesliga aus

15 kleine Bieterlein...Vodofone steigt aus...dann waren's nur noch 14...
14 kleine Bieterlein...der nächste steigt wohl auch bald aus...dann waren's nur noch 12+1 (ein Service für die, die abergläubisch sind )

Nun kennen wir neben den beiden bekannten, erklärten Bewerbern um DFL-Lizenzrechte -Sky und Telekom- zumindest einen dritten namentlich, der sich jetzt aus dem Verfahren zurückzieht. Alle anderen sind bisher reine Spekulation. Obwohl davon auszugehen ist, dass sich zumindest auch die ARD beworben hat.
Die Begründung von Vodafone für den Ausstieg kann ich nicht ganz nachvollziehen. Was wollen Unternehmen, die sich zunächst um (welche) Lizenzrechte (auch immer) bewerben, ihre Bewerbung dann aber zurückziehen, damit erreichen? Einen Schub des eigenen Geschäfts durch die kostenlose Werbung der öffentlichen Beachtung? Dass die von DFL-Verantwortlichen im Vorfeld gesetzte Marke (mehr als die derzeit zu zahlende Höhe) höher werden könnte, hätte keiner (weiteren) "internen Analyse" bedurft; nur des gesunden Menschenverstandes.
Die Sportrechte sind generell sehr hoch (Rechte wie auch Spieler-/Sportlergehälter). Mehr noch als hier in D in meiner zweiten Heimat, den USA. Jedoch muss man bei dieser Einschätzung aber die Bedeutung dieser "Freizeitaktivitäten" (für uns, nicht für die Sportler!) in unserem Leben beachten. Der Anteil unserer Freizeit nimmt im gleichen Maße zu, wie die Arbeitsstunden und die Lebensarbeitszeit (trotz des steigenden Renteneintrittsalters kein Widerspruch z.B. durch Altersteilzeit o.ä.) abnehmen.
Geht es um die eigene Freizeitgestaltung sitzt das Portemonnaie (zumindest wenn ich von mir ausgehe) lockerer als in anderen Lebensbereichen. Die Freizeitindustrie ist nun einmal einer der größten Umsatzbereiche, wenn nicht der größte, den es im Wirtschaftskreislauf gibt. Letztendlich ist es (mehr oder weniger) der marktwirtschaftliche Grundsatz von Angebot und Nachfrage, der den Preis bestimmt.

Ich glaube, dass ein möglicher Grund für die eine oder andere Absage (jetzt Vodafone, wer als Nächster?) auch die "suboptimale" Infrastruktur ist. Das gilt sowohl für Vodafone als auch den Branchenprimus Telekom. Was diesen und auch allen anderen gemein ist, ist die fehlende flächendeckende Verfügbarkeit schneller Leitungen (16+ MBit/s). Nun scheint sich m.E. die kurzsichtige Geschäftspolitik, die TK-Netze nur in Ballungszentren auszubauen, zu rächen. Andernfalls könnte die Zahl der Nutzer auch in ländlicheren Gegenden vielleicht höher sein. Dass es eine Nachfrage nach internetbasierten TV gibt, ist nicht zu bestreiten.
Man kann über die Kabelnetzbetreiber (aus vermutlich persönlichen negativen Erfahrungen) schimpfen wie man will, aber sie machen ihre Haushaufgaben. Die modernisieren und bauen ihre Netze konsequent aus. Leider gibt es aber auch bei ihnen noch etliche "Täler der Breitbandlosen".
In punkto Geschwindigkeit sind sie derzeit jedoch nicht zu schlagen, wie ich mich inzwischen auch überzeugen kann (habe seit gestern 64 MBit/s, bisher 16). Und dass in einer Gegend, in der laut meinem Nochanbieter und auch der Telekom "technisch bedingt" leider keine schnelleren Geschwindigkeiten möglich seien.
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